Wenn man seine Liebe auf einem Sexchat trifft.

Wer möchte nicht geliebt werden? Nichts ist schöner als wenn man liebt und geliebt wird. Doch die Entfernung wie bewältigt Ihr das?

Woyzeck
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Wenn man seine Liebe auf einem Sexchat trifft.

Beitrag von Woyzeck » 6. Jul 2018, 21:20

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@Montana

Du kannst dir wirklich nicht vorstellen, warum Kerle solche Seiten frequentieren?
In erster Linie wohl, um ein nicht vorhandenes Sexualleben und/oder den fehlenden Kontakt zu Frauen leidlich zu kompensieren, oder um sich halt einfach mal schnell einen von der Palme zu wedeln.
Im Zusammenhang mit Sexualität von "Schweinereien" zu sprechen, sei es nun der Akt der Masturbation während des Chattens :lol: oder was auch immer, klingt für mich irgendwie nach einer geistigen Haltung aus dem 19. Jahrhundert.

@Dolor
Ja, das ist mir schon klar.
Sie hat keinen Twitter Account und auch sonst im Prinzip keine Informationen im Profil.
Im Allgemeinen stellt sie sich ziemlich blöd an, kapiert nicht so recht, worauf es bei der Kundenakquise ankommt, aber wahrscheinlich war/ist sie mir gerade deswegen sympathisch.
Sie hat wohl Angst vor den Sanktionen, die ihr drohen, wenn CB oder ihr Studiobetreiber rausfindet, dass sie gegen die vertraglichen Vereinbarungen verstößt, zumindest bringt sie das immer wieder als Argument. Sie wollte mir auch nicht sagen, wo genau in Cali sie wohnt, weil sie das von ihrem Studio aus nicht dürfe.
Andererseits gäbe es 100 Möglichkeiten, andere Kommunikationwege einzuschlagen, ohne dass die davon was mitbekommen, aber irgendwie hat sie da wohl keinen Bock drauf.


Woyzeck
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Wenn man seine Liebe auf einem Sexchat trifft.

Beitrag von Woyzeck » 16. Jul 2018, 23:02

@ManuelHergi

Wie lautet denn nun dein Fazit? Du müsstest ja bereits seit zwei, drei Wochen wieder in Deutschland sein.
Haben sich die Gefühle, die beim wochen- oder monatelangen Skypen entstanden sind fortgesetzt, als ihr euch getroffen habt?
Hat die Aktion sich gelohnt oder war es, was ich angesichts deiner Sprachlosigkeit befürchte, eine maßlose Enttäuschung?
Oder irgendwas dazwischen?


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Wenn man seine Liebe auf einem Sexchat trifft.

Beitrag von ManuelHergi » 19. Jul 2018, 09:38

Moin moin,

Also für mich hat sich das auf jedenfall gelohnt, wir haben uns besser verstanden wie in den 8 Monaten Fernbeziehung davor. Auch mit den sprachlichen Hürden hat es wunderbar geklappt und hat auch öfters mal lustige Situationen hervorgebracht da weder Freunde noch Familie englisch sprechen konnte. Sie wird voraussichtlich schon im September für einige Wochen nach Deutschland kommen. Dann werden wir intensiv besprechen wie es weitergeht da sie schon gern in Deutschland bei mir leben würde aber das wird nicht einfach ohne Ausbildung und wie es dann mit ihren zwei Kindern weitergehen soll wissen wir auch noch nicht so recht. Das nächste Ziel wäre dann erstmal Spanish bzw. Deutsch lernen.


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Wenn man seine Liebe auf einem Sexchat trifft.

Beitrag von Max » 19. Jul 2018, 11:10

Manuel
ich würde Sie im Winter kommen lassen, ab November wenn Sie diese Zeit gut übersteht, dann könnt Ihr weitersehen. Die meisten Kol wissen überhaupt nicht wie das ist. Wenn diese Zeit überstanden ist, weitersehen.
Saludos


tico
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Wenn man seine Liebe auf einem Sexchat trifft.

Beitrag von tico » 19. Jul 2018, 16:48

Das sind so Faelle, in denen ich sehr sehr skeptisch bin. Latinos sind enorm Familienbezogen. Gerade auch die Frauen. Und Familie heisst in diesem Fall Mama und Papa und Geschwister und Kinder und nicht etwa der (auch noch auslaendische) Ehemann. Sie wird, denke ich, ihre Familie schmerzhaft vermissen wenn sie in Deutschland lebt und das ueber laengere Zeit.
Dazu kommt die Herzensoffene Mentalitaet der Latinos gegenueber der misstrauischen kuehlen, abweisenden in Deutschland.
Ich habe in Deutschland viele Latinos kennen gelernt, von Brasilien ueber Cuba und Dom Rep. Sie alle waren darueber ungluecklich.

Wenn es denn ernst ist, hau ab, geh rueber nach Kolumbien.

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Wenn man seine Liebe auf einem Sexchat trifft.

Beitrag von Nasar » 19. Jul 2018, 17:56

Als Wichsvorlage kann sie auch von Deutschland aus Videos produzieren und zum Pornostar aufsteigen. :klat:
So eine Frau brauch ich auch :rain:
Fünf sind geladen, zehn sind gekommen, gieß Wasser zur Suppe, heiß alle willkommen.

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Beitrag von Oswaldo » 19. Jul 2018, 19:52

@Nasar: Bei uns soll jeder seine Meinung frei äußern können. Aber es gibt Grenzen. Bitte beachte die Netiquette.

@all: Bitte diskutiert sachlich, diffamiert und beleidigt nicht.
Kein Support per PN Eine PN hilft einem, ein öffentlicher Beitrag allen. Du bist zufrieden mit unserer Hilfe! Dann helfe uns mit einer kleinen » Spende «


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Beitrag von Woyzeck » 19. Jul 2018, 22:00

@tico:
Es gibt in Deutschland Millionen von Menschen aus diametral entgegengesetzten Kulturen, die sich erfolgreich akklimatisiert haben.
Das hängt gänzlich davon ab, wie anpassungsfähig- und willig der Einzelne ist, und wie stark die (zahlreichen) Vorteile, die Deutschland gegenüber Kolumbien (oder irgendeinem anderen Herkunftsland) zu bieten hat gewichtet werden. Objektiv gesehen gibt es sehr viel mehr Gründe für eine/n Kolumbianer/in, nach Deutschland auszuwandern, als für eine/n Deutsche/n nach Kolumbien.
Wie sich die Sache im Fall von ManuelHergi gestaltet, darüber lässt sich natürlich nur mutmaßen.
Eine gemeinsame Zukunftsplanung in die Wege zu leiten, nachdem man sich gerade mal für ein paar Tage persönlich getroffen hat und nicht oder kaum in der Lage ist, in der gleichen Sprache zu kommunizieren, halte ich für problematisch, auch wenn ich mich in ManuelHergis Situation wahrscheinlich genauso irrational verhalten würde...


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Beitrag von tico » 20. Jul 2018, 12:10

@Woyzeck
Ach das ist auch so ein aufs materielle bezogene Klischee der angeblichen Millionen erfolgreichen aklimatisierten Fremdkulturen. Zahlen, Quellen??

Du blendest komplett Mentalitaeten aus, die man weder mit Anpassung noch guten Willen eben mal aendern kann.
Das beginnt bei den Mestizen,die nicht mal im eigenem Land "erfolgreich" akklimatisiert sind, weil sie immer noch als Menschen 2. Klasse angesehen werden, und hoert bei den adoptierten Menschen (in Deutschland, der Schweiz ect) aus Asien oder Lateinamerika auf, die teils verzweifelt zurueck zu ihren Wurzeln wollen, owohl sie hier 30 und mehr Jahre leben und erzogen wurden.

Aber es ist muesig darueber zu diskutieren wenn nur die aeusserlichkeiten gesehen werden. Objektiv gesehen, um deinen Satz aufzugreifen, sind Mentalitaeten, deren Nichterfuellung ungluecklich machen, natuerlich eine absolut laestige und ueberfluessige Angelegenheit, die wir eben mal ganz schnell mit Sauberkeit und Ordnung wieder ersticken und somit akklimatisieren.
Saludos
(Ich lebe zur Zeit auf Aruba. Die kolumbianische Komune soll angeblich bei 2000 liegen. Teils hier geboren. Soweit ich es in der kurzen Zeit erlebe fuehlen sie sich alle als Kolumbianer deren Mentalitaet sich gewaltig von den europaeischen unterscheidet)


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Wenn man seine Liebe auf einem Sexchat trifft.

Beitrag von Gordi_K » 20. Jul 2018, 13:22

Also wenn`s sachlich werden soll...

Zumindest in "meiner" Familie ist es so, dass ca. die Hälfte im Ausland lebt. Die "Schwiegermutter" hat Schwestern, die in Ecuador und Brasilien leben, die Schwester des "Schwiegervaters" hat nur eine einzige Tochter - und sie lebt alleine in Buenos Aires... Meine Novia ist bereits ein Jahr zufrieden in Spanien, ihre zwei kolumbianische Freundinen vermissen die Familie gleich viel wie eine Deutsche es tun würde... (bzw. die eine vermisst am meisten ihren Hund...). Also nicht jede Latina stirbt, wenn sie die Mami und den Papi nicht zweimal täglich sieht... Der Vater meiner Novia wurde sogar operiert - die Novia war deswegen schon schlecht darauf, aber sicher nicht hysterisch... Soviel dazu...

Es stimmt auch nicht, dass jede Colombiana nur "schön" ist und nur auf ihre Schönheit fokussiert. Mich hat überrascht, dass die KolumbianerInnen, die hier in Europa studieren/arbeiten kaum auffallen. In Spanien hat meine Novia einige Latinas als Freundinen (wie gesagt, 2 weitere Kolumbianerinen, eine Peruana, eine Chica aus Nicaragua...) - aber keine schminkt sich irgendwie auffällig, Schönheits-OP hat ganz sicher keine (verstehe nicht, warum man sagt, dass Kolumbianerinen schöne Figur haben... :-)), am Abend gehen sie kaum fort... Ist klar - wenn man auf ein Studium sparen muss, kann man nicht die Kohle in die Brüste investieren... Und wenn man studiert und nebenbei arbeitet, hat man keine Lust mehr am Abend fortzugehen...

Also alle Freundinnen meiner Novia sind eigentlich tüchtige Mädels, mit denen man sicher ein schönes Leben haben könnte - zielstrebig, bescheiden, mit klaren Zielen, gewohnt hart zu arbeiten...

Also - es gibt keinen "typischen Europäer", es gibt keine "typische Kolumbianerin". Faktum ist jedoch, dass mit einer Frau, die das letzte Peso/Euro für Klamotten ausgibt und nur auf sich selbst fokussiert, wird das Leben sicher kein Traum sein - und es ist egal, ob sie in Bogotá, Wien oder Berlin geboren wurde.


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Beitrag von waltmark » 20. Jul 2018, 17:11

@ManuelHergi

Was treibt dich zu dieser Wahnsinns-Entscheidung? Die große Liebe kann es nicht sein. Torschlusspanik? Oder sieht sie so gut aus, das du denkst, die musst du haben? Sie hat zwei kleine Kinder, einen Mann der auf die Kinder aufpasst wenn sie Ihrer Arbeit als Modell nachgeht. Ihre Cousine arbeitet im gleichen Milieu. Wenn du sie nach Deutschland holen willst, dann geht das nur über eine Heirat. Früher oder später kommen die Kinder nach. Schon mal gerechnet was das alles kostet? Die Wahrscheinlichkeit das es schief geht ist höher als die, dass es gut geht.

Wenn man seine Liebe auf einem Sex-Chat trifft, dann sollte man nachdenken ob sich es mit dem weiteren Leben vereinen lässt. Man muss auch loslassen können, doch meist versagt die Vernumpft. Hinterher ist man dann schlauer.

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Beitrag von Nasar » 20. Jul 2018, 19:21

@Oswaldo: Ich habe nur das wiederholt was andere vor mir sagten. :denk:
Wenn Bienen diagonal fliegen, spricht man von der Quersumme. Oder? :klat:

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Beitrag von tico » 20. Jul 2018, 22:26

@waltmark

Die Frage, was das kostet, darf man nie stellen, denn, seien wir ehrlich, was waere wir ohne die Liebe? Nur Fleisch, berechenbar nach materiellen Gesichtspunkten?

Die gleiche Frage bekam ich gestellt, als ich meine Frau, eine Indigene heiratete, die mir gleich sechs (!) Kinder, meistens klein, mitbrachte.
Ja um was geht es denn im Leben?
Wenn man sich liebt nimmt man alles vom Partner mit.
Ob es denn Liebe ist, kann man bei doch kurzem Besuch nicht feststellen.

Die andere Frage ist natuerlich der, sagen wir mal, "Beruf".
Den kann man zum Pruefstein der Liebe machen. Die junge Frau auffordern sich eine andere Taetigkeit zu besorgen. Und zwar quasi "heute noch".
Dann sieht man ja was ihr wichtiger ist, der Geliebte oder der Job. Ist es letzteres, dann Adieu.
Und sie nicht etwa materiell unterstuetzen, wenigstens nicht regelmaessig.

Und @Gordi_K , du irrst. Es gibt genetisch gepraegte typische Eigenschaften. Da will ich noch einmal die indigene ins Spiel bringen: 500 Jahre Einfluss haben nicht bewirkt, dass sie europaeisiert sind. Das ist auch bei den Eskimos so, bei den Schwarzen aus Afrika usw. Es gibt sehr typische Eigenschaften, die bereits praenatal durch die Mutter in die naechste Generation uebertragen werden. Das ist wissenschaftlich laengst erwiesen.

Nicht alle Kolumbianische Frauen sind schoen....das waere ja auch Klischee, abgesehen davon was jeder fuer sich unter "Schoen" versteht. Wenn man verliebt ist schuettet man bestimmte Hormone aus, die den Koeper ueberschwemmen und alles verklaeren.
Na ja, wir wissen ja wovon wir reden.


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Beitrag von Woyzeck » 20. Jul 2018, 23:03

@tico
Studien oder dergleichen sind mir zu dem Thema nicht bekannt, aber ich habe etliche Personen im Bekanntenkreis, die in allen möglichen Ländern geboren und aufgewachsen sind (sei es Syrien, China, Rumänien, Ecuador, Portugal oder Nigeria) und in Deutschland seit Längerem verhältnismäßig glücklich sind, auch wenn eine gewisse Sentimentalität im Hinblick auf die "Heimat" wahrscheinlich jeden hin und wieder ereilt, der in ein anderes Land ausgewandert ist.

Was du im zweiten Absatz beschreibst, hat nichts mit Mentalitäten zu tun (die im Übrigen auch innerhalb von vermeintlich geschlossenen Kulturräumen sehr individuell ausgeprägt sind), sondern damit, dass Menschen grundsätzlich auf der Suche nach einer Identität sind und sich in den meisten Fällen einem Volk oder einer Nation zugehörig fühlen wollen. Für Angehörige einer unterdrückten Minderheit, oder für jemanden, der in Asien geboren und als Kleinkind in Mitteleuropa adoptiert wurde stellt das natürlich unter Umständen ein größeres Problem dar, als für einen weißen, heterosexuellen, in Deutschland lebenden Kerl ohne Migrationshintergrund.
Dass Kolumbianer so viel Wert auf dieses Familiengedöns legen, ist doch auch nur ein Klischee, das man weiß Gott nicht für jede/n geltend machen kann, und das vor allem der Tatsache geschuldet ist, dass in Kolumbien kein Verlass auf den Staat oder sonstige Institutionen außerhalb der Familie ist. Ebenso ist die vermeintliche Distanziertheit oder Gefühlskälte der Deutschen nur ein oberflächlicher Eindruck, der evtl. im öffentlichen Raum entsteht und überhaupt keinen Rückschluss auf die Menschen im Einzelnen ermöglicht, wie auch die oberflächlich zur Schau gestellte "Herzensoffenheit" in anderen Kulturkreisen.


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Beitrag von waltmark » 21. Jul 2018, 02:13

@tico

Wenn ich kein Geld für den Unterhalt einer Familie, in diesem Fall Frau mit zwei Kindern habe, dann kann ich sie nicht heiraten.
Leider ist es so.


tico
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Beitrag von tico » 21. Jul 2018, 15:35

@Woyzeck

also mach es dir mal nicht so einfach mit der Kultur und der Identitaet. Asiatische Voelker denken komplett anders als europaeische, das beruehmte "Gesicht verlieren" ist so ein Beispiel. Diese Mentalitaeten, ich schrieb es, werden bereits im Mutterleib, also praenatal, an das ungeborene Kind weiter gegeben. Das ist mittlerweile in einer Fuelle von Sachliteratur nachgewiesen und erforscht. Diese Mentalitaet sitzt dann im Menschen,auch wenn er dann in Deutschland etwa aufgewachsen ist. Solche Mentalitaeten sind ja meist Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende alt und genetisch verankert.
Noch ausgepraegter ist der kulturelle und somit auch der Mentalitaetsunterschied bei der indigenen Bevoelkerung. Wenn wir, was ich ungern tue, Wiki zitiere, gehoeren 48 Prozent der Bevoelkerung Kolumbiens dem Mestizentum an, das bedeutet fast die Haelfte des Volkes ist eine Mischung aus Weisen und Indios. Was glaubst du wohl, wo die indigene Genen und Denkformen geblieben sind? In Luft aufgeloest? Wenn wir also von Kolumbianern sprechen, dass die nicht alle an Mama und Papa haengen, dann sollten wir unterscheiden zwischen Mestizen und dem Rest der Bevoelkerung.
Hinzu kommen 26 Prozent Schwarze, deren Mentalitaet und kulturelle Beschaffenheit sich wiederum von der rein weisen Bevoelkerung unterscheidet.
Die Familienzugehoerigkeit ist keine kolumbianische Erfindung sondern in ganz Lateinamerika ausgepraegt. In Deutschland sind Familienverbaende mittlerweile aufgeloest, die Menschen in den Grossstaedten leben vereinzelt, und so kann man sich als Deutscher kaum noch vorstellen wie es ist, in der (altmodisches Wort) "Sippe" zu leben. Und diese Sippe, dieser Familienverbund, der Tanten und entfernte Verwandte, Neffe dritten Grades und Nichte der Urtante ebenso einbezieht, ist Bestandteil der Latinomentalitaet. Du wirst wohl kaum einen Latino finden, dem seine Familie so egal ist wie man es in Deutschland findet. Das es in Deutschland Herzlos zugeht, kuehl, nun, frage mal Mediziner die sterbenskranke Krebspatienten begleiten, wo da die Familienangehoerige bleiben? Die kommen oft erst dann wenn die betreffende Person verstorben ist und geerbt werden soll. Ausnahmen bestaetigen immer die Regel.

Bei den Indios war (und ist) die groesste Strafe die Isolierung, der Ausschluss aus der Gemeinsamkeit. Diese jahrtausend alte Denk (oder auch Mentalitaets-) form ist im Mestizentum weiter vorhanden. Warum gibt es denn etwa in Salvador diese grossen Strassenbanden? Weil diese Banden genau die Familie ersetzen, die diese Kinder und Jugendlich so nicht mehr haben.
Also, wenn die Familie an erster Stelle steht, dann ist das bei den Latinos so, ob Kolumbianer oder Tico, ob Panamese oder Mexikaner oder Chilene.
Wer natuerlich "nur" in der Grossstadt lebt und in geschuetzten Bereichen, und nicht ins Leben der normalen Bevoelkerung eintaucht, in Barios mit den Menschen und deren Prolemen, der kann sich als Deutscher oder Schweizer das gar nicht wirklich vorstellen. Und mit ihnen leben heisst tatsaechlich gemeinsam mit ihnen und nicht nur im Bario sein.
Oder lass es mich mit einem Satz sagen: Was man gemeinhin als Sippe, als Familenverband bezeichnet, funktioniert in Lateinamerika noch. Gottseidank.

Unterm Strich: bevor du solche Verniedlichungen betreibst, die sich nur aufs Materielle beziehen, solltest du dich ernstlich mit den Mentalitaeten der Voelker auseinandersetzen.
Der Gefangene haut nicht aus dem Knast ab um der Strafe zu entgehen,sondern weil der Freiheitsdrang im Menschen verankert ist. Der Latino haengt nicht an der Familie weil der Staat als Hilfsorganisation versagt (Originalzitat eines Ticos an mich: der Staat ist doch nicht mein Papa !) sondern weil es hier andere Mentalitaeten gibt, die nichts mit dem Materialismus Deutschlands zu tun haben. Nicht das geringste.
Saludos

-----------------

@ waltmark

Natuerlich kann man. Wenn du das Leben als eine rein materielle Funktion betrachtest kommst du zum Gedanken ohne Geld geht nichts.
Lass dir gesagt sein: mit den steigenden Anforderungen steigt auch deine Leistungsfaehigkeit. Es finden sich immer Mittel und Wege, wenn man wirklich will und sich nicht nur ins bequeme Bett legt.

Ich gehoere einer Generation an, die fast verhungert ist und in denen es fast keine Staedte mehr gab. Kein Wasser, kaum Strom, keine funktionierende Lebensmittelversorgung.
Und dennoch haben wir es geschafft zum Wohlstand zu kommen.

Und jetzt wird gejammert weil, trotz Handy und Flatrate und Flachfernseher angeblich Geld fuer 2 Kinder fehlt?
Na sage mal.



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