Link zur DOKU | Kinder als Auftragsmörder ⇨
Am 7. Juni 2025 streift kurz vor 16 Uhr ein schmächtiger Junge durch die Menschenmenge vor Miguel Uribe Turbay, einem kolumbianischen Senator und Präsidentschaftskandidaten, auf einem Platz in Bogotá. Er drängelt sich bis nahe an den Redner heran, zieht eine Waffe und feuert mehrmals ab. Der Killer ist erst 14 Jahre alt.
mehr lesen
Die Jugendlichen der Oasis-Bande leben in Moravia, einem der ärmsten Stadtviertel der Vororte von Medellín, das auf einer ehemaligen Müllhalde errichtet wurde. Sie verbringen ihre Zeit damit, 2CB zu verkaufen – die neue, angesagte synthetische Droge. Sie stehlen Taschen, rauben Autos aus und kämpfen mit bloßen Händen, Macheten oder Messern. Gelegentlich nehmen sie Aufträge an, um mit säumigen Zahlern abzurechnen. Auch Mädchen bleiben von diesem Phänomen nicht verschont. Angelica ist gerade 19 Jahre alt, sie liebt es, sich zu schminken, Schmuck anzulegen und vor dem Spiegel zu stehen. Sie hat gerade drei Jahre wegen Beihilfe zum Mord in einer Jugendstrafanstalt verbracht. Kaum war sie entlassen, tötete sie den Mörder ihres Bruders mit einem Messer. Drogen und Mord waren schon immer Teil ihres Lebens.
Die zunehmende Gewaltbereitschaft der kolumbianischen Jugend steht in direktem Zusammenhang mit dem Kokainhandel. Seit mehreren Jahren explodiert die Produktion des weißen Pulvers im Land und befeuert die internationale Nachfrage. Laut einem von der Regierung in Auftrag gegebenen Bericht rekrutieren die Drogenbanden täglich drei Minderjährige. Die Jüngsten sind leichter zu manipulieren und können zudem nicht zu mehr als acht Jahren Haft verurteilt werden.





