Tayrona Park - zweites Mal und auch das letzte Mal!

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vertigo75
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Tayrona Park - zweites Mal und auch das letzte Mal!

Beitragvon vertigo75 » 31. Okt 2017, 10:37

Beitrag von vertigo75 » 31. Okt 2017, 10:37

Hallo,

da ich nun ein zweites Mal im Tayrona park war, möchte ich dazu meine Erfahrungen kund tun.

Ich war in den teuren Ecohabs und diese sind wirklich beeindruckend, aber ansonsten steht Preis-leistung (über 700.000 Peso pro Nacht) nicht in einen gutem Verhältnis. Es gibt ein Jacuzzi und dieser wird mit Bergwasser verwendet (kalt und geblich). Habe ich so auch noch nicht gesehen:-)

Die Preise für Essen entsprechen einem kolumbianischen 5 Sterne Hotel und ich habe aber noch nie so schlecht gegessen. Bei Pommes kann man eigentlich nicht viel verkehrt machen, aber diese waren matschig, fleisch war zäh etc. Dabei bin ich kein Gourmet:-)

Ansonsten würde ich den Besuch des parks auch nicht mehr empfehlen. Ich hatte es vorher in einem Post einmal lesen können und für den Eintritt den man dort verlangt, muss man schon ein bisschen Investition in die Infrastruktur verlangen können. Wege sind verwildert, kaum befestigt und bei Regen, kaum noch begehbar. Ich bin noch gut zu Fuss, aber für ältere sind die Wege kaum noch machbar. Ein Weg führte durch Morast (wohl auch dem Regen geschuldet, aber der ist dort auf der Tagesordnung) und dieser Stand uns fast bis zu den Knien. Einen alternativen Weg dazu gab es nicht. Man bekommt hier einfach den Eindruck, man möchte die Parkbesucher einfach dazu zwingen kostenfplichtig auf dem Rücken eines Pferdes zu verbringen, weil anders die Wege nur noch schwer zu begehen sind.

Die Wege sind insgesamt einfach nur schlecht und das schlimme dabei ist, dass man Gefahr läuft sich in dem park zu verirren. Die Wege sind teilweise verwildert und es gibt Stellen, wo keine Beschilderungen vorhanden sind und man einfach nicht weiss, wo es weiter lang geht. Unter dem Gesichtspunkt, dass man sich hier mehr oder weniger im Dschungel befindet, halte ich dies doch für sehr gefährlich.

Die Strandqualität hat meinem Empfinden nach hier auch sehr nachgelassen. Wir sind fast 2 Stunden zum San Cabo Strand gelaufen, der regelrecht angepriesen wird und auch wenn sich dort eine Menge Menschen tummeln (vor allem Camper) ist dieser Strand keinen Beusch und vor allem diesen unbequemen Fussmarsch nicht wert. Er ist schmutzig und ich kann hier nicht nachvollziehen, dass es sich hier um einen der schönsten Strände von Kolumbien handeln soll. Algen, Rückstände etc. erwarte ich nicht an einem Top-Strand und das Wasser ist auch nicht klar. zwischen dem Stand den die Ecohabs anbieten und dem San Cabo gibt es keinen Unterschied. Da hätten wir nicht so weit laufen müssen:-)

Also das war mein zweites mal dort und wohl auch das letzte Mal. Die Infrastruktur verschlechtert sich immer mehr und mit dem Eintritt sollten die Kolumbianier schon ein bisschen investieren. Der Eintrittspreis für Kolumbianer und Ausländer ist sehr unterschiedlich.

Noch ein kleiner Hinweis am Rand: Da dies oft anders kommuniziert wird. Eine Gelbfieberimpfung für den Park wird empfohlen, aber ist keine Pflicht. Kontrollen diesbezüglich haben auch keine stattgefunden.


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Tayrona Park - zweites Mal und auch das letzte Mal!

Beitragvon CaribicStefan » 31. Okt 2017, 12:29

Beitrag von CaribicStefan » 31. Okt 2017, 12:29

Tipp zur Gelbfieberimpfung: Diese gibt es kostenlos im Flughafen von Bogota, interessant für diejenigen die dort ankommen!
https://www.youtube.com/watch?v=8jtfXHadYIE

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Tayrona Park - zweites Mal und auch das letzte Mal!

Beitragvon cm81 » 31. Okt 2017, 16:43

Beitrag von cm81 » 31. Okt 2017, 16:43

Betreffend Gelbfieber.
Logisch gibt es keine Kontrolle im Park. Falls wirklich ein Risiko besteht dann in der ganzen Region. Folglich müsste die Kontrolle schon bei der Einreise vorgenommen werden.
Dass diese am Flughafen Bogota kostenlos oder überhaupt möglich ist, wusste ich nicht. Könnte für diverse Leute interessant sein.
Wer jedoch direkt in ein Risikogebiet reist, sollte sich bewusst sein, dass der Impfschutz offenbar erst nach einigen Tagen vorhanden ist. Könnte also eine falsche Sicherheit vermitteln.
Ich hab mich persönlich vor Jahren mal impfen lassen. Musste jedoch bisher in Kolumbien noch nie einen Nachweis erbringen. Eventuell hat jemand andere Erfahrungen gemacht?

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Beitragvon cm81 » 31. Okt 2017, 17:18

Beitrag von cm81 » 31. Okt 2017, 17:18

Ich war bisher vier Mal im Tayrona Park.
Bei einigen Punkten stimme ich vertigo75 bedingungslos zu. Insbesondere in der Ferienzeit oder Feiertagen bilden sich lange Schlangen bereits vor dem Eingang. Mir haben bekannte schon berichtet, dass sie den halben Tag warten mussten um überhaupt reinzukommen. Anschliessend im Gänsemarsch die Pfade entlang. Hört sich für mich nicht wirklich nach Naturerlebnis an. Ich war immer in der Nebensaison, früh morgens, zügig gelaufen. Dann hat man relativ lange Ruhe vor dem grossen Ansturm. Übernachtet habe ich bisher nur einmal (im Zelt), selten so gut geschlafen. Lag wohl auch am Schlafmangel und der Hektik der vorhergehenden Tage. Es gibt in unmittelbarer Nähe zum Eingang diverse Hostals, welche sehr günstig und z.T. auch sehr zu empfehlen sind. Im Monte Verde haben wir das letzte Mal zu zweit für ca. 120000 Pesos übernachtet inkl. Frühstück.
Die Beschilderung ist wirklich nicht gut gelöst. Theoretisch kann man sich verlaufen. Der Eintrittspreis wird immer wieder angehoben. Die Wege waren für meinen Geschmack schon fast zu konfortabel. Eine Ausbaustufe mehr wäre dann wohl bereits Rollstuhltauglich. Man sollte sich bewusst sein, dass man sich in einem Naturschutzgebiet und nicht in einem Vergnügungspark aufhält. In Bezug auf den Eintrittspreis verstehe ich natürlich die entsprechenden Erwartungen. Dass die Einheimischen weniger bezahlen finde ich ok, da sich sonst noch weniger Kolumbianer den Eintritt überhaupt leisten können.

Ich muss immer wieder staunen, wenn mir an solchen Orten Leute uninformiert, mit unpassendem Schuhwerk (flip flops) und ohne Wasservorrat etc. begegnen. Was die wohl machen, wenn mal ein Pfad wetterbedingt unpassierbar wird?
In der Nebensaison würde ich den Tayrona Park jedem der nicht allzu viel Zeit hat empfehlen. Wer etwas mehr Zeit hat, findet in der Umgebung noch richtig Natur. Dort wirds dann aber schon etwas abenteuerlicher. Gute Ausrüstung inkl. Machete, Notverpflegung und ortskundige Begleiter sind sehr zu empfehlen. Ich hab mich in die Gegend verliebt. Freu mich jedes Jahr dort neues zu entdecken. Es gibt noch viele Orte, die aus meiner Sicht noch viel eindrücklicher sind als die offiziellen Attraktionen. Nur muss man halt eben erst mal hinkommen.
Beim nächsten Mal werde ich mir etwas mehr Zeit nehmen und entsprechend Bilder machen. Hab ich diesmal vor lauter Eindrücken und straffem Programm völlig vergessen.
Wird voraussichtlich Anfang Jahr der Fall sein. Dann erstelle ich einen Reisebericht...versprochen!


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Beitragvon vertigo75 » 31. Okt 2017, 17:33

Beitrag von vertigo75 » 31. Okt 2017, 17:33

cm81 hat geschrieben:
31. Okt 2017, 16:43
Betreffend Gelbfieber. Logisch gibt es keine Kontrolle im Park. [...]
Das ist nicht logisch. Mehrfach habe ich lesen können, dass ab dem 01.04.2017 für den Zugang zum Tayrona Park eine Gelbfieberimpfung Pflicht ist. OHne Impfung sei kein Zugang erlaubt.

Daher auch mein Hinweis.




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Beitragvon vertigo75 » 31. Okt 2017, 17:39

Beitrag von vertigo75 » 31. Okt 2017, 17:39

@cm81

Waren wir im selben Park:-) Dort gibt es Pfade auf der normalen Route, die kaum noch begehbar sind sobald es geregnet hat. Wir mussten durch Morast laufe wo die Pferde schon größte Schwierigkeiten hatten. Mir ist klar, dass ich in einem Naturpark war, aber auf der normalen Route sollte man ohne Manchetten etc. auch normal laufen können.

Und die Strände sind einfach nur für den Axxxx. Sorry für die Ausdrucksweise, aber da gibt es weitaus schönere in Kolumbien.

Hier geht es darum Reiseerfahrungen zu teilen und ich kann den Park in seinem jetzigen Zustand nicht empfehlen.



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Beitragvon cm81 » 2. Nov 2017, 11:24

Beitrag von cm81 » 2. Nov 2017, 11:24

@ vertigo75
Das habe ich auch so interpretiert. Du schreibst ja detailliert was dir nicht gefallen hat und damit können die Leser sich auch gut ein Bild machen.
Betreffend der Pfade. Ich war auch schon in Gegenden wo die Strassen / Wege vor kurzem neu gemacht wurden. Wenn es aber mal richtig regnet und kurz darauf unzählige Personen, Mulas (an anderen Orten auch Autos und Motorräder) die durchnässten Pfade passieren, verwandeln sich diese innert Tagen / Stunden in einen fast unbegehbaren Morrast.
Ich kann leider nicht beurteilen, ob du an diesem Datum einfach Pech hattest oder die Parkbetreiber einfach überfordert sind.
Leider befürchte ich auch, dass die Parkbetreiber kaum investieren, solange die Besucherzahlen ohne was zu tun kontinuierlich steigen (ausser Preise anheben).
Die 700000 Pesos pro Übernachtung kombiniert mit schlechtem Service / Essen erachte ich auch als völlig unrealistisch.


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Tayrona Park - zweites Mal und auch das letzte Mal!

Beitragvon Hormigas » 10. Jul 2018, 10:07

Beitrag von Hormigas » 10. Jul 2018, 10:07

Also ich war mit meiner Freundin vor einem Monat dort (Juni 2018) Und kann berichten dass die Wege weitestgehend in Ordnung waren. Wir nächtigten 2 Tage in cañaveral (oder so ähnlich) . Also nach dem Eingang, wo nichts lis war, am ersten stop (des Taxis) rechts. Die Wege waren gut gepflegt. Bei den Holzstegen war sogar ein Team Arbeiter die eben diese Stege ausgebessert bzw gewartet hat. Die Beaches Piscinita und Piscina waren sauber. Die Beschilderung ist sehr verbesserungswürdig da Stimme ich dem Treadersteller zu. Es gibt noch viel zu berichten aber da sollte sich Jeder selber ein Bild machen :-) Ich fand zB die Zapos genial. Das sind dicke fette Kröten (enorme). Meine kolumbianische Freundin fand sie nur schrecklich. So sind die Geschmäcker verschieden.
Ich möchte da auf jeden Fall nochmal hin !