Eigentumserwerb in Kolumbien (mit Kredit)

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DickiD
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Eigentumserwerb in Kolumbien (mit Kredit)

Beitrag von DickiD » 19. Nov 2009, 23:10

Danke Eisbaer für deine gute Arbeit hier. Ich möchte im nächsten Jahr gerne eine kleine Wohnung in Medellin kaufen. Ich bin mit einer Kolumbianerin verheiratet und habe eine cedula. Nehmen wir an, die Wohnung kostet 30 000 000 COP, also etwa 12000 Euro (bei sehr schlechtem Kurs), ich habe nur die Hälfte des Geldes in bar, dann bleibt die Frage offen: Wie komme ich an die andere Hälfte? :lol:

Meine eigentliche Frage ist natürlich (da ich Banküberfälle einmal ausschliessen möchte): Wie komme ich an einen Kredit? Wo ist der günstig? Wie sind die Zinsen? Was gibt es zu beachten? Für mögliche Antworten schon jetzt ein Dankeschön!

(P.S. Da ich noch kein Bankkonto besitze und Banken ja gerne eine gewisse Vergangenheit des Kunden bei diesen Angelegenheiten sehen, sollte ich wohl schon jetzt ein eigenes Bankkonto eröffnen...)


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Eisbaer
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Re: Eigentumserwerb in Kolumbien

Beitrag von Eisbaer » 20. Nov 2009, 02:51

Hallo und willkommen im Kolumbienforum.

Um an einen Kredit für eine Wohnung/Haus etc. zu kommen gibt es zwei Wege die ich aufzeichnen möchte.
Einmal einen Kredit über ein Bank oder eine Hypothek durch eine Privatperson.

Die Zinsen für einen Kredit und auch die Konditionen können von Bank zu Bank gewaltig schwanken, daher empfehle ich bei mehreren Banken eine Auskunft ein zu holen.

Gleiches bei der Hypothek. Schau mal im El Colombiano, da werden von Privatpersonen Hypotheken in allen Grössensordnungen angeboten.

Die Kreditgebende Bank interessiert recht wenig Deine Vergangenheit (im Ausland) da Du bei der Bank die den Kredit gibt ein Konto eröffnen musst, dazu musst Du auch eine Lebensversicherung abschließen. Auch will die Bank wissen wie Du die monatlichen Raten zahlen kannst.
Da kommt einiges an "Papierkrieg" auf Dich zu.

Eine Hypothek von einer Privatperson kann um einiges einfacher, aber auch teurer werden.

Bei allem musst Du Dir auch im klaren sein, kaufst Du die Wohnung auf Deinen Namen oder auf den Namen Deiner Frau.

Eisbaer

PS: ein Kauf mit Bargeld kann Dir viele Preisvorteile bringen und wenn Du knapp bei Kasse bist könntest Du es später mit einer Hypothek beleihen oder als Sicherheit für einen Kredit einbringen.
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Anonymous

Re: Eigentumserwerb in Kolumbien

Beitrag von Anonymous » 20. Nov 2009, 03:16

@DickiD habe das gerade gelesen.
Brauchst du eine Hypothek von 30.000.000,oo Pesos dann muss die Bude etwa 90.000.000,oo wert sein, damit sich eine Privatperson wie z.B. ich, sich darauf einlässt.
Mit 30.000.000.oo Pesos kann ich gerne dienen.
Bei den Zinsen kommt es auf die Laufzeit an, egal wie lange werden die Zinsen monatlich und im voraus fällig.
Alle anfallenden Kosten trägst du.
(Vertrag, notarielle Eintragung, Löschung usw. usw.)
Wenn alle Papiere "al dia" sind, dann geht das in weniger als einer Woche.
Ruck Zuck - ich will aber ehrlich sein - es wird ein teurer "Spass".

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Re: Eigentumserwerb in Kolumbien

Beitrag von Eisbaer » 20. Nov 2009, 15:09

Wollte noch mal kurz was zum Thema Kredit schreiben.

Wie ich schon unter Kolumbien von A-Z erwähnte liegt Im Normalfall der Verkaufspreis einer Immobilie zwischen 30 bis 50% höher als der registrierte Wert. Das hat den Vorteil, dass die Notarkosten etc. den niedrigeren Wert berechnet werden.

Ein Beispiel: Katasterwert 30 Millionen Pesos - Kaufpreis 50 Millionen Pesos. Hier werden alle Kosten auf Basis der 30 Millionen Pesos berechnet.

Beim Kauf auf Kredit wird im Notarbüro bei Vorbereitung der Escritura die Kostenabrechnung nicht wie üblich auf Basis des Katasterwertes sondern auf Basis des realen Wertes vorgenommen.
Alles wird teurer, auch die Grundsteuer für die Laufzeit des Kredites. (Das später wieder runter zu bekommen, bedarf einiger Mühe.)
In die Escritura wird die Bank als Besitzer mit allen Konditionen des Kredites eingetragen.

Viele Privatpersonen sind daran verständlicherweise nicht interessiert und bringen die Klausel ein, dass der Käufer alle anfallenden Kosten übernehmen muss.
Hier könnte man verhandelnd einbringen, dass der Verkäufer das zahlt was bei einem normalen Geschäft ohne Kredit anfallen würde und der Käufer den Differenzbetrag übernimmt.

Vor der Kreditzusage wird ein von der Bank anerkannter Gutachter die Immobilie besichtigen und ein Wertgutachten abgeben.

Die Dauer von Antrag bis zur Zusage kann gut vier bis acht Wochen dauern.

Auch kein guter Ausgangspunkt um eine echte Ganga zu kaufen, denn wer sich als Verkäufer darauf einlässt muss auch mit einem eventuellen NEIN der Bank rechnen.

Hier muss man sehr vorsichtig einen guten Kaufvertrag machen.

Zum Bankkonto, wenn Du in Kolumbien lebst, dann schadet es nicht ein Bankkonto zu haben.
Hier gibt es zwei Varianten cuenta corriente und cuenta de ahorros.
Die preiswertere Lösung die das Sparkonto.

Auch hier würde ich bei verschiedenen Banken vorsprechen und mich genau über die Gebühren der Kontoführen etc. informieren.

Solltest Du noch Fragen haben, dann leg los.
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Re: Eigentumserwerb in Kolumbien

Beitrag von Eisbaer » 20. Nov 2009, 15:48

Da gibt es noch was, auf das ich Dich gerne hinweisen möchte.

Patrimonio familiar.

Als Familienstand würde ich ledig angeben!

Damit beugst Du vor, dass falls Kinder vorhanden sind die Immobilie nicht zum Patrimonio familiar wird.
Einmal dazu geworden, kannst Du sie bis die Kinder groß sind nicht mehr verkaufen.

Da habe ich schon "Pferde kotzen" sehen - was sich so manche Kolumbianerin ausgedacht hat um an die "Kohle" ihres Gatten zu kommen.

Auch wenn im Moment alles gut läuft - bitte weitsichtig denken ;)
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Re: Eigentumserwerb in Kolumbien

Beitrag von DickiD » 21. Nov 2009, 02:49

Hallo, Danke Dir für diese Info. Lustigerweise hat mich meine Frau schon darauf aufmerksam gemacht und davon abgeraten. Sie meinte mit diesen zwei Wörtern, Patrimonio familiar, kann man sich viel Ärger einhandeln. Und die Falle ist ja auch: es geht bis zum 18 Geburtstag und mit jedem neuen Kind startet der Countdown erneut...

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Re: Eigentumserwerb in Kolumbien

Beitrag von Eisbaer » 21. Nov 2009, 14:06

Freut mich, das Du in guten Händen bist. ;)

Nun steht dem Eigentumserwerb ja nichts mehr im Wege.

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Eigentumserwerb in Kolumbien

Beitrag von venecolo » 28. Mär 2017, 15:26

Hallo Eisbär,

wenn ich als Familienstand verheiratet angebe, wird die Immobilie automatisch mit dem Vermerk "patrimonio familiar" versehen ? Dies kann nicht verhindert werden ?

wenn ich als mich als ledig ausgebe, interessiert (bzw. kontrolliert) niemand dass ich in Wirklichkeit verheiratet bin und wir gemeinsame Kinder haben?

Das patrimonio familiar "gilt" also nur, wenn es auch beim Immobilienkauf in der Escritura eingetragen wird.

Besten Dank und Gruss,
Venecolo

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Eigentumserwerb in Kolumbien

Beitrag von Eisbaer » 28. Mär 2017, 15:51

@venecolo: Da ich nicht weiß ob du mit einer Kolumbianerin verheiratet bist, ihr gemeinsame Kinder habt, wo die leben und wo der Lebensmittelpunkt liegt, ist es schwer die Frage zu beantworten.

Wenn Du Deinen Familienstand als ledig angibst, dann prüft niemand ob das stimmt oder nicht.

Bei einer Finanzierung der Immobilie kann kein patrimonio familiar eingetragen werden.

Lese zum Thema bitte folgende zwei Infoseiten: El Patrimonio Familiar und ¿Quiénes pueden constituir patrimonio de familia y a favor de quien se puede constituir?
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Eigentumserwerb in Kolumbien

Beitrag von venecolo » 28. Mär 2017, 16:25

@eisbaer ... ich bin mit einer Kolumbianerin verheiratet, vier Kinder (davon drei gemeinsame) und wir leben alle zusammen in der Schweiz und der Lebensmittelpunkt ist ebenfalls die Schweiz... Die Immobilie wird zu 100% durch uns selbst finanziert sein und ist zur "eigentlich" als langfristige Investition bzw zur Weitervermietung geplant


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Hauskauf teilweise Kredit

Beitrag von vertigo75 » 3. Mär 2018, 17:56

Mache mir so meine Gedanken und da würde ich mal gerne eure Expertise hören.

Also ich möchte in Kolumbien 2 Häuser kaufen. Eins würde ich für ein eigenes Gewerbe nutzen und das andere wäre dann mein Wohnsitz. Für das Gewerbe und das erste Haus ist dann Kapital da. Für das 2. Haus wäre es nicht vollständig vorhanden.

Jetzt meine Frage als jemand der sich nie mit dem Hauskauf beschäftigt hat. Ginge es das ich das 2. Haus teilweise bezahle und denn Rest dann durch Raten an die Bank abbezahle und ist sowas ein No-go in Kolumbien. Nachdem Motto Haus direkt bezahlen oder auf Kredit kaufen.

vielen dank für eure Antworten.



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Ernesto
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Hauskauf teilweise Kredit

Beitrag von Ernesto » 3. Mär 2018, 18:17

Selbstverständlich geht das. Eine 100%-Finanzierung findest du sowieso nicht so einfach.

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Hauskauf teilweise Kredit

Beitrag von Fusagasugeno » 3. Mär 2018, 18:23

Wenn Du der Bank ein geregeltes Einkommen nachweisen kannst, und genügend Reserve beim zu belehnenden Haus hast, gibt Dir die Bank evt. einen Kredit. Kann aber auch sein, dass die Bank aufgrund des Ausländerstatus noch einen Bürgen will.
Du musst Dir aber schon bewusst sein, dass die Hypozinsen hier in Kol. extrem hoch sind, rechne so im besten Fall ab 16% pro Jahr, kann bei höherem Risiko aber auch gegen 25% sein. Ob dass Sinn macht, muss Du nach den erhaltenen Angeboten abklären. Als "Finanzer" sage ich, kauf eins, Spare, Kaufe das zweite. Natürlich wenn Du die Abzahlung der Hypo. möglichst Kurz halten kannst, kann es günstiger sein beide sofort zu kaufen.
Aber bei den hier üblichen Laufzeiten von 10 oder 15 Jahren .... Ein Freund von mir hatte eine Hypothek von 40 Mio. Laufzeit 10 Jahre. Rückzahlung in monatlichen Raten Total 96 Mio....
Eres feliz, eres Fusagasugeño :-)


desertfox
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Hauskauf teilweise Kredit

Beitrag von desertfox » 3. Mär 2018, 19:15

Also für meine Wohnung in Bogota habe ich einen Kredit bei meiner Bank in Deutschland aufgenommen und das Geld nach Kolumbien gesandt. Zinssatz in Deutschland waren damals knapp 2 % und Sonderzahlungen waren auch möglich....Nun weis ich halt nicht ob Du schon in Kolumbien oder noch in Deutschland wohnst..., die Zinssätze in Kolumbien sind schon recht happig!!!


vertigo75
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Hauskauf teilweise Kredit

Beitrag von vertigo75 » 3. Mär 2018, 19:29

Ich bin noch in Deutschland plane spaetestens Ende des Jahres nach Kolumbien zu gehen