Hausbau in Kolumbien / Wer weiss was?

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Don-Pedrinio
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Hausbau in Kolumbien / Wer weiss was?

Beitrag von Don-Pedrinio »

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hahahaha der ist gut, rundum.

mal sehn, beginnend mit dem 100 jaehrigen Mehrfamilienhaus das umzubauen ist.
ich weiss nicht wie weit D fortgeschritten ist bezueglich Architekt und Planung und Bauleitung und Umsetzung.

das einzig mir bekannte Bauobjekt ist der Flughafen Berlin und soviel ich darueber gehoert habe wird dort eher einem Schlippstraeger und Politiker zugehoert als einem fundierten Bauleiter.

@ue50er, in der CH sind hier krasse Unterschiede, kaum ein Architekt ist wirklich faehig saemtliche spezifischen Detaile zu zeichnen geschweige denn diese auch ohne Spaetschaeden umzusetzen. vor allem wird in der heutigen Zeit immer wieder ausser Acht gelassen, dass verschiedene Materialien unterschiedlich arbeiten und speziell bei den 4 Jahreszeiten die wir in Europa haben. zudem gibt es quasi ein Buch mit Loesungenvorschlaegen, viele Architekten nutzen solches wenn sie etwas neues planen. Planen ist aber nicht umsetzen, denn jedes Objekt ist verschieden. ein kleines Detail etwas anders und schon muesste der Grundbeschrieb angepasst werden. hier kommt der versierte Bauleiter zum Zug, er wird jenes erkennen und mit den verschiedenen Handwerkern loesen wissen. zumeist handelt es sich bei solchen Detailen um moegliche Wasserschaeden die abzuwenden sind. beispielsweise bei Terassen, Uebergaenge von verschiedenen Grundobjekten (eine nicht beheizte Tiefgarage mit beheizbaren Raeumlichkeiten) neu verwendete Materialien, Fenster oder Tueren welche nicht mehr jenen alten Detailen entsprechen, usw,

in Kolumbien hast du diese 4 Jahreszeiten nicht. sondern als solches eine einzige aber mit 2 generellen unterschiedlichen Wetterverhaeltnissen. Regenzeit (Winter) und Trockenzeit (Sommer). der Rest ist die Klimazone in der Gebaut wird. denk daran, Kolumbien liegt quasi auf dem Equator und wo auch immer so ein Haus steht, es herrscht dort das ganze Jahr ueber ein selbes Klima. und die Schwankungen der Temperaturunterschiede ist hierbei von Ort zu Ort verschieden. in Bogota wohl ca. 20 Grad zwischen dem waermsten Sonnentag und der kuelsten Regennacht. in Medellin sind es noch 15 Grad, in Cali und der Kueste ca. 10 Grad.

100 jaehrige Mehrfamilienhaeuser stehen in EU oft unter Denkmal Pflege und da waere es mehr als angebracht erst mal einen spezialisierten Architekten zu suchen als hau ruck drauf los. und auch einen solchen nehmen auch wenn er 20-30% teurer ist als ein Neubauer, unter dem Strich wird er und sein Projekt billiger sein als alle andern Pfuscher. denn Pfusch am Bau kostet und kostet viel und zumeist zu Lasten des Eigentuemers. leider gibt es aber in der CH wenige Arch. Bueros welche sich auf das eine oder andere spezialisiert haben, darueber hinaus kommt hinzu dass man heutzutage den Beruf Arch studiert und nicht mehr via mehrere Berufe hinter einander erlernt. vieles was geplant wird kommen aus den Federn solcher Studierter und sind sehr oft jenseits von Machbar. Architekten in der CH legen Wert auf: dem Objekt seinen pers. Stempel aufsetzen sei es durch Farbe oder spezifische Schnoerkel, welche dann am Objekt den Moeglichkeiten der verschiedenen Handwerkern angepasst werden muessen. und macht in der CH der Arch solches selber.... naja zum Glueck scheint heute morgen hier in Medellin die Sonne.

ein 100 jaehriges Gebaeude in Kolumbien.... das entspricht etwa einem estrato 2-3 steht zumeist im Zentrum der Staedte und oft in Quartieren die ein Auslaender meiden sollte. (so nebenbei). natuerlich findest du auch hier 100 jaehrige Gebaeude ausserhalb, die man nur umbauen kann (vor allem in kleineren touristischen Doerfern). sie sind zumeist maximal 2 Stoeckig und an der Strasse wo der Tourist vorbei schlendert, da darf nichts veraendert werden. ausserdem sind in den meisten solcher Haeuser irgendwelche Geschaefte oder Hotels unter gebracht. hier wird die alte Substanz oft so belassen wie sie ist. radikal umgebaut, solches konnte ich mir noch nie ansehen gehen, habe eigentlich auch keinen Bock drauf. ich kriege schon Kopf und Bauchschmerzen wenn ich zusehe wie sie generell bauen, egal welcher Handwerker.


mal zu deiner riesen Liste, quer durch heraus gepickt:

zu aller erst kommt mir in den Sinn, dass es von Region zu Region unterschiedlich ist, dass die jeweiligen Grundmaterialien genutzt werden. beispielsweise in der Kaffeezone oft Wert darauf gelegt wird, dass man beim Bau eines Landhauses viel mit Bambus baut.
in Medellin mit Tonziegel und an den Kuesten oft mit Zementsteinen, jajaja und in der Guajira bauen die Indianer mit Stroh und Lehm. ausschliesslich Holz verwenden oft Neuzuzuegler einer Stadt, dann wenn sie unerlaubter Weise in Estrato 1 ihre Huetten erstellen. sieht man hier in Med zum Beispiel wenn man zum Parque arvi hoch faehrt. tsja und es wird sogar mit Plastik gebaut. 4 Pfosten, 4 Dachstreben und alles mit Plastikplanen ueberzogen. das ist der Stil des desplazados der an den Hauptverbindungsstrassen ein neues Heim baut. die Plastikplanen hat der Desplazado von vorbei fahrenden Trakfahrern, welche diesen solche schenken. auch wenn letzteres sehr traurig klingt, oben im Gebirge (Region Santa Rosa de Cabal) und auf der Hauptstrecke Medellin - Cartagena stehen solche Behausungen zu hunderten. Holz und Plastik zum Schutz vor Wind und Wetter. solcher Baustil sollte uns bewusst bleiben, denn es gehoert zum traurigen Leben vieler Kolumbianer. Pastikplanen werden auch sehr oft benutzt um Gemuesegaerten zu ueberdachen.

grundsaetzlich wird nach amerikanischem Stil gebaut und in vielen Staedten hierbei ein wesentlicher Faktor Erdbebensicherheit darstellt. Bogota, die Atlantikkueste und Medellin sollen nicht so stark Erdbeben gefaehrdet sein wie zum Beispiel die Kaffeezone, so dass dort problemlos 20 Stoeckige und noch hoehere Tuerme gebaut werden duerfen. in Cartagena bis 30 und noch hoeher, wobei hier natuerlich in Felsigen Untergrund fundiert werden muss. amerikanischer Stil ist Skeletbau. alle Tragkonstruktionen werden vorgebaut, Stuetzpfeiler, Treppenhaeuser und Liftschaechte muessen in Massiv Beton gebaut werden, teilweise auch Querwaende um horizontale querstabilitaeten zu erlangen. entsprechend eben der Normen der jeweiligen Stadt. die Decken werden praktisch in ganz Kolumbien im Kasettenverfahren gebaut (heisst fuer den Laien: in der Form von 4 Eckigen Hohlkoerper Kisten werden Unterzuege als Tragkonstruktion gebaut und darueber eine sehr duenne Decke. maximal 15cm stark. dadurch erhoeht sich die Geschosshoehe gegenueber Europa um ca. 30cm. alles wird in einem Guss betoniert. Laerm, bzw. Koerperschall uebertragung wird Null Beachtung geschenkt. quer durch, auch bei spaeteren Zwischenwaenden nicht. ganz spezielle Telefone stellen Lueftungsschaechte dar, praktisch jeder Stock und jedes Bad oder Kueche ist hierbei mit den andern Stockwerken verbunden. in Europa wird jede WG mit eigenen Lueftungsrohren bis uebers Dach hinaus gebaut, so dass dieser Laermuebergang von WG zu WG nicht sein sollte. sollte... und je nach Qualitaet (schlecht) des Wohnturmes kann man in Kolumbien eben seinen Nachbarn hoeren was er gerade tut... mal besser, mal schlechter. meine Nachbarin ueber mir, die zieht morgens um 6 ihre Strassenschuhe neben dem Bett an, dann rennt sie in der WG umher bis sie das haus verlaesst und wenn ich gerade wieder aus Europa komme, dann erwache ich die ersten Tage deswegen, bis ich mich wieder daran gewoehnt habe.

was moechte ich bauen... (Keller) wuuaaaa ich moechte einmal ein Haus sehen, wo ein echter Keller gebaut wurde, wer kann mich mal zu so einem hin einladen.... ????

naechste Frage: Waermeschutz... jajaja ich habe in meiner WG in Medellin das ganze Jahr ueber eine meiner Balkontueren offen, na ? mit welchen Waermedaemmungen wurde hier wohl gebaut???
in Medellin sind die meisten Waende mit 10 cm Steinen gebaut. Wohnungstrennwaende in meinem Haus mit 2 x 10cm.
die Fassade da wo ich wohne mit einem 12cm dicken Stein. innen etwas mehr als uebliche 2cm verputzt. thats it.

guter Mann, willst du dich als ausgewiesener Architekt aufdraengen? dann komm erst mal her und schule dich bezueglich bauen auf dem Equator und ganzjaehrigen identischen Klima.

Waermedaemmung auf dem Dach... tsja, das waere was fuer dich. vor allem an der Kueste wo in armseeligen Doerfern viele Haeser mit einem Wellblechdach erstellt wurden, darunter ganzjaehrig Temperaturen herrschen von 30 + Graden.... (etwas uebertrieben ausgedrueckt).

was hattest du da noch, ach ja horizontalsperren.

ich finde es noch witzig wie man hier in Medellin Parkhaeuser baut. praktisch immer wird die Baugrubensicherung (Ruehlwand) komplett roh gelassen. zwischen dieser und den Parkdecks laesst man einen Spalt von 20-40 cm wo die Ruehlwand auf natuerliche Art das eindringende Wasser durchlaesst und dieses der Wand hinunter fliessen laesst und auf der Sohle es mit Rinnen gefasst und zu einem Pumpenschacht geleitet wird. wenn du hier europaeischen Perfektionismus willst, dann musst du hier besser weg schauen. selbiges gilt bei Massgenauigkeiten in Baedern und Kueche.....

wie war das mit deinem 100 jaehrigen Haus. Perfektionismus kostet und kostet viel. in Europa haben wir vor 100 Jahren auch noch nicht viel davon gehalten, der Perfektionismus ist in Europa ein Wohlstandsuebel des 21. Jahrhunderts. und krummes erstellen vor 100 Jahren bei einer Totalsanierung eben entsprechend etwas mehr kostet. auch wurden dort vor 100 Jahren Decken im Hurdis Verfahren gebaut, wenn man jetzt an dieser alten Substanz veraendern will, dann geht das eben nicht ganz einfach. Hurdis ist ein System das sich zusammen haelt und will am es unterbrechen, dann muessen staatische Last- Umverteilungen in Kauf genommen werden = mit massiven Kosten verbunden.

was ist das naechste, ach ja Abwasser Entsorgung.

also wenn du ein Landhaus baust und weit herum kein anderes Haus steht, wie waere es mit dem Versuch dieser Faustregel: wie weit soll ich eine Leitung ziehen bis mich meine versickernden Abwasser in meiner Nase nicht mehr stoeren.... natuerlich bist du Europäer und eine solche Umweltverschmutzung kommt fuer dich auf keinen Fall in Frage, naja dann erklaer dies erst mal allen Campensinos in ganz Suedamerika. Mal sehn wie lange es dauert bis du einen lebzeitigen Landesverweis einhandelst.

natuerlich wurdest du kaum an so einem Ort bauen, kaum kann man dich als Aussteiger qualifizieren. so wirst du (wenn ausserhalb einer Grosstadt leben wirst) eher eine Parzelle eines condonimo kaufen wo bereits alle Strassen und Versorgungen bis an dein Grundstueck hin erstellt sind.

danach kannst du Ortsueblich bauen. mit etwas mehr Taschengeld ist es dir ueberlassen ob dein Haus spaeter mal aussieht als sein das Dach in den Boden hinein gebaut und zum Himmer reichen die Fundamente dessen. oder in andern Worten: jeder wird nach seinen Fantasieen bauen sofern er seine Ausnutzungziffer und seine finanziellen Moeglichkeiten nicht uebersteigt.

so, wie du siehst, die meisten deiner Fragen und Angstvorstellungen ergeben sich aufgrund den Topografischen Begebenheiten. bauen in der Stadt bedeutet oft Stockwerkwohneigentum wo du lediglich an den Raeumlichkeiten mitplanen kannst. (wenn du frueh genug bist, ansonsten: waerst nicht der erste der eine Neubauwohnung umbaut). selbstverstaendlich darfst du bei Wunsch und nach deinen Beduerfnissen Daemen, sei dann aber nicht total ueberrascht, wenn du deinen Daemstoff aus Europa oder USA erst einfuehren musst.

allerdings und als kleiner Tipp, bevor du dein Geld aus dem Fenster wirfst, fahr doch mal ein bisschen umher, nicht zum Baumarkt, sondern ausserhalb der Stadt und besuche die vielen kleinen Betriebe und deren Ausstellungen. und wenn du jetzt Geld ausgeben willst, dann tue es mit der Wahl von ganz speziellen und wundervollen Produkten aus Porzellan, Gips, Ton, Holz oder Eisen.

ganz ganz ganz am Schluss: ich habe noch nie eine wirkliche Unterkellerung gesehen. womit ein Grundproblem aus Europa sehr einfach geloest ist... Eindringendes Wasser und Schaeden die damit verbunden sind... wenn du fuer deine Modeleisenbahn einen Bastelraum brauchst oder fuer deine Weine einen kuehlen Raum, dann kaufe eine groessere Parzelle und baue in die Breite statt in die Tiefe unter dem Strich so oder so billiger. ein wesentlicher Punkt: wir haben Platz, viel Platz. und reicht der nicht aus so wie es in den letzten Jahren in Medellin der reiche Kolumbianer handhabt, dann wird umgezogen, die alte 30-50 jaehrige 100 - 150m2 Wohnung an Gringos wie mich verkauft und dann wird in eine 200 - 400m2 Wohnung etwas weiter oben umgesiedelt, welche den neuen Beduerfnissen oder dem noetigen status Symbol entspricht.

auch wenn es laecherlich klingen mag: es ist gang und gaebe im oberen el Poblado von Medellin kaum noch Wohnungen gebaut werden mit weniger als 200m2.

selber planen:
auch das gibt es. demnaechst zieht ein CH Buerger in sein Eigenheim, oben in Santa Elena. ein Eigenheim das er selber gezeichnet hat und wo er eben mit den oertlichen Unternehmern fortlaufend in der Umsetzung plante. ich habe es 3 Mal besucht und werde jetzt nach meiner Rueckkehr nach Kolumbien nochmals anschauen gehen. auf seine persoenliche Anfrage hin, wie er das Hangwasser von seiner Haustuere weg kriegt.

und tatsaechlich in einem NICHT BEWACHTEN condonimo. weswegen ich dammals bei meinem ersten Eintrag dachte bei vegas handle es sich um diesen Freund.
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crista
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Fragen zum Hausbau in Kolumbien / Materialien etc.

Beitrag von crista »

Hallo zusammen

Da hier gerade ein Hausbauthema ist, schliesse ich mich mit einer anderen Frage gleich an.

Auch wir sind gerade am Hausbau "aus der Ferne" :lol: in Barranquilla.
Wobei natürlich immer einige Fragen auftauchen. Uns ist klar das in COL anders gebaut wird, als bei uns (CH), bin selber Architektin ...
Aber ein bisschen gute Bauqualität versuchen wir trotzdem zu fördern ...

Da das Klima dort bekanntlich etwas feuchter ist, hatte ich die Idee, anstelle von Gipskartonplatten, Zementgebundene Platten (in der CH zB. Fermacell) zu benutzen. Vorallem als heruntergehängte Decke und evtl. Trennwände.
Weiss jemand zufällig gerade welche Produktmarke es in Kolumbien dafür gibt?
Wurde bislang nicht fündig....

Auch mag ich persönlich die fugenlosen Wand- und Bodenbeläge sehr gerne, auch fürs Bad.
Bei uns gibt es da Hersteller wie zB. Naturafloor etc. ein sehr aufwendiger Verputzprozess mit mehreren Schichten.
Was wäre da vergleichbar in COL?

Hat jemand erfahrung mit Epoxy Bodenbelägen?

Freue mich auf alle eure Rückmeldungen und Anregungen :)
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Ernesto
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Beitrag von Ernesto »

Naturafloor, da gibt es Vergleichbares in Kolumbien. Habe glatt den Namen vergessen. Werde versuchen, mich schlau zu machen.
Habe ich oft gesehen in Küchen und auch Wohnbereichen. Gibt der Umgebung eine noble Atmosphäre.

Edit:

Wenn ich nicht falsch liege, dann könnte es "Estuco veneciano" sein. ;-) Wird u.a.im HomeCenter verkauft.

Bild
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crista
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Beitrag von crista »

Oh cool danke für den Tipp Ernesto.

Hab noch nicht herausgefunden ob der estuco veneciano auch wasserdicht ist, aber ich recherchier mal noch etwas.

Beim Recherchieren bin ich auch auf Superboard gestossen, scheint ähnlich wie Fermacell zu sein. Kennt das jemand?
https://www.superboard.com.co/es-co/
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Don Maximo
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Beitrag von Don Maximo »

Hallo Crista, ja selbstverständlich gibt es in Kolumbien zementgebundene Bauplatten. Die Superboard Platten die du erwähnst, sind ein Beispiel. Wir haben z. B. Brandschutz Trennwände in einer Wohnung im Dorf errichtet. Qualitativ und von der Verarbeitung abs. ebenbürtig mit Fermacell platten. Den "estuco veneciano" den Ernesto erwähnt, ist – so fern es den selben ist den ich im Homecenter gesehen hatte – kein eigentlicher Venezianer Putz. Er ist auf Wasserbasis (Acryl). Aber wenn ich das Photo sehe, das Ernesto gepostet hat, ist es u. U. nicht das selbe.

Ich bin halt ein Nostalgiker und liebe alt-Traditionelle Bauweise, auf baubiologischer Linie etc. Das zahlt sich in Wohnqualität aus.

Gerade wegen der Feuchtigkeit habe ich weitgehend für Kalkputz optiert. Die Nasszellen habe ich in Tadelakt Technik machen lassen... was auch fugenlos ist. bei den Böden bin ich jedoch auf meine beliebte Terracotta Platten geblieben (einheitlich im ganzen Haus)

Auf was achten musst, wenn du am bauen bist, dir nicht Restposten unterjubeln zu lassen die noch Asbesthaltig sind. Ein Asbestverbot gibt es in Kolumbien erst seit 2021. Da ist, wie ich selbst vergangenen Dezember erleben musste, wird noch einiger Asbesthaltigen Baustoff verbotenerweise angeboten.
Virtus Junxit Mors Non Separabit
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crista
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Beitrag von crista »

Hallo Don Maximo

Vielen Dank für deine Infos.
Ja betreffend des Venizianischen Putzes habe ich auch nochmals etwas das Internet durchsucht. Ist nicht ganz das gleiche wie der Naturafloor, den ich mir vorgestellt hatte. Vorallem da ich nicht so auf diese möchtegern Marmor Oberfläche stehe. Mag lieber Sichtbeton oder matte/satinierte Oberflächen. Ich werde noch etwas recherchieren ....
Wo oder mit wem hast du den die Tadelakt Technik ausführen lassen? Welchen Begriff benutzen Sie dafür in Kolumbien?

Betreffend des Kalkputzes hast du natürlich Recht, werden wir auch so ausführen. Wollte halt 1, 2 Akzentwände.

Danke für den Tipp mit den Restposten. Sind gerade am erneuern des Daches. Da muss man ja auch schauen mit den Eternitplatten.

Wie löst ihr eigentlich die Dachkonstruktionen?
Wollte eine entlüftungsebene Einbauen, damit uns die ganze Wärme nicht zwischen Dach und abgehängter Decke stehen bleibt .... gleichzeitig sollen aber auch keine Tierchen ihr Nest bauen .... reichen da Insektenschutzgitter in Kolumbien?

Wo ich ziemlich überrascht war, obwohl ich weiss das es gebräuchlich ist in COL, war über die doch sehr schlanke Trapetzblechdecke mit Überbeton :D
Aber hält ja sonst auch überall jajajajaj

Bild Bild

Übrigens, viele von euch haben bestimmt Häuser in COL

Wollen wir hier nicht eine kleine Bildersammlung mit Tipps, Infos, Anekdoten, Inspirationen dazu starten?
Oder gibt es sowas schon? Oder vielleicht möchtet ihr das auch aus Privatsphäre gründen nicht, dann entschuldigt, bin halt neugierig :)

Hamid
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Beitrag von Hamid »

Ja, diesen Deckentypen haben wir auch. Wobei wir noch dadrüber eine große Dachterasse haben, auf der häufig heftige Partys gefeiert werden, mit bis zu 40 Teilnehmern und Band. Ich kann sagen, sie hält oder halten noch - das bei 5 Etagen. Ich finde eher die dünnen Außenwände für Unheimlich bei 5 Etagen. Sie sind aus den selben Ziegel der Innenwände. Natürlich tragen die Säulen das ganze mit, doch werden sie von Etage zu Etage schmaler. Das ganze soll nach seismischen Vorgaben mit Architekt und Statiker begonnen haben. Dennoch lehne ich mich auf der Terasse ungerne gegen die 1,40 m hohe Wand.

Hätte gerne ein Bild von der Wand hochgeladen, aber mit dem Handy - egal ob mit dem Icon mit dem grünen Punkt oder Imgur - beide öffnen keine Funktion dafür. Ein Bild unter 40 kb schaffe ich nicht.
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Don Maximo
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Beitrag von Don Maximo »

Bei der Konstruktion des Daches, aber natürlich auch der Perimeterwände, sind wir auf zwei völlig unterschiedliche Arten vorgegangen, die von der Art und Lage des Gebäudes abhängen. Im Dorf, einem Reihenhaus, sind wir sehr stark durch die angrenzenden Bauten eingeschränkt. Das Haus in der Finca, das wir selbst bewohnen, kann viel freier gestaltet werden, da es freistehend ist.

Im Dorf mussten wir letztes Jahr das Dach komplett erneuern, da die Sparren von Ungeziefer befallen und stark erodiert waren. Dort haben sie die gesamte tragende Konstruktion aus Metall neu gemacht und mit weissem Profilblech eingedeckt. Die innere Sichtdecke ist aus Kunststoffplatten mit Luftzwischenräumen (als bescheidene Isolierung). Für mich ist eine Kunststoffdecke ein Graus. Aber ich muss ja nicht darin wohnen. Das Problem mit Holz ist, dass alles so unverantwortlich chemisch mit Bioziden behandelt ist.

Hier haben wir mit einer Durchschnittstemperatur von etwa 18° natürlich ganz andere Bedingungen als in Barraquilla.
In der Finca haben wir 'súperboard'-Platten, die auf den alten, neu gestrichenen Holzbalken aufliegen. dann direkt darüber eine rote Teerpappenabdeckung. Eine wenig ansprechende Lösung, aber unser Vorgänger hat das kurz vor dem Verkauf an uns machen lassen. Wir hatten geplant, das Dach neu zu decken, indem wir Sonnenkollektoren und eine Umrandung aus klassischen halbrunden Ziegeln anbringen. Wir haben es jedoch zumindest aufgeschoben, da wir einen Weiterverkauf in Erwägung ziehen, da wir im Januar aus verschiedenen Gründen beschlossen haben, in eine andere Gemeinde zu ziehen. Es wäre schön, die Finca zu behalten, aber das ist mit zu viel Aufwand verbunden.

Was den Tadelakt angeht, so ist er, soweit ich feststellen konnte, dort fast unbekannt oder wurde mit venezianischem Putz verwechselt. Wir haben zwei junge Arbeiter meines Schwagers (kleine Baufirma) eingesetzt, die ich selbst eingearbeitet habe, und für das Glätten und Einseifen hat dann ein guter Teil der Familie begeistert mitgemacht (in der Tat erfordert es einen erheblichen Arbeitsaufwand).
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crista
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Beitrag von crista »

Ja diese Decken halten anscheinend ziemlich was aus. Also bei uns kommt noch etwas zementöser Überzug drauf, als Ausgleichsschicht für die Platten.

Die Wände sind auh beängstigend dünn, aber wir haben das Haus im Rohbau gekauft, 2 Geschosse, und deshalb dies nicht mehr verändert, der Aufwand wäre zu gross gewesen.

Genau wegen der Feuchtigkeit haben wir gerade auch die Dachkonstruktion erneuern lassen durch Metallprofile anstelle von Holz. Bitumenabdichtung möchte ich eigentlich nicht ... Denke werden an den Aussenwänden einfach Entlüftungsöffnungen mit Insektenschutzgittern anbringen, um den Luftraum zwischen Dachplatten und abgehängter Decke (Superboard) zu durchlüften. Regen haben wir ja eher weniger und das Dach ist dicht, die paar Tropfen würden den Superboardplatten nichts ausmachen und schnell durch die Entlüftung und Wärme austrocknen ....

Wollte ja eigentlich Dämmung an den Wänden anbringen. Jedoch ist mein Mann kein Fan, so viel Geld dafür auszugeben. (Im oberen Geschoss haben wir keine Nachbarswände) .... aber denke halt Klimaanlage und diese dünnen Hohlbacksteine sind nicht gerade Energieeffizient ... mal schauen ....

Ok werde demfall mich mal erkunden betreffend wie dieser Tadelakt selber ausgeführt werden könnte :) Spass daran hätte ich bestimmt :)

Wolnyk
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Hausbau in Kolumbien / Wer weiss was?

Beitrag von Wolnyk »

Danke für die wertvollen Tipps. :)

frischluftfan
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Hausbau in Kolumbien / Wer weiss was?

Beitrag von frischluftfan »

Hallo,

wir planen ein Ferienhausbau an der der Karibikküste- San Bernardo el viento in einem Resort.
Kann mir jemand etwas zu dieser Baufirma aus Medellin sagen: Casa YA Prefabricados.
Es soll massiv gebaut werden.
Gruß Oliver

axko
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Hausbau in Kolumbien / Wer weiss was?

Beitrag von axko »

Prefabricados sind Fertighäuser keine Massivbauten so wie wir sie aus Europa kennen.

frischluftfan
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Beitrag von frischluftfan »

Die Firma baut auch massiv.

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