Reiseerfahrung: Drei Monate Medellín 2024/25 und 2025/26

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gordito54
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Reiseerfahrung: Drei Monate Medellín 2024/25 und 2025/26

Beitrag von gordito54 »

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Herzliche Grüße aus Cartago, danke für diesen interessanten Bericht und schöne Feiertage.

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gabneu
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Reiseerfahrung: Drei Monate Medellín 2024/25 und 2025/26

Beitrag von gabneu »

Danke @Eisbär und @gordito54 für die netten Worte.

Den Winter in warmer Umgebung zu verbringen ist die Erfüllung unseres Rentnertraumes.

Vorsorglich reservierten wir für den 24.12. einen Tisch in einem Restaurant mit französischem Namen. Sie boten 12 Uhr oder 14 Uhr an. Optimal und wir bestellen jeder eine Vor- und eine Hauptspeise. Die Bedienung klärte uns fürsorglich auf, dass es große Portionen seien und wir waren dann auch wirklich pappsatt. In D hätten wir mindestens den doppelten Preis aufwenden müssen und es war richtig lecker. Nur mit dem von mir bestellten Cerveza 3 cordilleras rosada war mein Mann ganz und gar nicht zufrieden, rosafarben und süßlich wie ein Prosecco. Ein absolutes Frauengetränk, er ist auf Club Colombia umgeschwenkt. Im Einkaufspalast und Supermarkt herrscht am frühen Abend noch gemütliches Treiben ohne Hektik. Die Leute schieben Einkauswägen mit vielen Flaschen Whisky vor sich her...
Nach Einbruch der Dunkelheit wird schon ziemlich geböllert und es sind viele fliegende Feuerballons am Himmel zu sehen, obwohl hier sicherlich auch verboten. Bis morgens 4:30 ist extrem laute Musik zu vernehmen. Es wird also gefeiert.
Am 1. Feiertag ist auf den Straßen kaum was los und wir verbringen den Tag oben in der comuna 13. Hoch mit den Rolltreppen, oben was Trinken und die Aussicht genießen. Es gibt noch mehr Aussichtsterrassen und Fotospots als letztes Jahr. Hinunter wollen wir zu Fuß ohne Rolltreppen, sollte ja nicht so schwierig sein. Aber wir verpassen wohl eine Abzweigung und sind plötzlich mittendrin im nicht touristischen Wohngebiet, wo die Bewohner vor ihren Häuschen sitzen, grillen und laute Musik hören. Motorräder und Roller zischen rechts und links an uns vorbei und der Weg geht nicht mehr nur bergab. Da sehen wir einen grünen Metrozubringerbus, halten ihn an und können bis San Javier hinunterfahren um uns so das ganze Gebiet bequem anzuschauen.
Silvester verlief recht unspektakulär, den Tag verbrachten wir in Sabaneta, wo es tatsächlich eine große und bewachte Böllerverbotszone gibt. Klar, der grüne KunststoffRasenteppich ist nicht ungefährlich.

Im Haus ist in einer Wohnung Party, die aber schon kurz nach Mitternacht zu Ende geht. Auch das Feuerwerk hielt sich in Grenzen, interessant, dass aus manchen der Feuerballons sogar Feuerwerkfontänen nach unten sprühten.

Leider fing das Neue Jahr nässer an, als das Alte aufhörte: Ein Wasserrohrbuch in der Wohnung über uns bescherte uns eine tropfende Decke und eimerweise Wasser. Der Hausmeister kam, die Mieter von oben, Handwerker, deren Eigentümerfamilie und noch ein paar andere. Ganz viel Palaver, 1000 Entschuldigungen, aber wegen des Feiertags keine sofortige Reparatur. Man war sich uneins, wo die Leckagen sich befinden. Eingefärbtes Wasser zeigte keinen Erfolg. Nun haben wir ein Planschbecken im Wohnzimmer, um das aus den in die Decke gebohrten Löcher austretende Wasser aufzufangen. Heute soll zumindest ein neues Rohr eingezogen werden. Die Mieter bekommen derweil Unterschlupf bei ihren Vermietern, sie scheinen ein gutes Verhältnis zu haben. Ist schön mitzubekommen, dass es hier friedlich untereinander zugeht.

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