Motorradrour im Januar 2018

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Macondo
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Motorradrour im Januar 2018

Beitragvon Macondo » 6. Feb 2018, 19:38

Beitrag von Macondo » 6. Feb 2018, 19:38

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Hallo Niko & Alex

Schön, daß es euch gefallen hat in Colombia. Wir erwarten euch dann nächstes Jahr. Es gibt noch sehr viel mehr zu erleben.


Don-Pedrinio
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Motorradrour im Januar 2018

Beitragvon Don-Pedrinio » 10. Feb 2018, 02:46

Beitrag von Don-Pedrinio » 10. Feb 2018, 02:46

Hallo Alex1980
Es freut mich sehr nach deiner Reise hier nochmals von dir zu lesen. Und es freut mich, dass dir deine Bike Tour so gefallen hat, dass du es erneut Kolumbien besuchen willst.
Während deiner Reise habe ich einen YouTube Blogger gefunden. Hier eines seiner vielleicht 15 sehenswerten Videos zu seinen Reisen durch Kolumbien

=> youtube.com/watch?v=u7ND7NZn9mw
ich hoffe du wirst ein paar seiner Videos finden die dir gefallen.

Die allermeisten welche hier Hilfe gesucht haben erinnern sich nach ihrer Reise nicht mehr an diese Seite.
Für andere und neue Besucher hoffe ich noch ein paar „hinterher Fragen“ stellen zu dürfen.
In einem Parallelfaden hat sich einer am Ende in Versicherungsfragen verloren statt sich auf wesentliches einer solchen Reise zu beschränken. Bezüglich der Grösse des Landes wird er hier klar auf die Welt kommen. Seine Reiseziele sind schlicht nicht erreichbar. Aber darüber wollte er nicht reden.
Die wesentlichste Frage hast du bereits beantwortet = die Grösse des Landes unterschätzt.
Zur selben Zeit wie du habe im Zentrum des Landes; habe ich eine Reise, aber ab dem Zentrum zum Norden unternommen. Mit meinem Wagen habe ich in 10 Tagen auch gegen 2000km zurück gelegt.

Hier also zu meinen Fragen. (ich beantworte ein paar gleich selber. Mal sehn ob wir auf denselben Nenner kommen).
1. Die Hilfe von Google Maps ist gut. Die vorgegebenen Zeitangaben stimmen in etwa?
- Nein. Selbst der Kolumbien Kenner kriegt diese Zeiten nicht mehr hin. Oder nur dann wenn er mit massiv übersetzter Geschwindigkeit unterwegs ist.
- Es macht mehr Sinn ein Google Maps als Vorplanung zu nutzen, wobei man dann zur vorgegebenen Zeit mindestens 30% Zuschlag verrechnet. Eine Streckenlänge also in etwa 8 Std. nicht überschreiten sollte. der Kolumbienneuling und wenn er mit dem Mietauto / oder –Motorrad fährt hier und dort Foto-Stopps einlegen wird.

2. Ist es gut in die Nacht hinein fahren zu wollen?
- Ich pers. Hasse es. Jetzt wurde es einmal 7 Uhr. Nach Einbruch der Dunkelheit mit 40 Stundenkilometern den Tracks hinterher.

3. Habt ihr bewusst irgendwo in der Wildnis übernachtet? (beispielsweise bei einer Bäuerin) oder wahrt ihr eher gezwungen. Damit ihr nicht zu tief in eine Nacht hinein fährt.

4. Wie habt ihr Menschen kennen gelernt? (abgesehen von den Kontakten die ihr im Voraus hattet). Wie sind jene mit euch umgegangen?
- immer wieder wird von Laien posaunt wie gefährlich es überall ist. Man stets auf der Hut sein soll. Genau jene die dann reisen (wie eben ich oder ihr) behaupten das pure Gegenteil. Kaum wird der typische Tourist in seinen Grossstädten die kolumbianische Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft kennen lernen. Dies ist Teil des wunderschönen Landes ausserhalb des Touristenstromes.

5. Was passiert wenn man die Hauptstrassen verlässt. Allenfalls es offroadstrecken sind. Kann man diese mit einem SUV beispielsweise auch befahren. Oder begegnet man zum Teil sogar Kleinwagen im Schritttempo fahrend?
- Die wirklich schöne Natur Kolumbiens beginnt just da wo man die Hauptverkehrswege verlässt. Viele kleine Sehenswürdigkeiten sind auf keiner Karte vermerk.
- So schlimm sind viele offraudstrassen gar nicht wie so mancher behauptet. Man trifft immer und überall Kleinwagen an. Eigentlich eine Logik. Der Mensch lebt an diesen Strassen. Und diese Strassen sind seine Grundinfrastruktur über die er seinen Lebensunterhalt bekommt. Verwöhnte Flachland Laien kriegen nasse Hosen wenn sie mal keine 4-spurige Autobahn vorfinden. (sieht man am besten wenn der Hollaender die Alpen besucht…)

6. Hattet ihr Pannen? Was habt ihr dann gemacht?

7. Wie regelmässig findet man Tanksäulen?

8. Braucht man Bargeld? Oder kann man überall mit einer Karte bezahlen?

9. Würdest du eine sehr weite Strecke quer durch die Pampas weiter empfehlen. (wo schon in einer Vorberechnung eine Strecke nicht an einem Tag erreicht werden kann. (für Medellín – Cartagena braucht man heute für reines nur fahren 16Std. aufwärts….)

10. Um wieviel Uhr seid ihr jeweils losgefahren?


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Alex1980
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Motorradrour im Januar 2018

Beitragvon Alex1980 » 10. Feb 2018, 06:06

Beitrag von Alex1980 » 10. Feb 2018, 06:06

Die Zeitangaben passten. Sind aber auch immer schneller gefahren als erlaubt. Das schlimmste war für mich der Stadtverkehr. Die Offroadpisten sind die Einheimischen auch mit Kleinwagen und Lkw gefahren. Wir haben immer geguckt das wir uns gegen 17.00 eine Unterkunft suchen. Wussten morgens oft noch nicht wo wir den Abend verbringen. Geld haben wir mit der Kreditkarte abgehoben. Sprit gab's in den Bergen aus Plastikflaschen. Hatten keine Pannen. Um km zu machen haben wir die Hauptstraßen benutzt. Aber eher zum Ende hin, dass wir rechtzeitig wieder in cali waren. Die Menschen waren alle offen und freundlich. Haben die Leute in der Metro , in diversen Kneipen oder an einem Straßenrestaurant kennengelernt. Hab mich noch nie so sicher gefühlt wie in diesem Urlaub. Die Touristenhochburgen haben wir größtenteils umfahren. Bin kein Freund von dem Backpackertourismus. Sind bis zu 7 Std am Tag gefahren. Sind meistens erst spät los gekommen.


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Beitragvon Don-Pedrinio » 10. Feb 2018, 20:00

Beitrag von Don-Pedrinio » 10. Feb 2018, 20:00

Danke Alex,
eigentlich kannte ich die meisten deiner Antworten schon im Voraus. Du bist aber der fast erste, der meine Erfahrungen bestätigt. Andere, welche im Bus von einer Touristen Hochburg zur nächsten reisen, machen andere, schlechtere Erfahrungen und glauben damit ihre Empfindungen auf ein ganzes Land projizieren zu können.
Eine komplett falsche Annahme, denn in den Touristen Hochburgen blüht der Futterneid und die Kleinkriminalität ist gegenüber andern ländlichen Gegenden gigantisch hoch.
Was mich denn entzückt ist deine Angabe = ich habe mich noch nie so sicher gefühlt.
Es widerspiegelt was Sam (der Australier mit seinen YouTube Videos) und auch ich immer erlebe.

Reise ich weite Strecken, dann beginnt mein Tag mit den ersten Sonnenstrahlen. Ab und zu hocke ich schon im Auto bevor ein Frühstücke Buffet öffnet (erst nach 07.30). Dann Frühstück ich unterwegs. Spätestens um 22 Uhr liege ich im Bett. Erst dann wenn ich an einem Ort verweile ich auch ein Nachleben zu geniessen beginne.
So wie auch ihr, suche ich meine nächste Unterkunft zwischen 17 und 18 Uhr. Meistens aber habe ich mein Tagesziel so gewählt, dass ich es schon im Verlaufe des Nachmittags erreiche. Jetzt mit den las Gachas habe ich mich total verschätzt gehabt, weswegen es ausnahmsweise 19 Uhr wurde und ich das Tagesziel nicht erreichte.
Kleiner Tipp an dieser Stelle = ich glaube seit geraumer Zeit, dass das interessanteste Kolumbien (abseits der Touristenströme) in den Depts. Santander, Norte de Santander und Boyaca zu suchen ist.
Pannen hatte ich selbst gegen 10. Hier zeigt sich die herrliche Gastfreundschaft der Kolumbianer. Nie habe ich länger als 5 Min. gewartet bis ich irgendwelche Hilfe hatte.
Benzin = wenn mein Tank noch 1/4 anzeigt, halte ich bei einer nächsten Zapfsäule an. Aus Plastikflaschen habe ich selten. Dann wenn ich in Grenznahe zu Venezuela bin. Und da verkaufen sie an der Hauptstrasse entlang. Beispielsweise Bucaramanga – SantaMarta über eine Strecke von gegen 200km.