Wenn man seine Liebe auf einem Sexchat trifft.

Wer möchte nicht geliebt werden? Nichts ist schöner als wenn man liebt und geliebt wird. Doch die Entfernung wie bewältigt Ihr das?

tico
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Wenn man seine Liebe auf einem Sexchat trifft.

Beitragvon tico » 21. Jul 2018, 15:35

Beitrag von tico » 21. Jul 2018, 15:35

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@Woyzeck

also mach es dir mal nicht so einfach mit der Kultur und der Identitaet. Asiatische Voelker denken komplett anders als europaeische, das beruehmte "Gesicht verlieren" ist so ein Beispiel. Diese Mentalitaeten, ich schrieb es, werden bereits im Mutterleib, also praenatal, an das ungeborene Kind weiter gegeben. Das ist mittlerweile in einer Fuelle von Sachliteratur nachgewiesen und erforscht. Diese Mentalitaet sitzt dann im Menschen,auch wenn er dann in Deutschland etwa aufgewachsen ist. Solche Mentalitaeten sind ja meist Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende alt und genetisch verankert.
Noch ausgepraegter ist der kulturelle und somit auch der Mentalitaetsunterschied bei der indigenen Bevoelkerung. Wenn wir, was ich ungern tue, Wiki zitiere, gehoeren 48 Prozent der Bevoelkerung Kolumbiens dem Mestizentum an, das bedeutet fast die Haelfte des Volkes ist eine Mischung aus Weisen und Indios. Was glaubst du wohl, wo die indigene Genen und Denkformen geblieben sind? In Luft aufgeloest? Wenn wir also von Kolumbianern sprechen, dass die nicht alle an Mama und Papa haengen, dann sollten wir unterscheiden zwischen Mestizen und dem Rest der Bevoelkerung.
Hinzu kommen 26 Prozent Schwarze, deren Mentalitaet und kulturelle Beschaffenheit sich wiederum von der rein weisen Bevoelkerung unterscheidet.
Die Familienzugehoerigkeit ist keine kolumbianische Erfindung sondern in ganz Lateinamerika ausgepraegt. In Deutschland sind Familienverbaende mittlerweile aufgeloest, die Menschen in den Grossstaedten leben vereinzelt, und so kann man sich als Deutscher kaum noch vorstellen wie es ist, in der (altmodisches Wort) "Sippe" zu leben. Und diese Sippe, dieser Familienverbund, der Tanten und entfernte Verwandte, Neffe dritten Grades und Nichte der Urtante ebenso einbezieht, ist Bestandteil der Latinomentalitaet. Du wirst wohl kaum einen Latino finden, dem seine Familie so egal ist wie man es in Deutschland findet. Das es in Deutschland Herzlos zugeht, kuehl, nun, frage mal Mediziner die sterbenskranke Krebspatienten begleiten, wo da die Familienangehoerige bleiben? Die kommen oft erst dann wenn die betreffende Person verstorben ist und geerbt werden soll. Ausnahmen bestaetigen immer die Regel.

Bei den Indios war (und ist) die groesste Strafe die Isolierung, der Ausschluss aus der Gemeinsamkeit. Diese jahrtausend alte Denk (oder auch Mentalitaets-) form ist im Mestizentum weiter vorhanden. Warum gibt es denn etwa in Salvador diese grossen Strassenbanden? Weil diese Banden genau die Familie ersetzen, die diese Kinder und Jugendlich so nicht mehr haben.
Also, wenn die Familie an erster Stelle steht, dann ist das bei den Latinos so, ob Kolumbianer oder Tico, ob Panamese oder Mexikaner oder Chilene.
Wer natuerlich "nur" in der Grossstadt lebt und in geschuetzten Bereichen, und nicht ins Leben der normalen Bevoelkerung eintaucht, in Barios mit den Menschen und deren Prolemen, der kann sich als Deutscher oder Schweizer das gar nicht wirklich vorstellen. Und mit ihnen leben heisst tatsaechlich gemeinsam mit ihnen und nicht nur im Bario sein.
Oder lass es mich mit einem Satz sagen: Was man gemeinhin als Sippe, als Familenverband bezeichnet, funktioniert in Lateinamerika noch. Gottseidank.

Unterm Strich: bevor du solche Verniedlichungen betreibst, die sich nur aufs Materielle beziehen, solltest du dich ernstlich mit den Mentalitaeten der Voelker auseinandersetzen.
Der Gefangene haut nicht aus dem Knast ab um der Strafe zu entgehen,sondern weil der Freiheitsdrang im Menschen verankert ist. Der Latino haengt nicht an der Familie weil der Staat als Hilfsorganisation versagt (Originalzitat eines Ticos an mich: der Staat ist doch nicht mein Papa !) sondern weil es hier andere Mentalitaeten gibt, die nichts mit dem Materialismus Deutschlands zu tun haben. Nicht das geringste.
Saludos

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@ waltmark

Natuerlich kann man. Wenn du das Leben als eine rein materielle Funktion betrachtest kommst du zum Gedanken ohne Geld geht nichts.
Lass dir gesagt sein: mit den steigenden Anforderungen steigt auch deine Leistungsfaehigkeit. Es finden sich immer Mittel und Wege, wenn man wirklich will und sich nicht nur ins bequeme Bett legt.

Ich gehoere einer Generation an, die fast verhungert ist und in denen es fast keine Staedte mehr gab. Kein Wasser, kaum Strom, keine funktionierende Lebensmittelversorgung.
Und dennoch haben wir es geschafft zum Wohlstand zu kommen.

Und jetzt wird gejammert weil, trotz Handy und Flatrate und Flachfernseher angeblich Geld fuer 2 Kinder fehlt?
Na sage mal.



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waltmark
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Beitragvon waltmark » 21. Jul 2018, 16:22

Beitrag von waltmark » 21. Jul 2018, 16:22

Sicher tico, wenn du das sagst, dann ist es so. Nur keine Diskussion mit Trollen beginnen, denn das nimmt meist ein böses Ende.


desertfox
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Beitragvon desertfox » 21. Jul 2018, 18:34

Beitrag von desertfox » 21. Jul 2018, 18:34

@tico,

Und jetzt wird gejammert weil, trotz Handy und Flatrate und Flachfernseher angeblich Geld fuer 2 Kinder fehlt?

Dieses Jammern ist auch in Kolumbien sehr ausgeprägt...


tico
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Beitragvon tico » 21. Jul 2018, 23:47

Beitrag von tico » 21. Jul 2018, 23:47

@waltmark

Fuer deine Verleumdung und Beleidigung erwarte ich zumindest eine ebenso oeffentliche Entschuldigung.

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@desertfox

Jammern gehoert zur Tagesordnung. Ich wollte allerdings damit ausdruecken, dass wir in Deutschland vor 60 und 50 Jahren enormes geleistet haben und das ohne all dem modernen, die die heutigen jungen Deutschen alle so haben muessen....