Venezolaner in Kolumbien, wird das ein Problem?

Allgemeines zu Land und Leuten und die vielen Fragen, die nichts direkt mit der Reise zu tun haben.

tico
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Venezolaner in Kolumbien, wird das ein Problem?

Beitrag von tico » 23. Feb 2018, 20:56

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Bei uns (in ca. 6 Wochen bin ich weg) leben ja viele Nikkis. Ohne Arbeitsbewilligung. Was mir aber gefaellt, ist, dass sich viele Frauen hinstellen, zuhause kochen, meinethalben gefuellte Tortillas oder Kuchen oder sonstwas, und das dann am Mercado-Central verkaufen. Die Ordnungsbehoerden machen manchmal Stichpoben ob das Essen auch den gesundheitlichen Anspruechen genuegt (Hygiene), aber ansonst floriert das. Mit gefaellt das, weil es zeigt, dass die Menschen nicht in die Kriminalitaet sondern arbeiten wollen. Das respektiere ich, wobei mir egal ist ob die legal oder ilegal sind.
Gibt es denn aehnliches in Kolumbien? Oder so: waere das nicht ein Weg?

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spitfire88
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Venezolaner in Kolumbien, wird das ein Problem?

Beitrag von spitfire88 » 24. Feb 2018, 15:08

Was man so in Venezuela hört, gehen die geflüchteten Frauen in Kolumbien ganz anderen Geschäften nach. Hier über gibt es ja bereits einen Thread im Forum. Die Problematik ufert natürlich auch nach Nord-Brasilien aus. Dorgen ...

Am besten sind Venezolaner wohl in Ecuador dran. Dort wird zu mindest in USD verdient. Ich habe Bekannte, die dort Grillstände (Hot Dogs, Hamburger) auf der Straße haben oder als Barkeeper arbeiten.

Die Mädchen verkaufen Eis in ihren knappen Bikinis in Peru am Strand ... und sehen natürlich viel besser aus als die lokalen Konkurrentinnen.

Alles natürlich Einzelfälle und auch z. T. Hearsay bzw. aus der Zeitung.

Venezolanische Verwandte von mir haben aber inzwischen in Ecuador auch Arztpraxen. Die kommen bestimmt nicht wieder zurück.

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cm81
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Venezolaner in Kolumbien, wird das ein Problem?

Beitrag von cm81 » 26. Feb 2018, 17:53

@tico
Halb Kolumbien lebt schon von solchen Gelegenheitsjobs. Die meisten, die keinen festen Job haben müssen trotzdem irgendwie ihr Geld verdienen.
Die meisten Einwanderer aus Venezuela wollen auch arbeiten, faul scheinen die meisten nicht zu sein. Im Gegenteil.
Mit Arbeitsbewilligungen würden sich die Zuwanderer wenigstens auf die gesamte Wirtschaft verteilen und nicht nur den unqualifizierten das Leben schwer machen und die Löhne Richtung Nullpunkt verschieben.

Ich störe mich selber mehr an den vielen gestrandeten Touristen. Dass solche auch noch versuchen ihr Geld zu erbetteln nur um ihr Lotterleben weiter zu finanzieren. Sowas kannte ich bisher nur aus Thailand. Die immer gleichen Geschichten, die eigentlich jeder kennt und sich trotzdem stetig wiederholen...


tico
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Venezolaner in Kolumbien, wird das ein Problem?

Beitrag von tico » 26. Feb 2018, 19:57

@cm81
Da gebe ich dir absolut recht was die "gestrandeten" Touristen betrifft, ich habe da im laufe der Jahre schon so manchen echten Betrug erlebt. Manchmal schaemt man sich Europaer zu sein, die kommen aus doch reicheren Laendern und erbetteln sich von der doch aermeren Bevoelkerung noch Geld.

Ja das wusste ich nicht (haette ich mir aber eigentlich denken muessen) dass die auch bei euch eine Fuelle von Gelegenheitjobs machen.
Im Falle Nicaragua denke ich, man darf diesem parasitaeren Diktator Ortega, der vom armen Revolutionaer zum Multimillionaer mutierte (gehoert alles dem Volk....) keinen Pfennig Geld geben, keine Unterstuetzung, gar nichts, damit das Volk endlich mal was gegen ihn unternimmt. Solange er aber Hilfe bekommt braucht er nichts zu aendern und kauft weiter seine Panzer anstatt Arbeitsplaetze zu schaffen.

Aehnliches muesste bei diesem Busfahrer, der sich gar Praesident Venezuelas nennt, geschehen. Aber dessen Bauernschlaeue greift wohl noch.
Die armen Menschen. Es sind schon soviel sinnlos gestorben wegen diesem Stalinistischen Schaedel. Wenn man bedenkt dass Venezuela einst das reichste Land Suedamerikas war.... eine Schande ist das.
Also den Fluechtlingen darf man das nicht vorwerfen, die kaempfen ja fast buchstaeblich ums Ueberleben.
Das Problem ist ja wohl, wenn Kolumbien nun offiziell ein Hilfsprogramm fuer die gefluechteten aus Venezuela aufstellt, dann kommen noch viel mehr.
Ich habe auch keinerlei Ahnung wie man da auf Dauer Hilfe leisten kann. Das Militaer steht ja wohl noch auf der Seite des Busfahrers?

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[Video] An der Grenze zu Kolumbien herrscht Massenandrang

Beitrag von News Robot » 27. Feb 2018, 15:40

"Willkommen in Kolumbien", lautet der Spruch am Grenzposten, von Venezuela aus gesehen. Viele Menschen scheint es dieser Tage über die Grenze zu ziehen, weg aus Venezuela, hinüber nach Kolumbien. Schwere Koffer, überfüllte Rucksäcke - Hunderte Venezolaner sind hier unterwegs in Richtung Nachbarland, nahe der Grenzstadt Maicao.

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Quelle: Stern
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Kolumbien und Venezuela: Brudervölker in der Krise

Beitrag von News Robot » 28. Feb 2018, 13:52

Auf der Grenzbrücke „Simon Bolivar“ ist der Pulsschlag der Krise zu spüren. Das schmale graugrüne Bauwerk zwischen der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta und dem rund eine Autostunde entfernten venezolanischen San Cristóbal ist so etwas ein Fieberthermometer der Beziehungen zwischen Kolumbien und Venezuela. Mal ist sie auf Anweisung einer der beiden Regierungen geschlossen, mal stürmen an einem Tag Zehntausende auf die kolumbianische Seite. Kein anderer Platz symbolisiert den Niedergang des venezolanischen Sozialismus wie dieses Nadelöhr zwischen den beiden „Brudervölkern“.

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Quelle: swp
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Venezolaner in Kolumbien, wird das ein Problem?

Beitrag von Baiker » 1. Mär 2018, 13:51

Gut ist dieser Massenandrang für Kolumbien nicht. Die Armen verdienen weniger, die Reichen profitieren und verdienen mehr. Generell würde ich sagen, Flüchtlinge ohne Arbeitserlaubnis sollten nicht arbeiten dürfen, weniger noch unbehelligt der Prostitution nachgehen. Kolumbien hat genug Probleme!


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Venezolaner in Kolumbien, wird das ein Problem?

Beitrag von Dolfi » 1. Mär 2018, 14:05

Massenmigration führt zu sinkenden Löhnen und vermehrter Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, überall. In London sind seit der Grenzöffnung für die neuen EU-Länder in Osteuropa die Löhne auf dem Bau von 15 auf 7 Pfund pro Stunde gesunken. In Deutschland merken wir das noch nicht so, weil die Flüchtlinge meistens noch nicht arbeiten dürfen (bzw. wollen), aber in Kolumbien kann es böse werden. Als wenn es nicht immer schon genug Leute gegeben hätte, die sich irgemdwie durschlagen mit Autoscheiben putzen oder Süßigkeiten im Bus anbieten.


OliCO
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Venezolaner in Kolumbien, wird das ein Problem?

Beitrag von OliCO » 1. Mär 2018, 15:31

Mir ist das in meinen letzten drei Aufenthalten in Barranquilla (Dez. 2016, Juni 2017, Dez. 2017) durchaus aufgefallen wie sich auch dort sukzessive die Zahl der Venezolaner erhöht hat. In 2016 noch kaum spürbar, war Ende 2017 an jeder Kreuzung und jeder Ampel auf dem Circunvalar alles voller Personen, die irgendwas verkauften oder die Autoscheibe waschen wollten. Da sie sehr dreckig war - kamen grad aus Santa Marta - hab ich ihn machen lassen. Er wollte 200 Peso. Gegeben habe ich 1000. Da Stau war, ein wenig ins Gespräch gekommen. Arzt mit eigener Praxis. Sein Kollege, der daneben stand, Bauingenieur. Mein Mann sagte, das sei durchaus die Wahrheit. Auch mitten im Leben stehende, ehemals gesicherte Existenzen brechen weg. Es scheint nichts anderes mehr möglich zu sein, als mit wenig bis nichts nach Kolumbien zu gehen. Hat mich schon ein bisl mitgenommen, diese Geschichte. Hoffentlich knallen die den Busfahrer bald ab.

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Ansturm an Kolumbiens Grenze

Beitrag von News Robot » 2. Mär 2018, 15:44

Zehntausende von Venezolanern strömen täglich nach Kolumbien. Hunger, fehlende medizinische Versorgung und Gewalt veranlassen sie, ihrem Land den Rücken zu kehren. Kolumbien ist überfordert, und die Stimmung in der Grenzregion ist angespannt.

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Quelle: NZZ
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Venezolanische Migration in Kolumbien: Ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch

Beitrag von News Robot » 5. Mär 2018, 14:41

Die 2.219 km lange Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela ist gleichzeitig auch die längste Grenze beider Länder zu einem Nachbarland. Das Grenzgebiet zeichnet sich durch seine landschaftliche Vielfalt aus: zahlreiche Flüsse, Berge, Urwälder und wüstenartige Gebiete. Vor allem aber existiert damit ein breiter Korridor der momentan für viele Venezolaner (und auch Kolumbianer) als der kürzeste, wenn auch nicht immer der sicherste, Weg gilt um der kritischen humanitären Lage in Venezuela zu entfliehen.

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Quelle: Konrad Adenauer Stiftung
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[Video] Hoffnung Kolumbien: 45.000 Venezolaner kommen täglich

Beitrag von News Robot » 26. Mär 2018, 22:01

Die Simón-Bolívar-Brücke in Cúcuta an der Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien ist ein Symbol der Massenflucht geworden. Kolumbien ist mit einer nie da gewesenen humanitären Krise konfrontiert. Bis zu 45.000 Immigranten passieren täglich diesen Grenzübergang, oft die letzte Hoffnung für Venezolaner, die vor einer bröckelnden Wirtschaft fliehen. Nahrungsmittel und Medikamente sind knapp – über vier der 30 Millionen Venezolaner haben ihr Land bereits verlassen.

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Quelle: euronews
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Venezolaner in Kolumbien, wird das ein Problem?

Beitrag von OliCO » 27. Mär 2018, 00:29

Wenn das in diesem irrsinnigen Tempo weitergeht, dann wäre in spätestens 6 Monaten die kritische Masse erreicht. Fast 50000 am Tag. Und in Deutschland sehen sie bereits den Untergang des Abendlandes bei 50000 im MONAT.

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Venezolaner in Kolumbien, wird das ein Problem?

Beitrag von Ernesto » 27. Mär 2018, 01:33

Es wird nur vom Grenzübergang Simón-Bolívar berichtet. In Cucúta gibt es noch die Brücke nach Ureña. Neben den vielen Venezolanern sieht man tagtäglich mehr Gringo-Renter in Medellín. Zeit zum umziehen.


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Venezolaner in Kolumbien, wird das ein Problem?

Beitrag von OliCO » 27. Mär 2018, 03:33

Komm hierhin nach Barranquilla ;) da ist es noch erträglich. Sincelejo und Chinú haben mir auch gefallen. Null Gringos, und kaum Venezolaner. Also, wenn es nur darum geht :)


CaribicStefan
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Venezolaner in Kolumbien, wird das ein Problem?

Beitrag von CaribicStefan » 27. Mär 2018, 07:23

Wenn alles so läuft wie ich es plane und mir vorstelle, bin ich ab August in Villavicencio
https://www.youtube.com/watch?v=GJm7H9IP5SU