Nach dem Auswandern nochmal auswandern was denkt Ihr?

Allgemeines zu Land und Leuten und die vielen Fragen, die nichts direkt mit der Reise zu tun haben.
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elviejito
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Nach dem Auswandern nochmal auswandern was denkt Ihr?

Beitrag von elviejito »

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@John Extra

In die Schweiz Auswandern. Schwierige Entscheidung ;-)

- Kleine Schweiz - Baden-Württemberg
- Fränkische Schweiz - Bayern
- Berliner Schweiz - Brandenburg
- Stellinger Schweiz - Hamburg
- Hessische Schweiz - Hessen
- Usedomer Schweiz - Mecklenburg-Vorpommern
- Lüneburger Schweiz - Niedersachsen
- Bergische Schweiz - Nordrhein-Westfalen
- Rheinhessische Schweiz - Rheinland-Pfalz
- Saarländische Schweiz - Saarland
- Sächsische Schweiz - Sachsen
- Holsteinische Schweiz - Schleswig-Holstein
- Kleine Schweiz - Österreich
- Klein Zwitserland - Niederlande
- La petite Suisse - Frankreich
- Little Switzerland - Großbritannien
- Piccola Svizzera - Italien
- Elbinger Schweiz - Polen
- Suiza Española - Spanien
- Böhmische Schweiz - Tschechien
- Kleine Schweiz - Athos - Griechenland
- Little Switzerland - New Glarus - USA
- Switzerland County - Pennsylvania - USA
- Grönländische Schweiz - Kanada
- La Suiza - Honduras
- Mittelamerikanische Schweiz - Costa Rica
- Nueva Suiza - Panama
- Argentinische Schweiz - Argentinien
- Chilenische Schweiz - Chile
- La Suiza - Kolumbien
- Nueva Helvecia - Uruguay
- Die Schweiz Südamerikas - Uruguay
- Schwarzwald-Schweiz - Venezuela
- Indische Schweiz - Indien
- Little Switzerland - Namibia
- Schweiz des Pazifiks - Neuseeland
etc.

Saludos,
El Viejito
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Don Maximo
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Registriert: 2. Mai 2015, 01:51

Nach dem Auswandern nochmal auswandern was denkt Ihr?

Beitrag von Don Maximo »

cm81 hat es weiter oben so ausgedruckt, kurz und bündig, aber wie es auch für mich nicht treffender formuliert werden könnte.

Der Gedanke um nach Kolumbien auszuwandern wäre für uns primär die Familie (und Freunde). Ich, als Einzelkind geboren, habe keine nahe Verwandte mehr, abgesehen von meiner Mutter. Viele Freunde sind leider gestorben, andere sind ausgewandert (Kanada). In Kolumbien haben wir die Familie meiner Frau. Ihre Eltern, vier Geschwister und und ein ganzer "Familienclan" zweiten und dritten Grades, zu denen auch ich ein hervorragendes Verhältnis habe.
Auch Freunde, haben wir in Kolumbien ein Paar gute. Und das wären für uns DIE Argumente für eine Auswanderung. Entgegen unseren anfänglichen Vorstellungen, haben wir letztendlich eine Finca im Pueblo gekauft, in dem die Schwagerfamilie lebt. Ein sehr ruhiger "Pueblo", mit absolut beneidbaren Verhältnisse, was "orden publico" angeht. In letzter Zeit haben sich dort auch viele Auswärtige niedergelassen (u. a. auch Schweizer, aber auch gut situierte Paare aus Medellin) Allerdings ist es nichts für "Wirtschaftsflüchtlinge". Ich selbst stehe dieser Entwicklung - aus Erfahrung in früheren Jahren in der Südschweiz - sehr kritisch gegenüber.

Aus beruflichen Gründen meiner Frau, und wegen eines Unfalles meiner Mutter mussten wir den Schritt jedoch hinausschieben (obwohl wir in der Zwischenzeit das Haus in der CH Verkauft hatten). Inzwischen spricht jedoch einiges dafür, dass wir - zumindest mittelfristig - in der Schweiz wohnhaft bleiben und jeweils "blockweise" ein paar Monate in Kolumbien verweilen. Durch die inzwischen vereinfachte einreise für Kolumbianer (Abschaffung der Visa) ist es auch schön hier Familie und Freunde spontaner zu empfangen. Finanziell lohnt sich, wie man uns vorgerechnet hat, das auswandern kaum. Im Gegenteil (alles berücksichtigt: Steuern, Versicherungen, Gesundheitskosten, usw.)

Die politische, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der momentanen Situation, werden sich (und sind bereits) global spürbar machen. Ausprägung und Betroffenheit wird sich leider einmal mehr Schichtenmässig Zeigen (und weniger geografisch), so jedenfalls meine Einschätzung.

@John Extra: Muss es denn Südamerika sein? Wie sieht es mit der Schweiz aus? OK, was ich so verstanden habe, suchst du ein eher mildes und warmes Klima. Da hat es z. B. Regionen wie den Kanton Tessin (das ich bestens kenne) oder das Wallis.
Virtus Junxit Mors Non Separabit

OliCO
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Nach dem Auswandern nochmal auswandern was denkt Ihr?

Beitrag von OliCO »

Eine gegenteilige Meinung:

Ich würde in der derzeitigen Situation erst recht nicht in ein anderes Land gehen wollen. Hier in Kolumbien habe ich alles, was ich brauche und meine Expertise ist gefragt, ich habe es also vergleichsweise leicht, einen ansprechenden Lebensstandard aufrechtzuerhalten. In Deutschland würde ich inzwischen mit fast 50 schon zum "alten Eisen" zählen, obwohl ich in so einigen Bereichen die meisten "Frischlinge" locker in die Tasche stecken könnte. Aber der Jugendwahn erfreut sich in .de bekanntlich nach wie vor fröhlicher Urständ. Das ist hier in Kolumbien anders.

Klar hat sich die Situation verschlechtert, aber in meiner "Filterblase" nicht. Und für die Leute außerhalb engagiere ich mich nach einigen "Aha"-Erlebnissen inzwischen ein wenig, sowohl durch "Anpacken" und auch finanziell.

Ein Indikator, wie stark der finanzielle Impact der Coronakrise war (und noch ist): hier in der - relativ gutsituierten - Kleinstadt gab es sonst zwei Mal täglich zum Berufsverkehr einen absoluten Verkehrskollaps, und auch dazwischen war die Lage nie wirklich entspannt. Gefühlt zehntausend Motos und auch jede Menge Autos, da hier viele vermögende Leute wohnen. Naja, dann kam der Lockdown. Und nun, nach dem Lockdown, hat sich der Verkehr mit Sicherheit mindestens halbiert, wenn nicht sogar noch mehr. Höchstens noch ein Viertel der Motorräder sind auf den Straßen und bestimmt 30 % Autos weniger. Viele Mittelklassefamilien konnten ihre finanzierten Wagen nicht mehr halten, oder mußten ihr Auto verkaufen, um über die Runden zu kommen. Naja, und von den Mototaxistas wollen wir mal gar nicht reden ...

Und hier in meiner Straße wird allenthalben darüber nachgedacht, sich das nächste Haus zu kaufen oder den Zweitwagen für den Sohn oder die Tochter. Ist eine ganz andere Welt. Da wird einem mal vor Augen geführt, was "soziale Ungleichheit" eigentlich wirklich bedeutet.