Allgemeine Diskussion zum Thema Coronavirus

Alles zum Thema Coronavirus (COVID-19)
Benutzeravatar

Genuasd
Kolumbienfan
Kolumbienfan
Beiträge: 135
Registriert: 27. Dez 2015, 12:46

Allgemeine Diskussion zum Thema Coronavirus

Beitrag von Genuasd »

Letzter Beitrag der vorhergehenden Seite:

ich war Samstag in einem McDonalds, gehe ich normalerweise nie hin, aber war nix anderes offen.
Bevor ich den Laden betreten durfte, wurde erstmal Fieber gemessen.


Max
Kolumbien-Süchtige(r)
Kolumbien-Süchtige(r)
Beiträge: 533
Registriert: 3. Feb 2010, 11:53

Allgemeine Diskussion zum Thema Coronavirus

Beitrag von Max »

In der Retiro Gegend alles ruhig und organisiert, allerdings gibt auch viele Leute ohne Tapabocas auf der Starsse


John Extra
Kolumbien-Experte
Kolumbien-Experte
Beiträge: 1000
Registriert: 14. Apr 2013, 19:30
Wohnort: Bogota
Alter: 71

Allgemeine Diskussion zum Thema Coronavirus

Beitrag von John Extra »

Situation fuer medizinisches Personal weiterhin schlecht, besonders im laendlichen Bereich.





Anmerkung der Moderation:

verlinkter Pressebericht existiert bereits, daher wurde der Link entfernt.

Bei Diskussionen sollte etwas mehr, als nur ein Link ins Thema einfließen.

Danke! Oswaldo

Benutzeravatar

hoffnung_2013
Kolumbien-Experte
Kolumbien-Experte
Beiträge: 1793
Registriert: 14. Jul 2009, 07:41

Allgemeine Diskussion zum Thema Coronavirus

Beitrag von hoffnung_2013 »

@John Extra, das stimmt. Die Situation für medizinische Personal ist katastrophal. Einer meiner Deutschschüler, der in diesem kritischen Bereich arbeitet, mußte letzte 8 (!) Std. in ein Dorf fahren um Coronavirus-Tests durchzuführen.
Anschließend wieder 8 (!) Std. zurück nach Ibague.
Ergeb.: Hat 45 Neuinfiziert vorgefunden. Alle mutmaßlich von einer Person angesteckt. Und diese Person ist ausgerechnet eine Krankenschwester gewesen, die ohne die Hygienevorschriften gearbeitet. Also zwei Dinge: Leichtsinn und Unwissenheit.
Er selbst ist aber zufrieden, dass er wenigstens diese Arbeit gefunden hat und hoffentlich bezahlt wird.

Ansonsten hier in Medellin, denke ich auch, dass die Sorgfaltspflicht ganz allgemein stark nachgelassen hat. Sogar in meiner eigenen Familie. Aber da kannst du auch mit einer Wand reden.
Gruß
P.

Benutzeravatar

hoffnung_2013
Kolumbien-Experte
Kolumbien-Experte
Beiträge: 1793
Registriert: 14. Jul 2009, 07:41

Sammelthema Coronavirus ausserhalb Kolumbiens

Beitrag von hoffnung_2013 »

@John Extra, ich stimme dir voll und ganz zu. Daran zeigt sich aber wieder - leider - das typisch Deutsche:
Meckern, motzen und demonstieren auf Teufel komm raus. Hauptsache demonstieren. Und gibt es kein Feindbild mehr, dann wird eben - wie im Falle Bill Gates - eines gesucht und gefunden und eine Legende konstruiert.
Ich behaupte nicht, das die Regierung alles richtig gemacht hat - aber wer macht das schon in einer solchen Situation.
Und noch etwas: Sie fordern Demokratie und Wiederherstellung der Grundrechte und treten gleichzeitg die Grundrechte der anderen mit Füßen. In welcher Diktatur - in der wir angeblich leben - kann man den demonstieren?
Gruß
P.

Benutzeravatar

Genuasd
Kolumbienfan
Kolumbienfan
Beiträge: 135
Registriert: 27. Dez 2015, 12:46

Sammelthema Coronavirus ausserhalb Kolumbiens

Beitrag von Genuasd »

@hoffnung_2013
ich denke das sind in erster Linie Menschen, die nichts von der Welt kennen, außer ihre Komfortzone in Buxtehude.
Kein Wunder dass wir uns hier so ziemlich einig sind über dieses Verhalten.

Wenn man jeden Tag Menschen sieht, die auch schon vor Corona die Mülltonnen nach essbarem durchsucht haben, denkt man anders über viele Dinge, die für Deutsche selbstverständlich ist.

als Deutscher sollte man sich tatsächlich über die Zukunft sorgen, denn diesen Wohlstand (ja was anderes ist es nicht) ist ja nie etwas für die Ewigkeit gewesen.
Allein der demographische Wandel, der sich noch gar nicht entfaltet hat, wird eine große Herausforderung für die deutsche Wirtschaft.
die sog. "Baby-Boomer" Jahrgänge gehen in ein paar Jahren sukzessive in Rente und müssen ersetzt werden. Da kann es zu einer großen Lücke kommen, hinzu kommt jetzt dieser Kram mit den Corona-Maßnahmen, fehlenden Steuereinnahmen, hohen Ausgaben der Sozialträger derzeit und dem EU-Fond.
das muss am Ende des Tages alles irgendwie finanziert werden.
Aber ich geh mal vor die Tür und mach nen Lauten... :irr:

Benutzeravatar

Genuasd
Kolumbienfan
Kolumbienfan
Beiträge: 135
Registriert: 27. Dez 2015, 12:46

Allgemeine Diskussion zum Thema Coronavirus

Beitrag von Genuasd »

ich habe gestern gesehen, dass ein Restaurant hier in Bogotá wieder halbwegs normal geöffnet hatte.
es gab Einlasskontrollen, die Gäste mussten ihre Hände desinfizieren und dann Abstand zu anderen Gästen halten.

auch einige Cafes darf man wieder betreten, z.B. Tostao.
Stühle gab es keine, jedoch Stehtische im 2m Abstand zueinander.


John Extra
Kolumbien-Experte
Kolumbien-Experte
Beiträge: 1000
Registriert: 14. Apr 2013, 19:30
Wohnort: Bogota
Alter: 71

Sammelthema Coronavirus ausserhalb Kolumbiens

Beitrag von John Extra »

Wenn man die Protestbewegung in Deutschland sieht, vor allem gegen die Schutsmassnahmen gegen Corona, aber auch gegen Merkel und Bill Gates dann kann man nur mit dem Kopf schuetteln. Vor allem die Rechten und Neu-Rechten.
Menschen die in Deutschland Sozial abgesichert sind durch Arbeitslosengeld, Hartz IV und Sozialamt, also auch in der Krise keine Not leiden muessen, protestieren gegen Massnahmen zum Schutz vor dem Virus.
Man sollte alle Schutzmassnahmen aufheben und diese Menschen dem Virus aussetzen, dann werden wieder viele bezahlbare Wohnungen frei und das Gesochs verschwindet zum groessten Teil. Man sollte ihnen das Grundrecht auf einen Kontakt mit dem Corona-Virus zurueckgeben und sie frei laufen lassen.
Auf Grundrechte zu pochen ist keine Verschwoerungstheorie aber es grenzt in dieser Zeit der Pandemie an Selbstmord, und diese Menschen sollte man nicht schuetzen und aufhalten.
Die Wuerde des Menschen ist sein hoechtes Gut, nicht seine Gesundheit.
Also last die Verrueckten frei und es werden wieder Wohnungen und Arbeitsplaetze frei.

Benutzeravatar

Genuasd
Kolumbienfan
Kolumbienfan
Beiträge: 135
Registriert: 27. Dez 2015, 12:46

Sammelthema Coronavirus ausserhalb Kolumbiens

Beitrag von Genuasd »

könnte man diese Menschen ihrem eigenen Schicksal einfach so überlassen, wäre das eine Sache.
Jedoch hat ihr Verhalten Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft und das ist tatsächlich nicht vereinbar mit unserem Grundgesetz und spricht auch gegen meine persönlichen Werte.


Don-Pedrinio
Kolumbien-Süchtige(r)
Kolumbien-Süchtige(r)
Beiträge: 781
Registriert: 14. Apr 2010, 19:05

Allgemeine Diskussion zum Thema Coronavirus

Beitrag von Don-Pedrinio »

hier in meinem Barrio wurden letzte Woche die Vorschriften relativ gut eingehalten.
Medellin, Poblado, Provenca / Parque Lleras
am Do. musste ich zur Bank um Rechnungen zu bezahlen und Geld abheben.
die ersten die mir begegnet sind und keine Masken trugen waren 3 junge Auslaender.
spaeter beim Rueckweg noch 2 Angestellte eines Rest. die auf der Strasse ein bisschen Sport betrieben.
ansonsten haben alle Masken getragen, vereinzelt sogar Handschuhe.
drinnen bei Bancolombia gab es auf den Sitzen Aufkleber, dass von 3 Sitzen nur einer belegt werden darf. die Schalter waren gut mit Plexiglas abgeschirmt. meine Nummer durfte ich nicht selber eintippen, hat ein Angestellter gemacht.

Restaurants welche ich offen gesehen habe, machen lediglich Domicilios.
alle haben einander koppiert. 2 Tische welchen den Eingang versperren. da koennen jene die vorbei kommen bestellen und warten oder da wird Domicilio verpackt.
nirgends sah ich ein Lokal das geoeffnet war. bin mit dem Auto extra ein bisschen umher gekurft, denn ich war ueber 1 Mt. nicht mehr aus meinem Haus gegangen. bevor ich pleite gehe, musste ich jetzt dringend Geld haben, ein groesserer Betrag, damit ich die naechsten 2 Mt. wieder fluessig bin und nicht nochmals raus muss.

im Haus wo ich seit 10 Jahren wohne leben alles aeltere Leute. der einzige von ihnen den ich die letzten 2 Monaten ab und zu sah, war der Chefredaktor einer Zeitung. ansonsten bleiben alle immer drin. wie ich auch.
einkaufen gehen tut fuer mich ein Bekannter, da ich wegen meiner Trombose anfaelligkeit zu den Risiko-Gruppen gehoere.

gestern Abend gab es hier in Medellin einen Telebericht wonach viele Discos, Bars und Restaurants dicht gemacht haben. im Bericht heisst es von mehreren Tausend Angestellten, welche dadurch ihren Job verloren haben.
eine Tatsache die ich schon lange gesehen habe. schon im Maerz sagte ich meinem Freund dem Baecker er solle seine Lokalitaet kuendigen und fuer das Jahr 2020 eine ueberbrueckungs Loesung suchen oder gar komplett einstellen, ehe seine Reserven aufgebraucht sind.
ein grosses Problem stellt fuer viele dar, dass mit der Konjuktur und immer mehr Touristen ueberall die Mietpreise von Lokalitaeten in den Himmel geschossen sind. und jetzt in der Krise kaum ein Eigentuemer seinen Mietern nur einen Bruchteil dieses Betrages reduziert hat. Gemaess dem Baecker haben schon vor 1 Mt. die grossen Restaurants im Lleras geschlossen. vor etwa 2 Jahren hiess es von guten Col Freunden, dass solche ganz grosse Lokalitaeten 25 und mehr Millionen Mietzins / Mt. zu bezahlen haben. aus jenen Quellen weiss ich auch, dass etliche Lokale einem Geld waschen dienen. aber wo jetzt Null Umsatz generiert wird, auch kein Geld gewaschen werden kann.

ich finde die Entscheidung von @Schweizer sehr gut, von einer Kolumbien Reise ab zu sehen. auch ich werde dieses jahr kaum noch in ein Flugzeug steigen. irgendwie muss ich meine dadurch entstehenden Probleme mit DHL versuchen zu loesen.
zu einem generellen Reisen nach Suedamerika habe ich mir die letzten Wochen so einiges ueberlegt gehabt.
die letzten welche nichts von Corona19 wissen wollten, auf Teufel komm raus weiter reisen, Party hier und Party dort bis sie irgendwann irgendwo abgehaengt waren, fremd verschulden dem eigenen Egoismus vorschoben, bettelten in ihre Heimat zurueck geholt zu werden, waren just jungen internationalen Reisende, welche bereits wieder am planen sind. "Reisebeschraenkungen ist was fuer die alten, die sollen doch krepieren. wir sind jung und resident, also macht uns endlich wieder die Grenzen auf" koennte man umschreibend meinen.

geht dann irgendwann die Grenze auf, Hunger, Frust und hohe Arbeitslosigkeit aber noch ueberall gegenwaertig sind. internationale Fluege wieder vorhanden, dann machen just jene mit grossen Rucksaecken, -kaum irgendwelche Schutzmassnahmen treffend- auf sich aufmerksam. und ich koennte mir mehr als gut vorstellen, dass just solche ueberfallen werden. weniger um Geld zu verdienen, als viel mehr den Frust abbauen "ihr habt es uns damals gebracht gehabt. und schon wollt ihr das wenige was noch vorhanden ist, uns nochmals von Tuer zu Tuer tragen. alle unsere Massnahmen und Leiden die wir ertragen mussten, macht just ihr Gringos mit euerm Egoismus uns zu nichte. bevor es uns ein zweites Mal dreckig geht, sollt ihr euern Teil davon abbekommen. bis auf eure Unterhosen entkleidet sollt ihr zu euern Konsulaten kriechen".

ich denke, an diesem Gedankengang ist was wahres dran. 2020 und Kolumbien bereisen, nee ich weiss net. der Schuss kann mehr als gut hinten raus gehen. bis vor 10 Jahren in etwa Reisebusse zwischen Pasto und Cali des oeftern ueberfallen wurden. bis ca. 2005 sogar keine Unternehmung jene Strecke Nachts fahren wollte, zu gefaehrlich war jene Strecke fuer alle.
ich selbst ca. 2009 im Ort Carmen (Dept Bolivar) durfte mal in einer Kirche pennen, weil zur Sicherheit des Reisenden die Strasse nach Cartagena gesperrt war... solches kann sich problemlos wiederholen.
die ersten publizierten Ueberfaelle irgendwelcher Art, werden danach viele abschrecken und eine bevorstehende Reise nach Suedamerika dann doch noch mit Verstand ueberlegen lassen.

nach wie vor erscheint mir. was in etwa danach sein kann, scheint keine Sau zu interessieren. es geht dann einfach so weiter wie es war. tsja gut, wenn ihr meint...

Benutzeravatar

Genuasd
Kolumbienfan
Kolumbienfan
Beiträge: 135
Registriert: 27. Dez 2015, 12:46

Allgemeine Diskussion zum Thema Coronavirus

Beitrag von Genuasd »

von einer Reise kann ich auch nur dringend abraten.
was will man auch hier, wenn alles so eingeschränkt und zu dem unsicher vielerlei Hinsicht ist.

desweiteren hat Präsident Duque heute eine Ausweitung der Maßnahmen heute angekündigt:
"El aislamiento preventivo obligatorio en todo el país irá hasta el 31 de mayo, y la declaratoria de emergencia sanitaria se ampliará hasta el próximo 31 de agosto, anunció este martes el presidente de la República, Iván Duque." (Quelle: El Tiempo)

heißt also bis 31. August wird es keine Flüge geben, wenn ich das richtig interpretiere.
und was danach kommt weiß nur Xavier Naidoo.

Benutzeravatar

schweizer
Kolumbien-Süchtige(r)
Kolumbien-Süchtige(r)
Beiträge: 669
Registriert: 28. Jul 2010, 14:06
Wohnort: Lugano

Allgemeine Diskussion zum Thema Coronavirus

Beitrag von schweizer »

@Don-Pedrinio

danke für den Lagebericht. Eigendeich traurig, dass wir Ausländer oft in fremden Ländern negativ auffallen.

Benutzeravatar

Nasar
Forenanimator
Forenanimator
Beiträge: 2885
Registriert: 13. Aug 2009, 00:54
Wohnort: Suba

Allgemeine Diskussion zum Thema Coronavirus

Beitrag von Nasar »

Meine Schwester, das Biest meint, als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich anständig benehmen muss oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind. :oops: :lol:

Schlau ist sie ja. Der Spruch stammt von Tucholsky :mrgreen: Was die alles weiß.
Fünf sind geladen, zehn sind gekommen, gieß Wasser zur Suppe, heiß alle willkommen.

Benutzeravatar

Gilberto
Kolumbienfan
Kolumbienfan
Beiträge: 353
Registriert: 8. Sep 2018, 11:12

Allgemeine Diskussion zum Thema Coronavirus

Beitrag von Gilberto »

@Don-Pedrinio

Danke auch von mir. Was du schreibst, bezieht sich auf das Barrio in dem du lebst. Richtig?
Ich war Ende vergangenen Jahres in Cali, dann über Weihnachten in Österreich und nun seit Anfang dieses Jahres bin ich in Buenaventura. Hier wurde ich dann von Corona überrumpelt. Das Gebäude in dem ich lebe hat Gott sei Dank strickte Normen, das finde ich sehr gut.

Auf der Straße herrscht teilweise Chaos und Durcheinander. Das sind Sachen an die ich mich nur schwer gewöhnen kann. Die meiste Zeit bin ich zu Hause. Wenn ich kann, dann mach ich Sport im Treppenhaus. Bin mal gespannt wie das alles weitergeht. Angst habe ich keine, wohlfühlen ist jedoch was anderes. Ich hatte das Glück einen zuverlässigen Taxifahrer zu finden, der für mich die Einkäufe erledigt.


Sting
Kolumbienfan
Kolumbienfan
Beiträge: 80
Registriert: 9. Jul 2015, 00:52

Allgemeine Diskussion zum Thema Coronavirus

Beitrag von Sting »

Wer ist schon gerne eingesperrt, nach der Noticia heute vom Präsidenten kann mann im prinzip sagen dass das Jahr gelaufen ist.
Ich hoffe mal nicht dass es zu einem Bürgerkieg kommt, da ist Kolumbien echt der letzte Ort wo man sein möchte.


Don-Pedrinio
Kolumbien-Süchtige(r)
Kolumbien-Süchtige(r)
Beiträge: 781
Registriert: 14. Apr 2010, 19:05

Allgemeine Diskussion zum Thema Coronavirus

Beitrag von Don-Pedrinio »

@Sting, Cucuta ist ein Pulverfass fuer sich. da waere ich ohnehin schon nicht gerne laenger als einfach uebernachten und wieder weg.

(( ja, ich weiss ziemlich genau wer wo wohnt. es gibt verschiedene die hier nur noch mitlesen, statt sich zu beteiligen. aus welchen Gruenden auch immer.))

@Gilberto, ja ich spreche nur von meinem scheiss Barrio, der sich gegen meinen Willen in was anderes entwickelte als was ich mir vor 10 Jahren vorgestellt hatte, als ich hier kaufte. eine Sackgasse, mit vielen aelteren Wohnhaeusern. heute ist es leider zum Ausgeh Mekka mutiert und die schoene stille Sackgasse ist oft ein Verkehrschaos. Provenca ist direkt oberhalb vom Parque Lleras. damals gab es hier 5 kleine Restaurants und 2 Hostals. heute pfff...
@Gilberto, sich in Geduld ueben ist etwas was man in Kolumbien gut lernen kann, sei es in irgend einem Stau drin oder irgend einer Kasse oder Schalter. umso schneller du dies lernst, desto einfacher wird ein Wohnen. denn in deinen eigenen 4 Waenden eingesperrt musst du etwas oder mehreres finden, dass deine eigene Seele zufrieden stellt. vor allem da und jetzt ist viel Geduld gefragt. dann wird wohnen angenehmer. sicher angenehmer als jene die aus dem Fenster glotzen, hinueber zur Ecke, wo gerade ein Bierlaster vor gefahren ist und derer Lust danach anregt. wenn du dich beispielsweise mit lesen identifizieren kannst, dann musst du nur noch jene Lektuere finden, welche dich in ihren Bann zieht, dann ist Langeweile schnell vergessen. ich habe zum Beispiel jetzt waehrend zweier Wochen das kolumbianische Bergbaugesetz recherchiert. bzw. bin ich unfreiwillig da hinein geraten, weil mich Ungereimtheiten mit indianer Vertreibungen interessiert haben. haengt brutal zusammen. viele Zeitungsartikel gaben auf einmal etwas anderes ab, als dass was ein Zeitungsartikel eigentlich haette darstellen sollen. es soll von einem tatsaechlichen IST ablenken. da wo indiander vertrieben werden, sehr oft unter derer Fuessen gigantische Goldvorkommen lagern. nicht wie es die Zeitungsartikel beschreiben, ein Cocafeld von Interesse ist.

Krieg, -wenn ueberhaupt, etwas in diese Richtung- koennte es da geben, wo sich die Bewohner der untersten Barrios von einer Regierung im Stich gelassen vorkommen, wo es ohnehin nichts mehr zu verlieren gibt und ungefaehr zu jenem Zeitpunkt, wenn ihnen Strom und Wasser abgeschaltet wuerden, weil sie derer Rechnungen ueber viele Monate nicht mehr bezahlen konnten. Ein in sich selbst geschlosener Kreislauf der von einer Regierung herauf beschworen wurde, indem sie nicht mehr die Moeglichkeit bekommen haben, legal oder illegal Geld dafuer zu beschaffen.
heute und vorleufig hat jeder mit seinen eigenen Problemen zu kaempfen. sobald es wieder eine Lockerung gibt, jeder beileufig in die Problematik anderer Barrios hinein sehen kann. und wird dann eine jetzt vorhandene totale Reisebeschraenkung aufgehoben und es stroemen wieder Auslaender ins Land, kann eine Volksmeinung jederzeit in irgendwelche Richtungen kippen. je nachdem wie sich eben jene Auslaender verhalten werden. gegenwaertig ist die Meinung gegenueber Auslaendern sehr gut. dem zu verdanken, dass Auslaender welche hier leben den Einheimischen versuchen zu helfen. damit zeigt der Auslaender mehr als nur solidaritaet. jene Auslaender zeigen damit dem aermeren Kolumbianer just diese Eingenschaft, welche sie selbst auszeichnet und welche sie sich von andern wuenschen taeten. der arme Kolumbianer hilft dem noch aermeren, mit Kleinigkeiten.
was in den unteren Barrios komplett gehasst ist, ist Geiz. Geiz und Korruption, wie sie es von den reichen Kolumbianern kennen und kaum mehr tun koennen, als die Faust im Sack. Geiz aber auch das wichtigste Reisegepaeckstueck eines Backpackers darstellt. just deshalb sage ich= je nachdem wie sich jene ersten Besucher verhalten, die wieder durchs Land reisen werden kann eine jetzt vorhandene explosive Mischung jederzeit sich irgendwo entlanden. Beispielsweise das I-Phone vom Backpacker schaltet ihnen wieder Gas und Wasser auf. man muss es sich ja nur beschaffen wissen.

als Corona19 ausbrach, war der Schuldige schnell gefunden. jetzt ist er vom Land ausgesperrt. sobald er zurueck kommt und sich negativ verhaelt, besinnt man sich schnell wieder an ihn und den Ruf den er sich im Maerz einhandelte. und so falsch ist es ja auch nicht. der Reisende bringt es ueber die Grenzen herein und es ist der Reisende, der es von Region zu Region verschleppt. auch ein Lebensmittel Transporter ist am Ende ein Reisender, nur was er tut muss er tun, weil man hier und dort auf dessen Gueter wartet. gestern las ich irgendwo, dass eine Krankenschwester von Ibague mehrere Menschen angesteckt hat, weil sie den Virus auf sich trug und in mehreren Doerfern arbeitete. am Ende, auch sie ist Reisende.

@Schweizer, die generelle Meinung gegenueber Auslaendern ist eigentlich nicht schlecht. jetzt war ich 2 Mal 3 Wochen in den Llanos unterwegs. eine Region die bisher gerne links weg gelassen wurde. aber schon dort haben sie heraus gefunden, dass vor allen eine sehr junge Generation und mit einem grossen Rucksack unterwegs, auf alles immer Rabatt haben wollen, es fast zu Handgreiflichkeiten fuehrt, ehe diese jungen einlenken oder weiter ziehen. alle andern Generationen hinterlassen zumeist einen guten Ruf. was mir auch ueberall erzaehlt wurde= von Europaern sind es vor allem Franzosen, Italiener und Skandinavier welche die Region bereisen. D sprachige sind selten.