[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

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Don-Pedrinio
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[Erfahrungsbericht] 10 JAHRE KOLUMBIEN

Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 02:06

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vor jahren kosteten Motorraeder um die 5 Milionen Pesos, heute kriegt man solche (neue) schon ab 2,5 Milionen. gebrauchte schon ab weniger als einer Milion. vor Jahren das minimal Einkommen bei 400 000 lag es heute schon ueber 650 000 ist. es heute ein leichtes darstellt sich eines zu ersparen.
Motorraeder wie auch Smartphon stellen einen Luxsartikel dar, den ein jeder haben moechte. jeder. der Weg dahin unterschiedlicher nicht sein kann. der ueblichste ist ihn serioes zu erarbeiten.
via Internet und Fernsehen man aber auch andere Wege vorgesetzt bekommt. einfachere. den einen
(Raub habe ich bereits erwaehnt und dargestellt. enwicklung dessen: massiv und unueberschaubar steigend).
jetzt komme ich gerade von einem Ausflug zurueck und irgendwo beim Auftanken las ich die Ueberschrift einer Zeitung. - stehlen von Motorraedern. - DASSS Milionengeschaeft -
poste ich also nicht jetzt sind meine Darstellungen bereits nur Kopien.
nun gibt es aber noch einen Weg all diez zu erlangen. auf eine sehr einfache Art und Weise. und so viele Farben wir kennen so viele Moeglichkeiten bietet dieser Weg. aber hauptsaechlich eben nur fuer Frauen. und ist vor allem hier in Medellín bei diesen auch sehr beliebt. wer halbwegs gut aussieht, irgendwann auch noch eine Silikon Verbessuerung des Koerpers aufbringen kann der waehnt sich schon im 7. Himmel. entsprechend ihre Ansprueche auch steigen. Prostitution. ein extrem ausgebreiteter Arbeitszweig Medellins. die Dunkelziffer der Frauen welche auf irgend eine Art ihren Koerper schon verkauft haben extremst hoch ist. sehr wahrscheinlich am hoechsten von ganz Suedamerika. und es sind nicht nur Frauen ohne Zukunftsperspektiven unterster Estratos die es in dieses Metier treibt sondern auch viele andere. der Weg des sehr einfachen und guten Geldes noch manch eine aus besserem Haus nicht widerstehen konnte.

das am einfachsten erkennbare ist Strassenprostitution. das schwierigste zu erkennen sind jene welche darauf aus sind und via Partnerplattformen gratis Reisen und Ferien in ein fernes Land zu ergattern, zum vorherein mit dem Wissen: Lesitung und Gegenleistung.
und natuerlich sind noch jene welche erhoffen einen Drogenbaron oder Auslaender an Land zu ziehen zu koennen. oft mit dem Grundgedanken: nicht fuer ewig sondern fuer das finanzieren der Gegenwart, zumeist fuer ihre Studiums.

bei Strassenprostitution geht es fast nur ums nackte Ueberleben im Grosstadtjungle. zumeist deren Lebensgeschichte trauriger kaum sein kann. oft in Kindesalter beginnend.
oder andere Schiksale treibt es zu solchem. es sind die Schiksale der allein erziehenden Muetter unterser Estratos.

aber wie sieht es denn aus, an einem Ort wie Medellín. wie kann ein junger Mensch der aus einem Estrato 1-3 stammt. wie kann er sein Leben wesentlich verbessern. verschiedene Wege kann er einschlagen. das gro aller geht normalen Arbeiten nach, ihre verbesserungs Wahrscheinlichkeit liegt bei ca 40% aller. und die Verbesserungsmoeglichkeit dieser: absolut maximal 1-2 Estratos.
die sogenannten Ladrones verbessern mit ihren Raubzuegen ihr Leben kaum nennenswert, bei ihnen ist es aehnlich wie bei den Strassenprostitutierten. es geht ums nackte ueberleben.
organisiertes Verbrechen dass im vormarsch ist hingegen, hier koennten klare Lebensverbesserungen wahr genommen werden, dieses Metier aber noch ganz Jung ist und eine Zukunft dessen noch nicht absehbar ist.
ein naechster Weg ist via Drogenhandel und sich einem Kartell anschliessen. bestimmt haben jene zwischenzeitlich ein gutes Leben. was sie daraus machen (vor allem fehlt es gerade jenen oft an Intelligenz) liegt an ihnen selbst. ich denke (dies ist eine reine Vermutung) so steil wie es hoch ging so rasanndt wird auch der Fall sein. wohl nur die allerwenigsten und kaltbruetesten werden ihr Leben wirklich verbessern koennen. aber kaum mit Schulbildung.
wiederum gibt es verschiedene welche mit Tanz und Musik glauben weiter zu kommen, bei allen jenen gilt (wie natuerlich auch jenen welche ihren Koerper verkaufen): die Zeit arbeitet gegen sie und sind sie nicht faehig -schliesslich ist ihre Freizeit gross- eben in dieser Zeit des guten Verdienstes die Schulbank und erfolgreich zu druecken, verpassen sie den Weg in ein besseres Leben. bei den Taenzern sind es vor allem die Maenner welche statt in die Schule zu gehen lieber ein Fitness Studio aufsuchen. (im duzend billiger = solche kenne ich persoenlich viele. sie haben es verpasst. viele solcher Bekannte hocken heute zu Hause rum und traemen davon dass Gott vom Himmel steigt und ihnen ein besseres Leben gibt.)


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Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 02:31

jetzt habe ich eine ganze Reihe aufgezaehlt, bei den meisten sind die Erfolgschancen echt gering. ein Kapitel fehlt noch. Prostitution. oder in anderen Worten, den Koerper auf irgend eine Weise verkaufen, schliesslich sehen sich sehr viele NICHT als Prostitutierte auch wenn ein Endergebnis letztlich das selbe ist.

um es vorweg zu nehmen:
der wirklich einzige Weg um aus der Armut heraus zu kommen haben hier nur die Frauen und der Weg ist und bleibt der Verkauf des eigenen Koerpers.

jetzt koennen 1000 Moralapostel kommen und diesen Artikel verdammen und trotzdem bleibt er die Wahrheit. das Leben des armen Kolumbianers ist verdammt hart, kaum ein anderer Weg fuehrt ihn aus seinem Schlamassel in das er geboren wurde. und es ist denn nicht der Kolumbianer der diesen ernsthaft verbessern kann sondern fast nur die Kolumbianerin.

was ich hier aus erster Hand schon gehoert habe:
eine Bekannte sagte mir dass in ihrer Klasse eine Prostituierte sei, aus estrato 1. die Schulbank die sie drueckte: Rechtsanwaeltin.
von einer andern Bekannten weiss ich, dass sie mit den Einkuenften aus dem horizontalen Gewerbe: Archtiektur studieren konnte.
wieder eine andere hat damit mehrere Wohnungen gekauft.

leider sind es aber Einzelfaelle. aber sie sind Stadtbekannt und riesiger anreiz vieler junger Frauen eben diesen "einfachen Lebensweg" einzuschlagen. die allermeisten erarbeiten sich ein Motorrad, Smartphone gehoert ja ohnehin zur Grundausstattung...
des Leben bietet aber viele Moeglichkeiten einfaches Geld das herein kommt bei der naechsten Gelegenheit auch gleich wieder aus zu geben. diese Versuchung ist sehr gross und die meisten koennen dieser nicht widerstehen. immerhin schaffen es viele ein Studium anzufangen. noch ist die Zeit zu Jung um zu wissen dass auch viele dieser es auch zu Ende bringen werden. sehr viele sind naehmlich nicht in der Lage fortlaufend so viel zu sparen, damit es auch fuers naechste Semester reicht. ein normalerweise 4 Jahre dauerndes Studium gut und gerne 6 und mehr Jahre dauern wird.

die Gegenwart und die Sicherheitslage des Landes macht solches Moeglich.
man sagt hier, nach dem Untergang Pablo Escobars (1993) stuerzte Medellín fuer 10 Jahre in ein totales Chaos. in jener Zeit viele Eltern niedriger Estratos ihre Kínder nicht zur Schule gehen liessen da ein Risiko dass diese nie mehr heim kommt eben gross war. wer in dieser Zeit aufgewachsen ist, der traegt eine schwere Buerde mit sich rum. die Zeit um sich zu Bilden verpasst hat und spaeter (jetzt) kaum mehr dazu in der Lage ist. danach war Aufbau von allem. und in den Barrios nach wie vor der Glaube vorhanden, dass man ein Heute leben soll und nicht an eine Zukunft denken. diese Meinung hat sich erst seit rund 7 Jahren massiv veraendert. und eine Prostitution massiv wachsen Lassen.

du kannst blind durch dein Leben gehen oder aufmerksam, kannst verurteilen was du glaubst verurteilen zu muessen. oder du kannst anerkennen was zu anerkennen ist. in Kolumbien eine forlaufende Veraenderung wahrnehmen ist schwierig. aber sie ist da und massiv. und es gibt vieles das anzuerkennen ist. eben auch der traurige Weg ueber den Verkauf des Koerpers.
wir europaer haben unsere moralischen Werte und Vorstellungen. diese sollten wir nicht mit nach Kolumbien bringen. denn hier herrschen sehr viele und andere Gesetze und Lebenswege die weit entfernt von unseren verlaufen.
das allereinfachste Beispiel dazu ist user katastrophales Sozialwesen, einst dem schwachen helfen sollte aber heute immer mehr nur ausgenuetzt wird von Taugenichte.
ein Sozialwesen hier schlicht nicht existent ist und ein jeder auf sich selbst angewiesen.

ich selbst habe wohl ueber 45 Jahre lang verurteilt, trug Scheuklappen wie kaum einer. im Beruf galt ich als Tyrann und boese. auf eine gute Jahresquali folgte der radikale Absturz. heute und nach 10 Jahren Kolumbien: im Beruf schreibe ich nur noch allerbeste Qualifikationen weil ein Kolumbien meine Augen geoeffnet hat. mich ruhiger werden liessen und toelranter vielem gegenueber. in Europa werden wir rund um getrimmt das beste fuer unseren Arbeitgeber erreichen zu wollen. man droht uns ansonsten mit Kuendigung. heute scheiss ich auf solche Drohungen, wenn einer meint mich schicken zu muessen fange ich morgen beim naechsten an. nur: ich bin seit 19 Jahren bei der selben Unternehmung und ein beliebter Kadermitarbeiter. heute eben Temporaer, da ich die Haelfte des Jahres in Kolumbien verbringe.

es gibt im Fórum Menschen die glauben vieles verurteilen zu muessen. Dinge die sie glauben zu sehen. Dinge welche nicht ihren moralischen Vorstellungen entsprechen. Dinge die nicht dem entsprechen was sie aus Europa gewohnt sind. hinzu kommt: verschiedentlich mit relativ wenig Lebenserfahrung gut und schlecht von einander unterscheiden zu koennen.

10 Jahre bin ich hier, vor 10 Jahren haben vor allem Abenteurer dieses Land besucht. ich zaehle mich ganz klar zu genau diesen. die Zeit wo ich in einem Zelt am Boden schlief laengst laengst hinter mir aber immer noch mit dem Drang was aussergewoehnliches zu machen. ultimativer Kick ist nichts fuer mich. mit dem aelter werden will der Mensch in jeder hinsicht auch sicherer leben koennen, soch ein Hobby aber nicht dazu gehoert. abenteuerliche reisen hingegen schon. ich nicht danach strebe was meine Exfrau wollte, solches wie ein Club Med bietet sondern eben Tag fuer Tag mich neu organisierend. jetzt nicht mehr in einem Bus hockend, denn der Lebensstandart ermoeglicht es mir, dass ich ein Auto mieten kann.
auch hierbei hat sich ein Kolumbien veraendert. laengst kommen nicht nur Abenteurer hierher. unlaengst sah ich "halb geschockt" Seniorengruppen in Fluegen von und nach Kolumbien. ich freue mich fuer diese, dass sie noch bereit sind ein solches Abenteuer zu riskieren, sie werden dafuer allesamt von Kolumbien belohnt.

vor allem aber wird das neuerlich von Gesindel jeglicher Art besucht.

wie war das doch in meiner Jugend: jeder der was von sich hielt, den zog es an Orte wie Ibiza, Malorca, Costa Blanca und so weiter. und diese Orte werden und wurden nicht hauptsaechlich des Strandes oder Natur wegen besucht sondern es geht auch um reissen und gerissen werden (als Hobby und Lebenserfahrung). in Kolumbien und seitens Frau als einzige Moeglichkeit aus der Gosse in ein besseres Leben zu kommen. der Mann egal welches Alter es aber als jagen sieht, dass er auch dringend hier noch erleben moechte. (mein Freund Jusuf von der Klosterschule versteht solches nicht).
nur ein einziges Mal in meinem Leben reíste ich an einen solches Ort (Mallorca, kurz nach der Trennung von meiner Frau und weil mir die Reise mein Boss organiserte fuer den ich gerade seine Villa umbaute. und fuer den ich dabei etwas anschauen musste, wie er etwas haben wollte).
seit je her gehe ich meine eigenen Wege jenseits des Massenstroms. und jenseits der Statussymble wie viele glauben solche haben zu muessen. mein Auto in Kolumbien ist 19 Jahre alt, jenes in der CH 16. ich trage weder Schmuck noch eine Uhr, die letzte die ich kaufte war damals 1982 in Saudi Arabien, mit dem Geld der Ueberstunden welches man nicht aus jenem Land heraus schmuggeln konnte.
ich denke, dass das das Gro der maennlichen (und ohne Partner) Kolumbien Besucher auf das reissen junger Dinger aus ist. hier in Medellín von diesen Opfern laengst als neue und interesanndte Einnahmequele gehandelt werden.
was einem junge unerfahrenen Menschen an Erfahrung fehlt ist die Tatsache: jedes Bett das irgendwo auf der Welt genutzt wird, von zwei sich Fremden Menschen, zuvor vor allem dem maennlichen Teil Geld gekostet hat. sei es durch ein oder mehrere Abendessen, ein guter Ausgang und die Drinks dazu, und und und, oder man hat zum vornherein einen Betrag mit einander ausgehandelt. tsja das ist das Leben. es hat wenig mit meiner Person oder einer Verurteilung dagenen zu tun, sondern ist schlichtweg ein heute und jedermann. wenn wir Jung sind haben wir moralische Vorstellungen, oft weit entfernt von ein reellen Leben. dieses wird einen jeden schon noch rechtzeitig begegnen ehe er ins Gras beissen muss.


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Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 02:39

ich habe lange gebraucht um das verklemmte und verurteilende an mir abzulegen. habe verleumdet wenn ich mich in die Enge getrieben fuehlte. jahrzehntelang.
so verstehe ich nur zu gut, dass jeder der mit Scheuklappen durch die Welt geht, und von seinen moralischen Vorstellungen geleitet ist, nicht faehig ist die Welt mit wirklich offenen Augen zu sehen. glaubt erhaben zu sein um verurteilen zu duerfen. und dabei nicht mal sieht, dass teile seiner eigenen Wege nichts anderes waren und sein werden als genau solches dass er gerade verurteilt...

alles alles alles im Leben ist Kauf und Verkauf. Geld das verdient wird und Geld das ausgegeben wird. jeder tut es auf seine Weise und nach seinem ihm vorhandenen Moeglichkeiten. und es ist genau das Geld das so die Haende wechselt, welches vielen Menschen Neid hervor ruft und voreingenommene Annahmen treffen laesst. und wenn die dazu noetige Lebenserfahrung fehlt dann boese Toene ausgesprochen werden koennen. vor allem dann vielleicht, wenn im eigenen Umfeld irgend etwas nicht mehr stimmt. das eigene Umfeld irgendwelche Probleme macht.
diese Verhaltensweise wiederum zurueck verurteilen? wozu?
machst dir besser Gedanken darueber woher es kommen mag. unreife moralische Vorstellungen sind oft dahinter zu finden.
ítem.

hier in Medellín ist die Prostitution gross, sehr gross.
vor langer langer Zeit habe ich mal den Hotelboss besucht. um jetzt in ein sehr sehr schluepfriges und dunkles Kapitel zu wechseln.
"was machst du da?" "ich zeichne ne Karte !" "was? das sind blos Striche." "nein das soll das Stadtzentrum von Medellín darstellen."
"wozu?" "um es meinen Kunden zu vereinfachen, wenn sie dort Massagesalons besuchen wollen."

damals gab es in etwa 20 Massagesalons. ich bot ihm an dies voll profesionell zu Zeichnen, da ich viel Freizeit hatte ich wenig mit mir anzufangen wusste und es Teil meines Berufes darstellt (Plaene erstellen). so habe ich ihm erst mal eine richtige massgetreue Karte gemacht. jetzt musste er mir die Orte und Namen hinein krizeln. danach habe ich ihm die erste professionell erstellte Medellín Map gezeichnet. sie wurde bis heute X Mal kopiert und verbessert, denn es soll viel mehr solcher Lokale geben. am Ende fuhren wir an einem Sonntag morgen die lokale ab um zu sehen ob alle richtig gezeichnet wurden. in der Woche darauf lud er mich ein. wir besuchten 5 Lokale. keine der Maedchen geviel mir oder eher gesagt, die Lokale waren mir allesamt zu schmuddelig, ich koennte und kann nicht an solchen Orten. nur in meinem eigenen Bett. trotz all den Jahren bin ich immer noch zu Buenzlihaft. bis heute sollte jenes denn auch der einzige Besuch solcher Lokale bleiben.
das einzige worueber ich mich bei jener Karte erstellen schaeme ist, dass ich irgendwohin ganz Klein den Don-Pedrinio schrieb.


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Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 02:45

unmittelbar nach der Rueckkehr meiner ersten Reise nach Kolumbien (Feb 2005) stellte ich beim Boss ein drei monatiges Feriengesuch fuer den naechsten Winter.

zum einen waeren dies meine laengsten Ferien ueberhaupt und zum andern zum ersten Mal in meinem Leben dass ich nicht umher reíste sondern irgendwo laengere Zeit bliebe. natuerlich bekam ich jene Ferien ich ansonsten jetzt kaum hier lebe.

dann begann meine Planung. ich schrieb mehrere Hostals an. keines antwortete. beim dritten Versuch zog ich noch ein Hotel aus Laureles hinzu sowie en Hotel mit dem Namen Vrenelis Gaertli (frei erfundenere Name). vom letzten bekam ich als einziges ueberhaupt eine Antwort. ich wollte das billigste Zimmer mieten und im Voraus bezahlen koennen. denn so hatte ich ja Ferien noch nie geplant gehabt. am Ende sollten es 2200 Dollar sein fuer die 3 Monate und einer Woche.
am 16.Nov 2005 erreichte ich das Hotel, just an jenem Abend einer der drei Bosse ausfuehrlichst Geburtstag feierte. als ich in die Lobby trat war in der Mitte dessen eine lesbian show. ich natuerlich ueberwaeltigt zum einen aber auch komplett verunsichert und geschockt zum andern. "was ist das hier".
ab naechstem Montag ging ich zur Schule. tagtaeglich aufstehen morgens um 6. Nachtruhe spaetestens 22:00. so verbrachte ich diese 3 Monate, hatte vom aufstehen her gesehen natuerlich aehnlichkeiten mit dem Berufsleben. nach 2 Wochen im Hotel ging ich zu den Bossen und meinte: hey, ich kann hier nicht leben, dass ist weit jenseits von dem was ich mir vorgestellt habe. es kann fuer mich nicht sein, dass ich um 4 von der Uni zurueck kehre und am pool meine Hausaufgaben mache und dabei staendig von irgendwelchen jungen Frauen belaestigt werde. ich war noch nie Sextourist und habe in meinem Leben auch noch nie davon gehoert gehabt dass es sowas wie das hier gibt. ich weiss dass ihr noch ein 2. Hotel habt, kann ich bitte nicht dahin wechseln. so zog ich nach 2 Wochen ins andere Hotel wo nur 2 der Bosse wohnten und wo das sekretariat unter gebracht war. die Maedchen welche hier ein und aus gingen waren die Freundinnen der Bosse. wobei ein jeder mehr als eine hatte....


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Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 02:53

auch den darauf folgenden Winter verbrachte ich hier. im Kellergeschoss wo es nur 2 Zimmer hatte, im einen der gringo Gast und ehemalige Drogencop aus Chicago und im andern ich. beide mit einer festen Freundin und nicht darauf aus mit andern Kunden was zu tun zu haben. wieder den naechsten Winter konnte ich dann bei einem alten Gringo unterschlupf finden. in seinem Penthouse (Castropol). ab danach gab es dann erstmals in Medellín die Moeglichkeit dass man moebilierte Wohnungen mieten konnte. zu voellig ueberrissenen Preisen. die damals einzige Moeglichkeit an eigene vier Waende zu kommen.
am Ende der Vorteil fer mich: einmal wohnte ich in einer solchen fuer 3 Monate knapp oberhalb des el Tesoros. die meiste Zeit war ich erkaeltet und hatte mehrmals Grippe. in der Nacht ist es da oben katastophal kalt die Waende schlecht isoliert, du wirst es alsbald merken, dass du eine schoene Aussicht auf Medellín mit dem Preis bezahlst: die Kaelte der Nacht in vollen Zuegen leben zu muessen, dich entsprechend dagegen eindecken musst mit Heizgeraeten und waermeren Decken. und zum Ueberdruss hinzu alle Strassen hinauf und hinunter viele Std im Tag verstopft sind. lustigerweise zieht es aber viele reiche Kolumbianer da hinauf. noch weiter hinauf als da wo der Wolkenkratzer mit den Luxuswohnungen eingestuerzt ist. aber in einem kleinen Seitental, von unten her kaum erkennbar. am ehesten noch ab Itagüí.

es gab Typen auf solchen Foren welche nach solchem fragten. aus Europa heraus, ohne jemals an aehnlichen Lagen gewohnt zu haben. wenn se wirklich kaufen, an hoeheren Lagen und mit einer wundervollen Aussicht. ob die dann damit das Gelbe vom Ei gekauft haben oder doch nur die Katze im Sack, das wird man wohl nie erfahren. denn an erhoehter und exponierter Lage wohnen heisst zumeist auch entsprechende Schlechtwetterverhaeltnisse am eigenen voll mit zu bekommen. noch manch einer der nur mietete es wieder hinuter zog. der der kaufte kann kaum mehr zurueck. was da oven so speziell ist? eigentlich nur, dass man mehr Platz zum bauen hat. viele jener Wohnungen da oven sind 200 und mehr m2 gross. und teuer. unter 150 000 Euro geht da gar nix.


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Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 03:17

drei Mal wohnte ich in Castropol, einmal draussen richtung Envigado nahe dem Golfplatz. vor allem bei letzterem du weit ab vom Geschuetz hockst, praktisch fuer einen jeder Gang den du tust, du ein Taxi brauchst. aber wenigstens gute Wohnungen vorfindest. wohnst billiger, das ist klar aber sobald du tagtaeglich ein Taxi brauchst dann solltest du diese Kosten dem Mietzins aufrechnen und nicht dem des tagtaeglichen Lebens, dann bist du bald wieder zurueck in el Poblado, wenn du auf eben auf die Wohnqualitaet dieser beiden Gegenden pochst. auch hier, der kleine Jusuf der in der Talsohle lebt vom Sueden noch nicht sehr viel mehr kennt als das Hotel Continental und der Luxuswolkenkratzer der dahinter einstuerzte. nicht mal weiss, dass es keinen wirklichen Unterschied macht ob die Lage des Wohnens Poblado oder Envigado ist. man findet in el Poblado von Estrato 3-6. in Envigado 2-6.
ítem, jene Wohnungen die ich in Castopol mietete sind typisch kolumbianisch sehr klein in Massen aber wenigstens praktisch. gelten als Estrato 5. die Mietzinse damals vor ca. 5 Jahren: fuer ne 2 Zi WG 800 000.- sind Verkehstechnisch super erschlossen. 1-2 minuten Fussmarsch und du bist an der avenida Poblado mit Busslinien in alle Richtungen. allemale ich vom 7. Stock an aufwaerts wohnte und mich damit nie wirklich wohl fuehlte, trotz Aussicht und so weiter. (ich liebe es Treppen zu steigen, wohne ich im 9. Stock und hoeher ist mir ein solches aber zu viel -kommst da oven wirklich ausgekotzt an, auch wenn du es tagtaeglich machst. dann nutze ich (wenigstens Aufwaerts) die Moeglichkeit des Fahrstuhls. einmal noch, waehrend deren dreier Wochen lebte ich am patio bonito in einer Einzimmer WG mit Waenden, ich wusste gar nicht dass sowas hellhoeriges ueberhapt gebaut werden kann. alles was in den Nachbarwohnungen ab ging kontest du praktisch miterleben als saessest du dabei.....
und einmal wohnte ich schon hier wo ich gekauft habe. die meisten Wohnungen sind hier uralt und haesslich (meine ist 40 Jaehrig), aber die Lage mehr als 1A. (mit 5 Minuten Fussweg zum Lleras hinunter und dazwischen viele preiswerte und beste Restaurants. darf ich hier eine kleine Werbung einfuegen: vor 3/4 Jahren hat an der 33 unweit der 10 ein 35 jaehriger Italiener angefangen. er verkauft vorwiegend Eis dass er selber macht. nur selten habe ich in der CH so gutes gegessen. vom kolumbianischen Eis kriege ich bauchschmerzen, von seinem nicht. auch macht er wenige aber super schmeckende backwaren.

mittlerweile gibt es in diesem Sektor auch neuere Wohnungen, ein grosser Wolkenkratzer wird gerade gebaut.

gegen Uralt und haesslich kann man aber was dagegen tun. in meiner 40 Jaehrigen WG versuche ich alles was irgendwie geht selber zu machen und dauert dies 5 jahre so sind es eben 5 Jahre. kuerzlich ging es nicht anders und ich brauchte einen Sanitaer fuer verschienen Installationen sowie einen Elektriker. jetzt mache ich wieder alleine weiter mit unterschiedlichsten Berufen von welchen ich kaum gross ne ahnung habe.
damit tue ich mir viele Dienste. ich erspare mir damit rund 70% der Kosten und ich beschaeftige mich selbst damit. ab und an bis in die Nacht hinein. auch vom alter her kann ich dennoch viel lernen und es haelt mich gesund. viele dieser ausgeuebten Berufe hatte ich bisher nur zugesehen. an Schreinern habe ich mittlerweile richtig Spass bekommen. keines der noch fehlenden Moebel werde ich kaufen auch wenn jetzt unter anderem noch 2 schoene Schreibtische fehlen. zuerst geht es jetzt ans Plaettli legen.


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Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 03:26

zurueck, das damals genannten Vrenelis Gaertli ist ein modernes eine Art Puff. es sind 2 Hotels fuer Gringo Gaeste. ihnen wird ermoeglicht, dass sie junge Frauen heim bringen koennen und duerfen, und sind sie nicht in der Lage diez selber zu organisieren, so haben sie die Moeglichkeit, dass die Hoeliers ueber 1000 Adressen haben.
Gringos und junge huebsche Kolumbianerinnen sind fast ueberall verpoehnt, zum Teil unerwuenscht. mittlerweile haben sie sich so wie auch die Israelis selber organisiert. haben ihre 1-2 Schuppen wo sie verkehren und die von Landsleuten gefuehrt werden.
bei den Israelis war es damals so, dass sie schnell mal an vielen Orten Hausverbot bekommen haben (ich mag mich erinnern dass damals mehrere Angestellte der Disco Palmahia entlassen wurden, weil sie den Umgang mit den verhassten israelis nicht aufgaben. seit je her leben und wueten die Israelis in Laureles. einer fuehrt da ein Hotel. sie sind verhasst, da sie kulturlos jede Frau anbaggerten, egal ob diese in Begleitung war oder nicht. oft hockten sie an einem einzigen Bier schluerfend die ganze Nacht in der selben Disco und gingen kolumbiansiche Gaeste heim, bedienten sie sich an deren zurueck gelassenen Getraenken. Backpacker legen trauriger Weise manchmal aehnliche Verhaltensweisen an den Tag und genau glech wie der israelí kommt der Backpacker in komplett vergammelten Klamoten daher. etwas vom verpoentesten ueberhaupt in Kolumbien.
lange Zeit wurde dem Backpacker und auf solchen Foren empfohlen in nicht guter Kleidung aufzutreten. in fast gesamt lateinamerika absolut falsch. jede Kultur, von Argentienien bis Costa Rica, geht der latino aus, so putzt er sich heraus. packt seine Sonntagskleidung hervor. jetzt kommt der Backpacker und mischt sich dazwischen, mit Mottenloechern in seinen Shirts. mittlerweile sind auch andere junge Auslaender hier, solche die hier studieren. ihr Auftreten kann man zum Glueck mit normaler Kleidung taxieren.
veraenderung der Kleidung: ja, sogar das gibt es. vor 10 jahren bist du ueberall komplett aufgefallen, wenn du 3/4 Hosen getragen hast. sogar an der Kueste. an jener sich dann dieser Kleidungsstil sehr schnell durchsetzte und heute auch an Orten wie Medellin gang und gaebe ist. auch noch kuerzere Hosen.


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Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 03:51

schon wieder bin ich vom Thema abgekommen.
packe ich es nun nochmals. auf einem weiteren Weg. meine dritte Freundin lernte ich ueber Columbiencupid kennen. sie nannte sich Spa Model und wurde oft fuer eine Zeitschrift abgelichtet welche man mit Bild und dem Blick vergleichen kann (Qhubo. seit einem Jahr ist sie mit einem Gringo verheiratet, hat also ihr oberstes Ziel erreicht. wirklich gearbeitet hat sie noch nie). solche Agenturen schossen in den Jahren zu Mass aus dem Boden. galt fuer viele als Sprungbrett in eine bessere Zukunft auch wenn dies ueberhaupt nicht stimmte. jede die sich huebsch fand wollte von irgend so einer Agentur abgelichtet sehen. sich fortan Model nennen koennen, auch wenn es bei manchen gerade Mal einer einzigen Modeschau blieb irgendwo in einem kleinen Dorf ausserhalb. die Bilder die da Studios geschossen sind allesamt voll Profesionell gemacht aber haben fuer die Junge Frau mit ihrem Resultat komplett am Ziel vorbei geschossen. fuer die Agenturen galt es damit gutes Geld zu verdienen, die jungen Frauen sahen darin einen Titel den sie fortan kleidete. den allerwenigsten dieser aber auch wirklich weiter half. irgendwo las ich mal, dass Models ein nicht wirklich einfaches Leben haben, sie unter einem stressigen Job ausgesetzt sind. fuer die vielen jungen Paisas jenseits von dem was sie sich damit vorstellten. bei vielem was die junge Paisa angeht steckt denn der Gedanke dahinter: schnell und viel Geld verdienen. so einfach es dann eben doch nicht ist und die meisten von ihnen auf der Strecke bleiben. neue Moeglichkeiten suchen. eine davon ist zum Beispiel Car Audio. Lassen wir das Car weg und es ist nur noch Audio. wer wissen will was das ist, der suche bei YouTube: CarAudio Colombia. ich glaub die besten Videos sind um rund 2011. Maedchen die hier arbeiten wissen genau dass sie zumeist einen reichen Kolumbianer angeln koennen.
weg davon, wer sich Model nennen kann, der hat nun mal bessere Chancen wenn es darum geht einen potentellen Lebenspartner zu finden oder wenigstens einen Sponsor fuer ein Studium. andere ab solchen Agenturen hoffen auf auch schon erwaehnten Reisen in ferne Laender. allesamt nennen sich auf keinen Fall Prostituierte. auch wenn fuer mich ihr tun oder ihre Einnahmequellen letztlich auf nichts anderes zurueck zu fuehren sind, als eben den eigenen Koerper zu verkaufen. halt auf einem hoeheren Niveau als es andere tun.
so haben wir den bereits folgende Gruppen:
- Strasssenprostitution
- Massagesalons welche es fuer jeden Geldbeutel gibt. ab ca. 40 000.- fuer ne halbe Std. aufwaerts. so gut ich informiert bin.
- uebliche Prostitution wie sie von anderer Seite angesprochen wurde. (allerdings moechte ich dabei erwaehnen: ich kenne keinen Strippschuppen in Itagüí, jener der diez schrieb hierbei eindeutig ueber besseres Wissen verfuegt als ich.)
- dann die sogenannten Models (ich dabei wahrscheinlich noch nicht einmal alle Gruppen aufgelistet habe)
- dann gaebe es noch die Agenturen welche Escortservice anbieten. mit zum Teil mit eben solchen Models.
- ein naechstes Kapitel stellen die Inserat Nutten dar. auf die ich gar nicht erst eingehe. sie sind ueberall auf der Welt vorhanden.
- dann gibt es die halb professionellen, welche am Wochenende mit nebenverdiensten ihre Einnahmen aufbessern. oft unter der Woche einer normalen Arbeit nach gehen. sie arbeiten in Discos welche vorwiegend von Auslaendern besucht werden (Sprich parque lleras)
uebrigens Jusuf, ich kenne gerade mal eine einzige Disco im Lleras, ohne Begleitung kommt da der Auslaender nicht rein und ich gehe lediglich dahin weil ein Freund von mir da Musik macht. Diego Cediel, er ist Bandleader einer vallenatogruppe.
- natuerlich gaebe es (oder es gab sie frueher mal) soganannte wirkliche Puffs ohne stripp oder dergleichen (obs heute so ist wuesste ich nicht mal).
- ein weiteres Kapitel stellen webcam Girls dar, wobei sich solche seltenst fuer zusaetzliches Geld verkaufen.

- und nicht zuletzt alle diese Girls, welche an Orten wie ein V renelis Gaertli verkehren (Vrenelis Gaertli ist ein von mir frei erfundener Name, nichgt dass jetzt danach gegooglet wird). es gibt hier mehrere aehnlich funktionierende Lokale, bis hin zu Penthaeusern wo Zimmer auf verschiedensten Plattformen feil gehalten werden. praktisch ueberall helfen Ortsansaessige nach wenn der Kunde mit dem suchen seiner Beduerfnisse ueberfordert ist.
die jungen Paisas sind: normale Hausfrauen, Studenten, gehen teilweise normalen Arbeiten nach. ihr tun ist unterschiedlich. waehrend die eine voll Profi ist, nutzt die naechste diese Moeglichkeit nur dann wenn not am Mann ist, sprich alle 2-3 Wochen irgendwoher Geld beschaffen um Rechnungen zu begleichen koennen. eine Gemeinsamkeit vieler von all den verschiedenen Zweigen: sie sind sehr oft allein erziehende Muetter, ihr Schiksal nie mehr in ihrem Leben aus ihren barrios zu kommen schon fast besiegelt wenn eine nicht wirklich knallhart dafuer arbeitetund aeusserst sparsam fuer etwas besseres Zukunft kaempft.

es gibt noch eine Gruppe, auch von solchem hoerte ich schon. ein Drogenbaron reisst sich ein junges huebsches Ding unter seinen Nagel. "hier hast du einen Schluessel, er passt zu jenem Auto und dieser hier, mit dem kannst du jene Wohnungstuer oeffnen. da hast du ne Kreditkarte, uebertreibe es aber nicht sonst bist du diese schnell wieder los. denke darán, dass meine Knechte ein Auge auf dich werfen werden. kuesst du einen andern, dann bist du tot". irgendwan steht der Drogenboss wieder vor ihr will nicht sex. sondern er sagt: "deine Zeit ist um, gib mir alle meine Schluessel und Kreditkarte zurueck". bummm.
dies ist fuer mich die dreckigste Variante aller. und sie ist vorhanden, auch wenn der eine oder andere sowas niemals glauben wird.
ach ja, eines habe ich noch vergessen. die Wochenend Studentinnen. unter der Woche studium in einer Stadt, am Wochenende zusatz verdienst im Horizontalen in einer andern Stadt.


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Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 03:56

mit all den Jahren hier, ich sehe verdammt tief in dieses Metier hinein, kenne traurigste Kapitel wie auch schoene Seiten.
es ist dann wenn eine es geschafft hat ihren Lebensstandart positiv veraendern koennen.
es ist dann wenn eine trotz der vergangenheit von einem Auslaender geheiratet wird. ihrer Vergangenheit wegen eine solche auf keinen Fall eine schlechtere Partnerin sein wird.

ich bin schon gluecklich wenn ich aus dem Bekanntenkreis sehe, dass die eine oder andere ein Studium abgeschlossen hat, eine neue bessere Zukunft vor Augen hat mit einem anstaendigen und richtigen Beruf.


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Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 04:15

Moralapostel kommt gebt mir Zunder. umso boesartiger ihr es tut, desto weniger versteht ihr diese traurige Kultur. es ist eine Schattenseite dieser Kultur. gehoert zusammen mit den Vertriebenen und ihren Schiksalen zu den traurigeren Geschichten dieses Landes.

mehr und mehr kommen junge Auslaender, wollen hier ein schnelles geiles Abenteuer, ihre Hoerner abstossen. sollte dabei ein kleiner Unfall passieren, was solls, es soll ja bei dem einmaligen Besuch bleiben (auch schon gehoert), es gibt ja noch so viele andere Laender. und die vielen zu tausenden traurigen Schiksale gehen ihnen am Arsch vorbei.
unter dem Strich, was ist besser oder schlimmer? derjenige der moeglichst gratis ein schnelles Abentuer sucht oder jener der dafuer bezahlt?

gehen wir einen Schritt weiter. wenn du Jung bist glaubst du an vieles, hast deine moralischen Vorstellungen und siehst die Welt mit einer rosaroten Brille. mitlerweile nicht mehr unbedingt so extrem wie damals als ich Jung war, denn mit dem EU Raum und offenen Grenzen, mit dem viel billiger gewordenen Reisen kann ein junger Mensch eher erkennen dass es nicht nur die Heimat und alles gut organisiert gibt. sondern es noch viele andere laender gibt wo nicht alles Gold ist was glaenzt. voraussetzung aber ist dass der mensch mit offenen Augen umher zieht. moralisches nicht an seiner vorderster Front sieht.

ist es nicht so, dann wird er am eigenen Leben lernen dass be weitem nicht alles rosarot ist, nicht so wie man es sich als Jung vorstellte oder wuenschte.
wieviele der so genannten braven Vaeter und Ehemaenner haben ihre Partnerin schon betrogen? ja ich weiss, viele sagen dass wenn sie es mit einer Prostituierten tun es nichts mit Betrug zu tun hat um damit ihr schechtes gewissen zu beruigen. wie viele war die Frage: 50% ? 80% ?
tun solche es hier in diesem Land, dann ermoeglichen sie damit einem armen Menschen, dessen Schiksal bereits in jungen Jahren besiegelt ist, vielleicht doch noch aus ihrer scheisse heraus zu kommen. moralische Vorstellungen hin oder her, denn diesen Frauen interessiert solches einen Dreck. es geht ihnen um ueberleben und es geht ihnen darum auch ein bisschen von der Sonnenseite des Lebens zu ergattern, so wie es fast jedem Europaer schon in die Wiege gelegt wurde....

tsja Jusuf (bewusst nenne ich deinen Namen nirgens um dich nicht zu besudeln. dieses nicht nur heute gelesen wird sondern auch in einer Zukunft) mit deinem Verhalten unter der Guertellinie kaempfen zu wollen, zeigst du lediglich auf, dass du noch ziemlich gruen hinter den Ohren bist, es langsam fuer dich Zeit waere ein wirkliches Leben kennen lernen zu wollen. es laesst sich jedenfalls nicht googeln... schau, ich bleibe bei meiner Auffassung, dass ich den Hut vor dir ziehe, was dir fehlt ist lediglich das, dass du alles was du aus einem Computer quetschst auch in ein wirkliches Leben abzuwandeln vermagst. dann bist du auf dem besten Weg. denke darán ich komme von ganz unten, ich habe es geschafft, mit Wille, Ehrgeiz und Schweissesperlen. Neid nicht. nicht in 10-15 Jahren wie du glaubst dass man erreichen muesste sondern mit 45 Jahren.


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Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 04:35

etwas habe ich dir noch nicht beantwortet. hier kannst du es schwarz auf weiss lesen. aber eigentlich und wenn du deinen Grips zusammen reissen wuerdest selbst darauf kaemest.
nein, ich poppe nicht kreuz und quer durch die Gegend. wer solches tut , der tut diez in kurzen sogenannten Sexferien. wer hier lebt, lebt damit ein ganz normales Leben, es ist das selbe Leben wie es der Europaer, Australier oder Gringo lebt. solche Interessen haben bei allen, egal wo sie nun sind, Nebensachlichkeit. niemand auf der Erde wuerde dies ueber laengere Zeit aushalten, denn es ist jenseits der Grundinteressen des Menschen.
ein ganz normales Leben beinhatet Freundeskreise leben und pflegen.
nun, ich habe hier tatsaechlich viele verschiedene Freundeskreise und Bekannteskreise aufgebaut. weisst du eigentlich wie schwierig es ist als Fremder von so einer Kultur aufgenommen zu werden, akzeptiert zu werden. ja ich bin mir sicher dass du das weisst. was meinst du? wenn ich nur rum poppe, nimmt mich dann die Kultur auf, kann ich Frendeskreise aufbauen zu Kolumbianern? eine verdammt einfache Frage, die kann schon ein Jugentlicher beantworten. also was soll der quatsch von solchen Angriffen?
wurdest deine Kraefte leber fuer solches aufsparen:
der Grund warum ich in Kolumbien auslaendischen Besuchern aus dem Weg gehe und mich nicht da aufhalten will wo ich diesen begegnen muss.
es war ca 2009, wie jeden Sonntag traf ich mich mit verschiedenen Taenzern (ach ja, dir muss man solches noch erklaeren. wenn du dieses Zauberwort in deinen Compi haemmerst, dieser dir danach eh ein anderes Resultat ausspuckt. Profitaenzer sind diese, welche man in Discos sieht, Folklore Taenze vorfuehren oder den modernen Tanz. Animateure darstellen plus es in vielen Fondas daneben auch noch Schauspieler hat. alles mit dem Interesse, Kunden anzulocken und dass diese auch reichlich konsumieren). also wie jeden Sonntag traf ich mich mit diesen in der Disco Karma (Barrio Colombia) eines nachts wurde ich von Europaern angesprochen: hey Gringo, welche packst du heute Nacht, wir wollen dir ja nicht in die Suppe spucken, welche anderen kriegt man am einfachsten flach. tsja, jene Nacht war meine letzten die ich in Karma verbrachte. wenn du dein Wort Ar.... anwenden willst, dann haettest du hier allerbeste Gelegenheit gehabt.

was der Auswaertige wohl nie verstehen wird ist: wenn der Einheimische ausgelassen feiern will, es damit sehr wenig bis ueberhaupt nichts damit zu tun hat was er glaubt zu sehen.
Sex Opfer oder Gespielin.
hingegen hat der Kolumbianer seine Lehren aus solchem gezogen. an vielen Orten kann ein Auslaender schon gar nicht mehr hinein wenn er nicht in weiblicher Begleitung ist. der Auslaender betrachtet solches als beleidigung ohne zu wissen wie viele vor ihm schon hier waren um sich aus zu toben. ungeachtet ob er damit einheimischen auf die Fuesse tritt.
und wenn ich mich an Worte erinnere; wir kennen uns, dann:
einmal habe ich eine Gruppe Auslaender kennen gelernt, im Dulce Jesús mio las Palmas. ich sass neben dem Boss und der hatte weit ueber eine halbe Stunde nur noch Augen auf jene Gruppe, bis es ihm reichte, auch ein zureden half nichts mehr.
die Gruppe der ca. 25-30 jaehrigen: fortlaufend poebelten 2 von ihnen in ihrem Suff Nachbartische an, welche sich beim Personal beklagten. was dabei niemand merkte, laengst waren mehrere Security rund um den Tisch versammelt, im Falle dass es ausarten wuerde. es kam nicht so weit, denn der Boss hatte genug. die ganze Gruppe inklusive ihrer kolumbianischen Begleitereinnen wurden aus dem Lokal befoerdert. vollkommen zu recht meine ich. draussen versuchte ich es ihnen zu erklaeren., was sie typischerweise nicht verstehen wollten. was ich dabei nicht merkte, die Security hinter mir, zu meinem Schutz. (irgendwo habe ich noch die nationalitaet im letzten Moment raus genommen, es nicht auf diese ankommt, alle sind gleich. mit deinem Spruch kamst du mir dabei in den Sinn, denn einer sprach perfelt spanisch.
wenn der Mensch eine Reise tut, dann tut er diese ausgelassen, uebertreibt mit unter. vor allem juengere Menschen verstehen dabei nie wann sie eine gewisse Schwelle ueberschreiten. was hier der Fall war.
auch wenn der tourismuss einem Land Kolumbien gut tut, viele davon profitieren, so hat ein jeder tourismus in jedem Land hat auch seine Schattenseiten. eben solches gehoert dazu. und weil eine typische Paisa zumeist ein huebsches Ziel darstellt, haben wir hier des oeftern Probleme mit jenen welche uns hier in Medellín besuchen. schon wenige Tragos Guarro und eine gewisse grund Hemmschwelle wird uebertreten.
oder wie auch schon vorhaden: ein persoenliches Erlebnis wird nach gutduenken abgewandelt bis es dahin passt das eigene Gesicht nicht zu verlieren. ich spreche da richtung jenem mit 50-iger welcher dort in Cali behauptete unwissentlich aus genommen worden zu sein. kein Wort von jener Story glaube ich welche hier vor ueber einem Jahr breit geklopft wurde.


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Beitrag von Don-Pedrinio » 23. Mär 2015, 05:14

alter dummer Gockel, tsja, alte Gockel haben immerhin den Vorteil, als dass sie irgendwann in ihrem Leben Anstand gelernt haben.
dem Menschen bis 30 und vor allem wenn er eine Reise tut und etwas Intus hat, dieses ihm ein Fremdwort darstellt.

Anstand und Respekt eigentlich ja auch genau jene Tugenden darstellen wie eine junge Paisa gerne behandelt werden moechte.
macho Gehabe, respeklosigkeit kennen sie von ihren Landesgenossen. die allermeisten es satt haben mit gleichaltrigen aus zu gehen, so lange jene noch in einer Art pubertaet stecken. zumeist eine solche bis zum ca. 30-igsten Lebensjahr dauert.
und was kennen sie nur zur genuege: dass ihre jungen Partner im sexleben genau den einen Stil kennen. ihren eigenen Egismus leben.

auch hier wieder: der sogenannte alte Gockel ist natuerlich schon laengst nicht mehr faehig es zu tun wie die Hasen, mit unter geht es ja schon gar nicht mehr.
was lernen wir von unseren Zeitungen, was schreibt Onkel sex in seinen Artikeln? kommt es tatsaechlich darauf an es schnell zu tun, eben so wie die Hasen? ich gaube nein. Verwoehnen ist eher das Zauberwort und hier bei den Paisas welche fast nur egoismus ihrer jungen Partner kennen, etwas das sie gerne leben wuerden. unter dreissig jaehrige sind weniger in der Lage eine Paisa zu verwoehnen als darueber liegende, unter 30 kennen die wenigsten Respekt und Anstand.
darum hast du hier viele solche paare vor dir. ein Altersunterschied gerne 20 und mehr Jahre gang und gaebe ist. der aeltere Knacker nicht nur hinein haelt, sie kurzum schwaengert und abhaut sondern ihr das gibt was sie nebst allem dem oben erwaehnten auch noch braucht: Sicherheit und Treue.

so viele kommen hier her, Fremde, junge und alte, die wenigsten sind viel mehr Wert als dass was sie um sich haben.
klar fuer den der kommt gelten auch andere Gesetze, er will ja nur ein bisschen leben und haut dann wieder ab.
so hast du am Ende moralische Werte dieser jungen Girls und auch wenn diese nicht den deinen entsprechen. denk immer darán: fuer viele gilt: es geht nur ums nackte ueberleben. oder sollen sie wie man hier auch oft sieht: mit 50- 60 Jahren am Strassenrand stehen und versuchen Chiclets verkaufen? ist das was du anstrebst? dass sie nach deinen moralischen Werten leben? immer und ewig am hungertuch vor sich hin siechend....
tsja die Welt ist nicht dass was wir in unserer Heimat sehen. ueberall glaenzt es, jeder kann alles erreichen wenn er will. hier erreicht nur der etwas, der sich am riemen packt, deine moralischen Werte links liegen laesst, denn diese fueren ihn nur ins verderben.

du hast in den Wald hinein gerufen, hiermit hast du ein Echo bekommen. es geht nicht um dich blos zu stellen wie du es vor hattest. sondern es geht darum dir versuchen die Augen zu oeffnen. ich weiss, bei noch so manchem vor allem Juegerem werden diese texte nicht gut ankommen. aber was solls. irgendwann muss jeder seine Augen oeffnen, die Welt ansehen wie sie ist. grausam mit unter.
ich selbst und vor allem mit all den lehren hier in Kolumbien betrachte mich als Weltoffen, modern und kann mit Worten wie Ar.... umgehen. danke fuers lesen.

lange lange zweifelte ich darán, solche Artikel schreiben zu duerfen. es gehoert zu einem heutgen Kolumbien, auch wenn vieles davon eher traurig ist. von der Prostituierten, ueber das Gesindel welches das aufstrebenede land neuerdings anlockt bis hin dass man hier nach und nach lernt, dass der typische Tourist nicht nur Geld mitbringt sondern viel viel viel Aerger.

meinem lieben Gespraechspartner unterstelle ich uebrigens gar nichts. er lebt hier wie ich, lebt auf einem anderem Niveau mit andern Freundesgruppen und anderen Interessen. ich sah hingegen seinen persoenlichen vorwiegend unter der Guertellienie statt findenden Angrff gegen meine Person als Anlass dazu meinen eroeffenten Faden um ein grosses kapitel zu erweitern. vielleicht wird das eine oder andere noch heraus Zensuriert.
(einzig finde ich schade, dass ein Mensch sich hinreissen laesst -eben weil er sich hinter einen Pseudonym verstecken kann- angriffe auf andere auszuueben, fuer mich bedeutet es nichts anderes als dass irgend etwas in seinem privaten Umfeld nicht mehr stimmt und basta). ich von ihm sowas nicht gewohnt bin sondern fast nur gute bis allerbeste Berichterstattung. und hoffe dass er wieder dahin zurueck kehrt.

Don-Pedrinio

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Beitrag von Cartagenera » 23. Mär 2015, 16:20

Bitte, Don Pedrinio tu deine Erfahrungen mit Lesben, Bossen der Mafia, Prostituierten, Puff wo anders kund! Peinlich, einfach nur peinlich. Tschüss.


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Beitrag von scooby » 24. Mär 2015, 00:28

Tolle Berichte!! Das war viel Arbeit. Danke, dass du dir die Zeit für uns genommen hast! Wirklich interessante Einblicke aus Blickwinkeln, die mir bislang unbekannt waren!

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wedred
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Beitrag von wedred » 25. Mär 2015, 12:38

@Cartagenera

Bin ganz deiner Meinung.


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Beitrag von tenia » 26. Mär 2015, 00:10

Toller Bericht !
Muchas gracias !