[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Hier könnt Ihr Eure Reiseberichte & Erfahrungen veröffentlichen. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen.
Benutzeravatar

spitfire88
Kolumbien-Süchtige(r)
Kolumbien-Süchtige(r)
Beiträge: 624
Registriert: 19.12.2011
Wohnort: Venezuela - Europa

[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von spitfire88 » 7. Dez 2014, 19:19

Letzter Beitrag der vorhergehenden Seite:

... super Idee. Schon interessant, wenn man nach 10 Jahren zurückblickt.


scooby
Kolumbienfan
Kolumbienfan
Beiträge: 65
Registriert: 22.10.2011

[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von scooby » 7. Dez 2014, 22:43

Und wer von den alten Hasen schreibt als nächstes einen Rückblick? Wäre echt toll!

Benutzeravatar

moppe
aka Cali/gesperrt
aka Cali/gesperrt
Beiträge: 23
Registriert: 11.07.2011

[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von moppe » 8. Dez 2014, 08:45

Don Pedrinio schrieb: "gegenwaertig hat die Sicherheit -und vor allem an den Orten wo der Tourist Nachts hin geht- noch ueberhand. aber wie lange noch. gegenwaertig stimmt die Sicherheitslage noch. fuer den auslaendischen Touristen. ich pers. gebe dem vor allem hier in Medellín aber maximal noch ein Jahr..."

Hoppla, dachte ich, da schreibt Don Pedrinio, dass die die Sicherheit in Medellin binnen eines Jahres rapide abnehmen wird, und gleichzeitig erscheint hier im Forum ein Beitrag mit dem Titel "Niedrigste Mordrate seit 30 Jahren in Medellín" - das kann ja nicht zusammenpassen.

Aber doch: es passt zusammen. Denn in dem Mordraten-Artikel heisst es: "...Kritiker wiesen allerdings darauf hin, dass sich die Mordrate reduziert und dafür die Zahl der Diebstähle, Erpressung und Drogenverkauf anstieg."

Dann passt es also doch: Kriminalitaet in Medellin ist angestiegen und wird laut Don Pedrinio weiter steigen - nur sind halt Morde ausgenommen, da ist die Rate niedriger als noch vor Jahren.


Karsten
Kolumbienfan
Kolumbienfan
Beiträge: 176
Registriert: 05.02.2010

[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von Karsten » 8. Dez 2014, 14:51

Die Einschätzung von Don Pedrinio, dass es in den letzten Jahren wieder eine Zunahme an Diebstählen [und Überfällen] gäbe, habe ich in den letzten Monaten auch von kolumbianischen Freunden aus verschiedenen Landesteilen gehört. Ohne natürlich deren subjektive Einschätzung überprüfen zu können.

Man sieht dies als eine Folge der (Wirtschafts)Politik des aktuellen Präsidenten an, ohne dass man die Politik des vorher gehenden in allen Aspekten begrüßen würde. Ein anderer Forist hatte schon mal eine ähnliche Einschätzung gepostet.

Mit der Hoffnung, dass dies stoppt und es wieder besser wird.


MallorcaMedellin
Kolumbien-Infizierte(r)
Kolumbien-Infizierte(r)
Beiträge: 31
Registriert: 01.12.2011

[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von MallorcaMedellin » 8. Dez 2014, 17:49

Auch ich habe mir deinen Erfahrungsbericht gerne durchgelesen, es hat mir viel Spaß bereitet, danke dafür! Gruß Uwe

Benutzeravatar

spitfire88
Kolumbien-Süchtige(r)
Kolumbien-Süchtige(r)
Beiträge: 624
Registriert: 19.12.2011
Wohnort: Venezuela - Europa

[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von spitfire88 » 9. Dez 2014, 20:08

@moppe

ich verstehe nicht ganz, was du sagen möchtest. Letztlich ist es doch richtig, was Don Pedrinio geschrieben hat?




Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat laut unseren Forenregeln automatisiert entfernt. Powered by Datacom © 2014


Themenstarter
Don-Pedrinio
Kolumbien-Süchtige(r)
Kolumbien-Süchtige(r)
Beiträge: 777
Registriert: 14.04.2010
Alter: 14

[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von Don-Pedrinio » 10. Dez 2014, 06:20

Don Pedrinio zurueck.
es freut mich dass mein Bericht euch zu disskusionen anregt.
nun habt ihr (( fuer mich )) zwei Grundthemen in einem vermischt. spielt aber keine Rolle. es miteinander zu vergleichen.

nun:
politische Gegner schwaerzen am jetzigen Praesidenten an, dass im Land so viele Verbrechen geschehen. dass es nicht mehr so sicher sei wie unter Uribe.
fuer mich hat es aber nichts mit einem Praesidenten zu tun, waere unter Uribe ((waere er noch an der Macht )) identisch, ev eher sogar noch schlimmer.

Kolumbien als solches ist ein sehr schwieriges Land um es zu verstehen. um zu verstehen was alles abgeht.
vieles ist aber logisch, wenn man sich die Zeit nimmt, Fakten studiert und analisiert.

also da waere:
bis vor Uribes Amtsantritt herrschte hier Anarchie. und in den Staedten wurde unter dieser Anarchie Todesschwadrone organisiert. dass waren Einheiten aus dem privatem Bereich bis hin inclusive Polizei welche alles Ungeziefer ausradierte. (sorry, dass ich diez so nenne, es ist nur vom Kolumbianer uebernommen dieser betittelt diez denn so: - jeder kleinkriminelle, - Strassenprostituerte, - zum Teil auch Obdachlose und Vagabunden kamen auf solche Listen der Todesschwadrone. was das Selbe bedeutete wie: toetung, ausloeschen.
bei Uribes Amtsantritt waren saemtliche Staedte quasi clean, womit diese todesschwadrone ueberfluessig waren und denn auch aufgeloest wurden (oder aufgeloest werden mussten) internationale Menschenrechtsorganisationen hatten Angst davor sich um Kolumbien zu kuemmern. oder was im Landesinnern abging.

fuer den Auslaender der Kolumbien besuchte war diez geradezu ideal. ein Land bereisen wollen in dem es kaum Kriminalitaet gab. wurde damals ein Auslaender getoetet, so gabs daraus ein riesen tamtam und eher als heute wurde ein Schuldiger gefunden.
einzig was damals nicht gut war: mit dem Bus im Land umher reisen, denn damals kam es schon mal vor dass so ein Bus ausgeraubt wurde. vor allem im Sueden des Landes. so ab Popayán suedlicher.

dass somit ein Reisen im Land fuer einen Auslaender wie auch Kolumbianer damals komplett ungefaehrlich war, sofern man sich an gewisse Regeln hielt, haben vor allem unsere auswaertigen Aemter nicht bemerkt. eher das Gegenteil behauptet.
2 beispiele:
2007 habe ich mein damals 12 jaehriges Auto gekauft. auf meiner ersten reise fuhr ich nach Manizales. irgedwo bei einer guten Aussicht machte ich ein para Fotos, dann wollte mein Auto nicht anspringen. Baterie tot. ich fagte den Typen vn Bog der auch da war ob er mir helfen kann. "nee, aber ich bleibe bis du hier sicher weg kommst" dann kam ein Polizei Motorrad, sie funkten in die Zentrale und organisierten mir einen Abschleppdienst. wollten auch bleiben. dann kam ein weiteres Motorrad und noch eines und noch eines. am Ende waren es 4 Motorraeder und 2 Polzei picup. alle blieben fuer meine Sicherheit...
2. auf meinen Reisen wurde ich nur zu oft gefragt: "woher kommst du?" "Was unglaublich und dir ist dort nichts passiert?" "wohon willst du jetzt?" "nein da kannst du nicht hin, viel zu gefaehrlich. nur hier ist es sicher." am neuen Ort angekommen, genau die gleichen Fragen. genau die Gleichen Antworten, das es nur bei ihnen sicher sei. von Ort zu Ort, immer das Selbe.
da zuvor (Anarchie und kein Uribe der endlich mal aufgeraeumt hat mit den Guerillos) ein Kolumbianer nur unter Lebensgefahr von Stadt zu Stadt fuhr und nur wann er unbedingt musste, hat er den Moment ab dem es Sicher war zu reisen nicht erkannt. wie auch die meisten auslaender nicht. zwischen 2007 und 2009 habe ich in Kolumbien rund 30 000 km gemacht. war von Tumaco (suedlichster Zipfel am Pazifik) bis Riohacha (noerdliches Ende bei Venezuela) mehrmals quer durchs Land gereist. damals habe ich sehr oft bei Polizei Kontrollen angehalten und nach Sicherheitslage nachgefragt. alles in allem wurde ich ca. 5 Mal zurueck geschickt. in den Bergen Tunjas, in Florencia, in Tolima ganz zu Beginn, einmal Richtung Cucuta, als man nicht wusste obs demnaechst Krieg mit venzuela gab. und einmal in Carmen (Bolívar) bei einbruch der nacht, als jene Strecke bis nach Cartagena Nachts als unsicher galt.


Themenstarter
Don-Pedrinio
Kolumbien-Süchtige(r)
Kolumbien-Süchtige(r)
Beiträge: 777
Registriert: 14.04.2010
Alter: 14

[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von Don-Pedrinio » 10. Dez 2014, 06:56

also, fuer jeden der das Land bereist wurde es sicherer und sicherer. reisen hiess damals: 1-5 Mal am Tag aussteigen, Beine aus einander usw usw. im mittel wurde ich tagtaeglich 3 Mal kontrolliert. einmal in einer Sch .. gegend deren 15 Mal innerhalb weniger als 100km.
alles in allem aber waren meine Reisen sehr interesannt. einmal zwischen Arauca / Yopal und dem Dept Tunja haben deren 4 Polizisten waehrend ueber 2 Std mein Auto auseinader genommen. wusste gar nicht wie einfach man eine innere Dachverkleidung wegnimmt und wieder montiert. hahaha. das war ein gaudi. direkt aum Polizeiposten und ich immer bewaffnet mit 2 Fotobuechern aus Mangos.alle wollten es ansehen, ich wurde fast mehr ausgequetscht als mein Auto. Drogen und Waffen haben sie gesucht... tsja... reise durch Kolombien und halte dich von beidem Fern, kaum sollte dir was geschehen.

tsja die Droge... Geld Macht usw.
oder einfach nur ein Job und du verdienst mehr und mehr. ich glaube dass diez nicht in Kolumbien erfunden wurde. existiert auch bei uns direkt vor unserer Haustuer. => NEID. was in Kolumbien halt noch dazu kommt ist Hunger.
Neid und Hunger treiben Menschen dazu Dinge zu tun, welche wir Verbrechen titulieren. naemlich ausrauben oder stehlen.
hast du es einmal gemacht und niemand erwischt dich dabei, tust du es wieder. und mit der Zeit kannst du dich sogar organisieren.
in Grosstaedten wie Bog, Cal und Med gibt es heute diese organisierte Gruppen welche in den Staedten andere menschen ausrauben. (kleiner Taschendiebstahl)
natuerlich herrscht auch der Neid dass andere ein Smartfone haben und sie nicht. kann man ja auch einfach klauen. Motorraeder stehen am Strassenrand, kaum bewacht, auch diese haben so ihren Anreiz. und so lange wie genau diese verschiedenen Arten von Kleinkriminalitaet gut geht, so Lange waechst auch dieses.
vor 2 Jahren wurden immer haeufiger Menschen bei den verschiedenen Mirador in Medellín angegriffen und asgeraubt, bis es soweit kam, dass jeder Abend ab 18 Uhr jede hauptstrasse nach oven von der Polizei kontrolliert wurde. JEDER Motorradfahrer kontrolliert wurde. bis dass jenes fuer viele unangenehmes wieder zurueck ging.

viel weiter oven schrieb ich vom Kolumbianischen Traum. Freiheit, tun und lassen was man will. fahren wohin man will. das Motorrad. natuerlich hatten mitlerweile auch Ladrones sich auf genau dieses Fortbewegungsmittel spezialisiert. und da genau dieses handwerk vor allem in den letzten vielleicht 18 Monaten drastisch zunimmt und diese ladrones sich vor und von nichts zurueck schrecken Lassen, kommen sie mehr und mehr an solche Orte wo sich ein Tourist aufhaelt. die Hemmschwelle bis dann genau dieser ein Ziel von Raub wird ist meines Erachtens mitlerweile sehr gering. sobald sich eine Gruppe auf Auslaender spezialisiert und unbemerkt agieren kann wird es dazu fuehren dass es kopiert wird. ein Auslaender stellt ein dankbareres Opfer dar als ein reicher Einheimischer, der ev unguenstige Vitamin B Beziehungen hat. ein Auslaender ist zumeist hilflos, weiss kaum wie er sich verhalten muss, passiert ihm dieses, dass er ausgeraubt wurde.

genau darum gebe ich den Staedten noch 1 bis max 2 Jahre. Ladrones sind aber zumeist analphabeten. dumm. sie poeblen den reichen kolumbianer so lange bis die todesschwadrone wieder eingefuehrt werden. meine Unterstuetzung haben sie jedenfalls....

zurueck zu einem Praesidenten. der kann fuer eine generelle Befoelkerung Entwicklung kaum was dafuer. (es koennte sein dass ein Uribe diese Todeschwadrone laengst wieder eingefuert haette) letztlich aber nicht Politiker solches organisieren sondern eher reiche Kolumbianer. da diese Schwadrone ja im Verborgenen handeln, eine Politik diese nur unterstuetzen kann.
die Entwicklung innerhalb des Landes hat andere Wurzeln. eben dass es demjenigen der serioes arbeitet viel besser geht als noch vor 10 jahren. Preise um sich seinen kolumbianischen Traum verwirklichen zu koennen seit Jahren nur am sinken sind. (es gab noch vor wenigen Jahren nur Morraeder fuer 5 Milionen aufwaerts) so kann man diese heute und neu fuer knapp ueber 3 Milionen kaufen. hingegen steigen die Salaere der Menschen stetig an.
nicht nur bei uns, auch hier ist es so dass die Scheren sich mehr und mehr oeffnen. zwischen dem der nichts hat und jedem andern.
es nichts weiter als natuerlich ist, dass auch in Kolumbien eine Kleinkriminalitaet waechst und waechst. bislang hat diese vor dem Auslaender halt gemacht. aber auch eine solche barriere faellt irgendwann. und dieses irgendwann ist sehr sehr nahe...


Themenstarter
Don-Pedrinio
Kolumbien-Süchtige(r)
Kolumbien-Süchtige(r)
Beiträge: 777
Registriert: 14.04.2010
Alter: 14

[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von Don-Pedrinio » 10. Dez 2014, 07:07

@spitfire,
wo du aufwaechst, dein ganzes Leben verbringst.
da nimmst du viele Veraenderungen gar nicht wirklich wahr. vor allem eben weil bei uns Veraenderungen sehr gemaechlich von statten gehen. hier in Kolumbien war es vor 10 jahren wie bei uns vor 100. alles am Boden, schlichtweg alles.


Themenstarter
Don-Pedrinio
Kolumbien-Süchtige(r)
Kolumbien-Süchtige(r)
Beiträge: 777
Registriert: 14.04.2010
Alter: 14

[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von Don-Pedrinio » 10. Dez 2014, 07:18

@Hoffnung:
du lebst hier, vieles ist nicht so wie wir es von unseren Breitegraden gewohnt sind. (da geb ich dir vollkommen recht) ist es aber richtig ein Schwellenland mit einem organisierten Europa zu vergleichen? ist fuer mich ungefaehr das selbe wie wenn du Kartoffeln mit Gummibaerli vergleichst.
nimm Stadte anderer Schwellenlaendern Suedamerikas. beginne vielleicht mal mit Sauberkeit und Muellabfuhr.
oder nimm Medellín und andere Staedte Kolumbien. mitlerweile haben ja viele ihr transmilenio. danach haben alle andern Staedte wieder halt gemacht. hier in Medellín auch? ich stelle fest dass wir hier in jede Richtung uns verbessern.
vielleicht liegt deine negative Haltung auch darán dass du noch nicht allzu Lange hier bist. die Entwicklung hier ist fuer mich gigantisch, aber leider entwickelt sich der Mensch noch schneller. hahaha. mehr befoelkerung, mehr autos, mehr motorraeder, mehr chaos. aber wir tun was, wir bauen fortlaufend und verbessern. schaue ich nach capital, Bog, da redet man nur...

Benutzeravatar

Compadre
Kolumbienfan
Kolumbienfan
Beiträge: 182
Registriert: 17.11.2012
Wohnort: Bogotá

[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von Compadre » 10. Dez 2014, 14:44

Deine Worte: ... hier in Kolumbien war es vor 10 jahren wie bei uns vor 100 alles am Boden, stmmt nicht!. 2004 liefen die Mühlen wie geschmiert. Wobei man das geschmiert gerne zweideutig sehen darf. In Medellín gab es schon lange die Metro, die modernen Einkaufszentren Oviedo & El Tesoro waren schon da. Das Terminal del Sur war schon lange als Ergänzung zum Terminal del Norte fertiggestellt. Die beiden Flughäfen ebenfalls in Betrieb. Was sich in den letzten 10 Jahren verändert hat ist einfach nur, das viel gebaut wurde. Alles am Boden war zu Zeiten von Pablo Escobar und Konsorten. Medellín ist eindeutig die bevorteilste Stadt des Landes, wegen dem vielen Drogengeld und den korrupten Politikern. Eine gerechte Aufteilung gibt es nicht. Ich lebe schon lange in Bogota und lese immer gerne schmunzelnd deine Beiträge.


Themenstarter
Don-Pedrinio
Kolumbien-Süchtige(r)
Kolumbien-Süchtige(r)
Beiträge: 777
Registriert: 14.04.2010
Alter: 14

[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von Don-Pedrinio » 11. Dez 2014, 00:45

@Compadre, da bleiben mir glatt die argumente im Hals stecvken. auch ein Sandiego, Unicentro und diverse éxitos waren damals schon vorhanden.
hmm ueberlege... hmm
naja kremple ich halt zurueck. zum Beginn meiner Ausfuehrungen.
Oviedo ist veraltet, modern wuerd ich das nicht nennen. vor ca 2 jahren wurden neu eroeffnet: die erweiterungen von San Diego sowie Eltesoro. je um ca 33% vergroessert. ein Santafe ist so gross wie Oviedo und el tesoro zusammen. auch ganz neu. direkt daneben: Carulle 24h, sowie Panamerica und Riosur. zusammen so gross wie el tesoro und Oviedo zusammen. auch erst die letzten jahre eroeffnet. Premium plaza so gross wie san diego, oder el tesoro. auch ganz neu. und viele weitere wie Carulla 24h por las palmas,
da haetten wir also im Bereich Einkaufszentren eine Mehrung von 200%.
die metro wurde im Sueden und Norden verlaengert. beim Flughafen (Rionegro) wurde erst gerade eroeffnet eine Erweiterung eroeffnet.
sobald ich zuerueck in der CH bin schicke ich dir gerne den bericht der neuen Zuercher Zeitung wo drin steht: Medellín s jaehrliches Wirtschaftswachstum liegt weit ueber dem Durchschnitt des Landes von 10% der groesste Zuwachs ueberhaupt (der Flughafen Rionegro mit 35%)
eine Grundinfrastruktur existiert in jedem Land seit jahrzehnten, was bezueglich Bus terminal oder den beiden Flughaefen nichts heisst. hingegen dass jetzt eine Strassenbahn gebaut wird. nebst dem dass man das netz der transmilenio immer noch am erweitern ist. erst vor kurzem (wenige Monate) wurde die Verbindung von der 30igsten zur Cisneros mitels eines riesen Viaduktes zusammen gehanegt. womit auch ein Belen mit dem Stadtzentrum verbunden ist. ob man bei den beiden neuen gondelbahnen schon begonnen hat zu bauen weiss ich nicht. jene bei San Javier wurde ca 2010 eroeffnet. sie erschloss damit San Cristóbal mit dem Zentrum. da oven wurden rund 10 000 neue Wohnungen gbeaut seit dem diese Gondelbahn den Betrieb aufnahm.

Autobahnen und Medellín: vor 10 jahren quasi fehlanzeige. nur gerade von Niquia hat ein Stueck existiert, aber auch nur wenige km. jetzt hat es aus der Stadt heraus in jede Richtungen Autobahnen. der Tunnel nach Santafe: eroeffnet vor ca. 7 Jahren. uusw usw..

selbstverstaendlich lief damals alles wie geschmiert, oder eher Verpestet, der alten Vehikel wegen, die Gueter und Menschen transportierte. eine Strasse damals auf 25 Toenner ausgelegt war. im ganzen Land (ausser vielleicht die Strecke Buenaventura Bogota). als das Land sicherer wurde hat man in neue moderne 40 Toenner investiert, doch die Strasse hat an vielen vielen Orten des Landes dem nicht stand gehalten. so musste vielerorts das Bestehende nachgebessert werden. in all den Jahren sah ich wohl gegen 1000 Stellen wo der Boden unter dem neuen Druck nicht mehr hielt. wo man zuerst einmal das alte verstaerken musste ehe man ueberhaut an neu zu bauendes denken konnte.

ich bleibe bei meiner Aussage, ich sehe eine gigantische Veraenderung. in den allermeisten Industrie- und Dienstleistungs- Zweigen !
momento, wie war das. hmm ich glaube: in Santa Marta wurde damals (und noch bis vor wenigen jahren) Kohle erst auf kleine Schiffe verladen und ab diesen auf die grossen Ueberseefrachter. seit neuestem wird mit Foerderbaendern die Kohle zu den Frachtern gebacht.
Compadre, planan und bauen ist mein Beruf. in Kolumbien Geologie meine Leidenschaft da hier der Mensch mit sooo gigantischen geologischen Problemen zu kaempfen hat. vielleicht reise ich desshalb mit andern Augen durch die Gegenden als sonst einer.
in Pereira bemerkt der durchreisende Tourist nur knapp die geile spiralfoermige Autobahn die da erstellt wurde. uff in den ersten Jahren war das jedes mal ein dilema wenn man dort duch musste. ein Verkehrschaos pur. und heute... auch hinauf nach Manizales existierte nur eine alte schmale Strasse. usw usw...

Benutzeravatar

Compadre
Kolumbienfan
Kolumbienfan
Beiträge: 182
Registriert: 17.11.2012
Wohnort: Bogotá

[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von Compadre » 11. Dez 2014, 01:23

Don-Pedrinio danke für dein Feedback.

Benutzeravatar

hoffnung_2013
Kolumbien-Experte
Kolumbien-Experte
Beiträge: 1794
Registriert: 14.07.2009
Alter: 71

[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von hoffnung_2013 » 11. Dez 2014, 16:17

Don-Pedrinio » 10 Dec 2014, 07:18 hat geschrieben:vielleicht liegt deine negative Haltung auch darán dass du noch nicht allzu Lange hier bist. die Entwicklung hier ist fuer mich gigantisch, aber leider entwickelt sich der Mensch noch schneller. hahaha. mehr befoelkerung, mehr autos, mehr motorraeder, mehr chaos. aber wir tun was, wir bauen fortlaufend und verbessern. schaue ich nach capital, Bog, da redet man nur...
@Don-Pedrinio, in der Tat lebe ich noch nicht 10 Jahre hier, sondern nur 4 Jahre. ABER: Ich habe nicht unbedingt eine negative Haltung, sondern stimmte dir im wesentlichen zu. Meine Haltung ist nur ein wenig diferenzierter z.b. glaube ich ist die Sicherheit größer, als vor 6 Jahren (siehe was ich dazu geschrieben habe). Das steht im Gegensatz zu Deiner Meinung.
Dann gebe ich dir vollkommen Recht, es wird viel gebaut. Aber nur wie! Siehe das Beispiel in Poblado wo ein ganzer Hochhauskomplex abgerissen werden mußte. Oder hier in unserem Barrio wurde ein Stichstraße zum anderen Barrio gebaut. Dabei wurden 100derte Tonnen von Beton sinnlos verbaut - nur um die beiden Fahrbahnen zu trennen. Oder, in der Calle SAN JUAN wurden vor kurzem 3 Löcher in der Straße geflickt. Die Löcher waren schon seit 2 Jahren da.
Nur schaffen sie es nicht, die Löcher eben mit der Straße zu machen. Nein, es entsteht ein halber Resaldo. UND wirklich - 100 Meter sind noch 3-5 Löcher, die haben sie nicht zu gemacht.

Das sind nur Kleinigkeiten - und die sollte man auch nicht überbewerten und vorallem sollten sie nicht Dein tolles Statement entwerten.
Dafür nochmals danke.
Gruß
P.

Benutzeravatar

Wanderer
Kolumbien-Süchtige(r)
Kolumbien-Süchtige(r)
Beiträge: 576
Registriert: 05.05.2010

[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von Wanderer » 11. Dez 2014, 17:44

Zum Thema Autobahn in Kolumbien: wo ist die denn? Es sind doch nicht die kümmerlichen Schnellstraßen gemeint die Medellín zum Süden und Norden verbindet? Was das Bauen und Instandhalten der Bauwerke incl. Straßen betrifft muss ich hoffnung_2013 recht geben. Auch Conpadre gebe ich recht, das Kolumbien vor 10 Jahren nicht am Boden lag. Das sind ebenfalls nur Kleinigkeiten die das tolle Statement von Don-Pedrinio nicht entwerten sollen.


Themenstarter
Don-Pedrinio
Kolumbien-Süchtige(r)
Kolumbien-Süchtige(r)
Beiträge: 777
Registriert: 14.04.2010
Alter: 14

[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von Don-Pedrinio » 11. Dez 2014, 18:24

@hoffnung,
hahahaha jajajaj frueher war ich auch so. regte mich auch ab solchem auf. heute schmunzle ich und sage mir: "sistema Colombia" = zu dumm und zu bloed, machen reparieren lieber nur halbrichtig damit sie am selben Ort mehrfach verschoenbessern koennen. ((siehe die Strasse las palmas wo es zum Flughafen hoch geht. 1000 Mal die Haenge saniert, 1001 Mal kommen sie trotzdem wieder runter.

Thema Hochhaus nahe Hotel Continetal:
der Mensch neigt dazu zu Verurteilen ohne die Hintergruende zu kennen. einen Schuldigen fand man schon nach wenigen Stunden, der Baumeister der schlechtes material eingesetzt hatte. der zustaendige Gringo Ing ist aber Hals ueber Kopf aus Kolumbien abgereist und kommt wohl nie mehr zurueck. unter dem Hochhaus durch fuehrt eine Wasserader. fuer Bauten generell nicht unbedingt ein Problem, denn heute stellt man auf der ganzen Welt Haeuser auf Pfaehle welche in gutem Boden fundiert sind.
in besagtem Hochhaus verzichtete man auf solche Stelzen. aus Kosten bzw Gewinn Gruenden. ungluecklicherweise befindet sich da oven viele Hauser auf sehr unsicherem Boden, der ganze Hang ist stets am rutschen. wo nicht entsprechend fundiert ist passiert ueber kurz oder lang etwas. dort am Hochhaus bereits als man an der 5. Etappe am bauen war. die ca 11 Menschen die beim Einsturz starben waren Arbeiter welche versuchten diese letzte Etappe zu stabilisieren obschon unter ihren Fuessen quasi die Fundamente unterhoelt waren. aufgrund der Plaene und dem Wissen dass alle 5 Etappen schlecht fundiert sind musste schliesslich der ganze Gebeudekomplex gesprengt werden. Geologische Gutachten und Berechnungen des Ing waren gefaelscht. Profitgier einzelner Menschen letztlich der Grund. hat wenig mit einem Land Kolumbein zu tun als vielmehr mit geldgieriger Menschen. kann ueberall passieren.
am selen Hang weiter oven. nahe an einem Mirador. da ist vor ca 6 jahren eine Autobahnbruecke abgesackt. schlicht weil der gesamte Hang nach wochelangem starken Niederschlag ins rutschen geriet. damals hiess es: im folgejahr flicken wir die Bruecke sofort wieder. letztlich dauerte es deren 3-4 jahre, da zuerst der gesamte Hang und die Fundierung der Bruecke gesichert werden musste, bevor man ueberhaupt ans flicken denken konnte. wenn du bei besagter Bruecke anhaelst, hinunter schaust, was da alles an Wasserfuehrung und verbauung gemacht werden musst... uff da verstehe ich die 4 jahre nur zu gut. zuvor wa da einfach nur eine kleine Schlucht, n ichts weiter. heute sind darunter gigantische Verbauungen.

die Strasse und System Colombia.
am Anfang war die Erde, danach... ueberspringen wir ein paar tausend Jahre.
der Mensch (hier im speziellen der Kolumbianer) baut Strassen ueber Berge und Schluchten. nach den wenigen die schon vorher da waren kommen jetzt zig Siedler und Lassen sich am Rand dieser nieder. bringen ihre Tiere mit oder schlachten die Natur aus was sie eben her gibt. bereits eine Strasse ist ein Fremdkoerper, ein Einschnitt in ein funktionierendes ecosystem. hinzu kommt jetzt der der mensch nicht am Boden der natur schlafen mag, sondern sich Huetten baut. fuer seine Tiere Pfaehle und den Boden haut und damit Zeune errichtet. Abwasser laesst er zu 90% einfach irgendwohin in die Natur raus. lange passiert nichts, denn die Natur arbeitet nur langsam.
wenn du aber Orte wo erdrutsche statt gefunden haben genauer begutachtest wirst du sehr oft wahr nehmen, dass genau dort wo der Mensch seine Pfaehle in den Boden geschlagen hat, genau dort der Hang abgerissen ist. zumeist durch Wasser des selben Menschen, Wasser dass er irgendwohin abfliessen liess.

der Kolumbianer hat Strassen, sehr oft durchs Gebirge. mit den jahren gibt es mehr und mehr Verkehr und das vorhandene ist ungenuegend, muss erweitert oder verbreitert werden. waehrend wir Europaer uns fuer die teurere variante entscheiden, viadukte bauen, sagt sich zumeist der Kolumbianer: am Hang raspeln wir etwas ab und verbreitern unsere Strassen Hangwaerts... wieder wird gegen die Natur und ihrern Zyklus gearbeitet, aber jetzt reagiert die natur blitzartig. die Autobahn las Palmas hoch richtung Flughafen ist ein paradebeispiel wie man es nicht machen soll. auch die Strecke Sabaneta Caldas. der Hang wird abgegraben bis dieser ein Boeschungsverhaeltnis von eins zu Stein hat. ((in Europa wird darauf geachtet dass Haenge entweder noch 45 Grad haben oder bei steileren haengen wird von Anfang an bzw xuerst der hang saniert und stabilisiert, im schlimmsten fall mit Galerien die Strasse geschuetzt. nicht in Kolumbien. da wird mir nicht dir nichts der Hang abgegraben, die Strasse verbreitert und fertig. fertig hmm nein, dennjetzt beginnt ein nimmer enden wollendes desaster. ueber jahre ist die halbe Strasse gesperrt und saemtliche haenge muessen im groben Stil saniert werden. ich brauche kaum zu nennen, dass so wie der Europaer baut, es unter dem Strich billiger ist. leider ist der kolumbianer aber anderer Meinung. gut fuer mich, so habe ich noch viele jahre zum studieren ((nachdem ich an solchen Orten vorbei kam)) was diese idioten hier und dort wieder alles verbrochen haben. ein weiterer gigantischer Unterschied zu Europa: in Kolumbien sind die mesiten Haenge westenlich unstabiler als in Europa. trotzdem wird weiter gepfuscht. hier will der Mensch aus seinen Fehlern einfach nichts dazu lernen. scheuklappen sei Dank. oder mangelndes freii zu gebendes Kapital.