Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

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iastob
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Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

Beitrag von iastob » 16. Mär 2015, 19:39

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Danke, Ernesto, ja, Du hattest wohl recht. Ich glaube, ich verstehe jetzt die anfängliche Verwirrung. Habe gerade mit einer Mitarbeiterin von Bancolombia Kontakt gehabt, die für den internationalen Geldverkehr zuständig ist. Die haben mir in meiner Filiale von Bancolombia schlicht ein veraltetes Infoblatt gegeben. Die Bedingungen haben sich mittlerweile geändert. Man muss nicht mehr umständlich auf ein Konto der Zwischenbank überweisen, sondern kann es direkt zu Bancolombia in Kolumbien tun. Dies schrieb mir nun die Mitarbeiterin der Abteilung "comercio internacional":

"Las instrucciones para ordenar un giro desde el exterior son:

Código Swift: COLOCOBM (en caso de que le pidan 11 dígitos indicar que se agreguen tres X es decir queda COLOCOBMXXX)

No. de Identificación (CC o NIT)

Nombre o Razón Social

No. de Cuenta en Bancolombia (Ahorros ó Corriente)"

Ist natürlich fatal, wenn dann noch überholte Merkblätter/Anweisungen an die Kunden herausgegeben werden. Aber jetzt haben wir, jedenfalls was Bancolombia betrifft, Klarheit. Ich werde voraussichtlich in drei bis vier Wochen die Überweisung machen und dann berichten, ob und wie alles geklappt hat.

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hoffnung_2013
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Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

Beitrag von hoffnung_2013 » 16. Mär 2015, 22:20

Mach vorher, wie schon angedeutet mal eine "Probeüberweisung"
Gruß
P.


lailamaru
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Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

Beitrag von lailamaru » 26. Mär 2015, 23:43

hallo
ich bins mal wieder. diesmal hab ich eine frage zum thema geldüberweisungen.
also ich will ein stück land in kolumbien kaufen. damit ich das geld von meinem schweizer konto auf das konto des empfaengers ( bei davivienda) überweisen kann, verlangt die bank eine vollmacht, in der ich erkläre, dass das geld eben zum landkauf gedacht ist, und er empfänger es abheben darf, das alles von der kolumbianischen botschaft in der schweiz abgestempelt. also das hab ich dann probiert, vollmacht geschrieben, unterschrieben und jemanden von der familie vorbeigeschickt, jetzt meinen die aber, ich müsste da schon persönlich vorbeigehen, um den stempel zu kriegen.
weiss da grad nicht mehr weiter. hat jemand von euch erfahrungen, eine idee?! die schweizerische botschaft in kolumbien will mir übrigens auch nicht weiterhelfen.

also vielen dank für allfällige tips

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Eisbaer
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Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

Beitrag von Eisbaer » 27. Mär 2015, 02:42

@lailamaru: schön wieder von Dir zu lesen. Du willst einen Geldbetrag von CH nach CO transferieren. Absender bist Du, der Empfänger ist XY. Du schickst das Geld auf das Konto von XY bei der Bank Davivienda. Bei einer größeren Summer muss der Empfänger die Herkunft zweifelsfrei nachweisen, dafür stellst du ihm, die von der Bank geforderten Unterlagen zur Verfügung. Nun ist das Geld bei XY, der damit machen kann was er will. Wenn du dich derzeit in Kolumbien aufhältst teile das Deiner Bank in CH mit und bitte um Ausstellung der benötigten Dokumente. Diese sollen die Herkunft nachweisen. XY braucht keine Vollmacht von Dir um an das Geld zu kommen, denn du hast es ihm ja auf sein Konto überwiesen.
Ich fände es besser wenn du das Geld auf Dein eigenes Konto hier in CO überweisen würdest. Sollten noch Fragen aufkommen, leg los und haue in die Tasten.
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Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

Beitrag von Fusagasugeno » 27. Mär 2015, 13:38

@Eisbaer
Grundsätzlich muss der Geldempfänger von Geld das aus dem Ausland kommt nachweisen dass er es zu recht (für eine Dienstleistung oder Verkauf) erhält. Wenn es dann ein Geschenk oder eine Ueberweisung auf's Eigenkonto ist liegt dann die Sache anderst.
Bei meinem Landkauf bin ich genau wie lalimaru vorgeganen (zu Bancolombia) . Der Verkäufer hat dann einen in Briefform abgefassten und von beiden Seiten unterschriebenen Kaufvertrag vorgelegt (falls er in Kolumbien ist kann er den ja zur Sicherheit noch beglaubigen lassen) und so dass Geld freigekriegt.
Beim Autokauf musste der Händler die Rechnung vorlegen.
Aber es ist halt wie immer in Kolumbien jeder will es anderst. Ich würde empfehlen das Gespräch mit dem Gerente direkt zu suchen und dort eine Praktikable Lösung zu suchen.
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Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

Beitrag von Eisbaer » 27. Mär 2015, 14:48

@Fusagasugeno: Meine Erfahrung ist anders. Wenn ich Geld aus dem Ausland bekomme, der Bank den Nachweis erbringe das es kein gewaschenes Geld ist, dann kann ich mit dem Geld machen was ich will. So war das schon immer. Die Bank interessiert es nicht wofür ich das Geld bekomme. Wäre kontraproduktiv wenn es nicht so wäre. Die Bank kann nur mit Problemen aufwarten, wenn sie nicht zufrieden mit der Herkunft des Geldes ist. Ich spreche von einem Privatkonto in Kolumbien!
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Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

Beitrag von Fusagasugeno » 27. Mär 2015, 15:25

Wie gesagt, es macht es jede Bank wie sie es will darum bringen ruhige Gespräche am meisten. Was die Davidienda jetzt von Ihm verlangt, ist ja jetzt auch keine Bestätigung der Herkunft sondern der Verwendung.
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Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

Beitrag von Eisbaer » 27. Mär 2015, 16:28

Wenn lailamaru bei der Bank zu viel redet, kann es sein, das Fragen aufkommen. Daher, wie du es sagst, ruhige Gespräche bringen am meisten. Ihr könnt mir gerne Probeüberweisungen schicken. Ich nehme alles :P
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iastob
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Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

Beitrag von iastob » 22. Apr 2015, 00:01

Ich habe hier länger nichts berichtet, weil ich warten wollte, bis meine Überweisung geklappt hat. Das ist nun der Fall.

Hier also mein Gesamtbericht, der gleichzeitig eine Empfehlung ist:

Aktion: Überweisung eines großen Geldbetrags aus dem europäischen Ausland auf ein kolumbianisches Konto

Zweck: Kauf einer Eigentumswohnung in Bogotá


1. Schritt: Eröffnung eines Kontos bei einer kolumbianischen Bank (in meinem Fall Bancolombia)

Hier ist ja schon viel zu dem Thema berichtet worden. Deshalb mache ich es kurz: Ich konnte in der Filiale calle 53 von Bancolombia innerhalb einer Stunde recht problemlos ein Konto eröffnen. Dazu habe ich vorgelegt: Meine Cédula de extranjería (Status: temporal), meinen deutschen Reisepass, Kontoauszüge meiner deutschen Bank (comdirect), um regelmäßige Geldeingänge meiner Auftraggeber nachzuweisen. Die Software von Bancolombia akzeptiert keine Kombinationen aus Ziffern und Buchstaben (deutscher Reisepass). Deshalb hat die Mitarbeiterin in dem Feld meine Cédula-Nummer angegeben.
Ich habe sofort eine Bankkarte ausgehändigt bekommen und musste über einen Apparat eine PIN für die Karte wählen. Danach habe ich an der Kasse 1.000.000 pesos eingezahlt. Kann natürlich auch weniger oder mehr sein.
Trotzdem würde ich empfehlen, aus Sicherheitsgründen eine weiträumigere Filiale zu wählen. Die Filiale in der calle 53 ist sehr klein. Die wartenden Personen sitzen in der Mitte des Eingangsbereichs auf Stühlen. Links und rechts davon (Abstand vielleicht 60-100 Zentimeter) sprechen die Berater mit ihren Kunden. Man kann jedes Wort mithören. Keinerlei Bankgeheimnis.

2. Anlegen eines US-Währungskontos, das internationale Überweisungen erlaubt

Da nach Kolumbien überwiesene Summen in Euro zuerst zwangsläufig in US-Dollar gewechselt werden, und zwar zu einem unschönen Kurs, sollte man in jedem Fall schon in Deutschland die Euros in US-Dollar wandeln.
Meine Bank, die comdirect, bietet das Anlegen eines Währungskontos in US-Dollar an, von dem aus man direkt ins Ausland, also auch nach Kolumbien, überweisen kann.
Das Wechseln von Euro in US$ wie überhaupt das Wechseln in eine andere Währung kostet bei meiner Bank 1% der Gesamtsumme. Das ist nicht so wenig. Aber andere Banken locken mit geringen Pauschbeträgen, sagen aber nicht deutlich, dass sie auch noch eine Marge beim Wechselkurs abziehen, was comdirect nicht macht. Da muss jeder selbst ausrechnen, was für ihn am Günstigsten ist.
Außerdem war es mir sicherer, alles bei meiner Bank, bei der ich schon lange Kunde bin, zu machen. Ich wollte nämlich vermeiden, dass es nachher, bei der Glaubhaftmachung, dass mein Geld sauberen Ursprungs ist, noch Verwirrung/Probleme gibt.
Übrigens: Die 1% Gebühr habe ich, bei dem im Vergleich zum Dollar fallenden Euro schnell wieder raus gehabt. Allerdings habe ich nicht überprüft, ob der kolumbianische Pesos auch im selben Verhältnis zum US-Dollar gefallen ist. In den letzten Tagen ist er wohl wieder gestiegen ...

3. Überweisung des Geldes in US-Dollar auf das eigene Konto in Kolumbien, in meinem Fall bei Bancolombia

Wie schon zuvor berichtet, habe ich in meiner Bancolombia-Filiale ein veraltetes Merkblatt mit dem Titel „Giros Internacionales Bancolombia“ erhalten, das nicht nur komplizierte Überweisungen über Zwischenbanken (bancos intermediarios) beschreibt, sondern auch noch einen SWIFT-Code fehlerhaft angibt. Wer dieses Merkblatt erhält: Bitte sofort vernichten!

Stattdessen sollte man bei der Abteilung „comercio internacional“ (Tel. (1)2326520) von Bancolombia in Bogotá anrufen. Das habe ich getan, meine E-Mail-Adresse durchgegeben und sofort die aktuellen Hinweise zu Überweisungen aus dem Ausland auf ein Konto bei Bancolombia erhalten. Und zwar die folgenden:

Las instrucciones para ordenar un giro desde el exterior son:

Código Swift: COLOCOBM (en caso de que le pidan 11 dígitos indicar que se agreguen tres X es decir queda COLOCOBMXXX)
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En caso de que le soliciten la dirección (ubicación) de Bancolombia, indicar la dirección de Comercio Internacional de la ciudad donde esté ubicado, así:

Bogotá: Calle 30A N° 6 – 75 Piso 1 Torre Sur
Medellín: Av. Industriales Carrera 48 # 26 - 85 P1 Torre Norte
Cali: Calle 11 N° 6-24 Piso 2
Barranquilla: Calle 64 N° 50 –155 Piso 1

Ich habe dann einfach in meinem Online-Banking-System bei comdirect die genannten Daten eingegeben. Außerdem zur Sicherheit noch meine kolumbianische Handy-Nummer und meine Postanschrift in Bogotá., letzteres alles in das Feld „Überweisungzweck“. Aber ich denke, dass die Angaben zur Cédula de extranjería und zur Bancolombia-Kontonummer einen schon eindeutig identifizieren.

Als Überweisungsart habe ich OUR gewählt. Da zahlt der Sender/Auftraggeber alles. Das hat den Vorteil, dass dann exakt, ohne Abzüge, der nominelle Überweisungsbetrag in US-Dollar in Kolumbien eintrifft.
Man muss dann dann wieder beim „comercio internacional“ (Tel. (1)232650) von Bancolombia in Bogotá anrufen. Die bestätigen einem dann den Geldeingang. In meinem Fall drei Werktage nach Geldausgang bei meiner deutschen Bank.

4. Aushandeln des Wechselkurses (in meinem Fall bei Bancolombia)

Ich habe mit einem Herrn von der „mesa de dinero“ (zentrale Nummer: (1) 7463926) gesprochen. Er hat mir für 1 US-Dollar heute 2462 kolumbianische Pesos angeboten. Der normale, also noch schlechtere Kurs wäre 2455 gewesen. Ich habe seinen besseren Kurs akzeptiert. Das wurde dann am Telefon als Wechselkursgeschäft aufgezeichnet. (Auch ich habe zu meiner eigenen Sicherheit unser Gespräch mitgeschnitten.)
Man hat etliche Tage Zeit, um den Kurs auszuhandeln. Soweit ich weiß, 30 Tage. Wenn bis dahin nichts passiert ist, wird das Geld automatisch zurück nach Deutschland geschickt. Man kann also durch Warten auf einen steigenden Pesos-Kurs bzw. einen fallenden US-Dollar-Kurs wetten. Aber ich habe keine Nerven für so etwas und habe am ersten möglichen Tag sofort den angebotenen Kurs (tasa) akzeptiert. Das hat mich ungefähr 0,55% der Überweisungssumme gekostet. (Hinzu kommen noch die Überweisungsgebühren meiner deutschen Bank, die knapp 0,2% der Gesamtsumme berechnet hat.)

5. Vorlage von Formularen und Dokumenten in der Bankfiliale (in meinem Fall Bancolombia)

Die Abteilung „comercio internacional“ (Tel. (1)2326520) sagt einem, sobald das Geld eingetroffen, ist, welche Formulare man ausfüllen muss, um das Geld zu deklarieren. Die Mitarbeiterin wollte von mir wissen, wofür ich das Geld überwiesen habe. Ich habe ehrlich gesagt, dass es für einen Wohnungskauf bestimmt ist. Daraufhin hat sie mir gesagt, ich solle folgende zwei Bancolombia-Dokumente ausfüllen:

- Declaración de Cambio por Servicios, Transferencias y otros Conceptos: Formulario 5
- Solicitud de negociación de transferencia o cheque - compra por parte de Bancolombia

Hinweis: Ich habe mich bei einer befreundeten Mitarbeiterin der kolumbianischen Steuerbehörde erkundigt. Sie arbeitet in der Abteilung Steuerfahndung. Sie hat, auch nach Absprache mit ihren Mitarbeitern, bestätigt, dass ich nicht, wie hier in diesem Forum schon behauptet, den Kauf meiner Wohnung als Immobilieninvestition deklarieren muss. Die Deklarierung der Überweisung über die beiden oben genannten Formulare würden ja schon belegen, woher das Geld stammt, dass ich es also nicht in Kolumbien verdient habe. Insofern bestehe keinerlei Gefahr, dass später, bei einem möglichen Verkauf meiner Wohnung, die Finanzbehörden behaupten, das Geld sei in Kolumbien erwirtschaftet worden.

Ich habe beide Dokumente in meiner Bancolombia-Filiale in der calle 53 erhalten. Allerdings konnte/wollte mir da niemand beim Ausfüllen helfen. Stattdessen hat mir eine Mitarbeiterin ein Telefon gegeben, mit dem ich dann wieder beim „comercio internacional“ anrufen sollte. Dort hat nir dann eine freundliche Mitarbeiterin Schritt für Schritt beim Ausfüllen der beiden Dokumente geholfen. Allerdings konnte ich sie kaum verstehen, da eine Putzfrau direkt neben mir die Tastatur eines Arbeitsplatzes gereinigt hat und es überhaupt sehr laut in der Filiale war und der Lautsprecher des Telefons sehr leise eingestellt war. Auch habe ich mich nicht wohl dabei gefühlt, die hohe US-Dollar-Summe mehrfach laut, für alle Umstehenden gut hörbar, durchsagen zu müssen.
Daher empfehle ich dringend, sich die Formulare auf der Internet-Seite von Bancolombia herunterzuladen (oder in einer Filiale abzuholen) und sie dann ZU HAUSE mit der Hilfe einer Mitarbeiterin vom „comercio internacional“ auszufüllen. Da hört dann keiner mit ...

Das Ausfüllen mit Hilfe der Mitarbeiterin hat ca. fünf Minuten gedauert. Danach habe ich die beiden Formulare der Filialleiterin gegeben. Außerdem folgende Dokumente, die ich minutiös gesammelt/vorbereitet hatte, um nahezulegen, dass mein Geld aus sauberen Quellen stammt:

- Anschreiben an Bancolombia, das meine ganzen Daten inkl. Kontonummer, Cédula, Telefon, Anschrift etc. enthält, außerdem die transferierte Summe nennt und den ausgehandelten Wechselkurs und eine Auflistung der beiliegenden Dokumente
- Bestätigung meiner deutschen Bank, dass ich seit zehn Jahren ein Girokonto bei ihr habe und außerdem ein US-Währungskonto, mit Nennung der jeweiligen Kontonummern (auf Deutsch und in beglaubigter spanischer Übersetzung)
- Kopien der Jahreshonorarbescheinigungen meiner Arbeitgeber (ich bin freiberuflich) der letzten drei Jahre
- Dokumente zu sonstigen großen Geldeingängen auf meinem deutschen Konto (Kreditvertrags für den Wohnungskauf, aufgelöste Kapitallebensversicherung, aufgelöste Rentenversicherung; jeweils auf deutsch und in beglaubigter spanischer Übersetzung)
- Kopien der Kontoauszüge des Gesamtjahres 2014 und der bereits vergangenen Monate des Jahres 2015
- Kopie des „contrato promessa de compraventa de vivienda urbana“ (die zu kaufende Wohnung betreffend)

All dieses Dokumente inkl. der ausgefüllten zwei Formulare habe ich dann der Filialleiterin in die Hand gegeben. Das war um 12.45 Uhr heute Mittag. Sie hat dann mein Anschreiben, die beiden ausgefüllten Formulare, das Schreiben meiner Bank dazu, dass ich schon 10 Jahre Kunde bin, und einen einzigen Jahreshonorarnachweis meines Hauptarbeitgebers (aus dem Jahr 2012) an die Abteilung „comercio internacional“ gefaxt. Diese Seiten und alle anderen der ca. 180 Seiten umfassenden Dokumentation hat sie dann für den späteren Versand zum „comercio internacional“ bereit gelegt.
Sie hat die ersten Seiten deshalb schnell gefaxt, weil die Abteilung „comercio internacional“ nur bis 13 Uhr neue Fälle bearbeitet. Nach 13 Uhr eintreffende Fälle werden frühstens am nächsten Werktag bearbeitet bzw. das entsprechende Geld dem Konto gutgeschrieben.

In meinem Fall wurde das Geld tatsächlich noch heute, am selben Tag, meinem Konto gutgeschrieben, mit dem korrekten, ebenfalls heute ausgehandelten Wechselkurs. Das hätte ich nicht erwartet. Da die Abteilung „comercio internacional“ ja bisher nur die ersten Papiere meiner Dokumentation erhalten hat, nämlich jene gefaxten Blätter, vermute ich, dass meine Vorarbeit viel zu minutiös und übertrieben war. Aber ich wollte halt kein Risiko eingehen und lückenlos meine (größeren) Geldeingänge dokumentieren. Ich wollte dieses ganze lästige Thema der Auslandsüberweisung schnell hinter mich bringen.

---------------------

Fazit

Zeitlicher Gesamtaufwand für mich, Kontoeröffnung, Sammlung der Papiere für die Dokumentation, Telefonanrufe beim „comercio internacional“, Filialgänge, Fahrten zum Übersetzter etc.: ca. drei volle Arbeitstage.

Gesamtkosten, für Bankgebühren, für beglaubigte Übersetzungen, Kopien etc.: ca. 2% der überwiesenen Summe.

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hoffnung_2013
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Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

Beitrag von hoffnung_2013 » 22. Apr 2015, 00:56

Vielen Dank für die ausführlich Schilderung.
Gruß
P.


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Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

Beitrag von scooby » 22. Apr 2015, 16:44

Sehr interessant, sehr detailliert, vielen Dank! Besonders schön, dass du auch auf praktische Schwierigkeiten wie die Enge in der Filiale hingewiesen hast.

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GKD
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Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

Beitrag von GKD » 22. Apr 2015, 17:42

Vielen Dank für den ausführlichen und guten Bericht. Sehr interessant.


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Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

Beitrag von iastob » 14. Mai 2015, 00:58

Noch eine Ergänzung zu meinem Bericht:

Wer eine größere Geldsumme aus Deutschland nach Kolumbien überweist, um dann eine Immobilie in Kolumbien zu kaufen und sie mit einem Scheck (cheque de gerencia) zu bezahlen, der sollte folgendes bedenken: Es gibt in Kolumbien eine Steuer namens GFM (Gravamen a los Movimientos Financieros).Sie liegt zur Zeit bei 4/1000 (in Worten: vier Tausendstel) des Betrags. Bei einem eingehenden Betrag von umgerechnet 80.000 Euro macht das immerhin 300 Euro aus. Diese Steuer wird auch fällig, wenn man sich einen Scheck (cheque de gerencia) ausstellen lässt. Das ist das übliche und auch für den Käufer einer Immobilie sicherste Verfahren, wenn man in Kolumbien eine Immobilie erwirbt. Ich wurde von dieser Steuer überrascht. Die Steuer gilt auch für cuentas corrientes. Für cuentas de ahorros nur dann, wenn sie eine gewisse Summe übersteigt. Details zur Steuer hier:

--> grupobancolombia.com/contenidoCentralizado/corporativo/formatospdf/textoGMF.pdf

Die Kosten muss man also noch zu den in meinem Bericht erwähnten Kosten dazurechnen.

Und zur Ausstellung eines "cheque de gerencia":

Am Bankschalter habe ich meine Cédula vorgelegt, außerdem eigene Kontaktdaten (Mobilfunknummer, Postanschrift etc.) und meine Kontonummer auf einem Formular, das mir gereicht wurde, angegeben, dann noch den Namen des Empfängers (in meinem Fall eine Gesellschaft, dann muss man auch noch die NIT angeben; bei Privatpersonen Name und Cédula-Nummer) und schließlich den Zweck der Scheckausstellung (in meinem Fall: Kauf einer Wohnung). Ganz zum Schluss habe ich meine Bancolombia-Karte in das Lesegerät gesteckt und die auf den Scheck zu buchende Summe per PIN-Eingabe bestätigt. Die Frau am Schalter hat sich sehr dämlich angestellt. Das ganze hat mindestens 40 Minuten gedauert. Sie ist noch, mit meiner Cédula in der Hand und dem ausgefüllten Formular, in die obere Etage gegangen, sicher, um beim Filialleiter das Okay einzuholen. Das war in der Filiale Galerías von Bancolombia (NICHT in der sehr nahen Filiale in der calle 53).

--------------------------

Zum Wohnungskauf selbst berichte ich dann in der entsprechenden Kategorie, wenn alles abgeschlossen ist und die Wohnung auf meinen Namen registriert ist.
Zuletzt geändert von iastob am 14. Mai 2015, 01:04, insgesamt 1-mal geändert.


klt
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Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

Beitrag von klt » 16. Aug 2015, 23:15

Vielen Dank für den detaillierten Bericht. 2% Gesamtkosten sind recht gering.

Dürfte ich eine Frage zum Wechelkurs stellen ?

Sie schreiben
Er hat mir für 1 US-Dollar heute 2462 kolumbianische Pesos angeboten. Der normale, also noch schlechtere Kurs wäre 2455 gewesen.
Der Beitrag ist vom 22. Apr 2015, 00:01 deutscher Zeit. Meinst Du mit heute den 21. oder den 22. April ?

Tasa de cambio representativa del mercado (TRM) por un dólar de los Estados Unidos
  • 21 Abril: $2.487,07
  • 22 Abril: $2.469,03
  • 23 Abril: $2.488,50
--> banrep.gov.co/es/trm

Ggf. müsste man wegen des Wechselkurses mit 3% Gesamtkosten rechnen, was aber immer noch gut. Allerdings müsste man noch den Kurs EUR/USD berücksichtigen.

Hebt man mit der SparCard der deutschen Postbank am Geldautomaten in Kolumbien ab, so zahlt man zwar keine Gebühren, doch habe ich nur 92% der Pesos erhalten, im Vergleich zu den beiden Referenzkursen:
  • USD/COP: --> banrep.gov.co/es/trm
  • EUR/USD: --> ecb.europa.eu/stats/exchange/eurofxref/html/index.en.html
Nun gut, 100% wird man nie erhalten, denn die Banken müssen und wollen etwas verdienen. Doch häufigen wollen sie mehr als sie müssen.


Don-Pedrinio
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Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

Beitrag von Don-Pedrinio » 24. Sep 2015, 22:21

ich möchte mich hier auch ganz herzlich bei iastob bedanken.

ich habe diesen Sommer genau wie er es beschrieben hat eine grössere Summe auf mein Konto bei Bancolombia überwiesen.
dazu flog ich im Juli extra nach Kolumbien um mein Geld zu deklarieren. meine 10 Tage Aufenthalt reichten dazu allerdings nicht aus, frustriert musste ich wieder abreisen. dann verlangten sie immer mehr Papiere, bis ich mich weigerte noch weitere persönliche Unterlagen zu senden.
dann passierte lange nichts mehr bis meine Vertrauensperson mir aus Kolumbien schrieb und nochmals Bankauszüge von 2015 verlangte.

3 Tage später schrieb mir diese Person, dass das Geld angenommen sei und bereits in Pesos umgewandelt.

ich habe das Geld am 3. Juli abgeschickt (bei einem Wechselkurs von 2609), in der Hoffnung zu jenen für mich damals super Konditionen wechseln zu können.
als dann der Dollar ständig noch mehr stieg war es mir egal, ob mein Geld zurück käme oder nicht. letztlich haben sie mir das Geld dann genau nach 60 Tagen in Pesos gewechselt.
im Nachhinein muss ich annehmen dass verschiedene Unterlagen die ich geschickt habe eher überflüssig waren, diese Sch... Bank nur mehr über mich wissen wollte. gewechselt habe ich letztlich bei 3070. und die mir gesandten Belege ergeben 3% Kosten der überwiesenen Summe.

ohne diesen super Beschrieb von iastob ich meinen Transver kaum hätte tätigen können. nochmals besten Dank.


vegas
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Großer Geldtransfer von Deutschland nach Kolumbien. Wie?

Beitrag von vegas » 10. Apr 2016, 10:48

Ich nehme das Geld immer Cash in Dollar mit und zahl es dann bar auf der Bank ein. Beim einreisen (mehr als 10'000 Dollar) muss es sowiso deklariert werden, dann hat man vom Zoll den Beleg, den Bezugsbeleg deiner Bank und die Deklaration Ausreise aus der EU, somit kein Problem beim Einzahlen in Kolumbien. Letzten März mit 100000 Dollar eingereist. Und die Scheiss Banken gucken in die Röhre.