Noch eine(r) hat in Kolumbien geheiratet | Weitere Fragen stehen an

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KinniCrimson
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Noch eine(r) hat in Kolumbien geheiratet | Weitere Fragen stehen an

Beitrag von KinniCrimson »

Liebe Mitmenschen:),

mein Partner und ich möchten die lästigen Bestimmungen zum Visa und die Thematik mit der Fernbeziehung nicht länger tragen und ganz romantisch hinter uns lassen.
Selbst wenn er remote in Deutschland arbeitet, so tut er dies zu "seinen Zeiten", so dass auch in unser Alltag in Deutschland etwas zerrissen ist.

Da ist die Ehe eine perfekte Lösung. Sicherlich gibt es hier schon mehrere Beiträge dazu.
Aber vielleicht könnt ihr mir ja helfen und ich berichte gerne aus meinen Learnings und hoffe, dass diese nicht allzu schmerzhaft ausfallen..

Soweit ich das verstanden habe braucht es (wobei es auch von der jeweiligen Notaria abhängt):
Die erweiterte Meldebescheinigung mit Apostille
Die Geburtsurkunde mit Apostille
(Übersetzt wird in Bogotá)
Da er sich um einen Termin im Vorfeld meiner Anreise kümmern möchte, brauche ich auch eine spanischsprachige Bevollmächtigung. Diese wohl notariell beglaubigt, um die Echtheit der Urkunde zu gewährleisten und Kopie meines Reisepasses.

Braucht es mehr? Dies erst einmal zum Einstieg, ich habe noch so viel mehr Fragen, möchte aber meinen Beitrag zum Einstieg nicht überfrachten und denke, dass ich euch ohnehin noch mit viel mehr News überhäufen werde...

Vorab schon mal besten Dank!
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Eisbaer
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Notarielle Hochzeit in Bogotá - Wer weiss da was?

Beitrag von Eisbaer »

@KinniCrimson: Des Spanischen bist Du mächtig? Bei einem Notar in Bogotá heißt es zum Antrag der Eheschließung:
  • Solicitud de matrimonio civil debidamente diligenciada, autenticada, presentada por los interesados o por apoderado de una de las parejas.
Nachzulesen unter folgendem Link: https://www.notaria69.com.co/matrimonio-civil-bogota.aspx

Am besten fragt Dein Freund beim Notar des Vertrauens, was genau an Unterlagen benötigt wird. Er kann sich auch bei verschiedenen Notaren erkundigen, denn es ist bekannt, dass es Unterschiede von Notar zu Notar geben kann.
Du bist zufrieden mit unserer Hilfe! Dann helfe bitte mit einer kleinen » Spende « Danke und Vergelt´s Gott!

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KinniCrimson
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Krankenversicherung zur Vorlage in der Botschaft / Ehegattennachzug

Beitrag von KinniCrimson »

Danke für die Rückmeldung.

Tatsächlich haben wir nun (scheinbar) alle Papiere zusammen.

Uns lag gerade daran, dass wir zum Anreisezeitpunkt die Sicherheit haben, dass es einen notariellen Termin geben wird und wir auch wirklich dann heiraten können. Dafür braucht mein Partner aber eine Vollmacht von mir.

Hilfreich war hier der Hinweis des Notars, dass ich eine Vollmacht für die Terminfindung auch über das Konsulat bestätigen lassen kann. Im Konsulat im Berlin gab es dann tatsächlich noch in der gleichen Woche einen Termin. Das spart Zeit und Geld. Denn ansonsten hätte ich mit der Vollmacht hier eine notarielle Beglaubigung gebraucht und dann nochmal für die Apostille in das zuständige Gericht rennen müssen (ca 2 Wochen Bearbeitungszeit) Der Prozess im Konsulat dauert keine zehn Minuten, kostet nicht mal 18 Euro und ist für den Notar in Bogotá dann digital abrufbar innerhalb der nächsten Stunden.

Nun sind wir weiter dran und schauen, was wir noch vorbereiten müssen für den Termin in der Botschaft in Bogotá (Ehegattennachzug) usw.

Während mein Partner noch die Vorbereitungen und Übersetzungen organisiert für die Hochzeit (in Bogotá), bin ich gedanklich bereits bei den Dokumenten, die wir in der Botschaft für den Ehegattennachzug nach Deutschland vorhalten müssen. Unter anderem wird hier auch die Krankenversicherung des nachziehenden Ehegatten gefordert. Da es perspektivisch Sinn macht ihn gesetzlich freiwillig zu versichern (ich bin privat versichert und kann ihn leider nicht einfach aufnehmen) würden mir hier Erfahrungsberichte oder konkrete Tips zu einer Krankenversicherung, die auch die Botschaft überzeugt, die aber gerne übergangsweise sein darf (sofern zulässig), sehr helfen :)

Ich halte auf dem Laufenden ;)
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bastians
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Krankenversicherung zur Vorlage in der Botschaft / Ehegattennachzug

Beitrag von bastians »

Bzgl. privat-Versichert war ich in der gleichen Situation, vor allerdings ~10 Jahren.
Eine gesetzliche wird deinen Partner nicht aufnehmen, wenn du privat Versichert bist (so die Auskunft der TK damals). Via Pflichtversicherung (z.B. bei Arbeitsaufnahme) und dann drin bleiben geht aber.
Falls er freiwillig in die gesetzliche kommt, aber kein Einkommen hat, wir die Hälfte von deinem als Bemessungsgrundlage genommen.
Falls Du abhängig beschäftigt bist, müsste dein Arbeitgeber auch für die Hälte der Beiträge deines Partners aufkommen, aber nur bis zur Hälfte des Höchtbeitrages der gesetzlichen für euch beide zusammen und nur wenn er privat, NICHT gesetzlich, versichert ist.
Bei meiner Versicherung (DeBeKa) gab es einen Anspruch auf Aufnahme des Partners, wenn der Antrag spätesten 6 Wochen nach Einreise gemacht wurde (oder so ähnlich).

Für die Einreise-/Übergangszeit müsste eine normale Incomingversicherung reichen. Aber: Sie muss den Leistungen der deutschen gesetzliche KV entsprechen, sonst droht rückwirkend ein Nachzahlungsanspruch der neuen KK, wegen Verletzung der Versicherungspflicht. Ich habe mich recht lange mit der DeBeKa gestritten, weil sie die Bestehende Einreise-KV der HanseMerkur nicht als ausreichend ansah. Am Ende haben sie aber aufgegeben, auch dank Hilfe der HanseMerkur.

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Noch einer will in Kolumbien heiraten

Beitrag von KinniCrimson »

Vielen Dank für deine gute und hilfreiche Antwort!! Ich habe nun die AOK hier kontaktiert und erwarte deren Antwort.

Mal sehen, aber im Zweifel wird sich nicht viel verändert haben im Vergleich zu von vor zehn Jahren..

Jetzt vergleiche ich aktuell die Incoming-Versicherungen und prüfe, welche hier die Leistungen der gesetzlichen am ehesten abdeckt.

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KinniCrimson
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Noch eine(r) hat in Kolumbien geheiratet | Weitere Fragen stehen an

Beitrag von KinniCrimson »

Aktualisierung:

Es hat alles funktioniert mit der Ehe zumindest auf kolumbianischen Boden - nun wird der deutsche Behördenwahnsinn abgerannt. Weiter geht es:)

Liebe Community,

aufgrund der Vielzahl der Hochzeitsbeiträge gehe ich davon aus, dass ich auch in dieser Situation nicht alleine bin.

Nach unserer Eheschließung in Bogotá Ende September beginnt nun die Reise durch den bürokratischen Urwald.

Das ist unvermeidbar aber eben Teil der Reise. Ich wusste ja, was mich erwartet. Er wird dann hoffentlich Anfang nächstes Jahres nach Deutschland kommen können. Aktuell macht er den obligatorischen Sprachkurs.

In der Zwischenzeit versuche ich vorzubereiten, was möglich ist, dabei bin ich auch darauf gestoßen, dass für Ehepartner jenseits der EU/EWR die Vorzüge der Zusammenveranlagung nicht greifen.

Die kreative Idee Flugkosten als außergewöhnliche Belastungen geltend zu machen ist mir jedoch auch im Halse stecken geblieben, da es sich hierbei nicht um etwas "Unvermeidbares" handelt.

Hat hier jemand noch andere Ideen, wie sich die Ehe vor dem Zusammenleben noch vor dem Finanzamt rentieren kann?
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bastians
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Beitrag von bastians »

Wenn möglich sollte er bis zum 31.12 in D gemeldet sein, da dann für das ganze Jahr 2023 noch Zusammenveranlagung möglich ist. Unterhaltszahlungen an den in Kolumbien lebenden Ehegatten sind aber prinzipiel auch von der Steuer absetzbar.

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Beitrag von KinniCrimson »

Danke Bastians für die schnelle Rückmeldung :)!

Das mir den Unterhaltszahlungen habe ich auch gelesen; hierfür bedarf es meiner Meinung nach jedoch sicherlich einer rechtlichen Verpflichtung. Also möglicherweise einen juristisch vollstreckbaren Titel. Diesbezüglich werde ich aber selbst noch einmal lesen. Aufgrund seines aktuell laufenden Deutschkurses (und das noch fehlende Zertifikat A1) wird dies mit dem Zusammenzug vor dem 31.12 leider nichts. Damit hatten wir natürlich auch schon geliebäugelt. Aber die Botschaft wird sicherlich nicht innerhalb von Tagen den Antrag bearbeitet haben... Bis zum Ende des Jahres bin ich folglich mit Sicherheit noch Strohwitwe.

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