Sterben in Kolumbien

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die den Schritt schon gewagt haben.

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Bogotano
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Sterben in Kolumbien

Beitrag von Bogotano » 7. Nov 2010, 17:31

Hallo
Kein schöner Gedanke und dennoch ein Thema wert. Selbst habe ich mir darum recht wenig Gedanken gemacht und wüsste gerne eure Meinung. Wir leben in Kolumbien habt ihr schon vorgesorgt für den letzten Tag? Würde mich sehr interessieren wie ihr darüber denkt? Habt ihr schon einen Platz auf dem Friedhof gekauft? Geht das über eine Versicherung? Wer macht die Grabpflege wenn keine Nachkommen da sind?


makopp5
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Re: Sterben in Kolumbien

Beitrag von makopp5 » 7. Nov 2010, 17:46

eine kartonkiste und ab mit mir in den Ofen.

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Eisbaer
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Re: Sterben in Kolumbien

Beitrag von Eisbaer » 8. Nov 2010, 00:21

Auch daran sollte man denken. Da ich nicht alleine lebe habe ich schon vor langen eine Ruhestätte auf dem Cementerio Jardines Montesacro gekauft, dazu eine entsprechende Versicherung abgeschlossen. Alles andere zeigt die Zeit ;)
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Wanderer
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Re: Sterben in Kolumbien

Beitrag von Wanderer » 8. Nov 2010, 03:37

Geiles Thema. Meinen Lebensabend werde ich wohl nicht in Kolumbien verbringen. Um den Tod habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. In jedem Fall möchte ich 10 Jahre in einem schönen Sarg ruhen. Was dann passiert ist egal. Versicherung existiert.


Bella-Colombia
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Re: Sterben in Kolumbien

Beitrag von Bella-Colombia » 9. Nov 2010, 16:06

Schlimm wäre es wenn man auf so einer Reise nach Kolumbien sterben würde nicht als Resident. Meine Eltern machen sich diesbezüglich sehr große Gedanken. Was ich alles hören und Versprechen musste bevor ich gereist bin.


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Re: Sterben in Kolumbien

Beitrag von kreppi » 9. Nov 2010, 22:43

- darueber mache ich mir auch keine platte, ich will verbrannt werden und irgendwo hin gestreut werden, fluss oder meer.
- damit sich hinterher keiner mehr um irgendwas kuemmern muss und abfahrt.
gruss kreppi
Vive tu sueño,no el sueño de tu vida!


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Re: Sterben in Kolumbien

Beitrag von Cordilero » 28. Apr 2011, 15:09

Im endefekt kannst das nicht gross beeinflussen. Das machen die Verwandten und eigentlich ist das auch gut so. Hier in Kolubien gibt es die Feuerbestattung, dann das einmauern in diese "Totenappartamentos" und dann auch ganz normal in ein Grab in die Erde.Wenn man eine Finca hat kann man sich auch dort bestatten lassen, habe ich gehoert, genaues weiss ich nicht dazu. Is natuerlich doof wenn die Finca verkauft wird, da kannst dann nur noch etwas rumspucken vor Frust, weil keiner mehr kommt um Dich zu besuchen.
In diesen "Appartamentos" werden die toten nach 10 Jahren wieder rausgeholt und der Rest kommt dann in eine kleinere Kiste und dann in kleineres "Appartamento" weiss net ob das so toll ist, wenn ich mir vorstelle, irgend so ein Totengraeber sortiert dann meine Knochen neu und vermurkst da was :roll:

Kommt also normales Grab oder Urne in die naehere Auswahl. Urne kannst ueberall aufbewahren, sollte nur nicht runtergeschmissen werden. Wenn ein Staubsauger fehlt ........ ?

Normales Grab, na ja ist ebenso ein unschoener Gedanke wie in Deutschland selber. Wenn keiner kommt und das Grab pflegt, kann man sich schaemmen; geht das dann auch noch? Ich bezahle hier eine Versicherung fuer mich, meine Frau und meine Schwiegereltern. Die idee dazu hatte meine Frau, kostet im Jahr 180.000 Pesos, ist aber nur die Bestattung versichert, Grab muss man selber kaufen, logisch.

Man denkt immer, ach das hat noch Zeit und niemand oder die wenigsten denken ernsthaft darueber nach!
Zuletzt geändert von Cordilero am 28. Apr 2011, 15:36, insgesamt 1-mal geändert.


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Re: Sterben in Kolumbien

Beitrag von Bergfan » 28. Apr 2011, 15:33

Bei der Überschrift dachte ich ja eher an die Strassen :lol: Davor hab ich aber ehrlich Angst. :oops: Keine Ahnung warum sich so viele Sorgen um Guerrilla und Gewalt machen, der Strassenverkehr ist das was das Leben in Kolumbien risikoreich macht.

Ansonsten: ich hab Kinder, sollen sich die mal drum kümmern. Ich hab die Begräbnisse meiner Grosseltern organisiert, so schwer ist es ja dann auch wieder nicht.


Ramiro / Hermannus
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Re: Sterben in Kolumbien

Beitrag von Ramiro / Hermannus » 28. Apr 2011, 17:21

Ja das ist ja ein Thema das mich auch interesiert, wie makopp schrieb, hinein in die Kiste, verbrennen und danach wäre ein Seebegräbnis oder ein ausstreuen der Asche auf einen Berg mein Wunsch.
Auf jeden Fall sollte das Sterben schnell gehen und auf keinen Fall ein trauriger Gedanke dabei aufkommen, viele viele male hatte ich mir schon Gedanken darüber gemacht.

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Riza
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Re: Sterben in Kolumbien

Beitrag von Riza » 28. Apr 2011, 19:26

Ich mag das Thema "Sterben" nicht allzu gerne, denn ich lebe wirklich gerne :?
Und ohne einen gewissen Glauben wäre der Gedanke an den Tod sogar unerträglich.

Deshalb wäre mir auch das Allerwichtigste, beim Sterben und der Bestattung möglichst nah an Gott zu sein.
Und weil ich Gott mit Liebe und Glücklichsein verbinde, wollte ich, wenn es mal soweit ist, wieder in Kolumbien sein.

Nicht, dass mir die Familie meines Mannes näher stünde als meine eigene. Die Liebe ist für beide gleich groß.
Doch dieses selbstverständliche Gefühl des Vertrauens "Alles wird gut", habe ich vor allem dort kennen gelernt.
Egal wie dicht du bist, Goethe war Dichter.


Leonor
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Sterben in Kolumbien

Beitrag von Leonor » 27. Sep 2016, 19:13

Das liest sich so, als ob nach dem Tod alles von der Familie, falls vorhanden erledigt wird. Kann ich keine Verfügung eventuell bei einem Notar hinterlegen indem mein Wunsch zur Bestattung enthalten ist? Wenn ich nicht in Kolumbien beigesetzt werden will, kann ich dann nach Deutschland in ein Familiengrab überführt werden?

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Ernesto
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Sterben in Kolumbien

Beitrag von Ernesto » 16. Nov 2016, 15:26

@Leonor
Wenn du jemand in Deutschland hast, der nach deinem Ableben eine Überführung veranlasst, dann ist dies möglich. Wenn du in Kolumbien stirbst und dort beigesetzt werden möchtest, dann regelt du am besten alles im voraus. Ein Bestattungsunternehmen in der Stadt, in der du lebst wird dir bestimmt beratend zur Seite stehen. Dort kann man auch Versicherungen für den Todesfall abschließen. Sehe dir den Friedhof deiner Wahl an und kaufe dort eventuell eine Grabstätte.

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Sterben in Kolumbien

Beitrag von Compadre » 28. Feb 2018, 15:42

Meine Gattin und ich haben die Entscheidung getroffen in Bogotá, der Stadt in der wir leben eine Grabstädte zu kaufen.
Wir sind uns einig, dass es besser ist, es zu Lebzeiten gemeinsam zu entscheiden und zu regeln.


axko
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Sterben in Kolumbien

Beitrag von axko » 28. Feb 2018, 18:19

Hallo Conpadre, interesante Sache die Du da anspricht. Wie funktioniert denn das? Muss man die Ruhestätte bei der Kirche erwerben oder bei der Gemeindeverwaltung ? Ist die Grabstätte dann für immer oder wird die auch nach 25 Jahren wieder geräumt? Wo kann man denn die Kosten sehen für eine Grabstätte? Sorry für meine vielen Fragen.


tico
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Sterben in Kolumbien

Beitrag von tico » 28. Feb 2018, 22:25

Matthaeus 8:22
Aber Jesus sprach zu ihm: Laß die Toten ihre Toten begraben;

Mal ehrlich und frei gesagt: Ich habe drei Herzinfarkte ueberlebt. Beim letzten mal hat mein Herz nicht mehr geschlagen und ich wurde "wieder belebt" wie es so nett heisst. Ich habe da, was Leben udn Tod betrifft, einige Erfahrung gesammelt.
Und ich sage euch allen, die ihr euch Gruebelnd ueber die Zeit danach graemt:

Es ist so egal.
Es ist absolut egal.


Entweder du glaubst an gar nichts oder nur Biologie, dann ist es eh nur Materie ohne Sinn und Ziel.
Oder du glaubst an Gott, dann ist die Form der Beerdigung voellig egal.

Was hat der Betroffene schon von einer "Grabpflege", ebensogut kann man einen Kartoffelacker pflegen. Das einzige was wichtig ist, ist, dass du lebst und lebendig bist.
Die Grabpflege ist nur fuer die Jetztzeit wichtig, fuer den Lebenden, der aus Eitelkeit will, dass er mal ein schoenes Grab hat.
Und wichtig fuer die Ueberlebenden, die einen Ort der Trauer und des Gedenkens haben.
Fuer den Betroffenen aber ist es voellig unwichtig.

Mir haben die Aerzte mit Gottes Hilfe noch eine ganze Menge an Jahren gelassen. Darum, wenn ich sterbe steht mein Koerper der Universitaet zur Verfuegung, damit die angehenden Aerzte an mir ueben, wie sie dir heute noch jungem Menschen mal das Leben retten koennen.
So sei es.