Frage zum Krankenhausaufenthalt in Kolumbien

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Frage zum Krankenhausaufenthalt in Kolumbien

Beitragvon Leonor » 11. Jun 2018, 00:58

Beitrag von Leonor » 11. Jun 2018, 00:58

Heute hörte ich, das bei einem Krankenhausaufenthalt immer ein Familienangehöriger dabei sein muss. Auch in der Nacht.
Da ich mir das nicht vorstellen kann würde ich mich über eine sachkundige Antwort sehr freuen.


John Extra
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Frage zum Krankenhausaufenthalt in Kolumbien

Beitragvon John Extra » 11. Jun 2018, 01:49

Beitrag von John Extra » 11. Jun 2018, 01:49

Hallo Leonor
Ich habe keine genaue Info, bestimmt gibt hier den einen oder anderen der genaue Info hat.
Meine Frau war laengere Zeit im Krankenhaus, Santa Fe de Bogota, ich war tagsueber immer dort und mir wurde auch angeboten die Nacht dort zu verbringen, freiwillig, das hat natuerlich seinen Preis, ich denke mal damit macht das Krankenhaus auch ein bischen Geld.
Ich habe es nicht gemacht.


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Beitragvon Leonor » 11. Jun 2018, 18:53

Beitrag von Leonor » 11. Jun 2018, 18:53

Vielen Dank lieber John für deine Antwort.
Schade, das sonst keiner was weiß/sagt.

@John Extra,

dein Aufenthalt tagsüber war wie ein Besuch? Nicht zwingend vorgeschrieben?
Danke

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Ernesto
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Beitragvon Ernesto » 11. Jun 2018, 20:53

Beitrag von Ernesto » 11. Jun 2018, 20:53

@Leonor

Da ich Gott sei Dank noch nie stationär in Kolumbien behandelt wurde, habe ich meine Freundin gefragt. Die sagt nun, das es viele Krankenhäuser gibt die ständig überbelegt sind, auch gibt es Krankenhäuser in denen die Betten keine Notklingel haben. In solchen Situationen wechseln sich die Familienmitglieder ab, damit der Kranke nicht unbeaufsichtigt ist.


puravidasuiza
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Beitragvon puravidasuiza » 12. Jun 2018, 09:30

Beitrag von puravidasuiza » 12. Jun 2018, 09:30

Bei meinem Schwiegervater war immer ein Familienmitglied im Spital.Bettwäsche,Kissen usw. mussten auch von der Familie gestellt werden. Medikamente mussten teilweise auch die Familie kaufen.Da meine Schwägerin Krankenschwester ist,hat sie auch die Verbände gewechselt und ihn mit Hilfe umgedreht.
Teilweise wurde die Nachtwache von der Familie bezahlten Krankenschwestern gemacht.
Ich denke es kommt immer noch drauf an wie man versichert ist.Da mein Schwiegervater lange Zeit in Venezuela gelebt hat,wird er wohl in der untersten Kategorie versichert sein.
War dann auch mal zu Besuch und bin ein wenig erschrocken ob der Zustände da.Die ganzen Einrichtungen völlig veraltet und acht Personen im gleichen Zimmer etc.
Pura Vida Colombia!!!


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Beitragvon Leonor » 12. Jun 2018, 16:43

Beitrag von Leonor » 12. Jun 2018, 16:43

Ich danke dir sehr puravidasuiza für die ausführliche Antwort.


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Beitragvon Don-Pedrinio » 13. Jun 2018, 18:28

Beitrag von Don-Pedrinio » 13. Jun 2018, 18:28

es kommt dann wohl auf die Qualität des Spitales an.
ich war 1 Woche lang im Spital Clinica Medellin la 33. Halbprivat oder Privat.
das Spital wird vorwiegend für Patienten der plastischen Chirurgie benutzt. aus dem in und Ausland. die Ärzte sprachen perfekt englisch.

da hatte ich die beste ärztliche Versorgung meines Lebens. um Klassen besser als jene die ich in der CH und allgemeine Betreuung hatte.
das Zimmer verfügte nebst Tisch und Stuhl auch noch ein Bettsofa.
täglich 3 Mal kam ein Arzt und ca. 5 Mal ne Krankenschwester. (ohne Mahlzeiten gerenchet).
Essen habe ich nebst den 3 Hauptmahlzeiten auch noch 2 Zwischenverpflegungen bekommen.

was ich vor 2 Jahren hatte = Lungenembolie.


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Beitragvon Leonor » 13. Jun 2018, 19:20

Beitrag von Leonor » 13. Jun 2018, 19:20

Danke für deinen Beitrag Don-Pedrinio.
Die vorausgehenden Beiträge hatten meine Frage schon beantwortet.
Ich weiß nun, das es nicht obligatorisch ist eine Begleitperson bei einem Krankenhausaufenthalt zu haben, sich dies jedoch empfiehlt, abhängig von der Kategorie des Krankenhauses.
Du schreibst Halbprivat oder Privat, wie darf ich das verstehen? Hast du deinen Aufenthalt selbst bezahlt?

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Beitragvon Karibikotto » 15. Jun 2018, 16:41

Beitrag von Karibikotto » 15. Jun 2018, 16:41

Leider sieht man auch im Krankenhaus den enormen Unterschied zwischen arm und reich. Das beste Beispiel entnimmt man diesem Thema, der eine in einer total veralteten Einrichtung mit 8 Leuten in einem Zimmer, wo die Angehörigen helfen müssen, wo sie nur können - der andere in einer Luxusklinik für plastische Chirurgie mit mehreren Arztbesuchen am Tag und Verpflegung wie im Luxushotel.


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Beitragvon John Extra » 15. Jun 2018, 22:06

Beitrag von John Extra » 15. Jun 2018, 22:06

Nun, es ist nicht unbedingt immer der Unterschied zwischen arm und reich..... es gibt auch einige die sparen einfach an der falschen Stelle..

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Beitragvon Karibikotto » 16. Jun 2018, 00:55

Beitrag von Karibikotto » 16. Jun 2018, 00:55

@John Extra

viele verdienen so wenig, dass es einfach nicht reicht um in eine private Krankenversicherung einzuzahlen. Die sind auf staatliche Hilfe angewiesen, die größtenteils schlecht ist. Bei der ärztlichen Versorgung spielt der Wohnort ebenfalls eine ganz wichtige Rolle. Wohnst du in einer Gegend mit schlechter ärztlicher Betreuung, dann nützt auch die beste Versicherung wenig, wenn du auf schnelle Hilfe angewiesen bist und vor Ort die Krankenhäuser, sagen wir, bescheiden sind. Viele machen einfach den Fehler sich erst mit der Qualität vor Ort vertraut zu machen wenn der Notfall eintritt.

Bei schneller Hilfe will ich noch anmerken, dass es keinen Rettungswagen oder Notarzt für jedermann gibt. Das Gesundheitswesen ist für einen Großteil der Bevölkerung alles andere als gut ausgelegt.


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Beitragvon Leonor » 20. Jul 2018, 04:45

Beitrag von Leonor » 20. Jul 2018, 04:45

Meine Schwiegermutter ist seit acht Tagen im Krankenhaus.
Da sie täglich eine Dialyse bekommt, ist sie in einem Einzelzimmer untergebracht.
Das Bett hat keine Klingel und auch die Visiten der Schwestern sind in unregelmäßigen und sehr großen Abständen.
Die Familie entschied das Tag und Nacht man sich abwechselt, das die alte Frau nicht unbeaufsichtigt ist. Dafür entstehen keine Kosten.
Da sie friert mussten wir eine dicke Wolldecke mitspringen. Die muss von uns täglich gewechselt werden, das Krankenhaus stellte die Decke nicht.
Zweimal musste sie auf eine Intensivstation verlegt werden, beide male mit einem Krankenwagen in eine andere Klinik, die Wartezeit war nicht unerheblich. Die Frau tut mir sehr leid, denn sie leidet durch das ständige hin- und her.
Bis jetzt ist meine Erfahrung zum Krankenhausaufenthalt sehr negativ.


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Beitragvon Leonor » 25. Jul 2018, 08:23

Beitrag von Leonor » 25. Jul 2018, 08:23

Traurigen Herzen berichte ich weiter.
Es wurde das Gutachten einen Facharztes benötigt, die Wartezeit in der Klinik lag bei 8 Tagen. Solange konnten wir nicht warten, denn der Zustand der Schwiegermutter wurde von Tag zu Tag schlechter. Wir bezahlten dieses privat, da ging es sofort.
Heute ist die Schwiegermutter im Krankenhaus gestorben.
Hier geht nach dem Tod alles sehr schnell. Morgen, bzw. heute um 16 Uhr ist die Beerdigung.
Die Zeiten im Krankenhaus haben mir ein ganz anderes Bild Kolumbiens vermittelt.
Mein Mann und ich sind uns einig. Wir gehen zurück nach Deutschland. Da ist zwar auch nicht alles Gold was glänzt, aber ...

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Ernesto
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Beitragvon Ernesto » 25. Jul 2018, 09:26

Beitrag von Ernesto » 25. Jul 2018, 09:26

@leonor

mein aufrichtiges Beileid.


Tenere-wue
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Beitragvon Tenere-wue » 11. Aug 2018, 21:52

Beitrag von Tenere-wue » 11. Aug 2018, 21:52

@leonor,
leider erging es meiner Schwiegermutter ähnlich. Medikamente, examenes.... alles musste vorher von EPS genehmigt werden oder man kauft es privat damit man sich die somit Woche Wartezeit spart. Sie hat sich damals selbst Entlassen um es zu überleben. Zum Glück hat sie Überlebt.
Jahre später dann hatte mein Schwager einen Unfall, gleiches Krankenhaus aber "bessere Versicherung". Die Krankenvers. hatte immer sofort bezahlt und es gab keine Probleme. Bis auf fehlende Medikamente war da alles gut verlaufen. Es gibt schon krasse Unterschiede. Leider.
Grüsse Tenere-wue (Armenia & Cartago)
-vive tu sueno !