Ausgewandert oder kurz davor und es liegt ein Staatsstreich in der Luft

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die den Schritt schon gewagt haben.

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Hamid
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Ausgewandert oder kurz davor und es liegt ein Staatsstreich in der Luft

Beitrag von Hamid »

Für lange Zeit im Fall von Kolumbien für nicht mehr möglich gehalten: Aber wenn bestimmten Eliten und Kräften die Felle davon schwimmen und ihre Geschäftsmodelle nach verlorener Wahl eleminiert sind, dann kann es sehr wohl dazu kommen.

Ältere Semester könnten jetzt meinen: ,,Ist dort in Lateinamerika ja nichts neues. Außerdem weit weg!" Viele andere könnten anhand der vielen Schauplätze in dieser Welt genervt den Kopf in den Sand stecken. Wiederum andere es tollerieren und gut finden, dass ein Linker gestürzt wird - egal, ob rechtmäßig und in einem demokratischen Prozess gewählt.

Ich fand bisher keine Statement einer Person des öffentlichen Interesses, die sich zumindest moralisch zur Rechstgültigkeit von Petro als Präsident äußert und vor rechtswiedrigen Aktionen dagegen warnt - es ist unheimlich still im Ausland, um dieses Thema herum. Die Weltgemeinschaft ist ziemlich andersweitig beschäftigt und die USA, naja die USA - könnte in ihrem Interesse liegen. Ein selbstbewusstes, stabiles und geeinigtes Land ist dort nicht für jedermann von Interesse.

Bei so großer Ablenkung der Staatengemeinschaften ist es jetzt ein geeigneter Moment für einen Putsch. Aber das mir Ausmahlen der Zustände in solch einem Fall fällt mir schwer. Zu fiktiv ist doch dieser Gedanke, kenne ich für mich nur Frieden und Wohlstand.

Wird es dabei eine massive Welle der Säuberung geben, bei der NGOs, Politiker des jetzigen Bündnisses, Anwälte, Menschenrechtsbeobachter, Kriminelle und auch eine Rebecca Sprößer um ihr Leben fürchten müssen und ausländische Residenten mehr in den Fokus von Neidern geraten könnten? Die so heftig sein könnte, dass es zur Einschüchterung der Gesellschaft mit viel Kollateralopfer geben muss? Oder würden die Putschisten sich mit der Flucht oder dem Opfertod Petros, eingeschlossen wie Salvador Allende in seinem Regierungssitz, zufrieden geben?

Und einer selbst? Was wird man selbst in solch einem Fall machen, wenn vielleicht auf den Strassen geballert wird und man die Parteien nicht auseinanderhalten kann - tagsüber das Millitär und Narcos, nachts die kleinen Ganoven, das Millitär und Narcos?

Bleibt man oder sucht man das Sichere?

Und warum stehen Fragen, wie bekomme ich mein Geld nach Kolumbien, möchte dorthin auswander und etwas zu eröffnen, blos was und Fragen zu sonstigen Investitionen, wie Hausbau/kauf höher im Kurs, als die Vorsicht zur angespannten Lage, diese zunächst bis 2024 abzuwarten?
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Eisbaer
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Ausgewandert oder kurz davor und es liegt ein Staatsstreich in der Luft

Beitrag von Eisbaer »

Danke @Hamid für diesen Beitrag!

Die aktuelle Diskussion über einen möglichen Staatsstreich in Kolumbien und die damit verbundenen Unsicherheiten werfen wichtige Fragen auf. Es ist verständlich, dass solche Entwicklungen Besorgnis hervorrufen und zur Überlegung führen, ob man in einer solchen Situation im Land bleiben oder nach Sicherheit suchen sollte.

Es ist jedoch wichtig, einen ruhigen und informierten Blick auf die Situation zu werfen. Die politische Stabilität eines Landes sollte nicht aufgrund von Spekulationen über mögliche Putsche beurteilt werden. Es ist bedauerlich, dass es derzeit scheinbar wenig internationale Stimmen gibt, die sich zur Rechtmäßigkeit von Gustavo Petro als Präsident äußern oder vor rechtswidrigen Handlungen warnen. Es ist jedoch wichtig, dass die internationale Gemeinschaft, insbesondere diejenigen, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen, die Entwicklungen in Kolumbien aufmerksam verfolgen und ihre Stimmen erheben, wenn Unregelmäßigkeiten auftreten.

In Bezug auf persönliche Entscheidungen, wie beispielsweise Auswanderung oder Investitionen in Kolumbien, ist es ratsam, die Situation genau zu beobachten und Informationen von vertrauenswürdigen Quellen einzuholen. Es ist wichtig, dass man sich über die politische und wirtschaftliche Lage informiert und auch die Meinungen und Erfahrungen anderer berücksichtigt, die bereits vor Ort sind.

Es ist jedoch auch wichtig, nicht in Panik zu geraten und zu bedenken, dass Kolumbien ein vielfältiges Land ist, das trotz politischer Herausforderungen viele positive Aspekte bietet. Es ist entscheidend, dass die Menschen vor Ort, die Zivilgesellschaft und die demokratischen Institutionen sich für den Schutz von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und demokratischen Prozessen einsetzen.

Lasst uns weiterhin für eine friedliche, demokratische und stabile Zukunft in Kolumbien hoffen und uns gegenseitig unterstützen, um verantwortungsbewusste Entscheidungen in dieser Zeit der Unsicherheit zu treffen.
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Compadre
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Ausgewandert oder kurz davor und es liegt ein Staatsstreich in der Luft

Beitrag von Compadre »

Die politische Situation in Kolumbien ist komplex, und es ist richtig, dass wir uns auf verlässliche Informationen stützen sollten, um eine umfassende Perspektive zu erhalten. Spekulationen über mögliche Ereignisse sollten mit Vorsicht betrachtet werden, da sie Ängste und Unsicherheiten verstärken können. Angesichts der Lage ist es verständlich, dass Fragen zur persönlichen Sicherheit, Auswanderung oder Investitionen aufkommen. Was persönliche Entscheidungen angeht, ist es ratsam, die aktuelle Situation genau zu beobachten und eine ausgewogene Bewertung vorzunehmen.
Ich habe Kolumbien als Altersruhesitz schon vor geraumer Zeit, lange bevor Petro Präsident wurde, aufgegeben. Wir, meine kolumbianische Frau und ich, haben uns in Oranjestad (Aruba) niedergelassen und sind nur noch sporadisch in Kolumbien. Wir sind jetzt in einem Alter, indem wir Nachts ruhig schlafen wollen.

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Hamid
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Beitrag von Hamid »

,,[...]Es ist jedoch wichtig, einen ruhigen und informierten Blick auf die Situation zu werfen.
[...]" - Eisbaer

,,[...]Die politische Situation in Kolumbien ist komplex, und es ist richtig, dass wir uns auf verlässliche Informationen stützen sollten, um eine umfassende Perspektive zu erhalten. Spekulationen über mögliche Ereignisse sollten mit Vorsicht betrachtet werden, da sie Ängste und Unsicherheiten verstärken können.[...]" - Compadre

Beides ist korrekt. Wir diskutieren dieses ja auch hier in einem sehr kleinen Rahmen. Dieses Forum ist weder eine Echokamer, noch ein stimmungsmachender Social Media Kanal.

Es sind halt lauter kleine Mosaiksteinchen, die man aus unterschiedlichen Nachrichten mitbekommt und dazu das ständige sich selbst Mutmachen über die Medien, dass man meinen könnte, er, Petro, glaube selbst daran. Hinzu kommt, dass Kolumbien generell kein stabiles Lagebild auszeichnet, denn es gilt als Land mit dem Attribut"verglichen stabil". Aber verglichenstabil mit wem - mit Nicaragua?

Vielleicht traut sich oder will sich nicht jeder dazu äußern - zu was wäre, wenn ..... ......

Wir haben zur Zeit alles auf Eis gelegt. Es war einiges geplant. Einige der Familie sind in die USA - illegal - auch meine Schwiegereltern.

Die Frage ist jetzt keine Panikmacher, aber weiß einer, wie das Konsulat eine Evakuierung durchführen würde. Müßte man sich nach Bogota oder Medellin durchschlagen? Solch ein Alleingang zum Flughafen kann sehr gefährlich sein, kommt es doch auch ohne Chaos Abends auf dem Weg zwischen Flughafen und Stadt (Cali) zu Raubüberfälle.

Max
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Beitrag von Max »

Ich würd mal sagen selbst durchschlagen.

Glboetrotter
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Beitrag von Glboetrotter »

Ich sehe das nicht so dramatisch und bis heute (18. Mai 2023) ist Ruhe im Land. Wer politisch nicht aktiv ist, ich nehme an alle Leser hier, muss nichts befürchten. Am besten verhält man sich neutral und kleidet sich auch neutral, damit man nicht extra andere Personen provoziert (zB Kolumbien Fussball Shirt anstatt von einem Stadt-Club oder einer Partei).

Wer sich vernünftig benimmt, muss sich keine Gedanken machen. Grössere Unruhen wie letztmal im April und Mai 2021 in Bogota und Cali gab es nicht in der ganzen Stadt. Ich war in dieser Zeit mehrfach in Cali. Nur einige grösseren Strassen waren abgesperrt, abends war Ausgangssperre, wobei ich die Stadt noch nie so ruhig gesehen habe.

Zum Flughafen in Cali (nahe Palmira) kam man tagsüber, jedoch mit Verzögerung und den doppelten Taxipreisen, weil die Fahrer Angst hatten dorthin zu fahren. Ich habe dann jemanden gefunden, der mit Gefahrenzuschlag dorthin gefahren ist, damit ich meinen Flug nicht verpasste. Auch der Busbetrieb vom Flughafen zum Busterminal in Cali war eingestellt gewesen. Der Weg dorthin war ruhig mit wenig Verkehr. Es war nur ungewöhnlich, dass es über eine 2 Kilometer lange Warteschlange an Lastwagen gab, die nicht in die Stadt hineingelassen wurden wegen vielleicht dem linken Bürgermeister Ospina oder den vielleicht von der lokalen Regierung tolerierten Ganoven, welche einige wichtige Strassen blockierten.

Bei Demonstrationen und Unruhen ist man logischerweise nicht dabei (ausser die heilige Rebecca; was für eine Art von Tourismus ist das in Kolumbien?). In Cali dachte man ans Wegziehen in eine andere, sicherer Stadt innerhalb von Kolumbien oder nach Panama oder Florida, für die Reicheren. Das ist logischerweise auch der Schritt, den man machen müsste. Gut ist es immer genügend US Dollar Banknoten aufzubewahren, damit man sie am richtigen Ort mit der richtigen und wichtigen Person "teilen" kann, und somit bevorzugt behandelt werden wird, was dann wichtig sein könnte.

Ich sehe einen Putsch oder Staatsstreich nicht in Kolumbien.

Dolfi
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Beitrag von Dolfi »

Ich denke auch Kolumbien hat schon viel unruhigere Zeiten erlebt, ohne dass es einen Putsch gab (anders als die meisten Länder Südamerikas). Die 80er und 90er Jahre dürften wesentlich schlimmer gewesen sein.

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