Ein Erfahrungsbericht: Leistenbruch‑Operation über die EPS ohne Zusatzversicherung

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Don Maximo
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Ein Erfahrungsbericht: Leistenbruch‑Operation über die EPS ohne Zusatzversicherung

Beitrag von Don Maximo »

⇒ Letzter Beitrag der vorhergehenden Seite:

@Eisbaer, danke für deinen Bericht, nein, deine kritische Reaktion ist mehr als gerechtfertigt!
Im Gespräch zwischen Chirurg und Patient sollten sich beide ausschließlich auf Fragen konzentrieren, die den Eingriff betreffen.
Aber auch während der Operation besteht das Problem, dass Chirurgen nicht selten routinemäßig operieren und sich mit Assistenzärzten oder OP-Schwestern über verschiedene Themen unterhalten, die nichts mit ihrer Tätigkeit zu tun haben.
Im besten Fall handelt es sich um berufliche Angelegenheiten, ansonsten um private Themen. Wie ausgiebige Berichte über die Tauchferien, dass der Sohn mit dem neuen Porsche der Frau einen saftigen Strafzettel wegen Geschwindigkeitsüberschreitung bekommen hat, Kommentare zur ausserehelichen Affäre des Kollegen un noch vieles mehr habe ich selbst in der Schweiz erlebt. Doch von anderer Seite auch höchst professionelle Abläufe.

Meine beiden weiter oben erwähnten Leistenbruch OPs habe ich z. B. in Bezug auf die medizinische Betreuung als diametral entgegengesetzt erlebt. Die erste, die von einem Privatarzt in einer Klinik in Zürich durchgeführt wurde, war eine wenig erfreuliche Erfahrung. Er war mit seinen Gedanken (und Augen) ganz woanders und ich erlitt vermeidbare Komplikationen. Im Gegensatz dazu erlebte ich bei der zweiten Operation in einem kleinen Regionalkrankenhaus einen Ablauf von der Voruntersuchung bis zur Nachuntersuchung, den ich in Bezug auf Aufmerksamkeit und Professionalität als unübertrefflich bezeichnen würde.

So „einfach” und routinemäßig eine Leistenbruchoperation auch sein mag, sollten die Risiken bzw. die möglichen Folgen einer unsachgemäßen Durchführung nicht unterschätzt werden. In der Nähe des Inzisionsbereichs (offene Operation) verlaufen mehrere Nerven, deren Durchtrennung oder auch nur Verletzung vorübergehende, aber auch bleibende Störungen nach sich bringen können, wie z. B. Miktions- oder Ejakulationsstörungen.

Dies nicht, um dich zu beunruhigen, sondern um deine mehr als berechtigte Erwartung an einen Chirurgen zu stützen, dir die Aufmerksamkeit und Konzentration zu widmen, die er dir aufgrund seiner Sorgfaltspflicht und Berufsethik schuldet.
Auf jeden Fall wünsche ich dir alles Gute für die OP.
Virtus Junxit Mors Non Separabit
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Eisbaer
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Ein Erfahrungsbericht: Leistenbruch‑Operation über die EPS ohne Zusatzversicherung

Beitrag von Eisbaer »

@Don Maximo, vielen Dank für deine ausführliche und sehr persönliche Antwort. Deine Stimme ist für mich eine der wichtigsten hier im Forum, weil du echtes Interesse zeigst und deine Erfahrungen offen teilst.

Ich teile deine Einschätzung zur Bedeutung von Aufmerksamkeit und Professionalität während einer Operation – gerade bei einem Eingriff, der oft als „Routine“ gilt, aber doch erhebliche Risiken birgt.

In meinem Fall kommt hinzu, dass ich bereits 2004 operiert wurde, die alte Malla entfernt werden muss und zusätzlich eine zweite Hernie besteht. Deshalb hoffe ich weiterhin, dass die minimal-invasive Methode ernsthaft geprüft wird, auch wenn die EPS bislang nur die offene Variante vorsieht.
Deine Worte bestärken mich darin, meine Erwartungen klar zu formulieren und gleichzeitig die Entscheidung respektvoll dem Chirurgen und der EPS zu überlassen. Nochmals danke für deine Unterstützung – sie hilft mir sehr, die Situation nüchtern zu betrachten.
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coentros
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Beitrag von coentros »

Ich hüte mich davor die jeweils hochspezalisierten medizinischen Disziplinen und Sachverhalte als Laie zu beurteilen. Um eine allgemeine Orientierung zu finden suche und lese ich die sog. Leitlinien die in Europa in jedem medizinischen Fach als länderübergreifender Referenzrahmen dienen.

Bzgl. der Hernien-Leitlinien wird dort, wie so oft anderswo auch herausgestellt, dass es nicht die eine oder andere OP-Methode gibt die pauschal besser ist. Es kommt auf den inviduellen Einzelfall an. Daran hätte ich persönlich erstmal keinen Zweifel.

An der zweiten Empfehlung hätte ich auch keinen Zweifel: Technik UND Erfahrung gemeinsam entscheiden was weniger Risiken in sich birgt. Sprich, ein sehr erfahrener Operateur mit der offenen Methode ist besser als ein wenig erfahrener mit der minimal-invasiven Laparoskopie.

Als dritte Empfehlung versuche ich zu der schwierigen, persönlichen Einschätzung zu kommen: Vertraue ich einem Arzt oder nicht ? Wie gesagt, schwierig. Aber wenn Zweifel bestehen und die Möglichkeit den Arzt zu wechseln, dann sollte man es tun. Ansonsten gilt: Patient UND Arzt bilden ein Team das zusammenarbeiten sollte und muss um gemeinsam den Erfolg zu erzielen. Ärzte anerkennen stillschweigend die Kooperationsbereitschaft des Patienten und freuen sich darüber ! und umgekehrt. Von den wenigen ganz schwarzen Schafen abgesehen.

An dem oben bereits gesagten besteht leider kein Zweifel. Patienten wären schockiert wenn sie wüssten was in Vollnarkose zwischen den Behandlern so alles diskutiert wird.

Freue mich weiterhin über Deine Erfahrungen zu lesen und drücke Dir die Daumen !

Ergänzung: Habe einen link vergessen: https://europeanherniasociety.eu/wp-con ... 0_lr_0.pdf
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Beitrag von Eisbaer »

Nachtrag

@coentros, vielen Dank für deine Worte und den Hinweis auf die Leitlinien – das ist eine wertvolle Ergänzung.

Heute hatte ich meinen Termin beim Chirurgen, der gestern wegen Systemausfall nicht stattfinden konnte. Im Gegensatz zu gestern war er gut gelaunt und hat mich sehr freundlich behandelt, fast wie ein Chefarzt. Wichtig für mich: Er hat klar festgehalten, dass ich von einer laparoskopischen Hernioplastik profitieren würde, und mich deshalb an einen Spezialisten für laparoskopische Chirurgie überwiesen.

Als nächster Schritt stehen nach Weihnachten die angeordneten Laboruntersuchungen an, und ich muss mich um den neuen Termin für die präoperative Bewertung kümmern.

Nachtrag 24.12.2025:
Ich war heute sehr früh beim Labor der EPS und habe den Termin für die ausstehenden Untersuchungen für den 08.01.2026 bekommen.
Am Freitag gehe ich zu den Kliniken, die für das Erstgespräch zur laparoskopische Chirurgie vorgesehen sind, mir stehen zwei zur Auswahl. Dort will ich mir einen persönlichen Eindruck verschaffen und mich erkundigen, wie dort die Terminvergabe funktioniert. Ich werde weiter berichten.
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Holger78
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Beitrag von Holger78 »

Auch von mir ein herzliches Dankeschön an dich @Eisbaer für deine offenen und ehrlichen Eindrücke.
Ich bin ebenfalls der Meinung das du hier nicht über reagierst oder zu kritisch bist. Im Gegenteil.
Der Patient und der zu behandelnde Arzt sollten sich aus meiner Sicht eine Art gegenseitiges Vertrauen und Verständnis aufbauen.
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Beitrag von Eisbaer »

@Holger78, vielen Dank auch für deine Worte zum gegenseitigen Vertrauen zwischen Arzt und Patient – das ist ein wichtiger Punkt.

Nachdem der Termin für die neuen Laboruntersuchungen bereits am 24.12. bestätigt wurde, war ich heute mit meiner Überweisung der EPS in einer modernen, kleinen Fachklinik. Dort wurde zu meinem Erstaunen sofort der Termin mit dem neuen cirujano laparoscopista vereinbart, dessen Namen ich zuvor schon beim Studium von Doctoralia gesehen hatte. Interessant ist dabei, dass Doctoralia ihn offiziell nur als Privat-Arzt listet, die Klinik jedoch meine EPS akzeptiert und den Termin direkt bestätigt hat.

Der Termin ist nun für Mitte Januar 2026 fest vereinbart. Ich werde weiter berichten.
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Beitrag von Eisbaer »

Nun fahre ich mit meiner Dokumentation fort.
Am 08.01. war ich wieder im Labor der EPS für die weiteren Blutuntersuchungen.
Heute am Dienstag, da gestern Feiertag war, lagen die Ergebnisse vor.

Für Freitag ist nun der wohl wichtigste Termin beim cirujano laparoscopista angesetzt.
Gern berichte ich weiter.

Chronologie der bisherigen Schritte:

• 29.11.2025 – erster Termin beim Allgemeinmediziner
• 24.12.2025 – Bestätigung der neuen Laboruntersuchungen
• 26.12.2025 – Überweisung zur Fachklinik und sofortige Terminvergabe beim cirujano laparoscopista
• 08.01.2026 – weitere Blutuntersuchungen im Labor der EPS
• 12.01.2026 – Ergebnisse verfügbar (wegen Feiertag am 11.01. erst am Dienstag)
• 16.01.2026 – Termin beim Spezialisten
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Eisbaer
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Beitrag von Eisbaer »

Fortsetzung meiner Dokumentation:

Heute, am 16.01., war ich beim cirujano laparoscopista. Er nahm sich viel Zeit, sah alle Unterlagen durch und führte ein informatives Gespräch mit mir. In diesem Gespräch erwähnte er eine mögliche "microchirurgie", könne sich dazu aber erst nach weiteren Untersuchungen äußern. Er war sehr gewissenhaft und hinterließ bei mir einen vertrauenerweckenden Eindruck.

Bei der Untersuchung tastete er die Brüche mit Geduld ab. Er erklärte, dass die alte Narbe wohl einem posterioren Zugang (Stoppa-Herniorrhaphie) entspricht. Seine Diagnose: Nabelbruch, Leistenbruch rechts und Bauchwandbruch – alle mit Obstruktion, aber ohne Gangrena.

Angefordert wurden:
• Computertomografie (CT) von Bauch und Becken, einfach und mit Kontrastmittel
• Elektrokardiogramm (EKG)
• Kreatinin im Blut
• Weitere Laboruntersuchungen zur OP-Vorbereitung

Mit diesen Ergebnissen soll dann die Entscheidung über das Vorgehen fallen. Ich berichte weiter.
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Beitrag von Eisbaer »

Fortsetzung meiner Dokumentation:

Nach der Fiesta hier vor Ort konnte ich erst heute zur EPS gehen. Dort wurde alles sehr schnell und unproblematisch erledigt. Ich erhielt sofort einen Termin für ein EKG für morgen sowie die Genehmigung für eine Blutuntersuchung. Beim CT gab es zunächst Unsicherheit, doch nach etwas Wartezeit und Nachhaken wurde der Termin schließlich für übermorgen bestätigt. Nach der Genehmigung durch die EPS hatte ich beim CT eine Auswahlmöglichkeit zwischen sechs verschiedenen Kliniken, in denen die nötige Technik zur Verfügung steht. Ich habe mich für die Klinik entschieden, in der voraussichtlich die OP durchgeführt wird und da ging es zum Glück sehr schnell.

Damit wird es jetzt spannend: Morgen steht das EKG an, übermorgen die Blutabnahme und die Computertomografie. Alles geht auf einmal sehr schnell voran.

Nachtrag 21.01.2026: Das EKG, die Blutuntersuchung sowie das CT wurden durchgeführt. Zum Einsatz kam ein moderner Canon-Scanner. Ein neuer Termin für den Chirurgen ist für die zweite Februarwoche bestätigt. Auch wenn der nächste Arzttermin erst in drei Wochen liegt, zeigt das nur, wie gefragt und anerkannt der Chirurg ist. Die Abläufe bei meiner EPS empfinde ich bisher als professionell und zuverlässig – ich sehe den Prozess sehr positiv und bin dankbar, dass sich alles Schritt für Schritt fügt.

Nachtrag 13.02.2026: Heute fand der Termin beim Chirurgen statt. Der CT-Befund bestätigte die bekannten Hernien und zeigte zusätzlich eine weitere kleine Hernie. Um mich zu schonen, will er diese nicht entfernen, denn durch das Entfernen des alten Netzes und weitere notwendige Eingriffe wird jetzt schon aus der „kleinen Reparatur“ eine „radikale Sanierung“. Der Termin beim Narkosearzt ist für die letzte Februarwoche bestätigt.

Ich werde weiter berichten.
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Max
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Beitrag von Max »

Hört sich doch guat an.
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Eisbaer
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Beitrag von Eisbaer »

Ich möchte euch die aktuellen Ereignisse nicht vorenthalten, da ich den Verlauf meiner OP-Vorbereitungen dokumentiere.
@Max meinte zuletzt „Hört sich doch guat an.“ – danke für den Kommentar, ich nehme das gerne auf.

Der Chirurg sprach von der Entfernung der beiden Leistenbrüche sowie des alten Netzes aus dem Jahr 2004.
Den neu entdeckten, noch kleinen Bruch will er allerdings nicht entfernen, um meine Gesundheit zu schonen.
Soweit, so gut. Er stützt alle seine Entscheidungen auf das von ihm angeordnete CT.
Als er sich das CT am Freitag erstmals ansah, kam er nach kurzer Zeit zu dem Schluss, dass ein Organ entfernt werden müsse.

Das hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Ich habe mich deshalb kurzfristig entschlossen, bei einem deutschen Teleradiologie-Unternehmen gegen Bezahlung eine kompetente Zweitmeinung einzuholen, um die schnell getroffene Entscheidung des Chirurgen überprüfen zu lassen.
Ich war angenehm überrascht, wie interessiert man dort an meinem Fall war – ich merkte sofort, dass ich dort nicht nur eine „Nummer“ bin.
Bereits heute erhielt ich eine vollständige Zweitmeinung, die das Vorgehen des kolumbianischen Chirurgen infrage stellt.

Jetzt stehe ich vor der Entscheidung, ob ich den Chirurgen mit der deutschen Zweitmeinung konfrontieren oder gleich einen Arztwechsel bei der Krankenkasse beantragen soll.
Vielleicht war jemand von euch schon einmal in einer ähnlichen Situation – eure Erfahrungen würden mir sehr helfen.
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coentros
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Ein Erfahrungsbericht: Leistenbruch‑Operation über die EPS ohne Zusatzversicherung

Beitrag von coentros »

Da bin ich aussen vor, sprich eine solche Situation hatte ich noch nicht.

Abhängig von der weiteren Erklärung des Arztes um welches Organ es sich handelt und warum das allgemein wohl eher ungewöhnliche Vorgehen einer Entfernung, würde ich weiter entscheiden. Es gibt Organe deren Entfernung grundsätzlich wohl problemlos ist und ohne die man dennoch gut weiterleben kann. Ein guter Arzt müsste Verständnis für seinen Patienten haben wenn er bei einem von der Norm abweichenden Therapieplan bzw ohne schlüssige Erklärung eine Zweitmeinung einholt. Entsprechend würde ich die Zweitmeinung mit dem Operateur teilen, ganz offen, einfach unter dem Hinweis der eigenen Verunsicherung. Gute Ärzte wissen das Patienten Sorgen und Ängste haben. Einen echten Profi dürfte das weder aus dem Konzept bringen, noch überraschen und schon gar nicht empören. Wäre letzteres wider Erwarten doch der Fall würde ich darin einen Hinweis sehen tatsächlich ernsthaft über einen Arztwechsel nachzudenken. Ich gehe aber davon aus, dass er eine plausible Erklärung hat welche die Zweitmeinung (Teleradiologie) relativiert oder in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Ich drücke weiterhin die Daumen dass alles gut ausgeht.
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Holger78
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Beitrag von Holger78 »

Ich sehe es wie coentros, erkläre dem Arzt dass du dir eine zweit Meinung eingeholt hast und diese zu einem anderen Ergebnis kommen als er. Je nach seiner Reaktion kannst du dich dann immer noch entscheiden den Arzt zu wechseln.
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Don Maximo
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Beitrag von Don Maximo »

@Eisbär, danke, dass du uns auf dem Laufenden hältst.
Zuerst mal geht's hier um eine zweite Meinung, und Meinungen sind immer subjektiv.

Meine Frau sagt immer, wenn man zusätzliche Meinungen einholt, dann macht es Sinn, zwei weitere einzuholen. Gerade um nicht mit zwei widersprüchlichen Meinungen konfrontiert zu sein, die noch mehr Unsicherheit schaffen können. Eine Drittmeinung ist insbesondere sinnvoll, wenn die erste und zweite Meinung sich widersprechen.

Sowohl ich als Patient als auch meine Frau haben Erfahrungen in dieser Hinsicht. Sie als Patientin, aber vor allem auf beruflicher Ebene.
Um welches Organ geht es bei der möglichen Entfernung, und wie lauten die jeweiligen Argumente für und gegen die Entfernung im Detail? Was sind die Vorteile und Kontraindikationen einer Entfernung bzw. einer Nichtentfernung?
Wenn du dir unsicher bist, würde ich eine dritte Meinung einholen (in Kolumbien). Das könnte die Argumente der beiden anderen auf überzeugende und plausible Weise untermauern oder entkräften.
Dann könntest du entscheiden, wie du weiter vorgehen möchtest. Ich finde es wichtig, offen mit dem Chirurgen zu reden und ihm deine Zweifel oder Ängste mitzuteilen.
Meine Frau sagt, dass Organe in der Regel nur entfernt werden, wenn sie stark eingeklemmt sind und irreversible Schäden oder Nekrosen erlitten haben und zu ernsthaften Komplikationen führen könnten.

Ich bin in einer ähnlichen Situation der Unsicherheit, allerdings beim Zahnarzt, der mir einen ziemlich umfangreichen Eingriff empfohlen hat (Ersatz von 4 noch stabilen Zähnen durch Implantate und eine aufwendige regenerative Knochen- und Zahnfleischbehandlung). Ich bin davon überhaupt nicht begeistert, aber seine (weitblickende) Argumentation ist plausibel.

Wenn es dir hilft, kannst du mir ein paar Details schicken, und ich kann meine Frau fragen, was sie von der Argumentation zur Entfernung des betreffenden Organs hält. Du hast ja meine E-Mail-Adresse.

Auf jeden Fall drücke ich dir die Daumen.
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Beitrag von Eisbaer »

Vielen Dank für eure Kommentare und die Gedanken, die ihr eingebracht habt – das hilft mir sehr, die Situation aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

@Don Maximo: In meinem Fall liegt der Widerspruch darin, dass der behandelnde Arzt seine Entscheidung ausschließlich auf das CT stützt und die Entfernung eines Organs als unumgänglich ansieht.

Die Zweitmeinung, die sich auf genau denselben CT-Bildern stützt wie der behandelnde Arzt, stellt jedoch klar, dass das Organ dort überhaupt nicht sichtbar ist. Auch im schriftlichen Befund des CTs sowie in einem früheren Ultraschall wird es nicht erwähnt. Hinzu kommt, dass ich dort nie Schmerzen hatte.

Das hat mich sehr nachdenklich gemacht und ich versuche nun, den weiteren Weg mit der Krankenkasse zu klären.
Eure Einschätzungen helfen mir dabei, die Situation besser einzuordnen.
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coentros
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@Don Maximo: Was bedeutet denn vier "stabile" Zähne ? Sind die Zähne noch vital ? Grad der Lockerung ? Taschentiefe ? Die Prognose ob die Zähne langfristig noch stabilisierbar sind oftmals nicht schwarz oder weiss. Grundsätzlich gilt natürlich: Zahnerhaltung hat Vorrang vor Implantation. Wenn im Kiefer ausser diesen vier Zähnen nicht mehr sehr viel weitere natürliche Zahnhartsubstanz vorhanden ist, entweder Nachbarzähne im Lauf der Jahre verloren gingen, oder nur noch Stümpfe vorhanden sind oder Zähne devital wurden (tiefe Karies, Frakturen, gescheiterte Endo-Behandlungen, etc) und in Folge ein entsprechender Knochenabbau stattgefunden hat, dann werden solche Zähne "aufgegeben" mit einem umfangreichen Therapieplan und dem Ziel neuerlich einen permanenten, aber künstlichen Zahnersatz zu realisieren. Falls es nicht ein sehr eindeutiger Fall ist wäre auch hier die Zweitmeinung bei einem erfahrenen Prothetiker anzuraten.

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