Eigentumserwerb in Kolumbien (mit Kredit)

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vertigo75
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Hauskauf teilweise Kredit

Beitrag von vertigo75 » 3. Mär 2018, 19:29

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Ich bin noch in Deutschland plane spaetestens Ende des Jahres nach Kolumbien zu gehen


desertfox
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Hauskauf teilweise Kredit

Beitrag von desertfox » 4. Mär 2018, 13:52

@vertigo75

Dann frage doch mal bei Deiner Hausbank nach ob Du da einen Kredit bekommst.




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vertigo75
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Hauskauf teilweise Kredit

Beitrag von vertigo75 » 5. Mär 2018, 11:48

@desertfox

Warum sollte man mir einen Kredit geben, wenn man weiss das ich in Zukunft in Kolumbien verweilen werde? oder interessiert sich meine Hausbank nicht dafür?


desertfox
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Hauskauf teilweise Kredit

Beitrag von desertfox » 6. Mär 2018, 12:13

OK, bei uns war es etwas anders da wir nach wie vor in Deutschland leben..., hast Du evtl Garantien? Ich hab der meiner Bank in Deutschland damals eine Grundschuld auf mein schuldenfreies Haus in Deutschland eingeräumt.

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cm81
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Hauskauf teilweise Kredit

Beitrag von cm81 » 6. Mär 2018, 17:49

Oder Konsum- / Kleinkredit in DE.
Aber auch hierfür musst du ein geregeltes Einkommen vorweisen können (im Normalfall).
Ich persönlich würde in Kolumbien nur im absoluten Notfall einen Kredit aufnehmen. Gründe gibt es neben den hohen Zinsen viele:
- Meist lange Vertragslaufzeit
- Diverse Rechtsunsicherheiten im Vertrag (Ausstiegsklauseln, Zinsentwicklung etc.)
- Die Einträge (Immobilien) von der Bank lassen sich nicht immer so problemlos entfernen.

Zum letzten Punkt. Bank verlangt Immobilie als Sicherheit, dies wird entsprechend eingetragen. Alles soweit io.
Mir sind persönlich zwei äusserst unschöne Situationen bekannt in diesem Zusamenhang.

Fall 1
Person wollte Immobilie verkaufen, hatte aber noch einen Kredit darauf. Klar dies sollte kurz vor der Überschreibung abgegolten werden, anschliessend würde der Eintrag gelöscht. Der Verkauf war an ein Gegengeschäft gekoppelt. Schulden zurückgezahlt, fast kein Geld mehr. Die Bank wollte aber lieber den Kredit möglichst lange weiterlaufen lassen. Hat nach Zahlung und vermeintlich sicherer Rechtslage mehr als vier Monate gedauert bis der Eintrag entfernt wurde (nach Rückzahlung). Der Deal viel ins Wasser.

Fall 2
Eine Finca sollte verkauft werden. Auch hier war noch ein kleiner alter Kredit damit verbunden. Kreditgeber (Bank) ging Konkurs, die Rechtslage war für Monate unklar. Verzögerung rund 8 Monate. Riesen Aufwand für Abklärungen, Reisespesen nach Bogota 3x etc.

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spitfire88
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Beitrag von spitfire88 » 6. Mär 2018, 18:21

Ein wichtige Regel bei der Finanzierung ist, dass man Kredite nur in der Währung aufnimmt, in der man auch seine Einnahmen hat. Sollte man bspw. seine Einkünfte in COP - dies ist doch sicherlich bei @vertigo geplant -, aber die Zins- und Tilgungsverpflichtungen in EUR haben, da kann es durch Wechselkursverluste leicht passieren, dass die Tilgungen der letzten Jahren völlig umsonst gewesen sind.

Ohne die genaue makroökonomische Lage in CO zu kennen: Hohe Zinsen sind stets mit hoher Inflation verbunden und die wiederum mit Abwertung der Währung. Also niemals einen Kredit in EUR, wenn die Einkünfte in COP sind.

Natürlich wird man in DE kein Hypothekendarlehen auf eine Immobilie im Ausland bekommen. Die Grundschuld müßte ja beim zuständigen Amtsgericht / Grundbuch in CO eingetragen werden. Das sollte doch klar sein, dass das keine Bank aus DE machen würde. Nicht daran zu denken, wenn es mal zur Realisierung des Objektes kommen sollte.

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cm81
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Beitrag von cm81 » 7. Mär 2018, 10:02

Guter Hinweis von Spitfire88
Die Wechselkursschwankungen und die damit verbundenen Risiken sollte man unbedingt beachten. Insbesondere, wenn der Kredit über eine längere Zeit getilgt werden soll.
Die Inflationsrate hat natürlich auch einen erheblichen Einfluss auf den Zinssatz. Jedoch sind die Schuldzinsen in Kolumbien auch inlflationsbereinigt immer noch viel höher als in Europa. Das kann verschiedene Gründe haben. Sicherlich spielt hier die Zahlungsmoral und die freizügige Kreditvergabe eine wichtige Rolle. Ebenfalls scheint der Zinsunterschied zwischen Konsumkredit und Kredit mit Sicherheit (z.B. Immobilie) nicht so ausgeprägt zu sein wie in Europa.
Insbesondere an der Küste gehen die Leute häufig sehr fahrlässig mit dem Thema Geld um. Ob auch in ein paar Monaten noch gezahlt werden kann, oder die Anschaffung insgesamt das doppelte Kostet inkl. Zinsen scheint die wenigsten zu interessieren. Daher werden die Zinsen wohl auch in Zukunft auf sehr hohem Niveau bleiben.

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spitfire88
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Beitrag von spitfire88 » 7. Mär 2018, 10:34

... aus der Zinsdifferenz zwischen 2 Ländern wird das Risiko bzw. auch das Potenzial einer Abwertung abgeleitet. Ihr seht doch, was es aktuell für Verwerfungen in Europa gibt, wenn in den USA auch nur angedeutet wird, ihre Zinsen in diesem Jahr um 0,125% erhöhen zu wollen.