Ab heute (4.2.17) ist die Organspende in Kolumbien obligatorisch

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Eisbaer
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Ab heute (4.2.17) ist die Organspende in Kolumbien obligatorisch

Beitrag von Eisbaer » 4. Feb 2017, 17:00

Laut dem Gesetzt 1805 aus dem Jahr 2016 (Ley 1805 de 2016) wird jeder Kolumbianer und auch jeder legale Resident - im Todesfall zum Organspender! Wer dies nicht will soll sollte umgehend ein entsprechendes Schreiben aufsetzten, dies von einem Notar beglaubigen lassen und beim INS Colombia - National Institute of Health einreichen. Organspenden an Ausländer, die nicht in Kolumbien leben sind verboten. Weitere Informationen könnt ihr dem genannten Gesetzestext entnehmen.
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FreeLibertarian
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Ab heute (4.2.17) ist die Organspende in Kolumbien obligatorisch

Beitrag von FreeLibertarian » 6. Feb 2017, 17:33

Na denn find ich das System in D mit dem Organspendeausweis doch praktischer!

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Ernesto
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Ab heute (4.2.17) ist die Organspende in Kolumbien obligatorisch

Beitrag von Ernesto » 6. Feb 2017, 18:25

Besser nicht in Kolumbien wegen der Organe ermordet werden. Korruption könnte im entscheidenden Moment zu einem Systemausfall bei "INS Colombia" führen. Finde ich nicht gut das Gesetz.

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Don Maximo
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Ab heute (4.2.17) ist die Organspende in Kolumbien obligatorisch

Beitrag von Don Maximo » 6. Feb 2017, 21:47

Die Bezeichnung "obligatorisch" ist unzutreffend und irreführend. Leider haben Boulevard Medien diesen Terminus fälschlicherweise in diesem Zusammenhang verbreitet. Berechtigt wäre allenfalls die Bezeichnung "automatische Organspende".

Bereits vor dem Inkrafttreten der "ley 1805" vom April 2016 (wenn ich nicht irre seit Ende der 80 Jahre) galt in der Tat bereits die Widerspruchsregelung. Das heisst, dass bei fehlendem Widerspruch bei Lebzeiten, man von einer Spende Bereitschaft des Toten ausgehen darf. Also die selbe Regelung wie bei der ley 1805. Dies mit einem kleinen, jedoch in der Praxis signifikanten Unterschied. Die nächsten Verwandten hatten in diesem Fall - also bei der Annahme zur spendebereitschaft im Sinne wie oben - das Recht Einspruch einzuleiten oder eine Organspende an Bedingungen zu knüpfen.
An die damit verbundene Praxis und an dessen bürokratischen Weg Scheiterte jedoch in der Praxis die Anwendung der Widerspruchsregelung.

Neu ist, dass den Verwandten dieses Recht nicht mehr zusteht. Hat der Tote also zu Lebzeiten nicht ausdrücklich und nachweislich geäussert, dass er seine Organe im Todesfall nicht spenden will, steht einer Organentnahme zwecks spende nichts mehr im Wege (Meines Erachtens - auch wenn weit verbreitet - ethisch höchst bedenklich).

In der Schweiz und in Deutschland gilt die Zuspruchsregelung. Das heisst, dass eine Organspende nur bei ausdrücklicher Zustimmung vorgenommen werden kann (z.B. Spenderausweis)

In der Schweiz wollten gewisse Kreise die Zuspruchsregelung durch die Widerspruchsregelung ablösen. Eine solche Änderung wurde jedoch vom Parlament im 2015 Abgelehnt, was ich äusserst begrüsse.

Viele Länder kennen jedoch die automatische Organspende, also die Widerspruchsregelung. Darunter u. a. Osterreich, Italien und Spanien. In Lateinamerika z. B. Ecuador, Peru, Argentinien, Chile,...

Meines Erachtens ist die Widerspruchsregelung aus ethischer Sicht doch recht bedenklich. Dies Insbesondere in Länder wie Kolumbien, wo Unwissenheit, Desinformation und Hilflosigkeit allgegenwärtig sind.

Aber das ist lediglich meine Sicht und ich habe eine sehr ambivalente Einstellung was die Organspende anbelangt.
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News Robot
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Así es la donación de órganos en Colombia

Beitrag von News Robot » 25. Jan 2019, 20:15

Todos los colombianos somos donantes a menos que en vida se haya expresado la oposición a la donación, para eso se debe hacer un documento en el que se indica que al fallecer no se quiere ser donante, autenticarlo en una notaría y enviarlo al instituto nacional de salud, o al momento de afiliarse a una EPS manifestar que no se quiere ser donante.

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Fuente: Caracol
Du hast einen simplen Roboter sehr glücklich gemacht. Vielen Dank.

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Don Maximo
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Ab heute (4.2.17) ist die Organspende in Kolumbien obligatorisch

Beitrag von Don Maximo » 2. Apr 2019, 18:14

Nun ist das Thema auch in der Schweiz und in Deutschland wieder hoch aktuell.
Am 22. März wurde die Volksinitiative "Organspende fördern - Leben retten" bei der Bundeskanzlei in Bern eingereicht. Die Initiative fordert die (vom CH Parlament im 2015 abgelehnte) Einführung der Wiederspruchsregelung und somit, dass jede Person ohne expliziten Widerruf zum Organspender wird.
Die Schweizer werden sich somit in den nächsten Jahren in einer Volksabstimmung für oder gegen den neuen Gesetzesentwurf äussern können.

Auch in Deutschland ist die Debatte aktuell, so will Gesundheitsminister Jens Spahn für sein Land die Wiederspruchslösung.
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cm81
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Ab heute (4.2.17) ist die Organspende in Kolumbien obligatorisch

Beitrag von cm81 » 2. Apr 2019, 18:45

Ich werde die Volksinitiative auf jeden Fall annehmen.
Finde jeder sollte selber entscheiden können, aber aus Sicht der Betroffenen die vergebens auf ein Organ warten ist die Wiederspruchsregelung sicherlich zielführender. Viele ringen sich einfach nie dazu durch sich einzutragen (mich eingeschlossen).
Logischerweise müssten die, die nicht spenden wollen dann auch hinten anstehen, wenn sie dann selber unerwartet in eine solche Situation kommen. Wer nicht geben will soll auch nicht fordern.
Die Bedenken von Ernesto im Falle von Kolumbien kann ich nachvollziehen. Ob dabei aber eine Einwilligung oder irgend eine Regelung eine zentrale Rolle spielt ist fraglich. Heisst dann vielleicht später einfach die Gerichtsmedizin hat ihn oder sie aufgemacht um die Todesursache festzustellen.
Auch kann man natürlich darüber spekulieren welche Rolle Geld generell dabei spielt auf welchem Platz auf der Warteliste man eingetragen wird.


MMMatze
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Ab heute (4.2.17) ist die Organspende in Kolumbien obligatorisch

Beitrag von MMMatze » 2. Apr 2019, 19:04

ich habe lange mit mir gerungen, aber inzwischen habe ich einen Spenderausweis in meinem Geldbeutel. Ich kann zwar auch in Deutschland einen Missbrauch nicht zu 100% ausschliessen, aber die Liste der auf neue Organe angewiesenen ist einfach sehr lang. In meinem Bekanntenkreis habe ich einen, der dringend auf eine Leber wartet. Das ist nicht wirklich schön.

In Kolumbien würden bei mir aber ganz klar die Bedenken überwiegen, die Ernesto vorgetragen hat.

So oder so ist es eine Gewissensentscheidung, und ich bin grundsätzlich kein Freund von obligatorischen Vorschriften. In Deutschland ist ja wenigstens ein Widerspruchsrecht vorgesehen.


John Extra
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Ab heute (4.2.17) ist die Organspende in Kolumbien obligatorisch

Beitrag von John Extra » 3. Apr 2019, 00:54

Wenn meine Frau ein Nierenproblem haette und der behandelnde Arzt zu mir sagen wuerde, es ist Ok mit Ihrer Niere koennen sie Ihrer Frau helfen, dann wuerde ich ohne Bedenken meiner Frau eine Niere spenden, es ist Aeztlich bewiesen das man mit einer Niere gut und lange Leben kann.
Die Bedenken von Ernesto kann ich nachvollziehen, habe ich auch schon in Deutschland gehoert.
Pauschal moechte ich sagen,Menchen sterben nicht weil es keine Spender gibt, sondern weil sie krank sind. man sollte den Menschen nicht als Ersatzteillager betrachten, sondern seine Entscheidung, Fuer oder Wider, respektieren.
Transplantierte haben oft ihr Leben lang mit schweren Infektionen zu kaempfen.
Viele Menschen verdraengen das Thema, da sind die Aerzte gefragt die Aufklaeren muessen.
Ich finde wer Spenden will soll es machen, wer es nicht moechte sollte das Widerspruchsrecht in Anspruch nehmen, wichtig ist in der Familie sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Nicht darueber Nachdenken und nicht darueber sprechen bringt nichts.


:glas: