Lebenshaltungskosten Inland vs Küste

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die den Schritt schon gewagt haben.

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Mantel
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Lebenshaltungskosten Inland vs Küste

Beitrag von Mantel »

Früher oder später trage ich mich mit dem Gedanken nach Kolumbien umzusiedeln.

Meine existierende, nur virtuell bestehende Fernbeziehung will ich als Plan B betrachten, da ich annehme, dass von da außer Luxus, besser gesagt gutes Leben wenig erwartet wird.

Nun denke ich darüber nach wo ich mich am wohlsten fühlen würde. Kolumbien bietet ja wirklich alle Klimazonen.
Ich mag es frisch, nicht viel Regen, nicht kalt aber auch nicht heiß. Hoffentlich nette aufgeschlossene Menschen.

Großstadt muss es wirklich nicht unbedingt sein.

Um Santa Marta herum würde ich vielleicht das finden, was ich suche.
Jemand eine Idee? Oder die Extreme Manizales mit dem Vulkan.

Wie unterscheiden sich die Lebenshaltungskosten von Ort zu Ort bzw. von Inland hin zur Küste. Gibt es etwas Wichtiges was ich beachten muss.
Ich habe noch viele Fragen jedoch nicht mit der Tür ins Haus fallen.

Bin 35 Jahre, ledig und kann meine berufliche Tätigkeit zumindest eine längere Zeit über das Internet ausüben.
Erspartes ist vorhanden, so das ich denke, das ich ein Jahr ohne große Einkünfte leben könnte. Klar hängt das von den Lebenshaltungskosten ab, die ich noch nicht wirklich kenne.

Und nein ich kenne Kolumbien (noch) nicht, außer die Stadt Cucuta. Ich habe aber vor langer Zeit ein freiwilliges Jahr in Venezuela gemacht danach war drei Monate in Ecuador.

Auf der anderen Seite liebäugle ich noch mit Venezuela wegen der derzeit enorm billigen Immobilien. Vielleicht im Grenzgebiet zu Kolumbien.

biciaxel
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Lebenshaltungskosten Inland vs Küste

Beitrag von biciaxel »

Generell gesagt liegen die Lebenshaltungskosten in Kolumbien in den Großstädten für einen vergleichbaren Lebensstil höher als auf dem Land.
Und sie sind dazu noch von einer Person zur Nächsten extrem unterschiedlich. Während mindestens ein Drittel der Kolumbianer mit 75 Euro oder weniger pro Monat überleben müssen, gibt es Andere welche im Monat so viel Geld ausgeben wie ein bessergestellter Bürger in Deutschland.
Ich denke, deine persönlichen Ausgaben werden hier eher von deinem Lebensstil bestimmt werden als von der Region, in welcher du dich niederlassen wirst. Denn selbst im teuren Bogota könntest du theoretisch so " günstig " leben wie die Armen im Süden der Stadt.
Zuletzt geändert von biciaxel am 14. Okt 2020, 20:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Genuasd
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Lebenshaltungskosten Inland vs Küste

Beitrag von Genuasd »

Du kennst doch Venezuela. Ich weiß nicht wann du dort zuletzt warst, aber ich vermute mal ganz stark vor 2015 und eher noch weiter zurück.

Was denkst du wieso die Immobilien dort so billig sind?
Mal im Ernst, wenn du lebensmüde bist, kein bock auf fließend Wasser hast, mit ner .38er umgehen kannst und nicht regelmäßig isst, dazu noch ein dollar konto in Panama hast und einfach das Abenteuer liebst, dann nichts wie auf nach Venezuela.

Du kannst flexibel arbeiten, also du bist selbstständig?
Heißt du könntest du dich komplett aus Deutschland usw abmelden?
"zumindest eine längere Zeit" klingt doch irgendwie stark eingeschränkt.
Probier doch erstmal probeweise für 3 monate, sobald es geht.
Lebenshaltungskosten sind generell ja nicht allzu hoch.
Auto braucht man meiner Meinung nach nicht unbedingt und hausen kannst du auch günstig..
Über die Lebenshaltungskosten würde ich mir weniger Gedanken machen, sofern du über ein 4 stelliges Euro netto Einkommen verfügst.

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Mantel
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Beitrag von Mantel »

@biciaxel

Danke für die verständliche Antwort.

Glboetrotter
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Beitrag von Glboetrotter »

Ich habe eine Korrektur. Es ist nicht korrekt, dass mindestens ein Drittel in Kolumbien mit EUR 75 (rund 350'000 Pesos) monatlich leben. Ich denke es sind weniger Leute und für mehr Geld. Der Minimumlohn ist um EUR 175, jedoch kommen einige der Strassenhändler und Bettler nicht auf diesen Lohn.

Bogota und Cartgena ist teuer. Medellin um rund 30 % günstiger (Wohnung und weniger Taxis). Danach Cali, Barranquilla und Pereira nochmals rund 15 % billiger. Dann wird es noch günstiger. Der Hauptunterschied ist die Wohnung (gemietet oder gekauft).

Mit EUR 1'000 monatlich lebt man einigermassen gemütlich (Mietwohnung). EUR 1'500 ist dann guter Europastandard. Ab Euro 2'000 lebt man ohne Einschränkungen. Mit 500 Euros macht es kaum mehr Spass hier..... meine Meinung.

anton wenzel
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Beitrag von anton wenzel »

Bogota ist teuer. Habe hier für 250Euro im Zentrum gehaust, war halt ne kleine Bude mit halber Küche und kleinem Zimmer, ohne Pförnter und so. Habe in Utica, einem winzigen Dorf etwa 3 Stunden von Bogota entfernt gewohnt und da hätte ich ein Haus mit vier Schlafzimmern für weniger als 150 Euro bekommen, nicht im besten Zustand und ohne Möbel, aber immerhin. Wenn du 700-1000Euro in Bogota ausgibst, dann hast du ne sehr gute, moderne Wohnung in einem sicheren Viertel mit Security etc. Cali ist ein bisschen billiger als Bogota, Medellin weiss nicht, danach fällt der Preis aber immer weiter.
Santa Marta ist heiss, alles an der Küst eigentlich, Karibik ist generell sicherer als Pazifik, vor allem weil touristischer und erschlossener. Medellin hat ein angenehmes, mildes Klima, Eje Cafetero ist super schön, Santander hat unglaubliche Orte. Letztlich hat die Temperatur immer was mit der Höhe zu tun, Kolumbiens Inland besteht ja quasi aus Bergen. Aber viel regen je nach Saison gibt es eigentlich fast überall in Kolumbien. Bis auf in der Wüste...
Aber nett sind die Kolumbianer meistens, vor allem auf dem Land.

biciaxel
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Beitrag von biciaxel »

@ Globetrotter

Es ist gut möglich, dass die vor 2 Tagen in verschiedenen kolumbianischen Zeitungen veröffentlichten Zahlen zur Armut im Land nicht korrekt sind.

Allerdings waren diese von der DANE ermittelt worden und besagen, dass im Jahr 2019 der Anteil der Kolumbianer unter der Armutsgrenze, also 327.000 Pesos oder weniger verfügbarem Geld pro Haushaltsmitglied und Monat, auf 35.7 % angestiegen war.

=> eltiempo.com/economia/pobreza-en-colombia-en-2019-segun-el-dane-543044

Die von der DANE ermittelten Statistiken werden in Kolumbien manchmal angezweifelt, so z.B. die letzte Volkszählung welche sie wohl in den Sand gesetzt hatte. Aber mir ist keine andere Behörde bekannt, welche diese Tabellen in Kolumbien aufzustellen versucht.

Bedenke bitte auch, dass die genannte Erhebung sich auf das letzte Jahr bezieht und dass im Jahre 2020 die Armut wahrscheinlich stark angestiegen ist.

Glboetrotter
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Beitrag von Glboetrotter »

@ biciaxel. Danke für den Hinweis.

Es hätte auch ein einfacher Tippfehler von EUR 75 zu EUR 175 sein können, da ohne Angabe in Pesos und Quellenherkunft.

Auf jeden Fall ist es für die betroffenen Personen (Bettler und Strassenverkäufer) nicht lustig. Es ist viel zu wenig. Und auch eine Schande an die Politiker, welche sich zu wenig um diese Personen kümmern in einem vermeintlich reichen Land (Oil, Gold, Kaffee, Blumen, Früchte und Gemüse, usw.) welches schlecht geführt und organisiert wird.

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Beitrag von Mantel »

Ein komfortables Leben stelle ich mir schon vor, Luxus brauch ich nicht und zum Überleben würde ich nie meine Heimat verlassen.

Fritzchen
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Beitrag von Fritzchen »

@ Mantel

in Kolumbien hängen die Mietpreise in den Städten stark davon ab in welchem Estrato du wohnst.
Für 600€ bekommt man dann schon eine schöne Wohnung mit Pförtner für ungefähr 600€ in einem vernünftigen Barrio in einer der Größeren Städte. fährst du 15 minuten weiter kannst du schon ein kleines Häuschen für 200€ bekommen hast dann aber vllt den Nachteil das halt nur kaltes Wasser aus der Leitung kommt oder die Internetgeschwindigkeit zu wünschen übrig lässt aber dafür der Kolibri mit am Frühstückstisch sitzt. Zudem werden die kosten stark davon abhängen wie gut du mit den einheimischen Produkten klarkommst. Alles was aus dem Ausland an Lebensmitten kommt ist oft teurer als in unseren Supermärkten.
Willst du im Land viel vereisen? kannst du überhaupt schon ein wenig Spanisch? willst du eine Frau an deiner Seite und wenn ja soll es eher die acht oder die 6 sein?
jeder Versteht halt was anderes unter einem komfortablen leben. Mit 1500€ solltest du aber eigentlich gut leben können. Schau es dir an.
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Beitrag von Tenere-wue »

Servus, ich gebe mal meine Erfahrungen preis. Preiswert leben lässt es sich auch in Cartago (Valle) in der Nähe von Pereira. Armenia ist ein wenig preiswerter als Pereira. Quindio ist meinen Erfahrungen nach eine Region wo die Lebensunterhaltskosten erträglich sind. Für ca. 140 € Miete gibt es im Norden von Armenia Wohnungen mit 50-60 m2 in conjuntos cerrados. In Cartago gibt es dafür ein Haus. Mir reichen 400 € locker für ein einfaches Leben in Kolumbien wenn man keine Miete zahlen muss. Sobald du ein Fz besitzt steigen die Lebenskosten rapide. Benzin, Steuern, Versicherung und Maut kosten schon ein paar Euros zusätzlich. Da reichen die 400€ nicht mehr aus.
Grüße
-vive tu sueno !
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Beitrag von Eisbaer »

Wer es lieber wärmer mag, im Departamento SUCRE sieht es so aus, wie von @Tenere-wue beschrieben.
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Beitrag von Mantel »

Danke an Tenere-wue und Eisbär.

Glboetrotter
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Beitrag von Glboetrotter »

Cartago hat heisses Klima (um 30 Grad und mehr tagsüber; abends um 19), Pereira und Armenia ist warm mit (27 und 17 Grad).
Frage: Sind bei 400 Euros (fast 2 Millionen Pesos) auch die Krankenkasse EPS, Internet zu Hause und Mobiltelefon-Abo auch dabei, und natürlich auch manchmal auswärts essen? Es ist schon günstig in den kleineren Städten, wobei Pereira ziemlich gross ist.

Der Hauptunterschied zwischen Grosstadt und normale Stadt, respektive ländlich, sind die Wohnkosten und dann die vielen Angebote wie internationale und feine Restaurants, Museums, Bars und teure Einkaufszentren.

Auf dem Land ist es dann noch günstiger (man kann dort fast nichts ausgeben, weil es wenige Möglichkeiten hat), wobei man die kriminellen Gebiete dringendst meiden sollte.

Kurz: Es hat bestimmt für jedes Budget etwas.
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Ernesto
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Beitrag von Ernesto »

Eine gute Krankenversorgung am Wohnort finde ich wichtiger als internationale Restaurants, Museums, Bars und teure Einkaufszentren. ;-)