Grundstückspreise Sierra Nevada

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col94
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Grundstückspreise Sierra Nevada

Beitragvon col94 » 11. Jun 2018, 01:33

Beitrag von col94 » 11. Jun 2018, 01:33

Hi,

mich würde interessieren wie viel man für einen Hektar Dschungel in etwa rechnen kann,vor allem in der Größenordnung 5-10 Hektar und in der Gegend um Sierra Nevada.

Danke im Voraus

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Ernesto
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Grundstückspreise Sierra Nevada

Beitragvon Ernesto » 11. Jun 2018, 18:26

Beitrag von Ernesto » 11. Jun 2018, 18:26

Eine einfache Frage, die jedoch schwer zu beantworten ist.
Es gibt Grundstücke mit oder ohne Infrastruktur.
Grundstücke die du mit einem Wagen erreichen kannst, mit Pferd oder Esel oder einfach nur zu Fuss.
Das wohl wichtigste sind die Eigentumsverhältnisse ;-) Wem gehören die angrenzenden Grundstücke und vieles mehr.
Such dir einen Immobilienmakler in der Region, trage dort deine Wünsche vor und, wenn du Lust und Laune hast, berichtest uns wie alles läuft.
Viel Glück mit dem eigenem Stück Dschungel.


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col94
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Beitragvon col94 » 11. Jun 2018, 19:05

Beitrag von col94 » 11. Jun 2018, 19:05

Zugegeben, ich war noch nie in Südamerika, möchte allerdings wegen des Klimas, der Steuern,der Lebenshaltungskosten (und der Frauen ;-)) in 2 Jahren auswandern. Meinen Urlaub möchte ich nächstes Jahr auf dem Kontinent verbringen.

In Paraguay kostet ein Grundstück bis zu 3000€ pro Hektar, nicht am Asphalt gelegen.

Muss auch nicht unbedingt in der Sierra Nevada sein, mich interessiert einfach was ein großes, fruchtbares Stück Land wo man Bananen, Orangen etc. anbauen kann, ungefähr kostet. Sollte nicht am Asphalt liegen, jedoch mit dem Auto befahrbar sein und Strom und Wasseranschluss besitzen. Internet wird ebenso benötigt. Nächstgrößere Stadt mit Supermärkten sollte in 1-2 Autostunden erreichbar sein.

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Ernesto
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Beitragvon Ernesto » 11. Jun 2018, 20:00

Beitrag von Ernesto » 11. Jun 2018, 20:00

Alles was auf den ersten Blick billig erscheint wird im Endeffekt teuer.
Mach deine Reise, schaue dir die Länder deiner Wahl in Ruhe an und wenn es dann soweit ist, dann fragst du einfach mal wieder.
Was du dir vorstellst mag im Kino wunderschön sein ;-) Im realen Leben wollte ich so nicht leben.


anton wenzel
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Beitragvon anton wenzel » 18. Sep 2018, 21:33

Beitrag von anton wenzel » 18. Sep 2018, 21:33

Ich nehme an, dass du mit deiner Frage mögliche Länder vorab abtastest, bevor du sie vor Ort erkundest und am Ende entscheidest. Ernestos Rat ist sehr gut!

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cm81
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Grundstückspreise Sierra Nevada

Beitragvon cm81 » 19. Sep 2018, 11:59

Beitrag von cm81 » 19. Sep 2018, 11:59

Das Thema ist ja nicht mehr ganz taufrisch, aber vielleicht kann ich ein paar Informationen beisteuern aus eigener Erfahrung.
Was Ernesto schreibt mit Kinoromantik und der Realität die dann etwas anders aussieht, würde ich unterschreiben. Wir haben selber eine Finca am Rio Mendihuaca. Recht weit oben, also in einer Gegend wo sich kaum ein "Gringo" hin verirrt. Wir bauen diese nun zusammen mit der Familie, die schon über 50 Jahre dort lebt wieder auf. Ein "Hobby" das sehr viel Energie verschlingt!

Landpreis
m² oder ha Preise sind völlig irrelevant. Man sollte die Gegend mit allem drum und dran kennen und abschätzen können was der Boden wirklich wert ist. Wenn du z.B. einige Hektaren hast, aber keine eigenen Wasserquellen, hast du ein Problem.
Viele Grundstücke wurden mehrfach weiterverkauft, ohne überhaupt etwas schriftlich zu regeln, oder dass noch nachvollziehbar wäre, wer wirklich der Besitzer ist / war. In diesem Fall hast du insbesondere als Ausländer früher oder später ein Problem.
Dazu kommen weitere Themen wie Grenzverlauf, der nicht sauber erfasst ist, mögliche problematische Vergangenheit mit Landraub etc. etc.
Auch keine Seltenheit, dass jemand Land verkaufen will, wofür er überhaupt kein Eigentumsrecht hat, auch das gibts. Also kurz zusammengefasst, der Preis an sich sagt überhaupt nichts aus.
Wirklich Richtpreise anzugeben ist schwierig, weil eben viele Grundstücke (in einigen Gegenden alle) nicht die Voraussetzungen erfüllen um "sauber" erworben zu werden. In Zonen wo der Tourismus zunimmt, gehen die Preise durch die Decke, in traditionellen Landwirtschaftszonen (schlecht erschlossen) sind noch wirkliche Schnäppchen zu machen. Hektarpreise von um die 1000Euro sind durchaus möglich. Dies aber nicht zuletzt wegen der schlechten Produktivität und Infrastruktur. Man braucht dann schon einen guten Plan um auf einer solchen Finca Geld verdienen zu können. Nur als Hobby / zum Wohnen rate ich von grossen Grundstücken ab, die Natur ist definitiv effizienter als der Hobbygärtner! Und vielleicht verirrt sich auch der eine oder andere auf dein Grundstück und pflanzt irgendwas an, was sicher nicht in deinem Interesse ist.

Biodiversität
So schön Biodiversität auch sein kann, die Natur sitzt am längeren Hebel. Ich hatte auch schon schlaflose Nächte. Am einen Tag fast auf eine giftige Schlange getreten, am nächsten Tag drei verschiedene hochgiftige Spinnen angetroffen. Wohl wissend, sicher 90% der Mitbewohner gar nie entdeckt zu haben. Oder auch unzählige Insektenstiche können das Immunsystem an seine Grenzen bringen und Fieber und Schwindel auslösen. An einige Insekten gewöhnt sich der Körper recht schnell, andere hinterlassen Monatelang ihre Spuren. Gerade im Alter und in Verbindung mit anderen gesundheitlichen Themen ist das nicht ganz ohne.

Sicherheit
Wer nichts hat, muss auch nichts beschützen. Sobald man aber anfängt zu investieren, brauchst du 7/24/365 Leute vor Ort. Im Idealfall mehr als eine Person mit allem drum und dran um sich im Ernstfall auch gegen Kriminelle verteidigen zu können.
Der Einflussbereich der Regierung scheint an der Hauptstrasse zu enden. In dieser und sicher auch vielen anderen Gegenden haben andere Leute das Sagen und mit denen sollte man besser keine Probleme haben. Wenig überraschend geniessen diese Leute bei der lokalen Bevölkerung mehr Ansehen, Respekt und Vertrauen als jede Regierungsinstitution. Also besser nicht in ihre Geschäfte einmischen und hoffen, dass sie auch zukünftig nichts von uns wollen. Der fragile Dauerzustand in Kolumbien eben, wo nicht einfach absehbar ist, in welche Richtung sich das ganze entwickelt.

Mentalität und Bildung
Gute Mitarbeiter zu finden ist nicht so einfach. Noch weniger, dass diese langfristig und zuverlässig arbeiten. Diskretion scheint keine kolumbianische Tugend zu sein. Deine Pläne, Investitionen etc. kennen innert Tagen alle in der Region. Dabei scheint es nicht von Bedeutung zu sein, was die Mitarbeiter wirklich wissen. Es wird geredet, interpretiert und spekuliert was das Zeug hält. Einige sind glücklich anständig und pünktlich bezahlt zu werden, andere interpretieren Grosszügigkeit als Dummheit und würden dir am liebsten noch die Haare vom Kopf fressen. Dieselben denken meist auch nicht über den Tellerrand. Das ist wirklich schade, denn wir helfen den Leuten wenn wir können gerne. Wenn das aber systematisch ausgenutzt wird, werd ich sauer.
Das Verständnis für Produktivität ist nicht sehr ausgeprägt. Umweltschutz und Nachhaltigkeit muss oft mühsam erlernt werden. Es braucht viel Zeit und Geduld, aber alles ist machbar!


Max
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Grundstückspreise Sierra Nevada

Beitragvon Max » 19. Sep 2018, 12:58

Beitrag von Max » 19. Sep 2018, 12:58

Excellent Beschrieben, genauso ist es vor allem an der Küste, bist Du im Oct da dann könnten wir uns treffen auf a Bier
Saludos MAx

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Genauso ist es in Taganga, jeder Vollpfosten kommt vorbei und sagt er hat ein Grundstück zu verkaufen. I sag nur noch : Traiga el certificado de tradicion y Libertad und schon hast die Ruhe. Dann kommen noch die Oberschlauen und meinen Gib mir Kohle und ich organisiere das, sollte das jemand machen , dann kannst sicher sein das der Einheimische beim Biertrinken sitzt.
Preise: Die haben alle an Vollschlag in Taganga die meinen das ist Miami Beach, da kannst nur noch lachen.
Ein Beispiel:. Letztes Mal habe ich mit einem Hotelbesitzer geredet ( Paisa ) , der will sein Hotel verkaufen, ein kleines Haus 2 stöckig aber net besonders groß, 50m vom Strand weg und er will 1.400.000 haben, da hab ich Ihn gefragt und wie schauts aus kommt Wasser ( natürlich kommt kein Wasser ), und meine Antwort war nur: ohne Wasser ist des Ding nix wert.
Ein Israeli, keiner der bekannten Figuren , hat Ihm 800.000.000 geboten, auf einmal die ganze Kohle und die haben abgelehnt.
Anderes Beispiel: Unser Nachbar dort, Family Costena, Normales Costeno Haus mit großem Vorplatz, welcher als Parquadero genutzt wird, die ganze Family (ca. 10 Leute ) macht nix ausser zu warten das Autos oder Motos kommen um zu parken.
Eine Supermarkt Kette wollte das Grundstück mieten um einen Laden aufzumachen
Angebot war folgendes: 15 Millionen Miete pro Monat, Vertrag auf 20 Jahre mit jährlicher Steigerung, und was kam raus ? Abgelehnt weil zu wenig.
Aber langweilig wird's nie
Max


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Beitragvon cm81 » 19. Sep 2018, 13:36

Beitrag von cm81 » 19. Sep 2018, 13:36

Hallo Max
Ich schaffs voraussichtlich erst Anfang November wieder nach Kolumbien.
Bist du im November auch im Raum Santa Marta anzutreffen. Für en Bier bin ich immer zu haben :lol:


Max
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Beitragvon Max » 19. Sep 2018, 13:46

Beitrag von Max » 19. Sep 2018, 13:46

Ja bin im Nov da für ca. 10 Tage
Max

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Beitragvon cm81 » 19. Sep 2018, 14:11

Beitrag von cm81 » 19. Sep 2018, 14:11

Ja und der Tourismusbreich im Raum Santa Marta bis rauf nach Palomino ist ja auch hochinteressant.
Die völlig überissenen Immobilienpreise rechnen sich doch nie. Hab mal mit einem Bekannten zusammen verschiedenste Szenarien durchgerechnet.
Das geht niemals auf. Wenn jemand andere Erfahrungen gemacht hat, gerne die Zauberformel mit uns teilen.
Und an Wasser, Strom (Klimaanlage die den ganzen Tag läuft), Reparaturen die nicht selbst ausgeführt werden können etc. denken die wenigsten.
Ist aber nicht ganz unerheblich. Da kannst du dann nicht mehr für ein paar Peseten ein Zimmer anbieten. Einge tuns aber trotzdem, müssen dann wieder verkaufen, der nächste zahlt noch mehr für die Immobilie und bietet dann die Zimmer noch günstiger an. :lkom:


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Beitragvon col94 » 22. Sep 2018, 00:09

Beitrag von col94 » 22. Sep 2018, 00:09

Vielen Dank für die interessanten Antworten!

Habe mich nun dazu entschlossen nächstes Jahr nach Paraguay zu fliegen um mich dort erstmal die ersten Monate in der Hauptstadt Asuncion anzusiedeln. Längerfristig würde ich mir gerne ein paar Hektar auf dem Land kaufen um mich (hobbymäßig) selbst zu versorgen.

Da ich mein Einkommen durch das Internet generiere muss ich dort keine Steuern abdrücken, das Klima ist subtropisch (also weniger Diversität bei giftigen Lebewesen ;) und auch mal kühlere Tage/ Nächte im Winter) und die Aufenthaltsgenehmigung ist auch viel einfacher zu erlangen. Und nicht zu vergessen, die Mordrate ist nur ca. 1/3 so hoch, auch wenn sich diese in Kolumbien vermutlicherweise? Wohl nur in gewissen Kreisen abspielt.

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Ernesto
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Beitragvon Ernesto » 22. Sep 2018, 02:04

Beitrag von Ernesto » 22. Sep 2018, 02:04

Klingt doch alles super, wie im Kino ;-)
Viel Glück und berichte uns doch hin und wieder mal wie es dir so ergeht im sorgenfreien Paraguay.


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Beitragvon col94 » 22. Sep 2018, 08:37

Beitrag von col94 » 22. Sep 2018, 08:37

Danke, dass es sorgenfrei wird bezweifle ich allerdings ;-)
Werde mich im 2. Halbjahr 2019 nochmal melden.

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Beitragvon cm81 » 24. Sep 2018, 11:01

Beitrag von cm81 » 24. Sep 2018, 11:01

Wenn du dir erst mal genug Zeit nimmst alles kennen zu lernen, ist das schon mal ein guter erster Schritt.
Geh doch dort mal ein paar Wochen auf eine Finca in einer Gegend die dir gefällt. So lernst du das Leben auf dem Land kennen und findest vielleicht bereits erste Freunde.
Ob Paraguay wirklich sicherer ist kann ich nicht beurteilen. Etwas Glück im Leben brauchts auch, die restlichen 80% kann man beinflussen.
Viel Glück und lass von dir und deinen Plänen hören.