Claudia und Ralf Lehrer beim Colegio Andino in Bogotá

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Claudia und Ralf Lehrer beim Colegio Andino in Bogotá

Beitrag von News Robot »

"Als ich am ersten Tag in die Schule, als Klassenleiterin der Zwölften den Raum betrat, dachte ich, ich hätte meinen alten Kurs in Deutsch vor mir - Schüler sind international", so Claudia Jänicke. Erst in der Zusammenarbeit stelle sich heraus, dass die südamerikanischen Schüler temperamentvoller, allerdings auch höflicher seien. "Ein nettes Wort gehört bei fast jeder Begegnung dazu."

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Quelle: Schweriner Volkszeitung


Link aktualisiert 18.2.2011
Vollständiger Text
"Was wäre wenn...", dachten sich Claudia und Ralf Jänicke während eines Urlaubs in Mexiko. Aus dem Gedanken Deutschland zu verlassen und in einem anderen Land zu arbeiten, wurde Realität. Das Lehrerehepaar ging vor einem halben Jahr an die deutsche Privatschule Colegio Andino in Bogotá, Kolumbien. Claudia Jänicke als geprüfte und entsandte Auslandsdienstlehrkraft. Ralf Jänicke als Ortslehrkraft.

Seit fast 20 Jahren sind die beiden Lehrer. Nach der Schließung des Neubukower Gymnasiums unterrichteten beide am Bützower Gymnasium. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es zwar anstrengend und aufregend ist, eine neue Schule kennen zu lernen, aber keineswegs schwierig", erzählt Musik- und Deutschlehrerin Claudia Jänicke. Nach der Erkundung der Deutschen Schule "stellten wir fest, dass sie - zumindest von außen - wie die in Bützow aussieht, allerdings die Umgebung exotisch war", erinnert sich Ralf Jänicke. Die Idee, nach Kolumbien zu gehen, wurde schließlich zusammen mit Tochter Gesa in die Tat umgesetzt. Die Lehrer unterschrieben einen Vertrag für drei Jahre. Gesa besucht die elfte Klasse, wird ein deutsches Abitur ablegen.

Gracias, muy bien - danke, sehr gut

Schnell haben sich Eltern und Tochter an die neue Umgebung und andere Umgangsformen gewöhnt. "Bei der Begrüßung gibt es ein Küsschen auf die rechte Wange. Bei jeder Begegnung fragt man sich, wie es geht. Mittlerweile antworten wir selbstverständlich: ,Gracias, muy bien- danke, sehr gut", erklärt Claudia Jänicke.

"Als ich am ersten Tag in die Schule, als Klassenleiterin der Zwölften den Raum betrat, dachte ich, ich hätte meinen alten Kurs in Deutsch vor mir - Schüler sind international", so Claudia Jänicke. Erst in der Zusammenarbeit stelle sich heraus, dass die südamerikanischen Schüler temperamentvoller, allerdings auch höflicher seien. "Ein nettes Wort gehört bei fast jeder Begegnung dazu." Weitere Unterschiede zu Deutschland: Die Schüler tragen Uniform, für die Reinigung, Krankenstation, Psychologie und anderes gibt es Servicekräfte. "Das kolumbianische Schulsystem rechnet in Quartalen, das heißt, es werden vier Klassenarbeiten pro Jahr geschrieben. Am Ende eines jeden Quartals gibt es Zeugnisse. Pro Semester werden die deutschen Noten errechnet. In Kolumbien gibt es das Notensystem bis 10, die höchste Note", erklärt die 47-Jährige. Die Privatschule habe im Land einen sehr guten Ruf. "Die Absolventen haben beste Voraussetzungen für die Unis", so Geschichts- und Sportlehrer Ralf Jänicke.

170 Lehrer arbeiten an der Schule. 30 davon sind aus Deutschland. Die mecklenburger Pädagogen unterrichten in sogenannten DaM-Klassen. "Das heißt Deutsch als Muttersprache", erklärt Claudia Jänicke. Bis auf die Fächer Spanisch, Philosophie, Soziales und Sport sind alle Fächer auf Deutsch. Der jeweilige Lehrer erstelle für die Zwölftklässler die Abiturprüfung. Ein deutsches Ministerium genehmige dieses, ebenso wie die korrigierten Arbeiten. "Das Niveau meiner Schüler ist unglaublich", schwärmt Claudia Jänicke. Von 18 Schülern bestehen etwa sechs das Abitur unter einem Durchschnitt von 1,7. "Und das in einer Fremdsprache. In den meisten Elternhäusern spricht ein Elternteil deutsch, aber nicht in allen." Intensiver und verantwortungsvoller sei die Arbeit in Kolumbien. Die Jänickes arbeiten auch als Betreuungslehrer für neue Kollegen aus Deutschland. Das Ehepaar bereut den Schritt nicht. "Wir sitzen oft im elften Stock unserer Stadtwohnung und freuen uns über unsere gegenwärtige Situation. Vor allem, weil wir unseren Traum erfüllen konnten," so die Lehrerin. Über das, was sie vermissen, sprechen sie nicht. Das müsse jedem vorher bewusst sein. Zu Hause in Deutschland hütet der 20-jährige Sohn das Haus in der Nähe von Neubukow. "Kolumbien ist ein Familienunternehmen", sagt Claudia Jänicke. Am letzten Schultag reist das Lehrerpaar für sieben Wochen nach Deutschland. "Bis dahin wird die Zeit schnell vergehen", ist sich Claudia Jänicke sicher.
Du hast einen simplen Roboter sehr glücklich gemacht. Vielen Dank.


alfons
Kolumbien-Neuling
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Beiträge: 8
Registriert: 18. Nov 2010, 19:18

Re: Claudia und Ralf Lehrer beim Colegio Andino in Bogotá

Beitrag von alfons »

Danke News Robot,

genau solche Berichte suche ich gerade.
Wenn du noch etwas zur Andino hast wäre ich dir dankbar.
cu
Alfons