Eine Liebe im letzten Drittel des Lebens

Der Name sagt es: Beziehungsgeschichten die Ihr uns erzählen wollt und zu denen Ihr eventuell Rat sucht.
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spitfire88
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Eine Liebe im letzten Drittel des Lebens

Beitragvon spitfire88 » 6. Jun 2018, 09:39

Beitrag von spitfire88 » 6. Jun 2018, 09:39

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Ich habe nicht alles hier gelesen, greife aber einmal das Thema des Einbürgerungsrechtes ("Und unser Einbürgerungsrecht ist eine Katastrophe. Sie könnte 180 Tage bleiben und müsste dann zurück") auf. Das ist in Kolumbien und auch in vielen Teilen der Welt nicht anders. Ohne dass du heiratest oder einen eheähnlichen Status eingehst, müsstest du auch nach 90 Tagen (?) wieder das Land verlassen.

p.s. Muss man in DE nicht schon nach 90 Tagen das Land bzw. die EU verlassen?


Gordi_K
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Eine Liebe im letzten Drittel des Lebens

Beitragvon Gordi_K » 6. Jun 2018, 10:17

Beitrag von Gordi_K » 6. Jun 2018, 10:17

Hallo jdh!

Schau, eine Beziehung ist nur ein Teil des Lebens.

Was mich wirklich wundert - warum machst du dir die Gedanken darüber, dass du ein gutes Leben in DE aufgibst und nach Kolumbien gehst? Ist es nur deswegen, da sie heiraten will - oder kannst du ohne die Frau deines Herzens nicht leben? Das ist die grundlegende Frage. Ich fühle - du hast diese gedanken nur wegen der Forderung deiner lieben Novia...

Ich persönlich wäre in Kolumbien nicht glücklicher als in Europa. Bin aber bereit, dorthin zu gehen falls nötig - da nach zwei Jahren in der Beziehung ich sagen kann, dass meine Freundin eine Frau ist, die man nicht so einfach auf jeder Ecke findet. Jetzt kann ich aber wegen meiner Tochter nicht nach Kolumbien umziehen - und es kann passieren, dass meine Novia in November zurück nach Kolumbien muss. Dann werden wir halt weiter in der Fernbeziehung bleiben und uns ein Paar mal pro Jahr sehen, bis sie Arbeit/Sprachstudium in Europa beginnt. Klar sind wir nicht froh, dass wir nicht gemeinsam sein können - aber es geht halt nicht anders und sie schätzt, dass ich meine Tochter liebe (auch sie ist eine Tochter von ihrem Papa - und kann sich vorstellen, wie sie sich fühlen würde, wenn sie den Papa wegen einer Frau verlieren würde).

Auf deiner Stelle würde ich deiner Novia das Gleiche sagen, was du uns da geschrieben hast. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann bist du relativ zeitlich flexibel - also 4 mal im Jahr nach Kolumbien zu fliegen sollte zeitlich kein Problem sein, die ein Paar Tausender kannst du sicher auch opfern. Sie kann dich ein Paar mal in Europa besuchen - und es wird sich zeigen, ob sie wirklich die richtige ist, wie schnell du spanisch lernen kannst, wirst Kolumbien besser kennenlernen etc. Wenn sie vernünftig ist, wird sie es verstehen - genau so wie du verstehst, dass sie ihre zwei Söhne nicht so einfach in Kolumbien lassen kann. Ich persönlich habe meine Novia in den letzten 2 Jahren oft vermisst - aber wir sind trotzdem in einer Fernbeziehung glücklich - vielleicht wird es bei euch auch der Fall sein.

Lange rede kurzer Sinn. Ich persönlich könnte keine Frau lieben, die mir zur Hochzeit zwingt. Dass sie dir "Ultimatum" stellt finde ich komisch - ja, Kolumbianer sind nicht in allem den Deutschen gleich, aber es ist nicht normal, dass eine fünfzigjährige Dame den Mann zur Hochzeit zwingt. Der Tico mag recht haben, dass es sich auszahlt, ein erfolgreiches Leben in DE hinzuschmeißen und für ein Leben "im Hintergrund" mit deiner Liebe in Kolumbien auszutauschen. Statistisch belegtes Faktum ist, dass die Liebe schnell weg sein kann (sein wird) - und es ist umso wahrscheinlicher, da ihr euch nicht wirklich gut kennt. Ich sehe die Gefahr, dass du nach 2, 3 Jahren weder die Liebe noch das erfolgreiches Leben in DE hast, als sehr hoch. Und mit 65 Jahren wirst du vielleicht nicht mehr die Energie haben, in DE von Null anzufangen.

Aber was ich echt nicht verstehe - gibt es in DE keine 50 jährige fesche geschieden Frauen, die einen Mann wie du suchen? Würde mich wunder, wenn es in "deiner" Stadt nicht einige (viele) solche Damen gäbe - vielleicht siehst du sie nicht... Für mich bist du sehr sehr sympathischer Kerl - und für viele Damen bist du sicher attraktiv.


tico
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Eine Liebe im letzten Drittel des Lebens

Beitragvon tico » 7. Jun 2018, 18:32

Beitrag von tico » 7. Jun 2018, 18:32

Ein Zitat von Gordi> "Und mit 65 Jahren wirst du vielleicht nicht mehr die Energie haben, in DE von Null anzufangen"

Mensch Gordi, ich habe mit 70 (!) alles hingeschmissen, Apartement, Moebel, an Heimes statt und bin auf Aruba und hab hier meine zukuenftige kolumbianische Frau. Das Alter sagt nichts. Der Wille ist alles.

Gordi_K hat etwas sehr kluges geschrieben und ich sehe es eigentlich auch so.
Liebe fordert nicht. Liebe gibt.
Es ist keine Phrase.

Aber wenn jdh doch nach Kolumbien geht (ich werde so in 3 Monaten folgen und bin zur Zeit auf Aruba) dann sollte er den Schwerpunkt auf die Liebe legen und nicht auf den Zaster den er verlieren kann .
Maenner in unserem Alter wollen es halt nochmal wissen. Sollen sie auch ! Dafuer sind wir Maenner. Es war schon seit Jahrmillionen so> Der Mann steigt ins Boot und rudert davon und die Frau steht am Ufer und weint ihm nach.In diesem Fall gibt es nicht mal eine Frau die Nachweint.
Na dann mach es. Sag ihr klipp und klar: Ich liebe dich aber lass es uns erst fuer 2/3 Monate ausprobieren ob wir auch miteinander koennen.
Wenn sie vernuenftig ist sieht sie es auch so.
Im anderen Fall ....wer weiss schon wie Frauen denken....
ich versuchs seit 71 jahren zu lernen. Sinnlos.
Doch, eines, Frauen wollen eines, Recht haben.

Suerte!! Para todos.


Gordi_K
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Eine Liebe im letzten Drittel des Lebens

Beitragvon Gordi_K » 8. Jun 2018, 09:39

Beitrag von Gordi_K » 8. Jun 2018, 09:39

Tico, ich habe deine Lebensgeschichte gelesen - Hut ab! Hast echt ein spannendes Leben gehabt.

Aber wir leben hier über jdh. Dich hat die Geschichte von Costa Rica fasziniert und hast als Reiseführer gearbeitet. Auch ich besuche sehr gerne im Urlaub Museen - aber als Reiseführer könnte ich nicht arbeiten. Mir gefällt es etwas aufzubauen, etwas erreichen. Nicht nur wegen Geld - aber genau deswegen, was du beschreibst: Früher haben die Männer mit Fäusten gekämpft, heute kann man andere mit dem Kopf besiegen.

Und das ist der Punkt. Beim jdh geht es nicht nur um Apartement und Moebel. Da kann man sogar mit Verkauf noch verdienen und nach 3 Jahren vielleicht was ähliches in DE wieder billiger kaufen. Mit etwas Geschick kann man eigentlich nicht verlieren bei Immobilien.Aber -bei ihm geht es darum, ist er eher wie du oder wie ich? Es geht darum, eine Firma aufzugeben - da, wie er richtig schreibt, sie ist höchstwahrscheinlich unverkaufbar, daher wird sie für immer futsch sein. Es geht darum, was er in der Politik erreicht hat, aufzugeben, seine gemeinnützige Organisation zu verlassen. Da wird keiner Jahre warten, ob/bis er wieder nach DE kommt. Bürgermeister wird gewählt, fertig - die Möglichkeit, Bürgermeister zu werden, hat er für immer verloren. Wenn es bei ihm hieße "habe 5 Jahre im Ausland gelebt, ich liebe Reisen und neue Länder zu entdecken, habe die halbe Welt durchgereist und möchte jetzt in Kolumbien leben" wäre es was anderes. Bei ihm hießt es aber (klar, absichtlich übertrieben) - "eigentlich freut mich, was ich hier in DE erreicht habe, möchte noch vieles erreichen - jetzt stellt sich die Frage, ob ich wegen Liebe zu ersten Mal in meinem Leben im Ausland leben soll - noch dazu in einem Land, wo ich mich nicht so leicht realisieren kann, hinter Stacheldraht mit einer Frau, die Hochzeit verlangt."

Wenn ich jemanden liebe, kann ich doch von ihm nicht etwas verlangen, was ihm verletzt, verunsichert, wehtut. Wenn meine Novia mit mir in Europa wäre, aber sie deswegen unglücklich wäre, dann hätte ich schlechtes gewissen und wäre trauriger als sie - da ich sie liebe und ihr Schmerz ist mein Schmerz. Deswegen finde ich so komisch, dass jemand sagt "ich liebe dich, daher schmeiß alles, was du liebst weg und sei nur mir mir - es muss dir zum Glück reichen, dass du mit mir bist".

Ich bin keine Frau - muss also in diesem Punkt nicht Recht haben. Noch dazu habt ihr viel mehr Lebenserfahrung als ich. Ich sage nur, was ICH fühle und wie ICH es sehe. Entscheiden muss sich jeder für sich selbst - da er auch letztendlich die Folgen der Entscheidung tragen wird.


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Eine Liebe im letzten Drittel des Lebens

Beitragvon tico » 11. Jun 2018, 21:30

Beitrag von tico » 11. Jun 2018, 21:30

Es gibt einen absoluten grundsatz in der liebe.

Ich bin gluecklich wenn du gluecklich bist.

Zu diesem grundsatz passt nicht den partner zu irgendwas in welcher form und mit welchen argumenten auch immer zu irgendwas zwingen zu wollen.
Ich verstehe die argumentation, etwa jene des buergermeisters. Es ist aber ein argument der macht.
Die frage ist ja welchen weg jdh gehen moechte.
Weiterhin den alten - oder den grossen umbruch wagen. Ja, auch auf die gefahr hin zu scheitern.
Daher scheint mir wichtig zu sein ob er sich der liebe sicher ist.
Der eigenen und jene der frau.
Du sagst es richtig: das kann nur er entscheiden.


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Eine Liebe im letzten Drittel des Lebens

Beitragvon jdh57 » 11. Jun 2018, 23:36

Beitrag von jdh57 » 11. Jun 2018, 23:36

Liebe Kollegen,
ich sehe wie kontrovers die Diskusion hier geführt wird. Ja ihr habt Recht, die Entscheidung muß ich ganz alleine treffen.
Es wird die schwerste meines Lebens. Ich fliege am Mittwoch und wir beide können es kaum erwarten uns in die Arme zu nehmen.
Wir haben seit kurzem Skype. Ich habe schon so viel gelacht was da der Übersetzer alles sagt das glaubt ihr nicht. Aber eine Sache muß ich euch
doch berichten, weil sie für mich unglaublich war. Bei skype Video sehen wir uns ja und sie liegt auf dem Bett. Ich sage zu ihr Schatz was machst du warum stehst du nicht auf du bewegst dich überhaupt nicht. Da zeigt sie mir ein Kältekissen ( solche Kälte Accus wie wir sie auch hier in Deutschland haben ) es liegt auf ihrem Po. Ich sage was machst du mit dem Accu auf deinem Po ? Sie antwortet damit strafft sie ihren Po, wenn ich komme damit ich nicht sagen kann sie hätte mit 52 einen " Hänge-Po "
Ich habe mich vor lachen kaum wieder einbekommen. Nur sie galubt das auch noch. Glaubt mir,
ich kenne den Po, der ist bueno und wenn einer einen hänge Po hat dann ich. Aber ich käme nie auf den Gedanken mir für sie mit Kühl Accus meinen Po straffer machen zu wollen. Ungalublich.....Das sind so die Momente wo ich sage für mich innerlich und ganz leise,... ja sie hätte es verdient das ich dieses Risiko ein gehe. Das ist keine Fassade sie hätte es verdient auf den Oberbürgermeister zu verzichten, obwohl es die Krönung meiner politischen Laufbahn gewesen wäre. Ich würde euch gern ein Bild einstellen, aber es klappt nicht weil es zu groß ist und ich weiß nicht wie man es kleiner macht. Dann hättet ihr ein Gesicht zu diesem Tweet. Ich danke euch allen für eure Ratschläge und Hinweise. Ich werde euch berichten wenn ich zurück bin.
Auch ob der Po straffer geworden ist ( ha ha ha welch ein Unsinn ) Seid alle herzlich gegrüßt von Jürgen SALUDOS


Wie du Bilder in einen Beitrag einfügst wurde => hier schon einmal erwähnt. Oswaldo


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Eine Liebe im letzten Drittel des Leben

Beitragvon tico » 11. Jun 2018, 23:50

Beitrag von tico » 11. Jun 2018, 23:50

S U E R T E !!!💕🖒🖒🖒


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Eine Liebe im letzten Drittel des Lebens

Beitragvon Don-Pedrinio » 12. Jun 2018, 01:13

Beitrag von Don-Pedrinio » 12. Jun 2018, 01:13

@jhd, mir ist schon X-fach Text verloren gegangen. bis ich davon genug hatte und seither die meisten meiner Texte auf Words vorschreibe und dann in ein Mail, oder Messenger, oder damals auf einen Textübersetzer oder auf so eine Plattform kopiere. erspart dir viel Verdruss und Zeit. Grosse Teile deiner Lebensgeschichte mit Beruf und Haus usw. in der Heimat könnte auch die meine eigene Geschichte sein (ausser Kinder und Enkel).
- - - - - - - - -
ER WIRD SCHEITERN!!!
@alle:
nehmt nicht eure eigene Lebensgeschichte, wie ihr dies und jenes gemeistert habt. Nehmt seine eigene und durchleuchtet jenes was zwischen seinen Zeilen steht. lasst dabei das Thema Partnerin bei Seite.
Wohnen, Auto, Versicherung, usw. sind nur Detaile um vom eigentlichen Problem abweichen zu können. man nennt solches auch Selbstbetrug.

für mich resultiert dies=
Sein Leben mit Familie bis hin zum Enkel, Geschäft und Ehrenamtliche Dienste heisst in andern Worten = 130% ausgelastet. nicht immer Glücklich, genau darum ist er ja auch hier bei uns gelandet.
Irgendwer in seinem Bekanntenkreis hat ihm den Floh ins Ohr gesetzt wieder eine richtige Partnerin haben zu müssen.
wie auch immer er an eine Kolumbianerin gelangt ist, diese ihm wiederum ein anderes Leben widerspiegelt wie es auch hätte sein können. in seiner eigenen Lebensgeschichte kannte er diesen Lebensstil nicht mehr, oder wegen seinen vielen Mandaten hat er diesen über die letzten Jahre selbst verdrängt. jetzt gegen die Pension hin holt ihn die Einsamkeit ein und just in diesem Moment lernt er eine neue Kultur kennen wo so manches komplett anders ist.
was tut so ein Mensch der sich in DE in den Dienst dritter stellt dann in Kolumbien, wo er mind. 70% damit beschäftigt ist sich zu überlegen wie er eine Beschäftigung findet? scheitern. die eigene Unzufriedenheit mit der neuen unbekannten leere lässt jede Liebe scheitern. .Ehering hin oder her. ein Ehering könnte einer guten Entwicklung sogar noch schaden.
was ist denn so speziell an der Kultur von Kolumbien? warum bleibt so mancher in dieser hängen? oder wie im Fall von jhd der Mensch den Boden unter den Füssen verliert.
meine pers. Antwort dazu ist= die Offenheit, Herzlichkeit, Gastfreundschaftlichkeit und Hilfsbereitschaft der Kolumbianer macht es aus. manchmal sogar ihre unbeholfene Art sich nicht organisieren zu können was eigenes Leben und Zukunft angeht.

schon tot geglaubte Gefühle erwachen im Spätherbst des Lebens zu neuer Blüte. und viel viel Hoffnung.
Hoffnung auf was? Hoffnung auf Erfüllung jener Zeit des allein seins. jemand an der Seite haben der dir die Hand hält wenn du diese dringend brachst oder dich mit dieser auf gemeinsamen Wegen austauschst. die Kultur des Kolumbianers mit seiner Art und Wesen übertrifft diesen Wunsch um Längen. dadurch ist er jetzt in diese Krise gefallen und sieht im Moment keinen Ausweg.
der Ehering stellt ihm einen Termin dar, den er im Moment eigentlich noch gar nicht bereit ist einzugehen. da er sich mit sich selber noch nicht im einen ist.

heute hatte ich ein Gespräch mit meinem Bruder. ich war gerade ein paar Tage in Spanien und wurde regelrecht verpisst. das sind dann solche Momente wo ich mich extrem einsam und unglücklich fühle. projiziere ich dies in ein Kolumbien, so passiert mir dies nie. da kann ich Monatelang umher reisen und nie fühle ich mich Einsam.
auf die Frage warum, ist die Antwort relativ einfach. in Europa ist der Mensch sehr gerne Abstossend gegen Fremde. der Fremde muss sich das Vertrauen des Einheimischen erst verdienen und das dauert oft mehr als Tage.
der Kolumbianer ist diesbezüglich genau umgekehrt. ein Fremder ist (ausser in den Touristenhochburgen) stets herzlich willkommen und man ist ihm gegenüber offen (das Ehrlich lassen wir dann mal). jetzt hat der liebe jhd diese Kultur eingehaucht bekommen und stellt ihn vor das Problem was jetzt. sein pers. Hintergrund ist zu vielseitig um diesen einfach jenseits des Atlantik zu lassen. es ist zu viel aufgebaut dass sein Leben erfüllt. wer ein Europa bereit ist aufzugeben, der hat nie und nimmer ein solches Leben aufgebaut. hängt hier und da noch mit drin mit Arbeiten in seiner Freizeit. geschweige Familie die dich auch noch auf trab halten. was den jhd auch noch drücken könnte ist: was ist nach der Pensionierung. wie kriege ich das hin wenn ich nicht mehr arbeiten kann. "mmm eine Frau hält seine Hand, dann wird alles gut. gezeichnet. Gebrüder Grimm".

@jhd wie du schreibst bist du Maurermeister mit einem eigenen Betrieb. so müsste dir das Wort Gastarbeiter bekannt sein.
in meiner Heimat Schweiz habe ich viele Gastarbeiter kennen gelernt. sind als Jünglinge zu uns gekommen. haben hier geheiratet und deren Enkel kennen des Grossvaters Heimat nur von einem kurzen Urlaub dahin jährlich. ich habe in den letzten Jahren verschiedene solcher Gastarbeiter wieder getroffen. damals plärrten sie, dass sie dann nach der Pensionierung Heim gehen und nie wieder in die CH kommen. sie kommen alle zurück, denn in ihrer Heimat sind sie Fremde und in meiner Heimat haben ist alles was ihnen am nächsten am Herzen ist. beginnend mit ihrem eigenes Blut und dann irgendwelcher Beschäftigung oder treffen mit Freunden.
auch wenn ich komplett anders schreibe als alle andern meine Vorredner die dir zureden wollen. mein Rat wäre= Betrachte deine neue Liebe als weitere Lehre in deinem Leben. und lerne aus dieser heraus was für dein Leben wirklich am wichtigsten ist. alles was dich umgibt schenkt dir gegenwärtig ein erfülltes Leben. aber es ist voller Einsamkeit, erst recht mit dem was du mit der kolumbianischen Kultur kennen gelernt hast. mit allem drum herum, dein Geist sagt dir, dass du nicht einfach so dieses für eine Frau opfern kannst. dein Herz aber weint. hier suchst du Rat und im Gegensatz zu deiner Heimat findest du hier ein Zuraten. deine Heimat kennt dein Leben, der Rat hier basiert auf eigenen Empfindungen oder eigenen Erfahrungen.
schon 2 haben geschrieben, ich schliesse mich diesem Wunsch = lebe mit deiner neuen Liebe erst Mal mehrere Monate zusammen.
nicht wie es du machst ein paar wenige Wochen und dann erst noch Entdeckungsurlaub wo der Geist nachts verarbeiten muss was er am Tage gesehen und erlebt hat. da hat das „die Liebe selbst“ verarbeiten gar keinen Platz mehr in einem Hirn.
ich unterstütze jene Meinungen. denn erst Monate bringen dich in ein alltägliches Leben hinein mit Höhen und Tiefen. jene Tiefen musst du suchen und kennen lernen um mit deinem Herzen ins Reine zu kommen.
tust du es nicht, heiratest ohne denn Alltag zu kennen, ziehst nach Bogota, dann wirst du dort in eine totale Leere springen wo du kaum mehr einen Ausweg findest. viele greifen dann zur Flasche…. es ist dann nicht mehr ein bisschen San Andres und ein bisschen dies und ein bisschen das. es ist einfach nur aufstehen und den ganzen Tag suchen was du machen könntest.
allerdings wäre da was für dich. in Bogota wollen sie jetzt auch eine Metro bauen. da wärst du bis ans Lebensende beschäftigt mit Beton verpflastern.


es geht weder um ein Politisches Amt, noch Macht, noch um ein Geschäft dass er so oder so eher über kurz als lang aufgeben muss. Detaile wie Möbel Wohnung, Auto und fahren lernen usw. weg stecken. vergessen. hat nichts mit der Sache zu tun. es geht darum dass er ein Leben aufgeben würde, dass ihn mit Pflichten tagtäglich voll erfüllt. was wiegt schwerer für ihn. seine Einsamkeit der mangelnden liebe wegen oder das ansonsten ausgefüllte Leben. in eine Zukunft blicken für einen Menschen der nach wie vor voller Tatendrang ist (schreibt er selber), würde ihn ein Leben in Bogota in eine neue und viel viel grössere Einsamkeit stürzen. jene des nicht wissen wie es nur endlich Abend wird.