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Danke an die letzten beiden Beiträge. Hatte mich schon gewundert, wieso in meiner kolumbianischen Familie alle wie wild in Immobilien investieren, aber das scheint ja üblich zu sein. Halte mein Geld aktuell in Euro und hebe per Karte ab, bisher bester Wechselkurs. Überlegen aber auch ein Konto zb bei nu zu eröffnen, um etwas Geld "lokal" in Pesos zu haben. Da haben wir aber eher den Gedanken, was wir bei einer technischen Störung machen. (Wenn Geldstrafer von Euro in peso nicht funktioniert). Lese hier gespannt mit.Strategien zur Vermögenssicherung und Geldanlage in Kolumbien
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zuzzuz
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coentros
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Strategien zur Vermögenssicherung und Geldanlage in Kolumbien
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Der Goldpreis hat einmal mehr ein neuerliches Rekordhoch erreicht. Es sei bereits sehr teuer hört man an vielen Stellen. Leider hat Kolumbien während der Covid-Pandemie 10 Tonnen seiner ohnehin schon geringen Goldreserven verkauft. Heute hat es im Vergleich aller lateinamerikanischen Länder sehr geringe Reserven, weit hinter Venezuela, Brasilien, Mexiko, Argentinien, Bolivien, Peru, Ecuador, Paraguay. Das könnte noch ein strategischer Nachteil werden.
Was lässt sich im Gefüge der wie immer äusserst komplexen Wechselwirkungen beobachten ?
1) Der fear-and-greed index des World Gold Council deutet an dass an den Finanzmärkten weniger die Angst als vielmehr die Gier nach Gewinnen die Gold-Nachfrage treibt, 2) Indien und Brasilien scheinen sich in der China-Russland Allianz immer wohler zu fühlen. Mit über 40% der Weltbevölkerung streben diese vier einwohnerstarken Länder eine geringere Abhängigkeit vom US-Dollar an ("Entdollarisierung"), alle vier Notenbanken in der Vergangenheit auf der Käuferseite, 3) China treibt sein Seidenstrassen-Projekt mit Lateinamerika weiter voran. Mit dem Megahafen Chancay in Peru und einer Eisenbahnlinie quer durch den Kontinent ergeben sich neue Optionen für die Warenströme Asien-Lateinamerika, 4) die Verschuldungsorgien westlicher Länder gehen weiter, selbst einst "absolut" sichere US-Anleihen sind nicht mehr über jeden Zweifel erhaben, 5) in einer Umfrage unter 73 Zentralbanken rechnen 95% mit einer weiter steigenden Bedeutung von Gold in den Währungsreserven, 6) der mitunter als unberechenbar beschriebene US-Präsident hat kürzlich klargestellt, dass Gold von Zöllen ausgenommen bleibt (ausser den kg Barren aus der reichen Schweiz
), 7) bei der einfachen und bequemen Goldanlage via ETF waren im ersten Halbjahr 2025 starke Zuflüsse zu verzeichnen, 8) die US-FED muss irgendwann die Zinsen senken, 9) im historischen 10-Jahresvergleich von Angebot und Nachfrage der vier grossen Sektoren Schmuck/Juweliere, industrielle Verwendung, Zentralbanken, private Anleger, war ein grosser Anstieg in den letzten beiden Jahren bei privaten Anlegern zu verzeichnen, 10) laut einem Reuters Artikel über sogenannte family offices, Vermögensberater sehr wohlhabender Familien, werden dort höhere strategische Goldanteile angestrebt.
Vor dem Hintergrund des Themas in diesem thread finde ich vor allem 2) - 4) gleichermassen nachhaltig und beeindruckend. Nicht zwangsläufig im Sinne "positiv beeindruckend".
Der Goldpreis hat einmal mehr ein neuerliches Rekordhoch erreicht. Es sei bereits sehr teuer hört man an vielen Stellen. Leider hat Kolumbien während der Covid-Pandemie 10 Tonnen seiner ohnehin schon geringen Goldreserven verkauft. Heute hat es im Vergleich aller lateinamerikanischen Länder sehr geringe Reserven, weit hinter Venezuela, Brasilien, Mexiko, Argentinien, Bolivien, Peru, Ecuador, Paraguay. Das könnte noch ein strategischer Nachteil werden.
Was lässt sich im Gefüge der wie immer äusserst komplexen Wechselwirkungen beobachten ?
1) Der fear-and-greed index des World Gold Council deutet an dass an den Finanzmärkten weniger die Angst als vielmehr die Gier nach Gewinnen die Gold-Nachfrage treibt, 2) Indien und Brasilien scheinen sich in der China-Russland Allianz immer wohler zu fühlen. Mit über 40% der Weltbevölkerung streben diese vier einwohnerstarken Länder eine geringere Abhängigkeit vom US-Dollar an ("Entdollarisierung"), alle vier Notenbanken in der Vergangenheit auf der Käuferseite, 3) China treibt sein Seidenstrassen-Projekt mit Lateinamerika weiter voran. Mit dem Megahafen Chancay in Peru und einer Eisenbahnlinie quer durch den Kontinent ergeben sich neue Optionen für die Warenströme Asien-Lateinamerika, 4) die Verschuldungsorgien westlicher Länder gehen weiter, selbst einst "absolut" sichere US-Anleihen sind nicht mehr über jeden Zweifel erhaben, 5) in einer Umfrage unter 73 Zentralbanken rechnen 95% mit einer weiter steigenden Bedeutung von Gold in den Währungsreserven, 6) der mitunter als unberechenbar beschriebene US-Präsident hat kürzlich klargestellt, dass Gold von Zöllen ausgenommen bleibt (ausser den kg Barren aus der reichen Schweiz
Vor dem Hintergrund des Themas in diesem thread finde ich vor allem 2) - 4) gleichermassen nachhaltig und beeindruckend. Nicht zwangsläufig im Sinne "positiv beeindruckend".
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axko
- Kolumbienfan

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Strategien zur Vermögenssicherung und Geldanlage in Kolumbien
Wie ne edle Suppe die kurz vorm dem Überkochen oder Verbrennen ist. Mann darf gespannt sein.
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coentros
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Strategien zur Vermögenssicherung und Geldanlage in Kolumbien
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Ich finde die 10-Jahresentwicklung von Gold (XAU) gegenüber der einheimischen Währung (COP) oder anderen globalen Leitwährungen spannend: XAU/COP +304%, XAU/USD +217%, XAU/EUR +203%. Selbst ggü dem Schweizer Franken XAU/CHF hat Gold +161% zugelegt. Noch interessanter 50-Jahrescharts, seit Ende der Goldbindung. Nicht zu erwähnen die ganz alten Frühkulturen Ägyptens vor 5000 Jahren
Man könnte auch die Perspektive wechseln: Ist Gold spekulativ immer teurer und inzwischen eine Blase geworden ? Oder ist es andersherum so, dass jede Papierwährung historisch irgendwann immer wertlos geworden ist ? Somit weniger die Frage ob die eine Suppe am überkochen ist, oder ob andere Suppen stetig immer dünner und geschmackloser werden, bis letzten Endes inhaltsleer zu reinem Wasser mutiert.
Wie entkommt man der Inflation am besten, und idealerweise vermehrt man real ein Sparguthaben, im Sinne der Eingangsfrage ? Für 100 Mio COP hätte man im September 2015 ungefähr 850 gramm Gold kaufen können und aktuell für deutlich über 300 Mio COP wieder verkaufen können.
Abgesehen von den langfristigen historischen Entwicklungen finde ich interessant zu verfolgen was mit Währungen und Wertaufbewahrungsmitteln in den anderen grossen Ländern so alles passiert. BRICS werden die Zukunft der Welt als auch Kolumbiens direkt und indirekt immer stärker mitgestalten. Anders als sich Uncle Sam das wünscht. Letzterer würde an dieser Stelle ansonsten vielleicht die Kryptos ins Spiel bringen...
Ich finde die 10-Jahresentwicklung von Gold (XAU) gegenüber der einheimischen Währung (COP) oder anderen globalen Leitwährungen spannend: XAU/COP +304%, XAU/USD +217%, XAU/EUR +203%. Selbst ggü dem Schweizer Franken XAU/CHF hat Gold +161% zugelegt. Noch interessanter 50-Jahrescharts, seit Ende der Goldbindung. Nicht zu erwähnen die ganz alten Frühkulturen Ägyptens vor 5000 Jahren
Man könnte auch die Perspektive wechseln: Ist Gold spekulativ immer teurer und inzwischen eine Blase geworden ? Oder ist es andersherum so, dass jede Papierwährung historisch irgendwann immer wertlos geworden ist ? Somit weniger die Frage ob die eine Suppe am überkochen ist, oder ob andere Suppen stetig immer dünner und geschmackloser werden, bis letzten Endes inhaltsleer zu reinem Wasser mutiert.
Wie entkommt man der Inflation am besten, und idealerweise vermehrt man real ein Sparguthaben, im Sinne der Eingangsfrage ? Für 100 Mio COP hätte man im September 2015 ungefähr 850 gramm Gold kaufen können und aktuell für deutlich über 300 Mio COP wieder verkaufen können.
Abgesehen von den langfristigen historischen Entwicklungen finde ich interessant zu verfolgen was mit Währungen und Wertaufbewahrungsmitteln in den anderen grossen Ländern so alles passiert. BRICS werden die Zukunft der Welt als auch Kolumbiens direkt und indirekt immer stärker mitgestalten. Anders als sich Uncle Sam das wünscht. Letzterer würde an dieser Stelle ansonsten vielleicht die Kryptos ins Spiel bringen...
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coentros
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Strategien zur Vermögenssicherung und Geldanlage in Kolumbien
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Goldman Sachs sagt einen massiven Anstieg der Goldpreise voraus. China, der mit Abstand grösste Gläubiger der USA, haben zwar inzwischen ihre Goldreserven auf eine Höhe von geschätzt 2300 Tonnen Gold aufgestockt, ca 250 Mia USD wert. Sitzen gleichzeitig aber immer noch auf dreimal so viel US-Staatanleihen, geschätzt 750 Mia USD, die sie im Laufe der letzten zehn Jahre bereits stetig reduziert haben, einstmals 1,4 Billionen USD. Sie wollen da raus, unter allen Umständen. Wer will denn in in diesen Zeiten noch USD-Staatsanleihen ?
Die Schulden der USA steigen unkontrolliert in nicht gekannte Höhen. Gleichzeitig greift der Präsident die historische Unabhängigkeit der FED an, möchte diese selber kontrollieren. Er wünscht sich einen viel niedrigeren Zins, wieder nahe 0%. Nullzinspolitik als letztes Instrument nach Krisen als Normalzustand ? Staatsfinanzierung durch die Notenpresse als Ziel ?
Nach langem Studium seit der Corona-Krise habe ich inzwischen eine klare Hypothese (Meinung) im Sinne des Themas. Die Weltfinanzordnung steht vor grossen Veränderungen. Der US-Dollar hat seine Dominanz langsam aber stetig eingebüsst. Diese Entwicklung wird sich meines Erachtens beschleunigen.
Goldman Sachs sagt einen massiven Anstieg der Goldpreise voraus. China, der mit Abstand grösste Gläubiger der USA, haben zwar inzwischen ihre Goldreserven auf eine Höhe von geschätzt 2300 Tonnen Gold aufgestockt, ca 250 Mia USD wert. Sitzen gleichzeitig aber immer noch auf dreimal so viel US-Staatanleihen, geschätzt 750 Mia USD, die sie im Laufe der letzten zehn Jahre bereits stetig reduziert haben, einstmals 1,4 Billionen USD. Sie wollen da raus, unter allen Umständen. Wer will denn in in diesen Zeiten noch USD-Staatsanleihen ?
Die Schulden der USA steigen unkontrolliert in nicht gekannte Höhen. Gleichzeitig greift der Präsident die historische Unabhängigkeit der FED an, möchte diese selber kontrollieren. Er wünscht sich einen viel niedrigeren Zins, wieder nahe 0%. Nullzinspolitik als letztes Instrument nach Krisen als Normalzustand ? Staatsfinanzierung durch die Notenpresse als Ziel ?
Nach langem Studium seit der Corona-Krise habe ich inzwischen eine klare Hypothese (Meinung) im Sinne des Themas. Die Weltfinanzordnung steht vor grossen Veränderungen. Der US-Dollar hat seine Dominanz langsam aber stetig eingebüsst. Diese Entwicklung wird sich meines Erachtens beschleunigen.


