[Diskussion] Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

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[Extra] Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

Beitrag von Renato » 30. Jan 2014, 04:45

Hoffentlich kommt Ingrid Betancourt aus dem Exil zurueck und schafft es dieses Mal Praesidentin zu werden. Die gruene Partei hat offenbar bereits mit Ihr Gespraeche in Paris gefuehrt.

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[Extra] Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

Beitrag von Kamachi » 10. Mär 2014, 12:04

MoinMoin Renato :-)
Uff ... die Grünen mit Ingrid Betancourt? Die Frau galt als meistgehasste Person Kolumbiens nach ihrer Klage gegen den Staat und der Veröffentlichung ihres Verhaltens während der Gefangenschaft. Was versprichst Du Dir denn von einer derart selbstsüchtigen und mediengleilen Person?
Saludos, Willi

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Wanderer
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[Extra] Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

Beitrag von Wanderer » 13. Mai 2014, 03:33

Besser Betancourt als Uribe. Santos wird das Rennen machen. Ist kein schlechter Präsident.

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[Extra] Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

Beitrag von Renato » 22. Mai 2014, 22:28

WOW geht ja gut ab. Ich denke, Santos gewinnt klar. Nicht im ersten Wahlgang sondern im zweiten.
Und wenn fest steht dass Zuluaga auch in den zweiten Wahlgang gelangt wirds erst richtig dreckig.
Der zweite Wahlgang ist am Sonntag in 3 Wochen. Was solls, ich will eh weniger trinken und bin froh
um die 2 Ley Secas. Gewinnen wird wohl Santos aber ich denke, Zuluaga wird ueberraschend viele Stimmen
holen weil

a) Santos ueberhaupt nichts gemacht hat
b) Viele Leute noch immer Anhaenger von Uribe sind.

Wie seht Ihr es?

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Ernesto
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[Extra] Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

Beitrag von Ernesto » 26. Mai 2014, 04:42

Solo 13,2 millones de ciudadanos de los cerca de 33 millones habilitados acudieron a las urnas.

Sagt das nicht alles?

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[Extra] Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

Beitrag von Renato » 26. Mai 2014, 16:39

Na ja, ich haette es auch nicht so erwartet. Doch die Meinung des Volkes ist klar:
- Niemand ist zufrieden mit Santos, er war eine grosse Enttaeuschung. Die Friedensgespraeche dauern viel zu lange und sind aus der Sicht der Kolumbianer schlicht nicht akzeptierbar. Nach so vielen Toten sollen die Guerilla-Chefs ins Gefaengnis und nicht Politik machen duerfen in Kolumbien. Die Verhandlungen gehen bereis viel zu lange.

- Ich denke, Santos gehoert abgestraft und hoffe er wird nicht wiedergewaehlt.

- Zuluaga ist ein Uribe Juenger und Uribe hat Kolumbien grundlegend veraendert, er ist nach wie vor aeusserst populaer.

- Es geht jetzt darum Allianzen zu schmieden, denn Martha Martinez und Clara haben auch fast 30% Stimmen zusammen. Diese 30% werden jetzt unter Zuluaga und Santos aufgeteilt und so wird die Wahl entschieden.

- Persoenlich hoffe ich jetzt, dass Zuluaga gewinnt. Es ist der Wille des Volkes und Santos hat wirklich rein nix gemacht in diesen 4 Jahren. Das Volk will ¨Politik a la Uribe.

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[Extra] Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

Beitrag von Macondo » 26. Mai 2014, 16:59

Du triffst den Nagel auf den Kopf Renato! Viele Leute vergessen, daß Santos nur deshalb im Jahr 2010 gewählt wurde, weil die Kolumbianer erhofften, er würde Uribe's Kurs fortsetzen. Statt dessen entwickelte er sich als Kandidat der FARC (sowie Hoffnungsträger von Kuba mit den 2 Castro's & Venezuela's Busfahrer). Ich habe Zuluaga persönlich kennen gelernt. Er ist nach meiner Meinung OK, ich finde ihn jedenfalls weitaus besser als Santos, der für mich vollkommen unglaubwürdig ist. Die Kolumbianer wollen Frieden, sie haben aber mit dem Wahlergebnis vom 25. Mai gezeigt: Nicht um jeden Preis!!
Zuletzt geändert von Macondo am 26. Mai 2014, 17:18, insgesamt 1-mal geändert.

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[Extra] Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

Beitrag von Renato » 26. Mai 2014, 17:17

Na ja, so sicher ist das Ding noch nicht. Das Land sollte voran kommen. Mit der kriegstreiberischen Uribe Politik sind wir gleichweit wie vor 4 Jahren. Auf der NZZ Website hat es eine gute Analyse, dort geht man davon aus, dass die CLARA/MARTHA Waehler, welche doch fast 30 % gemacht haben eher fuer Santos waehlen und man denkt, es wird reichen. Ich hoffe es nicht, Zuluaga soll kommen und wenn er nicht gut ist, kann er nach 4 Jahren wieder ersetzt werden. Santos hat rein gar nichts zu Stande gebracht. Dies sollte abgestraft werden, von mir aus auch mit der Rechten denn es gibt schlicht keine Alternative.

Santos ist nicht der Kandidat der FARC. So will ihn Uribe darstellen, weil er die Friedensverhandlungen kritisiert. Trotzem darf nicht vergessen werden, dass z.B. unter Santos Alfonso Cano (Nr. 1 der Farc) eliminiert wurde, auch Mono Jojoy wurde eliminiert. Das ist unter Uribe nicht gelungen. Santos hat die Farc also sehr wohl radikal bekaempft.

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[Extra] Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

Beitrag von Ernesto » 27. Mai 2014, 02:11

Zuluaga sprach gerade in den Abendnachrichten. Ganz deutlich gab er zu verstehen, das er für den Fall das er Präsident wird, die Friedensverhandlungen mit der Kolumbianischen Guerilla abbrechen wird. Ob das beim Volk gut ankommt? Egal wer kommt, es bleibt ungerecht wie es ist. Die Armen immer ärmer und die Reichen bekommen immer mehr.

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[Extra] Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

Beitrag von Renato » 27. Mai 2014, 03:02

So ist die Welt nun mal. Da koenntest Du auch einen ober-Linken hinstellen und es wuerde gleich bleiben. Wie gross war die Hoffnung als Obama US Praesident wurde, was hat er geaendert? Ok die medizinische Versorgung in der USA ansonsten nix. Im Gegenteil er fuehrt noch brutalere Drohnenkriege mit "Kolletoralschaeden" als sein Vorgaenger. Ein Praesident ist von den Interessen der Elite gesteuert und wird es immer sein.

Hat er wirklich gesagt abbrechen? Nicht aussetzen und neu definieren?


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[Extra] Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

Beitrag von Karsten » 27. Mai 2014, 06:46

Zu: "Ob das beim Volk gut ankommt?"

Die geringe Wahlbeteiligung spricht ja auch nicht gerade dafür, dass die Kandidateninnen den Volkeswillen treffen:
Von den 33 Millionen Wahlberechtigten gaben lediglich 13,2 Millionen ihre Stimme ab. Damit lag die Wahlbeteiligung bei gerademal 40 Prozent. Zieht man davon die rund 1,2 Millionen ungültigen oder nicht ausgefüllt abgegeben Stimmzettel ab, dann stützen sich die Anteile der KandidatInnen auf gerademal 36 Prozent der Stimmberechtigten.
aus: Präsidentschaftswahl in Kolumbien, taz, 26.05.2014

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[Extra] Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

Beitrag von schweizer » 27. Mai 2014, 14:33

Der ehemalige Bürgermeister von Bogotá hat bei seinen öffentlichen Auftritten einen verunsicherten Eindruck gemacht und daher Stimmen eingebüßt. Uribe erwartet von Zuluaga das gleiche wie er es vor vier Jahren von Santos erwartet hat. Ein Mann mit der Vergangenheit wie Uribe, politisch und personal hat nichts in der Politik zu suchen, er gehört hinter Gitter. Einen zweiten Adolf Hitler braucht die Welt nicht. Auch die amerikanischen Stützpunkte braucht Kolumbien nicht. Die Amis sollen sich um ihren eigenen Mist kümmert. Santos wurden viele Steine in den Weg gelegt. Er sollte eine zweite Chance bekommen.


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[Extra] Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

Beitrag von Dolfi » 27. Mai 2014, 15:17

Das mit dem zweiten Hitler ist vielleicht etwas übertrieben, aber im Prinzip stimme ich zu. Militär und Politik haben es in Jahrzehnten nicht geschafft, mit der Guerilla fertig zu werden und es ist unwahrscheinlich, dass sie es in Zukunft schaffen werden. Zum Friedensprozess gibt es keine realistische Alternative.

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[Extra] Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

Beitrag von Renato » 27. Mai 2014, 16:26

Der Friedensprozess ist falsch aufgebaut. Er geht schon viel zu lange, man hat das Gefuehl, die Guerilla-Bosse sonnen sich seit 1.5 Jahren auf Kuba in einer Villa (das stimmt, da leben sie), schlagen sich die Baeuche voll und geniessen das Leben. Es waere auch undenkbar gewesen, dass der deutsche Staat mit der RAF in Friedensverhandlungen getreten waere und Andreas Baader nachher eine eigene Linkspartei am Bundestag gefuehrt haette. Und dies, obwohl die FARC 200.000 Tote zu verantworten haben (diese Zahl wird genannt mit den Opfern das Buergerkrieges, klar sind nicht alle von der FARC getoeten worden). Es ist doch einfach ein Witz wenn hier als Nachricht kommt, ein wichtiger Durchbruch ist gelungen. Die FARC verzichtet freiwillig auf den Drogenhandel. WOW. Was fuer ein Durchbruch.

Santos hat sonst genau nix gemacht sondern immer nur dumm gelaechelt. Fuer das wird er abgestraft. Und Uribe ist vor allem auf dem Lande sehr populaer, weil er halt Sicherheit gebracht hat (und trotzdem nachher das Freihandelsabkommen vorangetrieben hat). Aber das kriegen die Leute hier nicht mit ueber weil sie extrem einseitig informiert werden von den Medien.

Doch trotzdem: Die Chancen, dass Santos wiedergewaehlt wird, sind nicht schlecht. Denn viele der Links-Waehler werden versuchen Zuluaga zu verhindern und fuer Santos stimmen. Sollte alles normal verlaufen wird er so den zweiten Wahlgang gewinnen.


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[Extra] Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

Beitrag von FreeLibertarian » 27. Mai 2014, 19:16

Wer hätte das gedacht? Ich muss Renatos Analyse 100% zustimmen. Ich war von Ramirez und Lopez überrascht, die haben ohne große Unterstützung aus Partei und Medien ein ordentliches Ergebnis hingelegt.

Santos wird wohl irgendwie durchkommen, wenn er sich nicht zu dumm anstellt. Die Friedensverhandlungen sind wie schon erklärt ein schlechter Witz, am Ende werden Timochenko und Marquez noch Minister oder Kongressabgeordnete. Meiner Meinung nach sind die für all ihre Verbrechen (Mord, Terrorismus, Drogenhandel, Erpressung, Landminen legen, Kinderrekrutierung etc.) mit lebenslanger Haft gut bedient!