Meine Erfahrung: Barrios populares = volkstümlichen Vierteln

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die den Schritt schon gewagt haben.
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Gilberto
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Meine Erfahrung: Barrios populares = volkstümlichen Vierteln

Beitrag von Gilberto » 29. Jul 2019, 03:10

Liebe virtuelle Freunde,

gestern war ich bei Bekannten zu Hause, in einem sogenannten Barrio popular eingeladen. Die Leute sehr nett, hilfsbereit, aufgeschlossen, jedoch ganz anderes als ich das bis heute gewohnt war.

Was verstehe ich unter ganz anders, viele Leute, viel Krach, ständig überlaute Musik. Die Kinder spielen bis spät abends auf der Straße schreien, grölen, keiner der Erwachsenen kontrolliert irgendwas. Die hören nur Musik und das mit nie erlebter Lautstärke, singen mit und klatschen in die Hände.

Ich wurde behandelt wie ein König, nur wohlgefühlt habe ich mich leider nicht.

Die Häuser, das ganze Vierten war sehr schön, von daher kein Unterschied zu den sogenannten besseren Barrios, nur der Lebensstiel ist einfach grausam, grausam für mich aus europäischer Sicht.

Ich bin froh eine ruhige Wohnung gefunden zu haben, denn den Krach den ich gestern erlebte könnte ich nicht jeden Tag ertragen.

Wie geht es euch? Lebt jemand in so einem Umfeld? Wie geht ihr damit um? Ich glaube, das ich mich nicht daran gewöhnen könnte.


Max
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Beitrag von Max » 29. Jul 2019, 04:44

Na dann geh mal an die Küste

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Nasar
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Beitrag von Nasar » 29. Jul 2019, 05:05

Max kann nur bayrisch. Frag ihn einfach was ist der Unterschied zwischen bayerisch und bayrisch? :lach:
Bei uns im Barrio lassen meine Kumpels am Wochenende immer die Sau raus. Was hilft ist mit machen :klat: Ein paar Bier, ein paar blancitos und alles dreht sich normal. :lol:

Schreibt man Bayrisch groß oder klein?

Ich freu mich schon riesig auf Dezember.
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Fünf sind geladen, zehn sind gekommen, gieß Wasser zur Suppe, heiß alle willkommen.


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Beitrag von Max » 29. Jul 2019, 05:10

Des hoast Boarisch, Am Wochenend geht ja no aber an der Küste mei jetzt geht's ja no aber damals 1 Song 49 Std am Tag und immer der selber Vallenato da kannst Di bloß no vollknallen.

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Jetzt habns wenigstens scho CD Wechsler.



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Nasar
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Beitrag von Nasar » 29. Jul 2019, 05:19

Max, CD war im vorigen Jahrhundert. Wir haben nur noch ganz kleine USB-Sticks mit enorm viel Musik. :mrgreen: Dazu viel Sumarino :klat:
Weihnachten wird wieder dufte ich freu mich schon auf die Sau bei uns im Barrio. :klat:

Bild Bild

@Gilberto

ich wohne in so einem Barrio in Suba, In finde es dufte unter Leute zu kommen. Wir haben Spaß und füllen uns ab. Gefällt meiner Schwester dem Biest überhaupt nicht. Das Haus meiner Mutter hat ordentliche Türen und Fenster. Im Haus hört man wenig von dem was draußen los ist.
Ich würde mein Barrio nicht gegen eines der ricos tauschen.
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Beitrag von Holger78 » 29. Jul 2019, 06:31

Wir fliegen am Freitag wieder hin, für 4 Wochen, unter anderem nach Barranquilla.

@Gilberto
das gehört einfach zu Kolumbien dazu. So habe ich es kennen und Lieben gelernt.
Die Leute super nett, tolle Stimmung.
Aber zugegeben, nach den 4 Wochen bin ich auch wieder froh in DE zu sein um die Ruhe zu genießen.


Dolfi
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Beitrag von Dolfi » 29. Jul 2019, 10:17

Die Sensibilität für Lärm ist offenbar etwas typisch deutsches oder mitteleuropäisches. Schon in Spanien ist es überall bedeutend lauter, und in Kolumbien...kein Vergleich. Laute Musik nachts um zwei gibt´s auch im mittelständischen barrio meiner Schwiegereltern in Bello. Due Lautsprecher auf die Straße un ab geht die Party, stört keine sau.

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Beitrag von Tenere-wue » 29. Jul 2019, 14:35

Servus, ich persönlich mag die populares sehr. Laut, unkontrollierte Kinder, jugendliche Moppedgruppen, Pensionistengruppen beim Bingospielen, Arbeiter/innen beim Bier trinken und die porteros welche auch immer ihren Senf dazugeben müssen. Und dazwischen der gringo den
jeder aus dem barrio kennt weil er fast überall mitmacht. Das ist die Fröhlichkeit und Lebenslust welches Kolumbien so schön macht.
Nachteil, es ist unmöglich schnell ohne Unterbrechungen aus dem Viertel zu kommen.
Grüsse aus Würzelburg
-vive tu sueno !


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Beitrag von desertfox » 29. Jul 2019, 17:07

Also für mich wären diese Barrios nichts, für meine Frau erst recht nicht. Da bleiben wir lieben in Cedritos...

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Beitrag von Macondo » 29. Jul 2019, 19:28

Also viele Freundinnen meiner Frau wohnen in solchen Barrios und seit vielen Jahren werden wir dorthin eingeladen und es geht da immer sehr herzlich und spassig zu. Vor vielen Jahren wohnten wir auch in solchen lauten Gefilden, wobei ich diese Lautstaerken damals ebenfalls nicht ausgehalten habe (wegen der Strassenverkaeufer).
Seit 2001 wohnen wir in einem Condominio mit freistehenden casas campestres am Stadtrand. Da es dort wiederum fast zu ruhig zugeht, konnte ich im Laufe der Jahre einige meiner Nachbarn ueberzeugen sich Motorraeder zuzulegen und gemeinsame Ausfluege zu unternehmen. Eine weitere Idee hatte ich vor 3 Jahren, indem ich meine Nachbarn ueberzeugte, dass es gut waere auch eine Rockband zu gruenden. Da wir glauben, dass wir inzwischen sehr gut sind, lassen wir alle Mitbewohner daran teilhaben und spielen jeden Samstag mehrere Stunden bei offenen Tueren. Bisher hat sich noch niemand beschwert.

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Meine Erfahrung: Barrios populares = volkstümlichen Vierteln

Beitrag von Ernesto » 29. Jul 2019, 21:45

Ich würde mich in solch einem Barrio popular nicht wohlfühlen. Strassenverkäufer mit Gemüse stören mich nicht, das finde ich sogar praktisch.

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Meine Erfahrung: Barrios populares = volkstümlichen Vierteln

Beitrag von Eisbaer » 1. Aug 2019, 20:08

Für mich muss ein Barrio popular nicht unbedingt laut sein.
Es gibt solche und solche, auch gibt es welche in die man als Ausländer besser nicht geht.

Folgendes Foto stammt aus einem Barrio popular. Estrato 2, Barrio Nuevo Mexico, Sincelejo (Sucre).

Bild
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Normale Straßen und Bushaltestelle, rechts, da wo das blaue Schild ist.

Auf der linken Seite wird ein zweiter Stock für 650.000 Pesos vermietet. Wo das rote Schild am Balkon hängt.

Was mich stören würde ist, dass die Leute wenn sie die Wäsche gewaschen haben in die Gitter zur Straße zum trocknen hängen obwohl die meisten Häuser große Patios haben und die Gemüse und Obstverkäufer, die würde ich auch nicht lange aushalten. Ansonsten was Musik angeht ist es dort für einen Estrato 2 an der atlantischen Küste sehr ruhig.
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Beitrag von Gilberto » 2. Aug 2019, 21:47

Was mich interessieren würde ist, wenn die Kinder in so einem Rausch der ständigen musikalischen Beschallung mit fast uneingeschränkter Freiheit beim Spiel auf der Straße leben, lässt da die Lernfähigkeit in der Schule nicht nach?


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Beitrag von John Extra » 2. Aug 2019, 23:38

Ich koennte mir vorstellen, das es fuer die Menschen die es nicht anders kennen, kein Problem ist, auch fuer die Kinder nicht, wenn man von klein an damit gross wird, ist es wohl irgendwie Gewohnheit. Fuer uns Deutsche, oder Europaeer, ist es ein Kulturschock, aber auch abhaengig vom Alter, juengere Menschen haben vielleicht kein problem damit, ab einem gewissen Alter ist es dann wohl nicht mehr auszuhalten, ich koennte es auch nicht mehr ertragen, ....ok fuer ein paar Stunden mit zwei oder drei Bier....aber dann ist es auch gut...


:bye: