Kolumbianische Ärztin möchte nach Deutschland

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Kolumbianische Ärztin möchte nach Deutschland

Beitrag von dieler241 » 3. Jun 2015, 21:27

Hallo,

ein sehr gute Freundin von mir aus Kolumbien, plant schon länger nach Deutschland auszuwandern. Sie ist Ärztin und arbeitet seit ca. 2 Jahren als General Doctor in Medellin. Sie kann auch schon deutsch mit einem Level von B1. Nun würde sie gern den Sprung wagen und nach Deutschland gehen. Sie hat sich für einen Sprachkurs am Goethe Institut hier in Berlin angemeldet um das B2 zu bekommen und auch schon einen Deutschkurs speziell für Mediziner im Auge. Natürlcih kann sie momentan noch keine Blue-Card/Arbeitsvisum beantragen, da ihr die Berufserlaubnis fehlt. Die müsste sie ja beantragen, wenn sie dann hier ist.

Nun die Frage: Sie würde gern ein Visum beantragen, mit welchem sie länger als 3 Monate hier bleiben kann um ihre Kurse zu machen, eventuell Nebenjobs in Restaurants/Bars anzunehmen und auch dann direkt im Anschluss nahtlos, ohne wieder ausreisen zu müssen, den Prozess starten, um ihren Abschluss anerkannt zu bekommen. Welche Möglichkeiten hat sie da? Ich habe mich schon mal schlau gemacht und in Erfahrung bringen können, dass es sowas wie eine "Verpflichtungserklärung" gibt. Das würde ihr dann wohl bei der Beantragung eines Visas, welches über den Zeitraum von 90 Tagen hinausgeht, helfen. Dafür müsste ich mich nun aber mit der Ausländerbehörde in Berlin außeinandersetzen und es scheint, als wenn die momentan hoffnungslos überlastet sind und man nicht mal eben einen Termin bekommt. Da kann es sich nur um Monate handeln.

Habt ihr Tipps für mich/uns? Man hört ja immer nur alle Möglichen Leute vom Fachkräftemangel schreien und Ärtzemangel auf dem Lande usw, aber wenn dann mal jemand wirkliches Interesse hat scheint es nicht gerade einfach zu sein...

Ich wäre euch dankbar , wenn ihr uns mit Tipps helfen könntet.

LG

Stephan


Dolfi
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Kolumbianische Äztin möchte nach Deutschland

Beitrag von Dolfi » 4. Jun 2015, 09:46

ich denke das dürfte schwierig werden, wenn sie nicht schon einen Job in D in Aussicht hat. Mein Schwager hat auch Medizin studiert und während eines Besuches bei uns ein Praktikum an einem lokalen Krankenhaus gemacht. Die habven ihm dann ein gutes Zeugnis ausgestellt und ihn eingeladen, seine Spezialisierung bei ihnen zu machen. Im Augenblick lernt er Deutsch (Niveau B2 wird verlangt) um das dann praktisch in Angriff nehmen zu können.

Vielleicht probiert ihr es auch mit einer Praktikumsstelle?


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Kolumbianische Äztin möchte nach Deutschland

Beitrag von dieler241 » 4. Jun 2015, 19:01

was für ein visa hatte er bei dem besuch? das müsste ja dann irgendwas anderes als ein normales touristen-visa gewsen sein, oder?

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Ernesto
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Kolumbianische Äztin möchte nach Deutschland

Beitrag von Ernesto » 4. Jun 2015, 19:33

Bei meiner Suche im Netz habe ich folgendes gefunden:

Brauche ich eine Arbeitserlaubnis, wenn ich ein Praktikum in Deutschland absolvieren möchte?
--> auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/FAQ/ArbeitLebenDeutschland/13-Praktikum.html?nn=350374


Dolfi
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Kolumbianische Äztin möchte nach Deutschland

Beitrag von Dolfi » 5. Jun 2015, 08:04

Nein mein Schwager ist mit einem normalen Touristenvisum eingereist, er war nur vier Wochen in Deutschland. Wir hatten die Behörden auch nicht davon in Kenntnis gesetzt, ich bin einfach zum Krankenhaus gegangen und habe mit dem Chefarzt der entsprechenden Abteilung gesprochen.

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donchrisml
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Kolumbianische Äztin möchte nach Deutschland

Beitrag von donchrisml » 5. Jun 2015, 23:13

@dieler:

Die Deutsche Botschaft Bogotá wirbt gerade auf Ihrer Titelseite mit den Vorzügen Deutschlands, unter anderem für kolumbianische Ärzte:

--> alemaniaparati.diplo.de/Vertretung/mexiko-dz/es/07-PoliticaEconomia/IndicadoresEconomicos/AlemaniaQuiereProfesionales.html

"Alemania facilita a profesionales altamente cualificados la entrada al mercado laboral. Muy demandados son científicos naturales, matemáticos, ingenieros, médicos e informáticos."

Natürlich müsste Deine Freundin in Deutschland zunächst die Approbation erlangen d.h. ihr kolumbianisches Diplom anerkennen lassen. Dies wird mit einigem Papierkram verbunden sein, da Kolumbien ein Nicht-EU Land ist und ich nicht weiß, ob in Deutschland die kolumbianische medizinische Ausbildung generell als gleichwertig anerkannt wird.

Informationen zum Anerkennungsverfahren gibt es hier:

--> anerkennung-in-deutschland.de/html/de

Ich würde versuchen, das Verfahren - sofern möglich - schon aus Kolumbien voranzutreiben. Mir scheint, dass es vor allem um die Einreichung von Dokumenten geht.

Wenn Deine Freundin die deutsche Approbation in den Händen hat, kann Sie sich bei einer Klinik etc. bewerben und nach Zusage ein Arbeitsvisum beantragen.

Solange Sie keine Approbation hat, könnte Sie über ein Sprachstudentenvisum nachdenken. Diese Kategorie scheint mir das einfachste "Alibi-Visum" für Deutschland zu sein. Dieses wurde zum Beispiel von einem Bekannten von mir erfolgreich beantragt, der seine lateinamerikanische Freundin für ein Jahr nach Deutschland eingeladen hat.

Dafür müsste Deine Freundin dann aber den entsprechenden Kontostand vorweisen bzw. eine in Deutschland lebende Person eine Verpflichtungserklärung unterschreiben.


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Kolumbianische Äztin möchte nach Deutschland

Beitrag von klassiker » 14. Jun 2015, 11:18

Ich sage es wie es ist. Es wäre leichter per Scheinehe nach Deutschland zu kommen. Der Fachkräftemangel ist eine Phantomdebatte und dient eher zur Ruhigstellung der Bevölkerung angesichts der Massenzuwanderung aus Afrika.


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Kolumbianische Äztin möchte nach Deutschland

Beitrag von dieler241 » 18. Jun 2015, 19:05

Hallo.
Erstmal danke für die vielen Antworten. Das mit der Anerkennung von Dokumenten und der Approbation usw. ist ihr alles klar. Sie war da auch schon in Kontakt mit den Landesgesundheitsämtern von Berlin und Brandenburg. Grundvorausetzung um da überhaupt das Verfahren ins Rollen zu bringen sind die Deutschkenntnisse. Von daher ist der momentane Plan:
Beantragung eines "Visum Nacional" zur Absolvierung eines Sprachkurses. Sie hat nun einen Termin Ende Juli in der Botschaft in Bogota. Sie benötigt nun einige Unterlagen, von denen das meiste kein Problem sein sollte (Anmeldebestätigung zum Sprachkurs, Einladung bzw. Bestätigung, dass sie bei mir wohnen kann, Lebenslauf...)

Ich habe auch schon eine Verpflichtungserklärung bei der Ausländerbehörde abgegeben und diese nach Kolumbien gesandt.

Nun verlangt die Botschaft allerdings auch noch ein Motivationsschreiben . Dazu habe ich ein paar Fragen:

Was genau will die Botschaft da hören bzw. was dürfen wir da auf keinen Fall reinschreiben? Steht für die Botschaft im Vordergrund zu ermitteln, was der Hintergrund für die Sprachreise ist oder will die Botschaft eher bewiesen haben, dass man auch schön wieder ausreist und nicht etwa länger bleiben will???

Ich habe schon mal einen ersten Entwurf aufgesetzt, der in etwa wie folgt aussieht:

- Kurzer Hinweis, dass bei der Übersetzung des Schreibens ins deutsche jemand geholfen hat
- Kurzer beruflicher Werdegang (Ausbildung zur Ärztin, berufliche Praxis)
- Hinweis auf bereits langes Interesse an deutscher Kultur und Sprache, u.a. durch einen 3 wöchigen Besuch vor 2 Jahren
- Hinweis auf bereits erste erlangte Sprachfähigkeiten
- Beschreibung des Wunsches, irgendwann mal in Deutschland als Ärztin arbeiten zu wollen
- Erkannte Notwendigkeit, dass zur Erfüllung des Wunsches die deutsche Sprache zunächst einmal perfektioniert werden muss, weshalb mehrere Sprachkurse und dann noch ein spezieller für Mediziner besucht werden soll
- Erklärung, dass nach dem Sprachkurs der Plan besteht zunächst nach Kolumbien zurückzukehren um sich dann anschließend gglfs. um ein Arbeitsvisum bzw. eine Blue Card zu bemühen
- Hinweis auf Verpflichtungserklärung

Ich bin nun unsicher, ob vor allem der reale Wunsch irgendwann mal hier zu arbeiten die Erteilung der Visums eher positiv oder negativ beeinflussen wird. Habt ihr Tipps für mich??? Bin für jeden dankbar!

Noch eine Frage zu den Sprachkursen: Sie würde gern ein Jahr bleiben (maximale Ausschöpfung des Visumszeitraums). Benötigt sie dann beim Visumsantrag schon den Nachweis, dass sie in der gesamten Zeit an Sprachkursen teilnimmt?

Schon mal vielen Dank für eure Unterstützung!


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Kolumbianische Äztin möchte nach Deutschland

Beitrag von dieler241 » 18. Jun 2015, 19:33

Ach, noch eine Frage: Mal angenommen wir müssen wirklich auf den Weg der Ehe zurückgreifen: Welche Dokumente müsste:

a) Sie mitbringen, damit wir hier heiraten können
b) Ich mitnehmen, damit wir dort heiraten können

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Ernesto
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Kolumbianische Äztin möchte nach Deutschland

Beitrag von Ernesto » 19. Jun 2015, 01:54

Hi dieler241,

ich denke die Fragen zur Heirat in Kolumbien und/oder Deutschland wurden hier im Forum ausführlich behandelt.

Den Sinn des Motivationsschreiben hast du vollkommen richtig erkannt.
--> fuu-heidelberg-languages.com/index.php/content/download/12161/149826/file/Motivationsschreiben.pdf

Du weißt, das die Botschaft den Rückkehrwillen erkennen muss, deshalb würde ich da das Thema eventuelle Heirat aussen vor lassen.
Für eine praktizierende Ärztin solle ein Visum kein Problem sein. Ich drücke euch die Daumen und halte uns bitte auf dem Laufenden.


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Kolumbianische Äztin möchte nach Deutschland

Beitrag von dieler241 » 19. Jun 2015, 08:15

Vielen Dank für die Antwort und den Link! Ja, ich werde euch auf dem laufenden halten.


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Kolumbianische Äztin möchte nach Deutschland

Beitrag von dieler241 » 25. Jun 2015, 18:11

Kann mir aber vielleicht nochmal jemand sagen, was

a) Ich für Dokumente bräuchte um in Kolumbien zu heiraten
b) Meine Freundin für Dokumente bräuchte um in Deutschland zu heiraten

Dabke!

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Kolumbianische Äztin möchte nach Deutschland

Beitrag von ColombiaOnline » 25. Jun 2015, 19:52

In der Kirche oder beim Standesamt?

Über die Suchfunktion habe ich ein Thema gefunden welches zumindest die Frage nach der Standesamtlichen Heirat in Kolumbien beantworten sollte. Im Beitrag von Karsten findest du einen Link zu allen benötigten Unterlagen. viewtopic.php?f=19&t=11580&p=56803 heiraten in Kolumbien, was gilt zu beachten ? Dann habe ich noch etwas gefunden was hilfreich sein könnte: viewtopic.php?f=19&t=7848&p=35612 Heiraten in Deutschland oder Kolumbien?
„Wer fragt, ist ein Narr für eine Minute. Wer nicht fragt, ist ein Narr sein Leben lang.“


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Beitrag von dieler241 » 5. Jul 2015, 23:55

Hey. Nochmals danke für die Antwort und die Mühe!


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Beitrag von dieler241 » 6. Jul 2015, 09:48

Ich habe jetzt doch noch 2 Fragen:

- WO/WIE kann man sich in Kolumbien die "Ehefähigkeit" bescheinigen lassen, so dass es ein deutsches Standesamt anerkennen würde
- Bei welcher Bank kann meine kolumbianische Freundin bereits im Vorfeld ihrer Ankunft ein Konto eröffnen