Einleben in der Schweiz

Der Name sagt es: Beziehungsgeschichten die Ihr uns erzählen wollt und zu denen Ihr eventuell Rat sucht.
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crista
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Einleben in der Schweiz

Beitrag von crista » 3. Okt 2019, 15:04

Hallo zusammen :fel:

Melde mich nach langer Zeit auch wieder mal und hoffe das Ihr mir vielleicht ein paar Tipps habt oder Erfahrungen mit mir teilen könnt.

Ich und mein Partner haben uns nach relativ kurzer Zeit, 6 Monaten für den Schritt in die Ehe entschieden, dies natürlich auch aus dem Grund damit er dauerhaft hier in der Schweiz bleiben kann, obwohl das nie seine Intention war. Er kamm eigentlich als Tourist hierher für 3 Monate und wollte dan wieder zurück.

Nun leben wir seit etwas mehr als einem Jahr zusammen hier und ihm fällt das einleben sehr schwer.
Eine Zeit lang hatte er eine Art "Depression" in der er kein Bock auf nichts hatte, weder hier zu sein noch mehr zu arbeiten noch nach Kolumbien zu gehen. Von seiner Familie hat er sich sehr isoliert, ruft sie höchstens 1-2 mal im Monat an, wenn überhaupt. Die Sprachkenntnisse sind noch nicht vorhanden (Deutsch und Französisch sind die Optionen), er wählt Französisch da "einfacher" mit Spanischkenntnissen, macht aber keine Anstalten einen Kurs zu besuchen, einen Skypekurs mit spanischsprechender Lehrerin den ich rausgesucht habe, oder den Gratis Sprachkurs der Spanisch-Katholischen Kirche einmal pro Woche zu besuchen.
Arbeiten tut er ca. 30% - 40% im Supermarkt meines Vaters. Und zu Hause macht er nicht wirklich viel, auch kochen machen wir zusammen obwohl ich eine ca. 60 Stunden Woche immer habe.

Ihr hört meinen Unterton evt. etwas raus :oops: aber ich bin etwas enttäuscht und ratlos warum von seiner Seite aus nicht mehr Initiative in allen Aspekten kommt.
Und weiss auch nicht wie ich Ihn noch ermuntern könnte, habe schon sehr vieles ausprobiert.

Evt. habt Ihr Anregungen oder Erfahrungen.

Danke euch und Saludos :bye:


desertfox
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Einleben in der Schweiz

Beitrag von desertfox » 3. Okt 2019, 15:35

Ohne Dir oder Deinem Mann zu Nahe rücken zu wollen, kommt mir vor wie der Latino Macho ...

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Einleben in der Schweiz

Beitrag von schweizer » 3. Okt 2019, 15:56

Wo kein Wille ist, da ist auch kein Weg.

So schnell zu heiraten, war bestimmt der erste Fehler. Mach jetzt nicht noch mehr. Setzte ihn vor vollendete Tatsachen. Scheidung und er zurück nach Kolumbien. Das Leben ist kein Wunschkonzert.

Denke an dich, an deine Zukunft, an dein Leben ... er denkt ja auch nur an sich.

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crista
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Einleben in der Schweiz

Beitrag von crista » 3. Okt 2019, 16:26

Hallo zusammen

Ich weiss, dass das jetzt doff klingt, aber ich schrecke noch vor diesem Schritt zurück, da wir menschlich eigentlich gut harmonieren. Er ist sehr fürsorglich, lieb und aufmerksam, etwas was ich in anderen Beziehungen nie hatte und deshalb wahrscheinlich etwas daran hänge. Aber wie man so sagt, nur von Luft und Liebe lebt man nicht ...

Ich würde einfach gern mehr Integrationswille sehen ....

Danke euch :)


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Einleben in der Schweiz

Beitrag von John Extra » 3. Okt 2019, 17:12

Ich wurde sagen in so einer Situation hilft nur das Gespraech, reden, Klartext, offen und ehrlich ueber die Situation, erklaere Ihm was es fuer Moeglichkeiten gibt und was die Konsequenzen sind wenn er nichts macht und sich nicht angagiert.
So wie Du es jetzt schreibst hat Eure Beziehung glaube ich keine Zukunft.......leider.

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Ernesto
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Einleben in der Schweiz

Beitrag von Ernesto » 3. Okt 2019, 22:44

Die Hoffnung stirbt zuletzt, nur wer sich nach einem Jahr noch nicht an die neue Umgebung anpasst der kann oder will es einfach nicht. Mache es wie @John Extra sagt. Viel Glück ;-) Und immer daran denken, besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.


Gordi_K
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Einleben in der Schweiz

Beitrag von Gordi_K » 4. Okt 2019, 10:10

Hallo, egal, welche Fehler ihr bis jetzt gemacht habt - hier ein Paar Tipps.

Rosabrille ablegen und die Situation in deiner Umgebung kritisch hinterfragen. Hat dein Freund objektiv gesehen eine Chance, in absehbarer Zeit einen Job zu bekommen - gibt es in deiner Umgebung Stellen, wo nur EN/ES verlangt wird? Hat er überhaupt die verlangte Qualifikation? Weiß er, wie viel er realistischer Weise verdienen kann? Gibt es in eurer Nähe eine Latino-Community? Wenn ja - habt ihr dort schon gemeinsame spanischsprechende Freunde? Die Liebe ist nicht alles - man braucht auch Freunde und Arbeit, um glücklich zu sein. Und nicht nur für die Machos ist es frustrierend festzustellen, dass sie jahrelang nur unqualifizierte Jobs ausführen werden und dass sie nie so viel wie ihre Frau verdienen werden...

Aus welchen Verhältnissen kommt dein Freund? Einige Kolumbianer haben in Europa oder USA studiert, immer mehr Kolumbianer machen Urlaub in Europa/USA- es gibt jedoch sehr viele, die ihr Departamento nie verlassen haben. Hat er Erfahrung damit, im Ausland zu leben und statt Arepas unser Brot essen zu müssen? Viele Leute beginnen mit der Zeit die Heimat zu vermissen... Und viele Kolumbianer denken, dass "jeder in Wien viel Geld hat, da alle in schwarzen Mercedes (eigentlich sind das Taxis...) herumfahren". Das war bitte eine Aussage einer ca. 30 Jährigen Uni-Absolventin, die nach Headquarter in Wien für eine Woche eingeladen wurde... Also - auch kluge Mensche können komplett falsche Vorstellungen über das Leben in Europa haben.

Es hilft sehr viel, über die gemeinsame Zukunft zu sprechen. Nach den ersten Missverständnissen werdet ihr hoffentlich darüber sprechen können, was du von ihm erwartest - und was erwartet er von dir. Und bitte dann kritisch beobachten, ob er für die Erfüllung seiner Pläne auch was aktiv macht. Auf Sprachstudium und aktiver Arbeitsuche würde ich kompromislos bestehen - es gibt zumindest in Wien mönatlich einige Anzeigen für Kindermädchen, Reiseführer, Fahrer etc nur mit Spanischkenntnissen... Auch ohne Deutsch kann man hier was sinnvolles machen.

Die Beziehung zwei Leute aus unterschiedlicher Kontinente ist kompliziert genug, auch wenn sich die zwei sehr gut verstehen. Wenn du bereits jetzt Bedenken hast, dann bitte nicht Schwanger werden - und falls es sich nicht bessert rechtzeitig die Beziehung beenden. Im ersten Jahr sollte man noch verliebt sein und den Kopf voll von Träumen haben... Falls du schon jetzt skeptisch bist, dann bitte nicht vergessen, dass in 5 Jahren der jetziger Ehemann auch Vater deiner Kinder sein kann und dann hätte die Trennung wirklich schwerwiegenden Folgen für dich und deiner Kinder gehabt (falls er nach Kolumbien zurück gehen sollte...).

Hoffe mein Beitrag ist nicht zu pessimistisch... Ich kann mir gut vorstellen, dass dein Freund nie länger ausßerhalb von Kolumbien gelebt hat und daher gedacht hat, dass er in einem Jahr in der Schweiz im nagelneuen BMW herumfahren wird und zu Milionär wird- und jetzt hat er festgestellt, dass er nie wirklich gut verdienen wird und - noch schlimmer - dass er immer weniger als seine Frau verdienen wird, dass man die Sprache erst in 2-3 Jahren gut beherrscht, dass die Familie in Kolumbien von ihm Geld will, das er nicht hat und dass er eigentlich komplett von dir abhängig ist... Wie gesagt - da hilft nur offen über die Zukunft zu reden, vielleicht ist er genauso unglücklich wie du...

Viel Glück!
Zuletzt geändert von Gordi_K am 4. Okt 2019, 10:36, insgesamt 1-mal geändert.

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Einleben in der Schweiz

Beitrag von crista » 4. Okt 2019, 10:34

Hallo

Erstmals danke für eure Antworten.

Er war in Kolumbien in der Fuerza Aerea (Bogota) ... danach wieder zu Hause (Cali) und als Montallantas gearbeitet, also keine Erfahrung mit Auslandreisen oder ähnlichem. Das man Heimweh hat verstehe ich total, jedoch sollte das doch dann nicht Motivation sein sich einzufügen um dann noch öfters nach COL reisen zu können? Wir haben auch davon gesprochen nach COL zu ziehen, das möchte er aber nicht.

Also bezüglich Job hätte er die Möglichkeit mehr im Supermarkt zu arbeiten, Motivation aber nicht sichtbar. Ich habe Ihn mehrmals darauf angesprochen aber es kommen immer Ausreden. Mit Sprachkenntnissen wäre es noch einfacher mehr zu arbeiten, da sich dann auch im Supermarkt, mehr Einsatzmöglichkeiten bieten. Wie gesagt wir brauchen immer Personal, aber wer nicht will ...

Arbeit ohne Deutsch oder Französischkenntnisse sind hier praktisch nicht vorhanden.

Wegen der Latino Community, die gibt es hier, wir waren da bei ein paar Events etc. dabei, auch z.B. ein dominikanischer Barber, wo er evt. arbeiten könnte, weil er frisieren kann, aber wenn ich vorschlage zu gehen oder wegen Job zu fragen verneint er immer, er möchte nicht, keine Lust, etc.

Wir haben schon öfters über die Zukunft gesprochen, inkl. Kinderthema etc. und sind uns da eigentlich einig. Er möchte gerne etwas sparen und dann Mietwohnungen kaufen und irgendwann mal ein kleines Geschäft damit wir davon dann leben können und ich nicht mehr so viel arbeiten muss. Also das alles dann in COL, leben in COL würde er schon, aber nur wenn die Voraussetzungen stimmen. Plan klingt toll, nur ohne Sprache und mehr Arbeit wie will man da was sparen?
Auch das Sprachstudium und die Arbeitssuche so wie die Mithilfe zu Hause haben wir schon mehrmals angesprochen, aber es kommen immer Versprechungen aber keine Taten.

Ihr seht ich bin schon an einem Punkt wo ich eigentlich sofort eine Umstellung erwarte. Weil nach Monaten der immer gleichen Diskussionen ist es mir langsam zu blöd noch weiter zu diskutieren und abzuwarten.

Danke für euren Rat :)
Crista


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Einleben in der Schweiz

Beitrag von Gordi_K » 4. Okt 2019, 11:20

Hallo,

"Er möchte gerne etwas sparen und dann Mietwohnungen kaufen und irgendwann mal ein kleines Geschäft damit wir davon dann leben können und ich nicht mehr so viel arbeiten muss. Also das alles dann in COL, leben in COL würde er schon, aber nur wenn die Voraussetzungen stimmen. PLAN klingt toll..."

Das ist leider KEIN Plan - das ist ein Traum, der, wie du richtig fühlst, keine realistische Basis hat... Da -wie du richtig sagst - wenn ich nichts verdiene, kann ich nichts sparen. Und falls du die Preise der Immobilien in Cali kennst, weisst du, die bekommt man nicht umsonst...

Mit "über gemeinsame Pläne sprechen" habe ich gemeint, dass ihr wirklich darüber nachdenkt, was jeder von euch machen muss, damit die Träume erreicht werden und ob es mit dem Partner überhaupt möglich ist, eigene Träume umzusetzen... (wenn ich in 10 Jahren in Cali Immobilien für 100.000 € kaufen will, muss ich halt jährlich 10.000 € sparen, daher so und so viel verdienen - und das kann ich /kann ich nicht im Supermarkt erreichen).

Also falls du einen Rat willst - das ganze Wochenende reden und reden. Und zwar nicht über Luftschlösser - sonder über realistische Maßnahmen, über eure Erwartungen etc.

Vielleicht noch ein Rat, der nicht jedem gefallen mag - bevor ich wirklich ein Ultimatum setzen würde, würde ich dafür sorgen, dass jeder nur auf das Zugriff hat, auf was er auch Recht hat. Eigentumsteilung ist schwer genug, auch wenn der andere nicht ins Ausland mit Geld fliehen kann. Mag böse klingen - ist aber so nicht gemeint. Nur - die Scheidung tut emotional und finanziell weh - auch wenn alles rechtsmäßig gelaufen ist...

Halte dir die Daumen, dass alles gut endet!

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Einleben in der Schweiz

Beitrag von crista » 4. Okt 2019, 11:52

Hallo :)

Ja ich werde das mal konkreter anspreche und wirklich verlangen das was geschieht und zwar umgehend ...

Also das Gehalt im Supermarkt bei 100% würde schon ausreichen zum in diesem Rahmen was zu sparen jajaja vorallem da ich ja auch eine gute Stelle als Architektin habe ...
Aber wie gesagt, wenn keine Motivation da ist, wie will man dann was erreichen?

Ich bin halt ein sehr aktiver Mensch der auch immer aushilft wenn er kann und immer unterwegs bin, meistens am arbeiten, damit ich genug habe um das zu machen was ich möchte ...
Und komme halt mit dieser nett ausgedrückt "Teilzeit" Motivation/Arbeitseinstellung nicht klar, vorallem wenn man solche Träume hat .... Auch wenn die Liebe da ist, wie du sagst, um Glücklich zu sein braucht es mehr ...

Ah und wegen dem finanziellen mach ich mir weniger Sorgen, das ist ein Punkt bei ihm, den ich sehr schätze. Auch wenn er nicht viel hat, gibt er immer alles für mich oder für unsere gemeinsamen Lebensmittel-/Haushaltseinkäufe aus. Neben seinen Fixkosten natürlich sowie dem bisschen das er nach Kolumbien sendet, meist ca. 100 - 300 Franken, die er selber begleicht.

Saludos
Crista
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Don Maximo
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Einleben in der Schweiz

Beitrag von Don Maximo » 5. Okt 2019, 01:46

Was du so schreibst tönt nich gerade ermunternd. Ich kann mich meiner Vorredner nur anschliessen.

Auch Meine Frau und ich haben nach sehr kurzer Zeit geheiratet (sogar einiges kürzer als ihr). Ich habe mir eingeredet: wenn es nicht geht, kann man ja immer noch die Scheidung einreichen. Doch so einfach ist es nicht.

Ich hatte Glück. Wir hatten anfangs eine schwere Zeit, die haben wir aber überstanden und heute führen wir eine gute Ehe. Wir waren beide auch schon deutlich älter, als wir geheiratet haben (wie alt ist denn dein Mann?)

Eine Anpassung an unsere Kultur, unsere Gesellschaft, unsere Mentalität usw. ist für ein Kolumbianer nicht einfach. Dann die Sprache. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir mit unserer mehrsprachigen Schweiz ein doch ganz anderes Verhältnis zu den Sprachen allgemein haben dürften.

Aber was ich deinen Zeilen entnehme, liegt hier das Problem eher wo anders. Integrationswillen, wie du sagst und, dass man eben den Hintern heben muss.

Meine Frau hat nach drei Monate in denen sie sich etwas eingelebt hat (Haus, Familie Freunde usw.) einen zweimonatigen, ganztägigen intensiv Deutschkurs besucht um eine Basis zu bekommen. Danach hat sie weiterhin Gebüffelt. Obwohl es finanziell keine Notwendigkeit gewesen wäre, drängte sie um 100% arbeiten zu dürfen. Mit Beruf, Weiterbildungen, Kurse usw. kam sie auch auf 60 u. mehr Std. wöchentlich. Dazu den Haushalt, den wir zwar teilten aber mit grossem Haus mit Garten dennoch anspruchsvoll war.
Ihr Deutsch lässt, gemessen an den Lernstunden die sie investiert hat, eher zu wünschen übrig. Es ist einfach nicht ihr ding. Dafür hat sie Italienisch gelernt und hat es im Griff (Wir leben eben in Graubünden und Tessin)

Was Du beschreibst hat mit dem "Latino Macho" m. E. nur bedingt zu tun. In der Familie der Frau ist eine klare Rollenverteilung, die Männer rühren im Haushalt kaum etwas an, sie lassen sich von den Frauen bedienen. Letztere wollen das ausdrücklich aber auch so, und so scheint es für beide zu stimmen. Doch die Männer arbeiten hart, bringen einen entsprechenden Lohn nach Hause und legen ihn ihren Frauen auf den Tisch, damit sie das Geld einteilen und handhaben.

Fazit: mit dem Einleben hat es wenig bis nichts zu tun.
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MMMatze
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Einleben in der Schweiz

Beitrag von MMMatze » 5. Okt 2019, 21:46

Ferndiagnosen sind immer schwierig und haben den Hauch der Unseriosität. Meine persönliche Erfahrung hat mir gezeigt, dass ein Macho sich sehr schwer tut, einzugestehen, dass er mit einer Situation überhaupt nicht klar kommt. Sich selbst gegenüber. Seinem Partner gegenüber also erst Recht. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Dafür spricht, dass ihr euch eigentlich gut versteht . Vor allem aber, dass er kaum Kontakt zu seiner Familie hat.

Mir hat geholfen, immer wieder ganz sanft zu bohren, auf jeden Widerspruch im Denken zu achten, und vor allem mich für jede kleine gezeigte Schwäche zu bedanken. Immer wieder zu betonen wie wertvoll ihn diese Schwächen machen. Aber auch ich habe da immer noch eine gigantische Baustelle . Das geht nur paso a paso, Rückschläge inbegriffen.

Ich wünsche Dir Geduld und Erfolg! Es wird sich zeigen, ob Eure Liebe das aushält, und daran wächst.

Viel Glück !!!


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Einleben in der Schweiz

Beitrag von hollaho » 6. Okt 2019, 10:41

Zwei Dinge:

Vertrauen und Motivation sind der Anfang von Allem (z.B. auch jeder Unternehmung und jedem Plan). Mangel an einem der Beiden jedoch auch das Ende. Ohne Ausnahme.

Auf lange Sicht kann man in keinem Land mit deutlicher Sprachidentität leben, ohne die Sprache zu beherrschen. Urlaub oder Auslandssemester ist vielleicht was anderes, aber man bleibt immer Außenseiter und das ist keine Perspektive. Das ist in der Schweiz, Deutschland, Österreich etc. genau so wie in Kolumbien. Versuch mal dort dauerhaft zu leben ohne Spanischkenntnisse.

Ich hab auf Arbeit die Erfahrung gemacht, daß die Leute egal woher, die die Sprache lernen wollen es auch schaffen. Es mag 2-3 Jahre dauern, aber man sieht jeden Monat Fortschritte. Diejenigen, die das nach 2-3 Jahren noch nicht geschafft haben, da wird es auch nix mehr und irgend wann sind die dann weg. Ich habe leider noch nie erlebt, daß sich jemand nach mehr als 2-3 Jahren dann plötzlich doch noch entwickelt.

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Don Maximo
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Einleben in der Schweiz

Beitrag von Don Maximo » 6. Okt 2019, 11:23

@MMMatze Ich kann nicht nachvollziehen was du meinst damit, dass "Vor allem aber, dass er kaum Kontakt zu seiner Familie hat"
für die Beziehung sprechen soll.
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Einleben in der Schweiz

Beitrag von MMMatze » 6. Okt 2019, 12:15

@ Don Maximo: Nein, dass spricht dafür, dass ich glaube, dass das eigentliche Problem sehr viel tiefer liegt.

Natürlich halte ich es auch für unabdingbar die Sprache so schnell wie möglich und so gut wie möglich zu lernen