[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Hier könnt Ihr Eure Reiseberichte & Erfahrungen veröffentlichen. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen.

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Don-Pedrinio
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Beitrag von Don-Pedrinio » 11. Dez 2014, 18:24

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@hoffnung,
hahahaha jajajaj frueher war ich auch so. regte mich auch ab solchem auf. heute schmunzle ich und sage mir: "sistema Colombia" = zu dumm und zu bloed, machen reparieren lieber nur halbrichtig damit sie am selben Ort mehrfach verschoenbessern koennen. ((siehe die Strasse las palmas wo es zum Flughafen hoch geht. 1000 Mal die Haenge saniert, 1001 Mal kommen sie trotzdem wieder runter.

Thema Hochhaus nahe Hotel Continetal:
der Mensch neigt dazu zu Verurteilen ohne die Hintergruende zu kennen. einen Schuldigen fand man schon nach wenigen Stunden, der Baumeister der schlechtes material eingesetzt hatte. der zustaendige Gringo Ing ist aber Hals ueber Kopf aus Kolumbien abgereist und kommt wohl nie mehr zurueck. unter dem Hochhaus durch fuehrt eine Wasserader. fuer Bauten generell nicht unbedingt ein Problem, denn heute stellt man auf der ganzen Welt Haeuser auf Pfaehle welche in gutem Boden fundiert sind.
in besagtem Hochhaus verzichtete man auf solche Stelzen. aus Kosten bzw Gewinn Gruenden. ungluecklicherweise befindet sich da oven viele Hauser auf sehr unsicherem Boden, der ganze Hang ist stets am rutschen. wo nicht entsprechend fundiert ist passiert ueber kurz oder lang etwas. dort am Hochhaus bereits als man an der 5. Etappe am bauen war. die ca 11 Menschen die beim Einsturz starben waren Arbeiter welche versuchten diese letzte Etappe zu stabilisieren obschon unter ihren Fuessen quasi die Fundamente unterhoelt waren. aufgrund der Plaene und dem Wissen dass alle 5 Etappen schlecht fundiert sind musste schliesslich der ganze Gebeudekomplex gesprengt werden. Geologische Gutachten und Berechnungen des Ing waren gefaelscht. Profitgier einzelner Menschen letztlich der Grund. hat wenig mit einem Land Kolumbein zu tun als vielmehr mit geldgieriger Menschen. kann ueberall passieren.
am selen Hang weiter oven. nahe an einem Mirador. da ist vor ca 6 jahren eine Autobahnbruecke abgesackt. schlicht weil der gesamte Hang nach wochelangem starken Niederschlag ins rutschen geriet. damals hiess es: im folgejahr flicken wir die Bruecke sofort wieder. letztlich dauerte es deren 3-4 jahre, da zuerst der gesamte Hang und die Fundierung der Bruecke gesichert werden musste, bevor man ueberhaupt ans flicken denken konnte. wenn du bei besagter Bruecke anhaelst, hinunter schaust, was da alles an Wasserfuehrung und verbauung gemacht werden musst... uff da verstehe ich die 4 jahre nur zu gut. zuvor wa da einfach nur eine kleine Schlucht, n ichts weiter. heute sind darunter gigantische Verbauungen.

die Strasse und System Colombia.
am Anfang war die Erde, danach... ueberspringen wir ein paar tausend Jahre.
der Mensch (hier im speziellen der Kolumbianer) baut Strassen ueber Berge und Schluchten. nach den wenigen die schon vorher da waren kommen jetzt zig Siedler und Lassen sich am Rand dieser nieder. bringen ihre Tiere mit oder schlachten die Natur aus was sie eben her gibt. bereits eine Strasse ist ein Fremdkoerper, ein Einschnitt in ein funktionierendes ecosystem. hinzu kommt jetzt der der mensch nicht am Boden der natur schlafen mag, sondern sich Huetten baut. fuer seine Tiere Pfaehle und den Boden haut und damit Zeune errichtet. Abwasser laesst er zu 90% einfach irgendwohin in die Natur raus. lange passiert nichts, denn die Natur arbeitet nur langsam.
wenn du aber Orte wo erdrutsche statt gefunden haben genauer begutachtest wirst du sehr oft wahr nehmen, dass genau dort wo der Mensch seine Pfaehle in den Boden geschlagen hat, genau dort der Hang abgerissen ist. zumeist durch Wasser des selben Menschen, Wasser dass er irgendwohin abfliessen liess.

der Kolumbianer hat Strassen, sehr oft durchs Gebirge. mit den jahren gibt es mehr und mehr Verkehr und das vorhandene ist ungenuegend, muss erweitert oder verbreitert werden. waehrend wir Europaer uns fuer die teurere variante entscheiden, viadukte bauen, sagt sich zumeist der Kolumbianer: am Hang raspeln wir etwas ab und verbreitern unsere Strassen Hangwaerts... wieder wird gegen die Natur und ihrern Zyklus gearbeitet, aber jetzt reagiert die natur blitzartig. die Autobahn las Palmas hoch richtung Flughafen ist ein paradebeispiel wie man es nicht machen soll. auch die Strecke Sabaneta Caldas. der Hang wird abgegraben bis dieser ein Boeschungsverhaeltnis von eins zu Stein hat. ((in Europa wird darauf geachtet dass Haenge entweder noch 45 Grad haben oder bei steileren haengen wird von Anfang an bzw xuerst der hang saniert und stabilisiert, im schlimmsten fall mit Galerien die Strasse geschuetzt. nicht in Kolumbien. da wird mir nicht dir nichts der Hang abgegraben, die Strasse verbreitert und fertig. fertig hmm nein, dennjetzt beginnt ein nimmer enden wollendes desaster. ueber jahre ist die halbe Strasse gesperrt und saemtliche haenge muessen im groben Stil saniert werden. ich brauche kaum zu nennen, dass so wie der Europaer baut, es unter dem Strich billiger ist. leider ist der kolumbianer aber anderer Meinung. gut fuer mich, so habe ich noch viele jahre zum studieren ((nachdem ich an solchen Orten vorbei kam)) was diese idioten hier und dort wieder alles verbrochen haben. ein weiterer gigantischer Unterschied zu Europa: in Kolumbien sind die mesiten Haenge westenlich unstabiler als in Europa. trotzdem wird weiter gepfuscht. hier will der Mensch aus seinen Fehlern einfach nichts dazu lernen. scheuklappen sei Dank. oder mangelndes freii zu gebendes Kapital.


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Beitrag von Don-Pedrinio » 11. Dez 2014, 18:59

eine Autobahn ist eine Richtungsgetrennte zumeist 4 bis 6 spurige Schnellstrasse. einfahrten sind nicht mit Blinklichtern versehen sondern sind einspurstrecken. jeglicher anderer kreuzender Verkehr wird unten oder ueberfuehrt.
in Medellín gab es ano 2004 nur gerade ein Stueck von Niquia bis Copa Cabana.

heute findet man solche in:
im Norden: Niquia bis Barbosa, im Osten: die las palmas hoch richtung Flughafen. im Sueden: Sabaneta bis Caldas (zum Teil fertig zum Teil noch am bauen). im Westen: ab San Cristóbal bis Santafe nur der Tunel wurde damals 2 spurig gebaut. gegenwaertig versucht man die Autobahn bis hinunter zum Éxito Robledo zu erweitern.

wie der Mensch (hier der Kolumbianer) seine Autobahnen nutzt. bis hin zu Pferdefuhrwerken und anhalten wo es ihm gerade passt, ist sein eigenes Ding. ich pers masse mir nicht an darueber zu richten denn ich bin lediglich Gast in diesem Land, und fuege mich den gepflogenheiten. zmeist mit der Faust im Sack. hahaha.

Autbahnen: auch erst erstellt: Santa Rosa de Cabal bis Pereira, Armenia bis Cali. eine halb halb existierte bereits. zwischen Pereira und Armenia. uff wie heisst es da ueberall. hmm ok googlen. Ibagué (Tolima) Chicoral (dept??) Girardot - Melgar - hoch richtung Fusagusa und Bogota. dann Bogota richtung Villavicencio zum Teil auch Richtungsgetrennt und neu. region el Paso - Bosconia (Sucre) da war man bei meiner letzten durchreise vor 2 Jahren dran am erstellen. alles neu erstellte Autobahnen. gerne duerft ihr mir widersprechen. zeugt mir lediglich wie wenig ihr ueber euer Gastland wisst.

kuemmerlich ?? die Schnellstrasse die den Sueden mit dem Norden Medellín verbindet. schlecht ist sie nicht, eben laengst den Beduerfnissen nicht mehr gerecht. wie bereits geschrieben: der Mensch entwickelt schneller als er seine Grundinfrastruktur erweitern vermag. ich zumindest befahre diese gerne. und an ein kuemmerlich denke ich dabei nie. ist eben ansichtssache. wer aber gerne mit Worten posaunt wie kuemmerlich der lebt meines Erachtens auf dem falschen Kontinent. sollte besser Heim zu papi und mutti.

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Beitrag von Wanderer » 11. Dez 2014, 20:07

Mit meinem Beitrag habe ich dich nicht angegriffen! Daher finde ich es unpassend mir nachzusagen das ich POSAUNE, auf dem falschen Kontinent lebe und zu Papi und Mutti soll. Eine Diskussion mit dir hätte ich mir auf einem höheren Niveau vorgestellt.


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Beitrag von Don-Pedrinio » 11. Dez 2014, 23:24

sorry Waqnderer, meine Darstellungen werden nur zu gerne angekreidet, fast von jedem. produktivitaet, fehlanzeige. jder weiss anderes und besser, obschon ich das allermeiste belegen koennte. sowas muss einen doch ein bisschen sauer aufstossen zumal auch sonst nicht alles rund laeuft. aber jenes in einem andern Thema sobald ich ferig bin mit selber bauen. nur soviel vorab: es ist haarstreubend was ich hier mit lieferenten erlebe. noch nicht einmal hat ein einziger Weg gereicht wenn ich mir was organiseren wollte, man es mir liefern musste da es fuer mein Auto zu gross war

immerhin habe ich einen weiteren fehler gemacht. denn Fehler gehoeren ja zu mir. jenseits des Tunnels ist es lediglich eine Autostrasse. sehr breit, aber nicht richtungs getrennt. aber eben auch neu! denn die alte Strasse ueber den Pass uff, waere ein nettes Ausflugsziel, wenn ihr die Strassenqualitaeten ankreidet. fahrt hinauf bis San Cristóbal. fast ein jeder kennt wo die Gleitschirme starten. fahrt dahin. und ueberlegt... sehr viele Hauptstrassen Kolumbiens waren in einem so desolaten Zustand wie jene Strecke ab San Cristóbal bis zum Startplatz der Gleitschirme.

natuerlich, sowas hatte ich damals NIE fotografisch Festgehalten. wieso auch. aber offenbar kreidet an mir diese Darstellungen jetzt an.
es gibt sie aber immer diese Strassen wie von damals.
zum Beispiel Santafe - Turbo, oder Bolombolo bis Santafe. oder faehrt man hinauf ins Kaffeanbau gebiet Concordia, und dann weiter. schrecklich. oder wie waere die Strasse ab Marinilla bis zum Penol. und und und. alles sah vor Jahren so aus.
ich kenne genug Gringos die vor Angst in die Hosen pinkeln wenn sie nur zum Flughafen hinauf fahren muessen. eine Stadt wirklich verlassen, ueber Land fahren, das tun die wenigsten. dann kennen auch die wenigsten wie es um Kolumbien und seine Grundinfrastruktur ist.
haupt Verbindungen siond heute zumeist gut. ahh wo ist jenes schon wieder. ich glaube Sincielo, vorher eine katastrophale holperpiste. seit einem oder 2 jahren wunderschoen richtungsgetrennt und vierspurig. bis hinaus zum Flughafen.
oder eine Hauptstrasse Popayán Pasto, so viele und tiefe Schlagloecher sah ich in meinem Leben noch nie wie damals zwischen 2007 und 9....


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Beitrag von Don-Pedrinio » 11. Dez 2014, 23:27

jetzt geht der Don erstmal nach Boca del Torro. sorry wenn ich mich nicht mehr melde

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Ernesto
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Beitrag von Ernesto » 12. Dez 2014, 01:57

Gute Reise nach Panama und halte uns auf dem Laufenden. Macht bestimmt viel Spass. Das sich jedoch die "Gringos" in die Hose pinkeln weil sie aus der Stadt fahren, das ist weit hergeholt! Die meisten Touris die ich kenne sind über Land unterwegs. Nichts für ungut Don!


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Beitrag von Don-Pedrinio » 12. Dez 2014, 03:37

jaja deine schon, deine jungen Backpacker. als Backpacker macht man vieles was man in spaeteren Jahren nie und nimmer machen wuerde.
ich spreche aber von aelteren semestern. eben meine Kragenweite


ifeomarydl
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Beitrag von ifeomarydl » 14. Dez 2014, 20:30

Sehr schöner Artikel...danke!


Blackcat345
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Beitrag von Blackcat345 » 15. Dez 2014, 14:01

Wirklich schön geschrieben. Danke!
watson


tenia
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Beitrag von tenia » 15. Dez 2014, 20:02

Muchos gracias ! Toller Bericht !
Bin Schweizer und lebe erst ein Jahr hier in Medellin.
Mir gefällt das Leben hier sehr.


wolfen
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Beitrag von wolfen » 24. Feb 2015, 03:54

Gerade erst gelesen. Gute Information. Danke!


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Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 01:28

fuer meinen lieben kleinen Freund und Neider, mach ich hier mal ein bisschen weiter....
wie lauteten da deine Lieblingsworte, ach ja: Ar.....h
Ar... Ar... Ar... Argumenth, natuerlich, gerne, die kann ich dir gerne liefern.
mein Werdegang:
in der Nachkriegszeit konnte mein Vater als Paechter einen kleinen Bauernhf uebernehmen. spaeter von der Erbengemeinschaft des verstorbenen Besitzers kaufen. das meiste Kulturland blieb damals Pachtland.
so wuchs ich in einer Mausarmen Bauernfamilie auf. waehrend andere Schulkinder ihre Freizeit in Schwimmbaedern und auf Fussballplaetzen und dergleichen verbrachten hiess meine gesamte Jugend: auf dem Bauernhof helfen. im Sommer auf dem Feld im Winter im Wald.
schon in meiner ganzen Jugend lernte ich, dass die duemste Tugend eines Menschen sein Neid andern gegenueber darstellt. bringt ihn NIE weiter. schau auf dich selbst, moechtest du dass die Sonne fuer dich lacht, dann tue was dafuer statt nur dahin zu schauen wo sie ist. bei den andern.
als ich dann als dritter Sohn auch nicht den Hof uebernehme wollte hat mein Vater gesundheitshalber die Kuehe verkauft und ging als Hilfsarbeiter in eine Fabrik arbeiten. sein Obst behielt er als Hobby und kleiner finanzieller Zustupf. als Hobby bis ins hohe alter.

um meine Kaderausbildung finanzieren zu koennen habe ich 2 1/2 Jahre in einem arabischen Land gearbeitet, denn seintens Eltern und Familie war niemand in der Lage mich zu unterstuetzen.
spaeter hatte ich die Moeglichkeit den Bauerhof umzubauen und tat diez in aller meiner Freizeit bis es Dunkel war und waehrend 2er Jahren jeden Samstag. hierbei lernte ich zum ersten Mal wirklich diese feinen Typen kennen. waehrend der gesamten Umbauzeit wurde ich verpoent und ausgelacht. als ich fertig war und WGs vermieten konnte waren viele jener die mich zuvor nur und intensiv auslachten, auf einmal an forderster Front typische Neider.
was fuer eine feine Gesellschaft....

mein Beruf ist es unter anderem junge Menschen auszubilden. und natuerlich Haeuser bauen. grosse Haeuser. das wichtigstes Objekt meiner beruflichen Laufbahn stellt klar die neue zuercher Boerse dar (ca. 1988). im Alter bist du nicht mehr so dynamisch aber die Jahre in der Arbeitswelt bringen dir viel Routine und Erfahrung. so habe ich meinen Taetikkeitsbereich vpm Neubau in den Umbau verlagert.

was du am meisten lernst wenn du aus armen Verhaeltnissen stammst:
du bist deines eigenen Lebens Kapitaen und steuerst das Ruder in eine bessere Zukunft oder in ein Verderben. eine bessere Zukunft nur selten ohne Schweiss.
man sagt, dass die heutige Jugend verweichlicht ist, verwoehnt, nicht belastungsfaehig. viele stammen aus Migrationsverhaeltnissen mit anderen Hintergruenden was Bildung betrifft und haben da schon Muehe..
man sagt dieses und jenes. letztlich wir alle einmal Jung waren, auch bei uns hiess es ab und an aus dir wird nie was. trotzdem hat es ein jeder in seinen eigenen Haenden. jeder steht immer wieder an einer Wegkreuzung und waehlt links oder rechts.
beruflich weiter kommen, in ein besseres Leben, ein Leben mit diesem oder jenem Luxus, mehr Lohn und mehr Geld erreichst du aber nur wenn du dies in Europa erkaempfst.
waehlst du einen Weg an einen Ort wo Lebensqualitaet VOR Leistungsqualitaet steht (besispiesweise Kolumbien), dann waerst du zu beneiden, denn du hast es entdeckt was im Leben mehr zaehlt. Leben.
tust du diez in jungen Jahren, dann giltst du als Aussteiger. und als Aussteiger verzichtest du freiwillig auf diesen und jenen Luxus und vor allem hoehere finanzielle Einkuenfte. ein wunderschoenes Beispiel und vor jenem ziehe ich nicht nur den Hut sonern ich verbeuge mich sogar, stellt fuer mich das Mitglied Kamachi dar. niemals wuerde ich es mir erlauben, mich ueber ihn lustig machen (leider erst kuerzlich gelesen, andere schon). fuer mich hat Kamachi der Liebe wegen einen sicheren guten Weg mit einen aeusserst steinigen Weg getauscht. noch manch ein Weichei wuerde vorher in die Hosen pinkeln, als dass er einen solchen Weg waehlen wuerde. wahrscheinlich auch ich. hauptsaechlich des schon fortgeschrittenen Alters bin ich zu feige solches zu wagen zum einen, aber vor allem meines guten Berufes und des guten Lohnes wegen und dem nach wie vor vorhandenen Drang zwischendurch auch ein par monate im Jahr in meiner Heimat verbringen zu wollen.
und weil ich in meinem direkten Bekanntenkreis viele kenne welche irgendwann doch gescheitert sind. beginnend mit meinem Nachbarn, der mit 30 nach Brasilien auswanderte und verlumpt mit 45 zurueck kehrte.
von ihren wundervollen Traeumen nur noch Ruinen bestehen. so habe ich diesen Weg von Halb Halb gewaehlt. im Sommer mache ich in der CH ein gutes Geld, verzichte auf jeglichen Luxus. wohnen tue ich als Beispiel in eine klitzekleinen 1 Zi. WG. dafuer lebe ich die Wintermonate hier und geniesse die Sonnenseiten des Lebens.


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Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 01:36

grosse Teile dieser Geschichte (mein Lebenslauf) passen verdammt gut in das Leben des Kolumbianers. fuehrt aber leider nur seltenst zu einem Happy End fuer aermere oder Campensinos, vor allem letztere haben null koma null chancen um ihr Leben wesentlich zu verbessern, egal wie sie es anstellen. Hauptsaechlich aus Gruenden wie:
ist ihr Land viel zu verklueftet um wirklich Gewinnbringend zu ernten. und wo was zu holen ist, da sind dann die Grossgrundbesitzer und ihre zumeist nicht ganz sauberen Machenschaften. welche darueber hinaus noch vom vorigen Praesidenten unterstuetz wurden. in Landraub oder enteignung.

was ist denn schlechter, boeser, eine Guerilla welche aus aermlichen Menschengruppen gebildet wurde und fuer eine bessere Zukunft pocht, dabei aber jenseits des Gesetzes agiert, den Tot des Gegners in Kauf nehmend. oder Paras welche ebenfalls jenseits des Gesetzes ihr Werk tut, jeden Campensino vertreibt, der auf Gewinnbringendem Boden hockt.

eine sehr schwierige Frage, die ich mir selbst bis heute nicht beantworten kann.

geh hin zum Campensino, schau ihm ueber die Schultern und in sein Leben hinein.
noch bis vor 3 Jahren gehoerten zu solchen Foren knallharte Disskusionen ueber den Choco, Landenteignung und Verteibung.
wer Partei fuer eine Para ergriff wurde mit den Postings anderer gesteinigt.
gluecklicherweise gibt es diese Disskusionen nicht mehr, denn das ganze Thema ist viel zu komplex als dass wir darueber richten koennen.

denn Richten wir vielleicht falsch? das frage ich mich immer wieder.

ich reíste vergangene Jahre sehr sehr viel durchs Land. schaetzungsweise 70 000km. fast ueberall kannte ich alle Strassen. ich interessiere mich fuer den Menschen und wie er lebt. heute habe ich neue Ziele gewaehlt (mein Heim umbauen).
viele meiner Wege waren nicht wie es mein Freund Jusuf erhofft, in Strippschuppen sondern meine Wege fuehrten den Campensinos und ihrem Leben hinterher. und oft in billigen Hostals penned. mich interessierte die Geschichte des Landes, die Menschen und ihre Lebensgeschichten. vielleicht eben wegen meiner eigenen Lebensgeschichte.

zurueck zum Campensino und der Para,
da waere zum Beispiel die Región Cordoba. vor ca. 40-50 Jahren haben dort Grossgrundbesitzer die kleinen Campensinos vertrieben. heute arbeiten genau diese wieder auf ihren eigenen Feldereien aber als Angestellte und mit Lohn fuer ihre Arbeiten. schaust du in ihr Leben hinein so erkennst du: Steinhaeuser, Kuehlschraenke, Fernseher, Mobiltelefon bis hin zu einem eigenen Motorrad. der vertriebene Campensino hat damit seine Lebensqualitaet unwillentlich verbessern koennen.
betrachtest du nun das Leben des Campensinos des Choco. sein Leben besteht darin, dass er von der Hand in den Mund lebt. in einer Holzhuette oder eher kleinem Schweinestall haust, vorwiegend unter Mangrofenbaeumen liegend vor sich hin siecht.
fuer mich selbst: ohne Zweifel braucht dieser Unterstuetzung, eine eiserne Hand die sein Leben fuehrt, ansonsten er immer und ewig zur untersten aermsten Befoelkerungsgruppe Kolumbien zaehlt. der Weg dahin ist leider Gottes: erst vertrieben werden um danach wieder zurueck geholt zu werden, als Angestellter.
die Welt kann sehr brutal sein, die Mutter Natur und die Tierwelt machen uns dabei vieles vor. nach dem Motto fressen und gefressen werden.

soll sich denn die Lebensqualitaet des Campensino des Choco verbessern? ist er nicht gluecklicher wenn er Canabis rauchend in seinen eigenen traeumen lebt, weder den Fernseher noch ein Mobiltelefon kennt? eine verdammt gute Frage, auch diese kann ich mir nicht beantworten. Geld verdirbt, das wissen wir alle. und am meisten verdirbt das Glozofon wenn wir nicht damit aufgewachsen sind, sondern es irgendwann vor uns hin gestellt bekommen haben und nun danach leben wollen, entsprechend der Bilder die dieses ausspuckt. Telenovelas voller Intrige Korruption und Gewalt


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Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 01:45

mit diesen Luxusguetern moechte ich mich zum Leben des Stadtmenschen wagen und in das heikelste Thema auf Gottes Erde. Prostitution.
ueberall im Land findest du Haeuser welche am zerfallen sind oder zum Verkauf feil gehalten werden. die Befoelkerung Kolumbiens nimmt ja nicht ab sondern stetig und massiv zu. warum sind denn alle diese Haueser leer? zum Teil an wunderschoenen Orten mitten in der Natur.
das gelobte Land oder der Wunsch zur Verbesserung des eigenen daseins ist schuld darán und dieser Weg fuehrt nun Mal nur ueber jenes der Stadtbefoelkerung.
ca. 2010 wurde die Gondelbahn hinauf nach San Cristóbal eroeffnet. da oben: eine gaehnende leere. nur Wiesen. heute: mehrere Tausend Wohnungen. fuer wen nur? auch fuer alle diese welche aus der Umgebung in Stadt kommen um hier ihre Zukunft und Lebensqualitaet zu verbessern. nur so viel wie staendig kommen waechst der Arbeitsmarkt nicht. viele bleiben darum auf der Strecke, der Weg zur Verbesserung ist steinig und steil.
Aufstehen lange bevor die Sonne erwacht und nach Hause zurueck kehren wenn es bereits wieder laengst dunkel ist. diez 6 manchmal sogar 7 Tage in der Woche. am Ende des Monates so viel haben, dass es fuer alle laufend anfallenden Kosten reicht, oft nicht mal fuer diese. was der Neuankoemmling schnell lernt ist Neidisch sein. demgegenueber was andere haben.
bei Arbeitlosen und Arbeitsscheuen sinkt daher auch schnell die Hemmschwelle etwas ungesetzliches zu tun. Telenovelas die sie tagein tagaus sehen helfen ihnen dabei wie sie sich organisieren koennen. oft beginnt es mit kleinem Raub und Taschendiebstahl. und so lange einer nicht gefasst und verurteilt wird, so lange steigt sein sein Verlangen sich zu verbessern, zumeist in diesem neu erlernten Beruf. und er formiert sich zu Gruppen. fuer mich selbst eine brandgefaehrliche Gegenwart, die momentan von der Politik total unterschaetzt wird. hinzu kommt dass selbst die nett gruen gekleideten Maennchen kaum einen Deut besser sind, viele von ihnen denn korrupt sind. sich an dritten bereichern wollen oft mit falschen Drohungen. solches welches ich schon 100 Mal am eigenen Leib erfahren habe.

auf Facebook findet man allwoechtentlich Fotos ausgebrannter Trucks oder dann wieder kleinen Videos ueber die motorisierten gruenen Maennchen welche dabei quer durch sehr schlecht weg kommen. bei den ausgebrannten Truks zumeist mit boesen Texten gegen den Praesidenten: "mach mal was gegen die Guerillas, statt mit diesen an einen Friedenstisch zu hocken".
Mann, ihr bekloppten Kolumbianer wie koennt ihr blos so blind sein. was ihr da habt sind nicht greueltaten der Guerillas, sondern sind resultate der Gegenwart, unzufriedener und sich organisierter Kleinkrimineller. zumeist hungriger und arbeitsscheuer Campensinos.
fuer das entstandene Resultat kann sich die Regierung am eigenen Bein kneiffen, es entstammt vorwiegend von der einseitigen regierungsnahen Berichterstattung der Medien und denn scheiss Telenovenas welche alles andere als bilden, aber ein fast jeder Kolumbianer tagtaeglich verfolgt.
fuer alles was mit Mord und vor allem Raub in Verbindung gebracht werden kann, wird die Guerilla beschuldigt. vor allem ein Glozofon wo Opfer interviewt werden und es dann ein jeder im Land mit den eigenen Ohren hoeren kann tut seinen Teil dazu.


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Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 01:52

2008 fuhr ich erstmals Popayán Pasto und wieder zurueck. auf dem Rueckweg hielt mich eine Uniformierte Gruppe an. an bruetender Hitze. sie durchsuchten meinen Wagen. nach ner Stunde wurde es mir zu bunt. laengst war fuer mich nahezu klar worum es eigentlich ginge. so bot ich ihnen 3/4 meines Barvermoegens an mit den Worten: dass ich noch etwas habe um Benzin zu kaufen. sie uebernahmen damals dankend die ca. 200 000 und halfen mir sogar noch mein Auto wieder aufzuraeumen.

dieses damals erlebte war die unrehmlichste Geschichte aller Reisen. ((Grundsaetzlich trage ich nie alles mein Barvermoegen in meiner Geldboerse mit mir rum. immer habe ich Geld irgendwo zumeist im Koffer verstekt und habe in meiner Geldboerse lediglich was ich am Tage maximal brauche mit allen unversehbarem. man lernt ja staendig dazu))
auch erlebst du gutes: ca. 2009 wurde ich Abends um 19 Uhr in Carmen de Bolívar und auf dem Weg richtung Cartagena von der Polizei gestoppt und nicht weiter gelassen. Nachts zu gefaehrlich jene Strecke hiess es. so uebernachtete ich in jenem Ort in einem Massenlager.

die generelle Sicherheitslage im Lande wurde ueberall staendig besser. aber nicht ueberall gleichzeitig. auf dem Weg richtung Barranquilla (ab ca Sincilejo) gab es seit je her in verschiedenen Orten Kínder welche Gummiseile ueber die Strasse spannten, womit sie Autofahrer zwingen wollten anzuhalten und ihnen ein par Groschen zu ueberlassen.
jene Kínder sind jetzt gross genug um neu statt eines Gummiseiles ein Fahrzeug in den Weg zu stellen und dich bedrohen. ich aber gerade diese Gegenden heute als sicherer anschaue als andere. andere denen ich sowas nie zutraute woher solche Bilder stammen.
was hat es aber mit dem niederbrennen vo Fahrzeugen zu tun. ich habe noch keine wirklich plausible Loesung gefunden. meine neueste Idee ist diese:
ein Fahrzeug in den Weg stellen heisst dass andere anhalten muessen. heisst aber noch lange nicht dass man diese dann auch ausrauben kann. wie kriegt man den die passagiere aus ihren Fahrzeugen. ja klar doch, wenn man ihnenn Zunder unterm Arsch macht.
waere es so, dann uff dann ist diese Strategie sehr traurig. kostet viele fahrzeug besitzer viel Geld und Verdruss. (ausser Versicherungen bezahlen.)

die letzten Bilder die ich kenne sind ca. 2 Wochen alt und sie geben mir massiv zu denken, denn der Ort des geschehens ist die Hauptstrecke Medellín - Caucasia richtung Cartagena unmittelbar nach dem Gebirge und dem ueberqueren des rio Cauca. innerhalb weniger Monaten schon zum 2. Mal. beim ersten Mal waren auf den Bildern sogar 2 Ausgebrannte Reisebusse zu sehen. meine zur Entwicklung negativen und boesen Behauptungen in frueheren Texten stammen also nicht von ungefaehr. ich hoffe aber dass sich slche Bilder auf Facebook nicht haeufen.


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Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 02:06

vor jahren kosteten Motorraeder um die 5 Milionen Pesos, heute kriegt man solche (neue) schon ab 2,5 Milionen. gebrauchte schon ab weniger als einer Milion. vor Jahren das minimal Einkommen bei 400 000 lag es heute schon ueber 650 000 ist. es heute ein leichtes darstellt sich eines zu ersparen.
Motorraeder wie auch Smartphon stellen einen Luxsartikel dar, den ein jeder haben moechte. jeder. der Weg dahin unterschiedlicher nicht sein kann. der ueblichste ist ihn serioes zu erarbeiten.
via Internet und Fernsehen man aber auch andere Wege vorgesetzt bekommt. einfachere. den einen
(Raub habe ich bereits erwaehnt und dargestellt. enwicklung dessen: massiv und unueberschaubar steigend).
jetzt komme ich gerade von einem Ausflug zurueck und irgendwo beim Auftanken las ich die Ueberschrift einer Zeitung. - stehlen von Motorraedern. - DASSS Milionengeschaeft -
poste ich also nicht jetzt sind meine Darstellungen bereits nur Kopien.
nun gibt es aber noch einen Weg all diez zu erlangen. auf eine sehr einfache Art und Weise. und so viele Farben wir kennen so viele Moeglichkeiten bietet dieser Weg. aber hauptsaechlich eben nur fuer Frauen. und ist vor allem hier in Medellín bei diesen auch sehr beliebt. wer halbwegs gut aussieht, irgendwann auch noch eine Silikon Verbessuerung des Koerpers aufbringen kann der waehnt sich schon im 7. Himmel. entsprechend ihre Ansprueche auch steigen. Prostitution. ein extrem ausgebreiteter Arbeitszweig Medellins. die Dunkelziffer der Frauen welche auf irgend eine Art ihren Koerper schon verkauft haben extremst hoch ist. sehr wahrscheinlich am hoechsten von ganz Suedamerika. und es sind nicht nur Frauen ohne Zukunftsperspektiven unterster Estratos die es in dieses Metier treibt sondern auch viele andere. der Weg des sehr einfachen und guten Geldes noch manch eine aus besserem Haus nicht widerstehen konnte.

das am einfachsten erkennbare ist Strassenprostitution. das schwierigste zu erkennen sind jene welche darauf aus sind und via Partnerplattformen gratis Reisen und Ferien in ein fernes Land zu ergattern, zum vorherein mit dem Wissen: Lesitung und Gegenleistung.
und natuerlich sind noch jene welche erhoffen einen Drogenbaron oder Auslaender an Land zu ziehen zu koennen. oft mit dem Grundgedanken: nicht fuer ewig sondern fuer das finanzieren der Gegenwart, zumeist fuer ihre Studiums.

bei Strassenprostitution geht es fast nur ums nackte Ueberleben im Grosstadtjungle. zumeist deren Lebensgeschichte trauriger kaum sein kann. oft in Kindesalter beginnend.
oder andere Schiksale treibt es zu solchem. es sind die Schiksale der allein erziehenden Muetter unterser Estratos.

aber wie sieht es denn aus, an einem Ort wie Medellín. wie kann ein junger Mensch der aus einem Estrato 1-3 stammt. wie kann er sein Leben wesentlich verbessern. verschiedene Wege kann er einschlagen. das gro aller geht normalen Arbeiten nach, ihre verbesserungs Wahrscheinlichkeit liegt bei ca 40% aller. und die Verbesserungsmoeglichkeit dieser: absolut maximal 1-2 Estratos.
die sogenannten Ladrones verbessern mit ihren Raubzuegen ihr Leben kaum nennenswert, bei ihnen ist es aehnlich wie bei den Strassenprostitutierten. es geht ums nackte ueberleben.
organisiertes Verbrechen dass im vormarsch ist hingegen, hier koennten klare Lebensverbesserungen wahr genommen werden, dieses Metier aber noch ganz Jung ist und eine Zukunft dessen noch nicht absehbar ist.
ein naechster Weg ist via Drogenhandel und sich einem Kartell anschliessen. bestimmt haben jene zwischenzeitlich ein gutes Leben. was sie daraus machen (vor allem fehlt es gerade jenen oft an Intelligenz) liegt an ihnen selbst. ich denke (dies ist eine reine Vermutung) so steil wie es hoch ging so rasanndt wird auch der Fall sein. wohl nur die allerwenigsten und kaltbruetesten werden ihr Leben wirklich verbessern koennen. aber kaum mit Schulbildung.
wiederum gibt es verschiedene welche mit Tanz und Musik glauben weiter zu kommen, bei allen jenen gilt (wie natuerlich auch jenen welche ihren Koerper verkaufen): die Zeit arbeitet gegen sie und sind sie nicht faehig -schliesslich ist ihre Freizeit gross- eben in dieser Zeit des guten Verdienstes die Schulbank und erfolgreich zu druecken, verpassen sie den Weg in ein besseres Leben. bei den Taenzern sind es vor allem die Maenner welche statt in die Schule zu gehen lieber ein Fitness Studio aufsuchen. (im duzend billiger = solche kenne ich persoenlich viele. sie haben es verpasst. viele solcher Bekannte hocken heute zu Hause rum und traemen davon dass Gott vom Himmel steigt und ihnen ein besseres Leben gibt.)