Hausarzt wie nennt sich das in Kolumbien

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waltmark
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Hausarzt wie nennt sich das in Kolumbien

Beitrag von waltmark » 26. Jun 2018, 18:06

Mein Schwager versucht mir zu erklären, dass es in Kolumbien keinen Hausarzt, so wie ich es gewohnt bin gibt.
Stimmt das oder verstehe ich da, wie so oft, was falsch?
Wie gehe ich vor, wenn ich in Kolumbien versichert bin und dann einen Arzt brauche?
Es wäre lieb, wenn mir das jemand verständlich (für mich verständlich) erklären könnte.
Falls die Frage schon gestellt wurde, bitte ich um Entschuldigung.

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Ernesto
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Hausarzt wie nennt sich das in Kolumbien

Beitrag von Ernesto » 26. Jun 2018, 21:08

Wenn du eine normale Krankenversicherung ohne Zusatzschutz hast, dann rufst du dort an und lässt dir einen Termin bei einem Generalmediziner geben. Geht meist schnell. Bei der einen oder anderen Versicherung muss eine kleine Zuzahlung (Copago) geleistet werden.
Der Arzt untersucht dich, verschreibt falls nötig eine Medizin und/oder überweist dich an einen Spezialisten.

Als Patient einer Krankenversicherung kannst du nicht einfach zu einem Arzt deiner Wahl gehen.

In Notfall musst du eine Klinik aufsuchen die mit deinem Versicherer zusammenarbeitet.

Am besten zu Hause eine Liste zusammenstellen, so das man im Notfall darauf zugreifen kannst.

Beachte bitte, das nicht in allen Städten des Landes eine gute medizinische Versorgung gewährleistet ist!


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Beitrag von waltmark » 27. Jun 2018, 03:52

Danke. Gewöhnungsbedürftig das ganze.


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Hausarzt wie nennt sich das in Kolumbien

Beitrag von axko » 27. Jun 2018, 04:51

Solltest Du in einer größeren Stadt leben, dann gibt private Unternehmen die eigene Ärzte haben und nur Hausbesuche abstatten. Voraussetzung ist 1.eine zusätzlicher Vertrag bei den Unternehmen und 2. muss Du schon eine KV bei einer kolumbianischen Gesellschaft haben.

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Hausarzt wie nennt sich das in Kolumbien

Beitrag von Macondo » 27. Jun 2018, 04:53

Ich habe (neben Salud Total) noch eine zusätzliche KV: REVITAL.
Dies sind Ärzte, die Hausbesuche machen und kostet COP 203.000/mtl. (für 4 Personen). Sie sind Tag und Nacht, also 24 Stunden erreichbar und unterwegs, Anruf genügt. Im Schnitt warten wir so 30-60 Minuten.


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Beitrag von waltmark » 27. Jun 2018, 16:35

Danke für die vielen Antworten. Nach Recherche habe ich festgestellt, das es hier ein CENTRO DE SALUD - EMPRESA SOCIAL DEL ESTADO gibt. Die nächstgrößere Stadt ist eine halbe Autostunde entfernt. Dort gibt es mehrere Kliniken, die nach Auskunft meines Schwagers nicht besonders sein sollen. Zu den zusätzlichen Versicherungen habe ich einiges im Internet gefunden. Keine davon betreut die Gegend in der ich lebe, besser gesagt leben werde. Meinen Wohnsitz kann ich leider nicht frei bestimmen, so dass ich fast überlege meinen Kolumbienpläne wieder aufzugeben.


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Beitrag von Gordi_K » 27. Jun 2018, 17:07

Für mich wäre noch die Frage, ob der Schwager wirklich eine verlässliche Informationsquelle ist. Habe Erfahrungen nur mit medizinischen Einrichtungen in Cali - aber wenn man die Kohle hat, bekommt man Versorgung auf europäischem Niveau.

Bei einem durchschnittlichen Kolumbianer kann ich mir vorstellen, dass er nie in einer guten privaten Klinik gewesen ist (da für ihm unbezahlbar). Bevor du deine Pläne aufgibst, besuche doch die Kliniken und wirst sehen, wie die Ausgestattet sind, wie sie sich um die Patienten kümmern etc.


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Beitrag von waltmark » 27. Jun 2018, 17:27

Mit meiner kleinen Rente kann ich keine großen Sprünge machen. Nicht nur mein Schwager erzählt das dort Menschen sterben und das schon wegen Fehldiagnosen. Da nicht jede Klinik mit jeder zusammenarbeitet kann es bei besonders schlimmen Fällen durch fehlende Koordination zu großen Problemen kommen. Ich bin gerade dabei mich zu informieren, denke dabei, das ich besser erst garnicht angefangen hätte.
Ich freue mich für dich, das du richtig Kohle hast und nicht leben musst wie ein durchschnittlicher Kolumbianer.

Meine Idee war es dort zu leben wie durchschnittliche Kolumbianer es tun.

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Ernesto
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Beitrag von Ernesto » 27. Jun 2018, 18:17

Ich glaube schon das es stimmt was dein Schwager erzählt.
Die Eltern meiner Freundin lebten lange Zeit in einer Kleinstadt etliche Stunden von Medellín entfernt.
Im vergangenen Jahr wurde die Mutter schwer krank und sie mussten umziehen.
Traurig aber war.
In den großen Städten wie Medellín, Cali, Bogotá bekommen auch "durchschnittliche Kolumbianer" eine gute ärztliche Versorgung wenn sie versichert sind, denn die wenigsten haben das Geld die Kosten selbst zu tragen.
Santos versprach eine Besserung im Gesundheitssystem, leider hat er das Versprechen nicht gehalten.

Versicherung allein ist nicht alles, wenn diese Pleite ist. Daher sollte man den Versicherer gut prüfen, bzw. sich gut beraten lassen wohin man geht.


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Hausarzt wie nennt sich das in Kolumbien

Beitrag von Gordi_K » 28. Jun 2018, 14:41

Hallo Waltmark,

vielleicht war es falsch formuliert - wollte keinen (falschen) Eindruck wecken, dass ich Kohle habe.

Tatsache ist jedoch, dass der "durchschnittliche Kolumbianer", der vom Mindestlohn (also ca. 200 €/Monat) leben muss, halt ab und zu tatsächlich stirbt, da er sich die Medikamente leisten kann bzw. keine medizinische Versorgung bekommt, Ambulanz nicht kommt etc. - wenn man bedenkt, wie viel (bzw wenig) Geld in kolumbianisches Gesundheitswesen fließt, ist es absolut verständlich. Und mit 200€ monatlich kann er es sich nicht leisten, eine gute Versicherung zu zahlen.

D.h. entweder will man so wie ein durchschnittlicher Kolumbianer leben - und nimmt alle Nachteile ins Kauf - oder man zahlt ein Paar Hundert € für Zusatzversicherung und lebt in einer Großstadt, wo man auch die Versorgung bekommt. Die 100 - 200 € monatlich kann sich sicher jeder Europäer leisten, letztendlich würde man in Europa sicher nicht weniger ins System zahlen müssen.

Andere Optionen sehe ich leider nicht. Gute Ärzte und Rechtsanwälte sind auf der ganzen Welt teuer...

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Ernesto
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Beitrag von Ernesto » 28. Jun 2018, 16:32

Vielleicht sollte man zu "Salud en Colombia" ein neues Thema machen.

In der Presse fand ich folgenden Beitrag: La salud en Pereira está peor que en otras ciudades => hier klicken.

@Gordi_K

Du hast natürlich recht, nur wenn jemand, wie z.B. unser Mitglied Sepp, mit einem Ruhegeld von 800 Euro in Kolumbien lebt und dann zusätzlich noch 100 - 200 € monatlich aufbringen muss, dann geht das wohl nicht.

Ich habe es schon immer gesagt, Kolumbien bietet ein gutes Leben für die, die Geld haben. Ohne Geld lebst es sich besser in der Heimat.

Ich lebe übrigens auch wie der durchschnittliche Kolumbianer und würde mich in den Hochsicherheitstrakten der Reichen unwohl fühlen.