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Thema: Schlangen bzw. Spinnenbiss

Verfasst: Sa 18. Aug 2012, 03:01
von Kamachi
MoinMoin,

Dann fange ich mal an, Thema Schlangen, bzw. Spinnenbiss.

Grundsatzinfo: Diese Tiere habe 2 "Giftabgabearten". Eine zum Jagen, eine, wenn sie erschrecken. Zum jagen injizieren sie die volle Dosis, tritt man aber auf eine Schlange, beisst sie, wenn überhaupt, nur ganz kurz zu und gibt so wenig Gift ab, wie es für sie möglich ist. Deshalb, selbst eine potentiell tödliche Schlange oder Spinne muss noch lange nicht den Tod bedeuten. Jetzt der schwierige Teil: Die gebissene Person muss sich sofort hinlegen - auch wenn sie alleine unterwegs ist. Möglichst während des hinlegens noch die gebissene Extremität abdrücken und dann schnellstmöglich abbinden. Diese alle 10 Minuten lockern. So verteilt sich das Gift nicht so schnell im Körper. Bloss kein Schlangenantidot ( Gegengift) mit sich führen oder jemandem vertrauen, der meint es im Dschungel oder sonst weitab der Zivilsation einsetzen zu müssen. Schlangenserum wird von Pferden gewonnen und ist somit auf Proteine aufgebaut. Das verursacht sehr häufig zusätzlich zum Schlangenbiss einen anaphylaktischen Schock (Alergische Reaktion). In Verbindung mit dem Biss ist das kaum noch unter Kontrolle zu bringen. In einer Klinik ist das natürlich kein Ding, aber fern jeder Zivilisation schon.. Ok, Patient liegt. Jetzt Problem 2: Der Schmerz und die Symptome. Ich wurde noch nicht von einer Schlange gebissen, nur von einer Spinne, aber ich denke es ist bei Schlangen auch verschieden. Du hast drei verschiedene Toxine.Neurotoxin ( Nervengift), Nekrotisierendes Toxin ( gewebszerstörend ) und hämolytisch ( Blutzersetzend ) - oder, wenn man richtig Pech hat, eine Kombination aus allen drei Arten. Gegen das Gift könnt ihr als med. Laien nichts tun. Achtet darauf, daß die geb. Person ruhig bleibt, eher mit dem Kopf nach oben als nach unten liegt und keinesfalls Schocklage. Bei Erbrechen helft die Person zur Seite zu drehen, ohne daß sie sich zuviel anstrengen muss. Über Medikamente reden wir jetzt nicht, denn die wenigsten von euch sind med. dazu ausgebildet. Die meisten Patienten sterben durch Panikbewegungen und dadurch ein heranfluten des Gifts - oder am Schmerz durch neurogenen Schock und Kreislaufversagen. Doch die Schmerzmittel, die ihr frei zu kaufen bekommt, helfen hier überhaupt nicht.Also gebt gar nichts. Doch achtet auf die Atmung, unterstützt,wenn nötig, befreit von enger Kleidung, kühlt die Bissstelle und vor allem, holt Hilfe. In der Regel überlebt ein Patient so betreut " plus - minus 3 Stunden wenn es ganz schlecht kommt. Oder aber er erholt sich von selbst. Ich schrieb ja, die Giftmenge ist da auch entscheidend. Bitte lasst solchen Unsinn wie Wunden ausschneiden, ausbrennen oder gar aussaugen. Mehr als Blut kommt da eh nicht mehr. Das Toxin ist längst im Gewebe.

So, jetzt noch etwas zur Alternativmedizin - aber das ist kein offizieller ärztlicher Rat: Da die meisten Schlangengifte auch auf Proteinbasis aufgebaut sind, das gebissene Teil in sehr heisses Wasser tauchen. Egal ob Kaffee oder Sancocho. Aber es muss die Person beinahe verbrühen. Das soll wohl helfen und ist auch med. nachvollziehbar. Zumindest gegen den Schmerz.

Also,lasst euch nicht beissen - ich weiss, wovon ich rede. mein Biss war von einer Kammspinne.

Saludos, euer Willi