Arbeitsvisum für Deutschland

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HamburgPhil
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Arbeitsvisum für Deutschland

Beitrag von HamburgPhil » 14. Jan 2019, 22:45

Hallo zusammen,

ich bin noch ganz frisch hier im Forum dazugekommen und habe auch schon gleich eine etwas komplexere Frage. :nac:
Ich hoffe ihr könnt mir vielleicht weiterhelfen, ich habe den gleichen Fall noch nicht im Forum gefunden.

Meine Freundin ist Kolumbianerin und seit fast einem halben Jahr in Deutschland als Au-pair mit dem entsprechenden Visum. :)
Wir sind beide noch recht jung (25 u.25) und würden beide gerne weiterhin in Deutschland zusammen leben, weshalb sie nun ein Arbeitsvisum beantragen will und dann nach Ende des Au-Pair zu mir in die Wohnung ziehen und arbeiten möchte.
Sie hat einen Bachelor Abschluss in Moderne Sprachen und Unternehmenskommunikation und 1 Jahr in Bogota bereits gearbeitet.

Hat jemand bereits Erfahrung und kann uns weiterhelfen in welcher Reihenfolge wir uns am besten durch die Behörden kämpfen und welche Tips wir beachten sollten?
Ich lese immer nur online, man muss das Visum aus dem Heimatsland beantragen und zu einem Ablauf, wenn man bereits mit einem Visum hier ist finde ich leider nichts. :/ Da ein Flug zurück nach Kolumbien und dann wieder hierher auch nicht so günstig für uns ist, wollen wir das unbedingt vermeiden...

Vielen lieben Dank schonmal für eure Hilfe,
LG Philipp

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Ernesto
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Arbeitsvisum für Deutschland

Beitrag von Ernesto » 14. Jan 2019, 23:15

Ein Arbeitsvisum muss grundsätzlich vor der Einreise bei der Botschaft in Bogotá beantragt werden.

Als Au-Pair hat man meist ein Visum für ein Jahr. Das ist die maximale Dauer für diesen Job, daher kommt eine Verlängerung nicht in Frage.
Eine Möglichkeit an einen neuen Aufenthaltstitel zu kommen wäre der Besuch eines Sprachkurses, eines freiwilligen sozialen Jahres oder eines Studiums. Beim Sprachkurs muss es ein Intensivsprachkurs mit täglichen Unterricht sein um eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr zu bekommen. Beim Studium an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule ist die Gesamtaufenthaltsdauer gewaltig höher und kann bis zu 10 Jahren verlängert werden. Beim freiwilligen sozialen Jahr liegt der Zeitraum zwischen 6 bis 18 Monate.

Voraussetzung ist eine Anmeldung mit Hauptwohnsitz in Deutschland, ein gültiger Reisepass, eine Krankenversicherung, sowie ein Nachweis zur Sicherung des Lebensunterhalts.

Wenn das alles passt, sprecht mit der zuständigen Ausländerbehörde.

Viel Glück ;-)


Dolfi
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Arbeitsvisum für Deutschland

Beitrag von Dolfi » 15. Jan 2019, 18:38

Einfach so arbeiten in Deutschland dürfte schwer werden. Sie müsste sich eine Stelle suchen, und die betreffende Firma müsste den Behörden gegenüber erklären, dass sie grade diese Person brauchen und keine andere. Also etwa eine Firma, die Geschäfte mit Kolumbien macht.

Mir ist der Fall eines thailändischen Kochs bekannt, den jemand für sein Restaurant haben wollte. Er hat die Arbeitserlaubnis bekommen.


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Arbeitsvisum für Deutschland

Beitrag von HamburgPhil » 18. Jan 2019, 10:49

Vielen Dank für eure Antworten!

Ja, wir überlegen jetzt auch, ob sich nicht erstmal noch ein Masterstudium anbieten würde, oder das soziale Jahr...

@Ernesto: Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann sollte für diese beiden Möglichkeiten die Chance bestehen, dass direkt hier in Deutschland bei der Ausländerbehörde zu beantragen, ja?

Bei einem Studium hat man doch auch die möglichkeit Nebenbei einer Tätigkeit nachzugehen, Stichwort: Studentische Aushilfe. Würde das auch für meine Freundin bei einem Studienvisa gelten?

LG
Philipp

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Ernesto
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Arbeitsvisum für Deutschland

Beitrag von Ernesto » 18. Jan 2019, 13:54

@HamburgPhil

Ja, du hast mich richtig verstanden. Die Ausländerbehörde kann den Aufenthaltstitel ausstellen. Die achten meist ganz genau auf alles was gesagt und an Unterlagen eingereicht wird. Das da sollte dann alles passen. Es darf kein Verdacht aufkommen, das der Grund des Aufendhaltes ein anderer sein könnte.

Arbeiten darf sie auch, allerdings nur mit einen Mini-Job, maximal 450 Euro pro Monat. Gutbezahlte und flexible Mini-Jobs sind nicht ganz so einfach zu finden, aber - es gibt sie. Dazu sind sie Steuer- und Rentenversicherungsfrei.

Viel Glück ;-)

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bastians
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Arbeitsvisum für Deutschland

Beitrag von bastians » 18. Jan 2019, 14:54

Moin,

die Antwort von Ernesto bzgl. Arbeitsmöglichkeit ist wohl nicht richtig:
https://www.studium.uni-mainz.de/arbeit ... dierender/

Die Verdiensthöhe ist prinzipiell sogar unbeschränkt.

ciao
Bastian

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Ernesto
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Arbeitsvisum für Deutschland

Beitrag von Ernesto » 18. Jan 2019, 16:10

Ich habe nur erwähnt was ohne Erlaubnis der Ausländerbehörde gearbeitet werden darf und ohne Berücksichtigung des § 16 des Aufenthaltsgesetzes.

Hier die Rechtslage zu den von Bastians angesprochenen Tätigkeiten:
 Ausländische Studierende mit einer Aufenthaltserlaubnis nach § 16 AufenthG dürfen gemäß § 16 Absatz 3 im Kalenderjahr 120 ganze oder 240 halbe Tage arbeiten. Sie dürfen außerdem ohne Begrenzung studentische Nebentätigkeiten ausüben. Wer mehr als 120 ganze bzw. 240 halbe Tage in einem Job, der keine studentische Nebentätigkeit ist, arbeiten will, muss sich das von der Ausländerbehörde genehmigen lassen.  

Das gilt nur für Studierende aus Drittstaaten, die zum Studium nach Deutschland gekommen sind und eine Aufenthaltserlaubnis nach § 16 des Aufenthaltsgesetzes haben.

Unter Studentischen Nebentätigkeiten versteht man:
 Studentische Nebentätigkeiten können ohne zeitliche Beschränkung ausgeübt werden. Sie dürfen aber nicht so umfangreich sein, dass das Studium auf der Strecke bleibt, sonst wären sie ja keine Nebentätigkeiten mehr. Studentische Nebentätigkeiten sind solche, die an der Hochschule oder im Umfeld der Hochschule angesiedelt sind, also z.B. die von wissenschaftlichen Hilfskräften an Instituten, Lehrstühlen, Fachbereichen oder bei Professoren. Auch Jobs beim Studentenwerk oder beim AStA sind studentische Nebentätigkeiten.  

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bastians
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Arbeitsvisum für Deutschland

Beitrag von bastians » 18. Jan 2019, 17:01

Ich bezog mich auf die Einschränkung auf nur Minijob (und damit 450€), die ist nicht richtig.

Bastian