Allgemeine Diskussion zum Thema Coronavirus

Alles zum Thema Coronavirus (COVID-19)

Max
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Allgemeine Diskussion zum Coronavirus

Beitrag von Max »

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6 Tote
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Fusagasugeno
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Allgemeine Diskussion zum Coronavirus

Beitrag von Fusagasugeno »

@ hollaho
Zur korrekten Information empfehle ich die Seiten von Kolumbienforum.net. Die 6 Toten entspricht genau den 1% die auch in anderen Ländern nicht überleben.
Ich führe die flache Kurve nicht auf fehlerhafte Statistiken zurück sondern auf die schnellen und konsequenten Massnahmen die ergriffen wurden. Die Kurven sind eigentlich in den meisten südamerikanischen Länder so, da überall einiges schneller die Grenzen geschlossen und der Inland Reiseverkehr unterbunden wurde. Und ich hoffe es spielt noch ein anderer Aspekt mit, das Klima. Ich habe im Januar in der Schweiz einen Bericht eines Spezialisten gelesen der hoffte das das Virus erst im Sommer auf Europa überspringt, da es sich an der Wärme nicht so schnell verbreitet. Mann wird sehen.
Auf alle Fälle kann man der Regierung hier nicht vorwerfen dass sie nicht Proaktiv handelt. (Natürlich auch gezwungen durch eine fantastische Dame aus Bogota) Die gegenüber Europa gewonnene Zeit wird optimal genutzt. Hotel in Spitäler umgestaltet, Zelte aufgebaut usw.
Natürlich, wenn die Welle so wie in Europa kommt, .... . Wir werden nach dem 13. sehen wie die weiteren Massnahmen sein werden und wie sie vom Volk unterstützt werden.
Eres feliz, eres Fusagasugeño :-)
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schweizer
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Beitrag von schweizer »

Laut der Familie meiner Frau geht das Problem von den Tagelöhnern aus, einige davon arbeiten trotz Ausgangssperre. Andere protestieren. Dann sollen sich heute von Familia in acción an den Bankomaten von Servibanca lange Schlangen gebildet haben ohne den geringsten Sicherheitsabstand einzuhalten. Auch an den Stellen wo Hilfspakete für Bedürftige ausgegeben werden soll man diese Schlangen sehen.
Das beste wäre bestimmt ein Kontaktverbot, lässt sich bei der Mentalität der Kolumbianer leider nicht realisieren. So vermute ich, das die Ausgangssperre verlängert wird.

desertfox
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Beitrag von desertfox »

Das Problem das Tagelöhner haben ist dass wenn sie nicht arbeiten sie nichts zu Essen haben..., daher ja auch der Begriff Tagelöhner, die können sich keine Rücklagen bilden und Essen auf Vorrat kaufen. Da muss die Regierung oder andere Organisationen sich um die Leute kümmern damit sie von der Straße sind...
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Don Maximo
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Beitrag von Don Maximo »

Ja, die untere Schichten trifft es besonders hart, und das mit Sicherheit auch noch lange nachdem die Viruswelle vorbei sein wird.
Die Schwägerin hat berichtet, dass bei ihnen (Pueblo im suroeste Antioqueño) die Ausgangssperre, mit wenigen Ausnahmen, eingehalten wird. Die andere werden von der Polizei sofort zu Recht gewiesen.
Eine Gruppe Venezolaner, die sich ansonsten auf der Strasse und im Parque aufhielten, wurden in ein Zeltartiges Provisorium untergebracht und werden von der Nachbarschaft mit grosser Solidarität verpflegt. Was @desertfox anspricht wird auch dort zum Problem. Einzelne Familienmitglieder und Bekannte haben uns auch schon um (happige) "Prestamos para las compras" gebeten.
Die Mieten sind auch ein grosses Problem. Mitte Monat werden einige Ihre Miete nicht begleichen können!
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Karibikotto
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Beitrag von Karibikotto »

Nicht nur die vielen Armen stellen ein Problem dar. Die "ungebildeten" Reichen die gewohnt sind alle Regeln zu brechen sollte man nicht unterschätzen. Dazu einige Ausländer die mit schlechtem Beispiel vorangehen und dreimal oder mehr am Tag das Haus verlassen ohne Grund! Den Armen kann man helfen, bei den "ungebildeten" Reichen hilft nur einsperren.

desertfox
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Beitrag von desertfox »

Eine Zeitbombe tickt auch in Indien mit den Tagelöhnern...
Coronakrise in Indien "Steine kann man nicht essen"
Indien hat in der Coronakrise die größte Ausgangssperre der Welt verhängt. Tausende Wanderarbeiter, die keine Arbeit mehr finden, kehren in ihre Dörfer zurück – und mit ihnen womöglich das Virus.

Von Brasilien und den Favelas gar nicht zu reden...
Corona in Südamerika Der Tod einer Hausangestellten, der Brasilien in Angst versetzte
Brasiliens Mittel- und Oberschicht bringt das Virus von Reisen mit - möchte aber nicht auf die Hausangestellten aus den Favelas verzichten. Die Krankheit könnte sich schnell unter den Ärmsten verbreiten.

Genuasd
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Beitrag von Genuasd »

Brasiliens Präsident trägt auch nicht unbedingt viel dazu bei die Lage zu entschärfen.
Er und sein Busenfreund aus den Vereinigten Staaten können in diesen Tagen wieder große Reden schwingen und Dinge ins Lächerliche ziehen, aber die Zahlen sprechen ihre eigene Sprache und man kann hoffen, dass der ein oder andere Wähler wach wird.

Der Iran ist auch so ein Land, das völlig überfordert mit der Situation ist und natürlich soll so wenig wie möglich davon nach außen dringen.
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Don Maximo
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Beitrag von Don Maximo »

@genuasd
Iran leidet in der covid-19 Krise massiv unter den von den USA diktierten Wirtschaftssanktionen. Die Bevölkerung zahlt den Preis. Traurig, dass alle Länder mitreissen. Insbesondere beschämend für die Schweiz die sich gerne durch ihre (pseudo) Neutralität und humanitäre Tradition nach aussen profiliert.
Letzte Woche hat die UN-Menschenrechts Kommissarin Michelle Bachelet zur Lockerung oder Beendigung der Sanktionen aufgerufen. Spätestens jetzt, sollte die Schweiz - in der die UN-Menschenrechts-Kommission ihre Sitz hat - mit gutem Beispiel vorangehen, die Angelegenheit thematisieren und handeln.
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Gilberto
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Beitrag von Gilberto »

Auf einmal merkt die aktuelle Regierung, dass ein gesundes Gesundheitssystem wichtig ist. Jahrelang war das wohl kein Thema!

Im Dezember war ich in Österreich bei einem Teil meiner Familie. Ich kam nur nochmal nach Kolumbien um hier alles aufzulösen.
Jetzt sitze ich hier, man Entschuldige das Wort, in der Scheiße.

John Extra wird jetzt sagen ... Immer positiv denken ... :irr:

Genuasd
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Beitrag von Genuasd »

@Don Maximo
leider die Wahrheit, jedoch versteckt sich die Regierung auch hinter den Sanktionen.

Die Sanktionen sind hart, aber der Iran hat die letzten Jahre auch nicht viel dafür getan, dass diese gelockert werden.
Diese Entwicklung ist sehr schade, denn vor einigen Jahren hatte man sich wieder angenähert und wenn ein Land sein Volk ausbluten lässt, weil es sich nicht an Vereinbarungen hält... und einen Atomkrieg braucht es ja wirklich nicht.
Herr Trump ist leider auch kein Diplomat, insofern sehe ich dort wenig Hoffnung auf Besserung..

@ Gilberto
nun es wird jetzt viel gefordert die Arbeitsbedingungen zu verbessern usw. aber wir wissen ja, wie schnell die Leute vergessen.
Sobald die Krise überwunden ist, wird man schnell wieder zu alter Normalität zurückkehren und Krankenpfleger/Altenpfleger usw. werden weiterhin Überstunden schieben für einen Niedriglohn...

desertfox
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Beitrag von desertfox »

@Genuasd
Ich wollte eigentlich nichts zu Deinem Hosting schreiben da es eigentlich vom Thema abschweift.

Aber, der Iran hat ein Abkommen geschlossen bzgl. Kontrolle und Herstellung von ihrem Waffenfähigen Uran... (OK; sehr vereinfacht geschrieben). Dieses Abkommen wurde aber noch von der Obama Administration unterschrieben die bekannterweise auch recht kritisch der Israelischen Regierung eingestellt war da sie mit deren Vorgehen bzgl der Palästinenser Frage nicht einverstanden war.
Die UNO Inspektoren haben die ganzen Jahre bestätigt dass sich der Iran an das Abkommen hält und die Sanktionen wurden teilweise aufgehoben, nur der Orange aus den USA will ja alles auslöschen was die Obama Administration machte und hat daher einseitig das Abkommen, sicher unter Druck von seinen Beratern die oftmals ihre eigene Agenda haben, gekündigt und der ganzen Welt mit Sanktionen gedroht sollten die mit dem Iran Geschäfte machen.

Dass der Iran Anfangs sicher nicht unschuldig daran ist steht ohne aber Zweifel, aber man muss das Ganze schon etwas differenzierter sehen.

So, dann nun aber wieder zum Corona Virus...
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Gilberto
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Beitrag von Gilberto »

Die, die das Land nicht verlassen haben, wie fühlt ihr euch derzeit in Kolumbien. Ich, ehrlich gesagt fühle mich nicht so richtig wohl. Jammern hilft nichts und ob Augen zu und durch die richtige Entscheidung ist wage ich langsam zu bezweifeln. Fing alles so gut an ...

Wie seht ihr das?

Genuasd
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Beitrag von Genuasd »

nun es ist leider wenig Licht am Ende des Tunnels.
das bereitet einem schon Sorgen, denn die Frage ist: wie lange hält ein Land bzw. eine Wirtschaft sowas durch?
weil die Stimmung kann schnell umschlagen und wer weiß wie die Leute reagieren.
Mit einem Impfstoff ist in diesem Jahr wohl nicht mehr zu rechnen.

Zudem wenn man sich umliegende Länder ansieht, merkt man dass es nur der Anfang ist und wir in 6-8 Wochen ganz andere Verhältnisse haben werden.
oder wie rapide die Lage sich in den USA entwickelt hat... alles sehr ungewiss.

ich hab mich auch schon wohler gefühlt.
in Deutschland wird man vermutlich ab Mai oder spätestens Juni langsam versuchen zur Normalität zurückzukehren, zumindest was das alltägliche Leben angeht... Grenzen werden sicherlich noch eine Weile dicht bleiben
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CaliChamp
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Beitrag von CaliChamp »

Im Grunde genommen die richtige Entscheidung, ganz schnell und von Anfang an alles dicht zu machen. Da ist Kolumbien den europäischen Ländern absolut voraus, von den USA ganz zu schweigen. Wie Genuasd oben schon sagte, ist die Frage, wie lange die kolumbianische Gesellschaft das durchhält. Die ganzen Menschen im Land, die keinerlei Rücklagen haben und sowieso in Armut leben, werden sehr schnell am Rande ihrer Existenz stehen. Was dann gesellschaftlich und politisch passiert, ist schwer vorherzusagen.

Mit den jetzigen Maßnahmen wird der Virus auf jeden Fall in Schach gehalten aber es dauert auch wesentlich länger, bis wieder so etwas wie Normalität erreicht werden kann. Sollten die Maßnahmen gelockert werden, weil sie nicht durchgehalten werden können, dann kann es schlimm werden. Momentan fühle ich mich vor dem Virus hier sicherer als in Deutschland.

Max
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Beitrag von Max »

Jetzt ist man halt hier und da muß man durch, aber ich sehe auch die große Gefahr das es hier völlig abgeht.

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