Kolumbien unter Abelardo de la Espriella – Wohin steuert das Land nach der Wahl?
Forumsregeln
Gesundheitswarnung: Dies ist nur ein Internet-Forum. Wer auf Dauer mit konträren oder mißliebigen Meinungen nicht umgehen kann, sollte eine Zeit lang hiervon Abstand nehmen. Das wirkliche Leben findet vor der Haustüre statt. Dort befindet sich auch die notwendige "frische Luft". Admin
Gesundheitswarnung: Dies ist nur ein Internet-Forum. Wer auf Dauer mit konträren oder mißliebigen Meinungen nicht umgehen kann, sollte eine Zeit lang hiervon Abstand nehmen. Das wirkliche Leben findet vor der Haustüre statt. Dort befindet sich auch die notwendige "frische Luft". Admin
Aufrufe: 99
• Beiträge: 6
•
Lesezeichen: 0
•
Abonnenten: 3
-
Dolfi
ThemenstarterVerified - Kolumbien-Süchtige(r)

- Beiträge: 981
- Registriert: 10. November 2009, 14:50
Kolumbien unter Abelardo de la Espriella – Wohin steuert das Land nach der Wahl?
Wer gut süpanisch kann sollte sich dieses Video anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=i51Yhfig5Qw
Spanischer Kanal, analysiert, was wohl vom nächsten Präsidenten zu erwarten ist, und matisiert vor allem auch seine Verstrickung mit den Paramilitärs, von der ich so nichts wusste.
In der Wirtschaftspolitik ist Milei sein Vorbild, bei der inneren Sicherheit Bukele. Sehe nicht, wie das funktionieren könnte; Argentinien ist ein altes Industrieland mit starken Gewerkschaften. El Salvador ist so groß wie Hessen und hat sechs Millionen Einwohner, er müsste Gefängnisse bauen für Hunderttausende und sie verhaften lassen.
Spanischer Kanal, analysiert, was wohl vom nächsten Präsidenten zu erwarten ist, und matisiert vor allem auch seine Verstrickung mit den Paramilitärs, von der ich so nichts wusste.
In der Wirtschaftspolitik ist Milei sein Vorbild, bei der inneren Sicherheit Bukele. Sehe nicht, wie das funktionieren könnte; Argentinien ist ein altes Industrieland mit starken Gewerkschaften. El Salvador ist so groß wie Hessen und hat sechs Millionen Einwohner, er müsste Gefängnisse bauen für Hunderttausende und sie verhaften lassen.
-
Eisbaer
- Moderator(in)

- Beiträge: 10499
- Registriert: 10. Juli 2009, 05:34
Kolumbien unter Abelardo de la Espriella – Wohin steuert das Land nach der Wahl?
@Dolfi: Vielen Dank für diesen erstklassigen Beitrag zur Eröffnung unseres neuen Themas!
Deine Analyse zum Vergleich mit Milei und Bukele trifft den Nagel auf den Kopf. Genau solche fundierten Meinungen und Zusammenfassungen in eigenen Worten sind es, die eine echte Diskussion ausmachen.
Aus gegebenem Anlass möchte ich diesen vorbildlichen Beitrag von Dolfi direkt als Maßstab nutzen und noch einmal an alle appellieren: Bitte stellt hier im neuen Thema keine nackten Links oder lieblos hingeklatschten Einzeiler mehr ein. Wer einen Medienbericht oder ein Video teilen möchte, macht es bitte so wie Dolfi – fasst die Kernpunkte kurz zusammen und schreibt eure eigene Meinung dazu.
Herzlich willkommen an alle im neuen Hauptthema: "Kolumbien unter Abelardo de la Espriella – Wohin steuert das Land nach der Wahl?"
Die Würfel sind gefallen, die Ära unter dem „Tigre“ beginnt nach diesem hauchdünnen Wahlergebnis, und wir wollen die kommenden politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen hier weiterhin gemeinsam sachlich und respektvoll begleiten. Auf eine gute Diskussion!
Deine Analyse zum Vergleich mit Milei und Bukele trifft den Nagel auf den Kopf. Genau solche fundierten Meinungen und Zusammenfassungen in eigenen Worten sind es, die eine echte Diskussion ausmachen.
Aus gegebenem Anlass möchte ich diesen vorbildlichen Beitrag von Dolfi direkt als Maßstab nutzen und noch einmal an alle appellieren: Bitte stellt hier im neuen Thema keine nackten Links oder lieblos hingeklatschten Einzeiler mehr ein. Wer einen Medienbericht oder ein Video teilen möchte, macht es bitte so wie Dolfi – fasst die Kernpunkte kurz zusammen und schreibt eure eigene Meinung dazu.
Herzlich willkommen an alle im neuen Hauptthema: "Kolumbien unter Abelardo de la Espriella – Wohin steuert das Land nach der Wahl?"
Die Würfel sind gefallen, die Ära unter dem „Tigre“ beginnt nach diesem hauchdünnen Wahlergebnis, und wir wollen die kommenden politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen hier weiterhin gemeinsam sachlich und respektvoll begleiten. Auf eine gute Diskussion!
Du bist mit unserer Hilfe zufrieden! Dann hilf bitte mit einer kleinen » Spende « Danke und Vergelt's Gott!
-
desertfox
Verified - Kolumbien-Experte

- Beiträge: 1590
- Registriert: 24. August 2012, 19:57
- Wohnort: Unterfranken
- Alter: 68
Kolumbien unter Abelardo de la Espriella – Wohin steuert das Land nach der Wahl?
Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren befürchte aber die nächsten Jahre harte Zeiten auf Kolumbien zukommen.
Unter Pedro wurde der doch recht erstarkte Peso kritisiert, nun ist er nochmal im Kurs gestiegen, das mag zwar gut für die Firmen sein die importieren (Auch Amazon und ebay Käufe dürften für Kolumbianische Käufer günstiger werden), Exporteure bekommen aber weniger Pesos. Das dürfte sich mit Sicherheit auch auf die Preise in Kolumbien auswirken.
Auslandsrentner die in Kolumbien leben werden sicher jammern, siehe einen der letzten Beiträge von Gordito54.
Neugierig bin ich auf den Immobilienmarkt, Für Auslandskäufer wird es sicher teurer…, und wenn der Mindestlohn wieder reduziert wird dann wird es auch für Kolumbianer sicher nicht besser.
Arbeitsmarktregulierungen wie von Pedro angestoßen werden ggfls. wieder rückgängig gemacht.
Megagefängnisse…, na ja…, schauen wir mal…, und dass man einen Guerillakrieg nicht gewinnen kann schrieb ich früher schon mal.
Unter Pedro wurde der doch recht erstarkte Peso kritisiert, nun ist er nochmal im Kurs gestiegen, das mag zwar gut für die Firmen sein die importieren (Auch Amazon und ebay Käufe dürften für Kolumbianische Käufer günstiger werden), Exporteure bekommen aber weniger Pesos. Das dürfte sich mit Sicherheit auch auf die Preise in Kolumbien auswirken.
Auslandsrentner die in Kolumbien leben werden sicher jammern, siehe einen der letzten Beiträge von Gordito54.
Neugierig bin ich auf den Immobilienmarkt, Für Auslandskäufer wird es sicher teurer…, und wenn der Mindestlohn wieder reduziert wird dann wird es auch für Kolumbianer sicher nicht besser.
Arbeitsmarktregulierungen wie von Pedro angestoßen werden ggfls. wieder rückgängig gemacht.
Megagefängnisse…, na ja…, schauen wir mal…, und dass man einen Guerillakrieg nicht gewinnen kann schrieb ich früher schon mal.
-
Bogotano
Verified - Kolumbien-Süchtige(r)

- Beiträge: 614
- Registriert: 26. April 2011, 21:53
Kolumbien unter Abelardo de la Espriella – Wohin steuert das Land nach der Wahl?
Interessante Punkte, @desertfox. Dass harte Zeiten kommen könnten, sehe ich ähnlich, aber bei der Wirtschaft und dem Peso müssen wir, glaube ich, genauer hinschauen.
Ein starker Peso ist für uns Verbraucher hier im Alltag eigentlich ein Dämpfer für die Preise. Alles, was importiert wird – vom Getreide bis zur Technik –, wird dadurch günstiger. Das bremst die Inflation eher, als dass es die Preise treibt.
Die Exporteure und die Rentner, die in Dollar oder Euro bezahlt werden, erwischt es dagegen hart, da hast du absolut recht. Deren Kaufkraft schrumpft im Land massiv.
Beim Mindestlohn würde ich mir weniger Sorgen machen: Den wird auch ein de la Espriella rechtlich und politisch niemals senken können. Er wird ihn unter dem Vorwand der Wirtschaftsförderung in den nächsten Jahren maximal weniger stark erhöhen als Petro.
Der Immobilienmarkt bleibt spannend. Für Ausländer wird es teurer, ja, aber für Einheimische mit Ersparnissen in Peso könnten sich sogar Chancen bieten, wenn die Zinsen mitspielen.
Ein starker Peso ist für uns Verbraucher hier im Alltag eigentlich ein Dämpfer für die Preise. Alles, was importiert wird – vom Getreide bis zur Technik –, wird dadurch günstiger. Das bremst die Inflation eher, als dass es die Preise treibt.
Die Exporteure und die Rentner, die in Dollar oder Euro bezahlt werden, erwischt es dagegen hart, da hast du absolut recht. Deren Kaufkraft schrumpft im Land massiv.
Beim Mindestlohn würde ich mir weniger Sorgen machen: Den wird auch ein de la Espriella rechtlich und politisch niemals senken können. Er wird ihn unter dem Vorwand der Wirtschaftsförderung in den nächsten Jahren maximal weniger stark erhöhen als Petro.
Der Immobilienmarkt bleibt spannend. Für Ausländer wird es teurer, ja, aber für Einheimische mit Ersparnissen in Peso könnten sich sogar Chancen bieten, wenn die Zinsen mitspielen.
-
Don Maximo
Verified - Kolumbien-Süchtige(r)

- Beiträge: 608
- Registriert: 2. Mai 2015, 01:51
Kolumbien unter Abelardo de la Espriella – Wohin steuert das Land nach der Wahl?
Dass Kolumbien in den kommenden Jahren schwierige Zeiten bevorstehen könnten, ist leider auch meine Befürchtung.
Befürchtungen vor einem sozialen, ökologischen und demokratischen Rückschritt, der Kolumbien wieder in die für vergangene Jahrzehnte typischen Szenarien von Konflikten und intensiver Ausbeutung zurückversetzen könnte, sind mehr als berechtigt. Sollte der Regierungsansatz von de la Espriella tatsächlich so ausfallen, wie angekündigt – was ich leider befürchte –, wird dies meiner Meinung nach die Spirale der Gewalt (auch in den Städten!) wieder entfachen, die Kolumbien mit Blut überzogen hat, mit möglichen Szenarien, die denen ab Ende der 1940er Jahre ähneln.
@Desertfox, was die starke Erhöhung des Mindestlohns betrifft, so könnte diese theoretisch rückgängig gemacht werden; ein entsprechendes Verfahren ist noch anhängig. Ironischerweise war gerade der neu gewählte Vizepräsident einer der Hauptakteure, die sich für die Rücknahme dieser starken Erhöhung eingesetzt haben. Da dies keine rückwirkende Wirkung hat, müsste diese Rücknahme und die Festlegung eines neuen Mindestlohns noch in diesem Jahr erfolgen. Ich halte dies jedoch für unwahrscheinlich, da de la Espriella dadurch zu definitiv zu viel Zustimmung und Rückhalt in der Bevölkerung verlieren würde (und dessen ist er sich bewusst).
Was den Peso betrifft, teile ich die Meinung von @Bogotano.
Befürchtungen vor einem sozialen, ökologischen und demokratischen Rückschritt, der Kolumbien wieder in die für vergangene Jahrzehnte typischen Szenarien von Konflikten und intensiver Ausbeutung zurückversetzen könnte, sind mehr als berechtigt. Sollte der Regierungsansatz von de la Espriella tatsächlich so ausfallen, wie angekündigt – was ich leider befürchte –, wird dies meiner Meinung nach die Spirale der Gewalt (auch in den Städten!) wieder entfachen, die Kolumbien mit Blut überzogen hat, mit möglichen Szenarien, die denen ab Ende der 1940er Jahre ähneln.
@Desertfox, was die starke Erhöhung des Mindestlohns betrifft, so könnte diese theoretisch rückgängig gemacht werden; ein entsprechendes Verfahren ist noch anhängig. Ironischerweise war gerade der neu gewählte Vizepräsident einer der Hauptakteure, die sich für die Rücknahme dieser starken Erhöhung eingesetzt haben. Da dies keine rückwirkende Wirkung hat, müsste diese Rücknahme und die Festlegung eines neuen Mindestlohns noch in diesem Jahr erfolgen. Ich halte dies jedoch für unwahrscheinlich, da de la Espriella dadurch zu definitiv zu viel Zustimmung und Rückhalt in der Bevölkerung verlieren würde (und dessen ist er sich bewusst).
Was den Peso betrifft, teile ich die Meinung von @Bogotano.
Virtus Junxit Mors Non Separabit
-
Nico
Verified - Kolumbien-Süchtige(r)

- Beiträge: 762
- Registriert: 21. Juli 2014, 20:43
Kolumbien unter Abelardo de la Espriella – Wohin steuert das Land nach der Wahl?
Ich sehe das bei weitem nicht so düster wie die meisten hier. Zugegeben, die Rhetorik im Wahlkampf war extrem, aber schauen wir uns doch einmal an, was de la Espriella eigentlich vorhat.
Der Mann ist Unternehmer. Wenn er die Bürokratie zusammenstreicht, den Markt dereguliert und die Wirtschaft atmen lässt, wie er es angekündigt hat, kann dieser Rechtsruck für Kolumbien eine riesige Chance sein. Das Land hat enormes Potenzial, das unter Petro durch Regulierungen blockiert wurde. Wenn er das Land wie ein effizientes Unternehmen führt und gleichzeitig Investoren durch eine harte Sicherheitspolitik zurückholt, steuern wir nicht auf die 1940er Jahre zu, sondern auf einen massiven wirtschaftlichen Aufschwung.
Man sollte ihm zumindest eine Chance geben, anstatt jetzt schon den Untergang herbeizureden.
Der Mann ist Unternehmer. Wenn er die Bürokratie zusammenstreicht, den Markt dereguliert und die Wirtschaft atmen lässt, wie er es angekündigt hat, kann dieser Rechtsruck für Kolumbien eine riesige Chance sein. Das Land hat enormes Potenzial, das unter Petro durch Regulierungen blockiert wurde. Wenn er das Land wie ein effizientes Unternehmen führt und gleichzeitig Investoren durch eine harte Sicherheitspolitik zurückholt, steuern wir nicht auf die 1940er Jahre zu, sondern auf einen massiven wirtschaftlichen Aufschwung.
Man sollte ihm zumindest eine Chance geben, anstatt jetzt schon den Untergang herbeizureden.


