Notlandung von AIR FRANCE Flug / Absturz einer GERMANWINGS

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Ernesto
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Notlandung von AIR FRANCE Flug / Absturz einer GERMANWINGS

Beitrag von Ernesto »

Der Flug 422 mir Air France von Paris nach Bogotá musste wegen Motorschaden im Charles de Gaulle Flughafen von Paris notlanden. An Bord waren 185 Personen.

Quelle: RCN Noticas




Anmerkung der Moderation:

Aufgrund eines freundlichen Hinweises wurde die Themenüberschrift abgeändert.

Oswaldo

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Wanderer
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Air France Flug Paris-Bogotá endete mit Notlandung in Paris

Beitrag von Wanderer »

Manchmal doch gut, das man nicht alles erfährt was so in der Luft passiert.

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Toska
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Air France Flug Paris-Bogotá endete mit Notlandung in Paris

Beitrag von Toska »

Man bekommt da sowieso nur die Dinge mit, die sich nicht verheimlichen lassen. Air France verlässt sich meiner Meinung nach zu sehr auf Glück und weniger auf Können. Schon die Turn-Around Zeiten Paris -> Bogota zeigen das auf. Da muss alles passen. Wenn am Anfang der Woche mal der Wind schlecht stand, fliegen die am Ende der Woche dem Zeitplan mächtig hinterher.
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Grüße, Toska

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Fusagasugeno
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Air France Flug Paris-Bogotá endete mit Notlandung in Paris

Beitrag von Fusagasugeno »

Na ja, das in Paris ist keine Turn-Around Zeit, das ist nicht der gleiche Flieger. Und bei meinen über 40 Flügen bin ich noch nie hängen geblieben oder habe den Anschluss verpasst. Mann muss die einzelnen Zwischenfälle immer im vergleich zur gesamten Menge sehen.
Eres feliz, eres Fusagasugeño :-)

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Toska
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Air France Flug Paris-Bogotá endete mit Notlandung in Paris

Beitrag von Toska »

Mag sein. Aber ich sitze nicht gerne in einem Flieger, der schon bei der Ankunft zweieinhalb Stunden Verspätung hatte und der dann ungereinigt nach Langstreckenflug sofort und *gleichzeitig* mit Passagieren, Gepäck und Sprit bestückt wird. Das Betanken bei gleichzeitigem PAX-Einstieg ist laut ICAO-Vorschriften nur unter ganz bestimmten Bedingungen und Auflagen erlaubt, von denen in jenem Fall keine einzige erfüllt war. Sowas ist dann nicht sonderlich vertrauenserweckend. Aber das ist halt AF. Die haben damit Routine und Erfahrung.
--
Grüße, Toska

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Nasar
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Air France Flug Paris-Bogotá endete mit Notlandung in Paris

Beitrag von Nasar »

Traurig was mit dem Flugzeug in Frankreich passiert ist. :we: War es wirklich der erste Offizier? Meine Schwester sagt, Lufthansa hätte die besten Piloten der Welt. :nac: Die blöde Ziege hat keine Ahnung, fliegt nur im Narcotoyota vom Freund durch die Gegend :boe
Fünf sind geladen, zehn sind gekommen, gieß Wasser zur Suppe, heiß alle willkommen.

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Toska
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Notlandung von AIR FRANCE Flug / Absturz einer GERMANWINGS

Beitrag von Toska »

Nach offiziellen Angaben war es der Co-Pilot. Er stammt aus Montabaur. 20km von meinem Heimatort weg. Tragisch. Zwei Kolumbianer waren ja auch an Bord.

Es ist allerdings schon komisch, wie schnell die sich auf den eingeschossen hatten, oder? Innerhalb von sechs Stunden die Ansage "Kein Terror-Akt", innerhalb von 20h das gezielte Leck an die New York Times über den Cockpit-Ausschluss des Piloten. Und am nächsten morgen hieß es dann schon: Hier ist der volle Name von dem Suizid-Piloten, der "bekanntermaßen" psychologische Probleme hatte.

Flugunfall-Ermittlungen dauern in der Regel Jahre und an sich legen die sich nicht schon so früh und so knallhart und so alternativlos auf einen Hergang fest. Warten wir halt mal ab, was da noch kommt. Der vermutlich in zwei Jahren fertige offizielle Untersuchungsbericht dürfte 'n heißes Eisen werden.

Was die Ausbildung angeht: Lufthansa ist da in Europa ganz vorne mit dabei. Die haben in Bremen ihr eigenes Schulungszentrum und die Flugausbildung findet in Phoenix/Arizona in den USA statt. Pilotenanwärter können (nach rigorosen Vortests) 70.000 Euro Kredit für die Ausbildung bei LH aufnehmen und zusätzlich 25.000 Euro Lebenskostenzuschuss für die Zeit der Ausbildung. Das ganze wird mit 6,45% eff. Jahreszins verzinst und später abgestottert. Ganz ohne Eigenkapital (oder sonstige Bank-Kredite) geht das dennoch eher weniger.

Nach erfolgreicher Ausbildung pickt sich Lufthansa dann für sich (und seine Tochtergesellschaften) die Rosinen raus. Der Rest muss sehen, wo er bleibt und kann (wenn er Glück hat) als Saft-Schubse bei Lufthansa (oder den Töchtern) arbeiten, bis eine Piloten-Stelle frei wird. So wie bei dem Co-Piloten der abgestürzten Maschine. Der hat auch zweieinhalb Jahre lang erst "hinten in der Kabine" arbeiten dürften. Die Absolventen der Lufthansa-Schule haben halt dann noch ein Problem: Nach der Ausbildung ist die Lizenz nur befristet gültig (zwei Jahre) und man braucht zum Erhalt der Lizenz ausreichen Flugstunden auf geeignetem Fluggerät. Hinten in der Kabine gilt da nicht. Auch da gibt es Möglichkeiten und die können dann bei einigen Airlines Flugstunden als Co-Pilot kaufen. Z.B. bei einigen Frachtfliegern. Dabei fliegen sie halt auf dem Co-Piloten-Sitz mit, während der eigentliche Co-Pilot auf dem Notsitz hockt. Oder man kann für 4-5 Monatsgehälter eines Flugbegleiters ein CPL(A)-Paket bei Flugschulen kaufen und dort halt seine Stunden abreißen. Natürlich alles, während man sowieso den Lufhansa-Ausbildungskredit abstottert.

Die sind daher alle unter recht hohem Druck, irgendwo unter zu kommen, bevor sie sich die Stunden zum Scheinerhalt nicht mehr leisten können. Und selbst wenn sie das Glück haben, irgendwo unter zu kommen: Es gibt genügend andere, die dahin wollen, wo sie gerade sind. Und ggf. mehr Stunden für weniger Geld reißen wollen. Ein Germanwings-Pilot verdient in etwa 30% weniger als ein Lufthansa-Pilot. Und einige Nebenleistungen fallen auch knapper aus.

Im Fliegerforum (auf airliners.net) wundern sich derweil einige US-Piloten über Lufthansa und deren Ausbildungspraktiken. Der Co-Pilot der Germanwings hatte gerade mal 630 Flugstunden und davon nur 100 auf der A-320. Und war zwei Jahre bei Germanwings als Co-Pilot. Normalerweise müsste der mehr Stunden gehabt haben (rund 300 pro Jahr sollten es an sich sein). Zudem kommt in den USA (laut FAA-Vorschriften) keiner auf den Co-Piloten-Sitz eines Großraumflugzeugs, der weniger als 1500 Stunden hat. Die USA haben aber auch deutlich mehr Regionalflieger, so dass die durchaus bei den Besatzungen für die Großraumjets auf mehr geeignetes Personal zurückgreifen können. Und halt auch auf viele ausgeschiedene Militär-Piloten, die dann sowieso einige tausend Stunden Flugerfahrung mitbringen. "Jungspunde" lässt man dort eher auf dem Co-Piloten-Sitz einer Turboprop zwischen Regionalflughäfen rumdüsen und steckt sie nicht gleich in eine A-320 oder Boeing 737 mit 150-200 Passagieren im Genick.

Alles in allem dürfte diese tragische Geschichte die zivile Luftfahrt mal wieder umkrempeln. Erst lernte man, dem eingecheckten Gepäck nicht mehr zu vertrauen. Dann traute man den Passagieren nicht mehr. Dann dem Handgepäck. Jetzt haben die Crews untereinander ggf. gewisse Vertrauens-Defizite. Sicherlich vor allem dann, wenn mal ad-hoc irgendwo einer einspringen muss und die Leute sich nicht sowieso schon länger kennen.

Da nützt es auch nichts zu wissen, dass Fliegen nach wie vor die sicherste Fortbewegungsmethode ist.
--
Grüße, Toska

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Wanderer
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Notlandung von AIR FRANCE Flug / Absturz einer GERMANWINGS

Beitrag von Wanderer »

Sehr traurig der Vorfall von Germanwings. Grenzt schon an Wunder das nicht mehr passiert in der Welt der Luftfahrt.