Arbeiten in Kolumbien in Chemie-Ingenieur

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die den Schritt schon gewagt haben.

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luckyluke
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Arbeiten in Kolumbien in Chemie-Ingenieur

Beitrag von luckyluke »

Hallo zusammen,

ich bin neu hier, war aber schon 4 Monate in Kolumbien und würde vielleicht gerne für länger wieder zurück.
Weiß jemand, ob man nicht nur als Englisch sondern auch Mathe/Chemie-Lehrer (Ohne Lehramtsbefähigung in Dtl.!)
arbeiten kann?
Also generell ist mein Eindruck dass es wahnsinnig schwer ist in Kolumbien nen Job zu finden (von Rezeption für 800.000 Pesos mal abgesehen).
Gibt es denn Wege die für jeden zugänglich sind? Nur Englisch Lehrer? Und ich denke mal dass fleißendes Spanisch immer eine Vorraussetzung ist, richtig?

Ich hoffe auf geballte Erfahrungen! :D

Besten Gruß,
Luckyluke

OliCO
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Beitrag von OliCO »

Wenn man gut vernetzt ist, dann ist es überhaupt nicht schwer, einen Job in der Preisklasse 2.5 - 4 M zu finden. Kann ich zumindest aus meiner Erfahrung sagen. Wenn einem das natürlich nicht reicht, weil man in Estrato 6 mit einem Lebensstandard besser als in .de leben meint zu müssen, dann hilft das natürlich nicht. Denn die Jobs, die das ermöglichen, die bekommt man in der Tat in Kolumbien genausowenig wie in Deutschland hinterhergeworfen, schon gar nicht ohne passende Ausbildung. Mir reichen 3 M aber völlig.

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luckyluke
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Beitrag von luckyluke »

Also ich bin leider nicht so "vernetzt", heißt ich habe keine Bekannten/Verwandten in Kolumbien. Von welchen Jobs sprichst du denn bei den 2.5-4 M und wie komme ich da ran?

OliCO
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Beitrag von OliCO »

Ich werde als Deutschlehrer arbeiten. Da ist das Gehalt für einen Deutschen eher im unteren Mittelfeld. Aber erst mal Fuß fassen, sage ich mir …
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Nasar
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Beitrag von Nasar »

Bist du Pädagoge OliCO? Was qualifiziert dich für diesen Beruf? Kannst du anerkannte Diplome ausstellen? Arbeitest du bei einer Schule, festangestellt?
Fünf sind geladen, zehn sind gekommen, gieß Wasser zur Suppe, heiß alle willkommen.

OliCO
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Beitrag von OliCO »

Nein, ich bin kein Pädagoge, jedoch werden deutsche und englische Muttersprachler immer gesucht. Vielleicht nicht grad am Colegio Alemán, aber es gibt genügend private Schulen, somit hatte ich eine gewisse Auswahl. Ok, meine Freunde haben gute Kontakte, das hat natürlich auch geholfen.

Die Arbeit ist nur zur Überbrückung für 1 Jahr, damit die Finanzen nicht zu rasch dahinschmelzen, danach eröffnen mein Mann und ich ein Architekturbüro. Aufträge sind bereits "garantiert".
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Nasar
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Beitrag von Nasar »

Ach so ist das! Das sind die Schulen sie es nicht so genau mit dem Personal nehmen. Kenne ich. Ja, davon gibt es genug.
Schreib mal wie ein schwuler Lehrer so akzeptiert wird.


Anmerkung der Moderation:

Bitte die Netiquette beachten!

Oswaldo
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OliCO
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Beitrag von OliCO »

Ich trage kein Schild auf der Brust … wenn mich jemand fragt, würde ich aber nicht lügen. Habe ich im Berufsleben bislang immer so gehalten und bin gut damit gefahren.

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luckyluke
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Beitrag von luckyluke »

OliCO, in welcher Schule wirst du denn arbeiten? Also wie ich das sehe wird es wahrscheinlich schwierig 'normale' kolumbianische Schulen von Deutschland aus zu erreichen und man müsste das vor Ort machen, richtig? Weißt du wie gut die eigenen Spanischkenntnisse für einen Job als Deutsch- oder Englisch-Lehrer sein müssten?

OliCO
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Beitrag von OliCO »

Besser vor Ort machen. Die Spanischkenntnisse sind schon wichtig, aber je fortgeschrittener die Klassen sind, um so mehr wird man in Deutsch oder Englisch unterrichten und nicht in Spanisch. Erst recht in der Nachhilfe für Studenten.

Aber überhaupt nach Kolumbien zu gehen, ohne (ausreichend) Spanisch zu sprechen oder gute, zuverlässige Freunde zu haben, davon würde ich abraten. Auch so ist es immer noch ein Abenteuer, aber ein angenehmes :)

Ich kenne eine Sprachschule in Cali, die noch Leute suchen. Bei Bedarf kann ich gern vermitteln.

Gordi_K
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Beitrag von Gordi_K »

Meine Erfahrung aus österreichischen Unternehmen in Kolumbien:

Admin-Kräfte mit Bc. - Abschluss - 1,2 - 1,8 M
Admin - Abt. Leiter - 2 M
Vertriebsaußendienst - 2,5 - 5 M
Produktionsleiter (einer der 5 Teuersten im Unternehmen, daher wurde reduziert...) 2.000 €/Monat

Alles ist netto Ende 2016.

Also mit 25 - 30 Jahren mit Bc.-Abschluss verdient man ca. 1.5 - 2,5 M netto als "normalsterblicher" (Admin-Jobs bei Multis/großen Kol Unternehmen in Cali von Absolventen einer der besten Uni in Kolumbien mit Bc. Abschluss in BWL).

Urlaubsanspruch 10 Tage, oft 2 - 4 Std. Reisezeiten/Tag in die Arbeit... Arbeitszeiten im erwähnten Unternehmen 7 - 17 Uhr, 1 Std. Mittagspause. D. h. um 5 aufstehen, um 5:45 kommt der Bus - und um 18:30 - 19:00 Uhr ist man wieder zu hause...

Die Deutschen/Österreicher würden sicher einem Muttersprachler mit DE sicher lieber einen Job geben als einem Kolumbianer - anderseits würde ich nicht erwarten, dass ich viel mehr als die Kolumbianer verdienen werde. Um 1,5 M findet man immer jemanden, der super Englisch spricht - also für die Kommunikation mit der Zentrale braucht man keine Top-Kräfte. Anderseits für deutsche Manager ist es immer angenehmer, einen "Einheimischen" in der Firma zu haben.

Mein Fazit - entweder selbständig in Kolumbien oder beschäftigt in Europa.

OliCO
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Beitrag von OliCO »

Erstaunliche Ausbeutung. Selbst bei Sutherland - einem Dienstleister für Outsourcing von Supportabteilungen mit Niederlassungen in Osteuropa und eben Kolumbien - bekommt man in Barranquilla 1.7 M plus Prämien, meist insg. ca. 2 M, rein für's englischsprachige Chatten mit AT&T-Kunden. Arbeitszeit 8h täglich. Alle 2 Stunden eine kleine Pause plus eine Mittagspause. Und da soll - gerade bei einer österreichischen Firma - der österreichische Admin Abt.-Leiter nur 2 M verdienen?

Wäre ich gewillt gewesen, in Cali zu arbeiten, hätte ich dort 3.5 M als Einstiegsgehalt bekommen als Deutsch- und Englischnachhilfelehrer, fest angestellt in einer Schule.

Für beide Jobs: Kein Bachelor, kein gar nix.

Gordi_K
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Beitrag von Gordi_K »

In der erwähnten Firma arbeitet kein Österreicher, alle haben kolumbianische Verträge mit Ausnahme des aus Spanien entsandten Managers.

Sonst deine Angaben bestätigen meine - 1,7 M + Prämien fürs Chatten auf englisch oder 1,5 M als Vertriebsinnendiest, der Englisch nicht braucht, da sehe ich kein Unterschied. Gut Englisch reden ist in Kol. keine Selbstvertändlichkeit. In der erwähnten Firma bekommen die MA Mittagsessen in einer sehr schönen Kantine, werden mit Firmenbussen abgeholt - das ist auch was wert.

Soweit ich weiß, ist die max. wöchentliche Arbeitszeit in Kol. 48 Std - da können sie sich über die 45 Std. noch freuen...

Zu dem 3,5 M als Nachhilfeleherer - super Angebot, wahrscheinlich wegen EN und DE + Privatschule. Gehälter der kol. Lehrer - "Un profesor en este escalafón gana mínimo $1.290.000 y hasta $4.613.000" : https://noticias.caracoltv.com/colombia ... -de-fecode

Was mich besonders gestört hat - wegen schlechter Infrastruktur kann man froh sein, wenn man nur 2h/Tag am Weg in die Arbeit verbringt, 2 Wochen Urlaub sind für mich echt sehr wenig (auch wegen Besuchen in Europa).
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spitfire88
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Beitrag von spitfire88 »

@Gordi_K

Dieses Fazit kann ich aus meiner beruflichen Erfahrung in Lateinamerika nur unterstützen und erweitere es gleich auf gesamt Lateinamerika.

Ansonsten: Besser 6 Monate als Straßenarbeiter, Kellner, Krankenschwester, ... in DE / CH und 6 Monate Urlaub in CO.




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cm81
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Beitrag von cm81 »

Das "Rezept" von spitfire88 hört sich leider überzeugender an, als fast alles was ich bisher hier gelesen habe.
Findet man regelmässig für rund 6 Monate einen gut bezahlten Job und kann in dieser Zeit schön was auf die Seite legen, lässt es sich doch ganz gut leben.