Ich möchte gerne auswandern...

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die den Schritt schon gewagt haben.

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SaMZoN91
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Ich möchte gerne auswandern...

Beitrag von SaMZoN91 »

Liebe Community,
liebe Mitleserinnen und Mitleser,

mein Name ist Lasse. Ich bin 30 Jahre alt. Ich bin mit einer Kolumbianerin zusammen (nicht verheiratet oder verlobt) und wir möchten gemeinsam in Kolumbien mit einander leben. Nun wollen wir nicht direkt heiraten, sondern es erst einmal "probieren". Da ich einige Male bereits in Südamerika war (u.a. Chile, auch mit längeren Aufenthalten) bin ich zumindest was die Sicherheit betrifft mit einigen Gepflogenheiten vertraut. Allerdings stehe ich vor einem großen Rätsel. Ich hoffe ich kann hier bei euch Hilfe finden.

Ich möchte gerne im Oktober nach Kolumbien reisen. Nach Möglichkeit ein kleines Apartment mieten und eventuell Arbeit finden. Nun weiss ich nicht genau, ob ich mit Touristenvisum einreisen sollte und ob ich nun 90 oder 180 Tage bleiben kann und wovon das abhängt. Kann ich vor Ort das Visum in ein "Arbeitsvisum" ändern? Kann ich mit meinen Abschlüssen (Bankkaufmann und Bankfachwirt) überhaupt Arbeit finden? Ich spreche Spanisch auf A1 Niveau, komme als in der täglichen Kommunikation gut klar und habe sehr gute Englischkenntnisse (Auslandsaufenthalt in den USA)

Sind meine Ambitionen realistisch dort Arbeit zu finden oder sollte ich mich bereits vorher informieren und nicht erst vor Ort? Kann ich als Tourist eine Wohnung anmieten? (Hotel ist wohl kaum bezahlbar für ein halbes Jahr) Kennt sich jemand mit Jobportalen aus auf den man nach Arbeitsuchen kann?

Ich weiß das sicherlich einige dieser Infos bereits im Forum stehen. Dafür entschuldige ich mich jetzt schonmal. Für einige eurer Tipps wäre ich mehr als dankbar.

Ich bedanke mich vorab für die Mühe.

Mit freundlichen Grüßen,

Lasse
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Ernesto
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Ich möchte gerne auswandern...

Beitrag von Ernesto »

@SaMZoN91 :wil:

Für Deutsche/Schweizer/Österreicher gibt es in Kolumbien kein Touristenvisum! Allerdings kannst du als Tourist ohne Visum einreisen.
Bei der Einreise wird im Allgemeinen ein Aufenthalt von 90 Tagen in den Pass gestempelt. Diesen kannst du kurz vor Ablauf um weitere 90 Tage bei der zuständigen Ausländerbehörde verlängern lassen. Insgesamt darfst du dich pro Kalenderjahr bis zu 180 Tage ohne Visum in Kolumbien zu touristischen Zwecken aufhalten.

Innerhalb dieser Zeit kannst du, wenn du den Voraussetzungen entspricht, ein Visum beantragen.

Eine gut bezahlte Arbeit, wobei dann der Arbeitgeber die Formalitäten für den Visumsantrag übernimmt zu finden ist so gut wie unmöglich.

Dazu wurde hier im Forum schon viel geschrieben und heftig diskutiert.
Lese bitte die folgenden verlinkten Beiträge aufmerksam durch. => Link.

Eine Wohnung anzumieten, ist möglich. Auch gibt es Hotels, die für langfristige Aufenthalte gute Rabatte geben. Ein möbliertes Zimmer bei einer Familie wäre auch noch eine alternative. Da du jedoch mit deiner Freundin gemeinsam leben willst, wäre eine Wohnung wohl der beste Weg.

Der einfachste Weg um an ein Visum zu kommen wäre über deine Freundin. Da ihr noch nicht heiraten wollt, was ich sehr gut verstehen kann, dann über eine eingetragene Partnerschaft.

Bestimmt hast du noch viele Fragen. Hier im Forum wird dir geholfen ;-)

Viel Glück und halte uns bitte auf dem Laufenden.

Genuasd
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Beitrag von Genuasd »

Hallo Lasse und willkommen.
darf ich fragen was du aktuell verdienst und was du dir vorstellst in Zukunft zu verdienen?
Ich frage so provokant, weil ich glaube, dass deine Vorstellung vom Lohnniveau etc. weit weg von der Realität ist.
Natürlich sind die Lebenshaltungskosten für manche Dinge deutlich niedriger, aber bezahl mal einen Flug von Kolumbien nach Europa in Pesos und spar die Summe mal von einem normalen Gehalt.
das allein macht es für mich unmöglich dauerhaft in Kolumbien zu leben, weil das Gehalt um ein vielfaches niedriger ist und ich habe weit überm Durchschnitt verdient.

Ein anderer Weg wäre für eine deutsche Firma dort zu arbeiten und aus Deutschland heraus das Visum etc. zu beantragen (so hab ich es gemacht):
viewtopic
Aber das ist auch alles andere als leicht, besonders mit A1 Spanisch und als Banker bist du jetzt auch nicht besonders gefragt für den Arbeitsmarkt.
Englisch bringt dir wenig bis gar nichts.

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SaMZoN91
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Beitrag von SaMZoN91 »

Hallo Ernesto,
Hallo Genuasd,

vielen lieben Dank für Eure schnellen und umfangreichen Antworten. Wirklich klasse, dass das hier so gut funktioniert. Mir gefällt besonders die Ehrlichkeit.

@Genuasd
Ich habe nicht den Anspruch viel Geld zu verdienen. Mir reicht es eine Arbeit zu haben, um ein Visum zu erhalten. Auch Mindestlohn wäre kein Problem. Ich habe in den letzten 10 Jahren Geld gespart und könnte wahrscheinlich, auch ohne Arbeit, so umdie 2-3 Jahre gut leben bei durchschnittlichen Lebenshaltungskosten. (einschließlih Internet, Plan movil, Versicherung, etc...)Aber das macht natürlich keinen Sinn, wenn man das als Tourist macht. Ab einem Punkt braucht man ein Bankkonto oder Verträge für Internet etc. Ich würde am liebsten mit einem Arbeitsvisum einreisen, um mir die Möglichkeit zu erhalten längerfristig dort zu bleiben, falls es mir gefällt.

Tut mir Leid, wahrscheinlich wirke ich auf euch total naiv. Ich weiß nur zum aktuellen Zeitpunkt gar nicht wo ich anfangen soll und wo mir der Kopf steht. Die ganzen Gedanken die ich habe sind überwältigend. Wie schreibt man einen CV und Cover Letter nach kolumbianischen Standart. Welchen Übersetzer mit welchem Standard benötigt man für seine Dokumente? Es ist einfach soviel. Also entschuldigt bitte das ich so "dumme" Fragen stelle.

Das mit der Partnerschaft finde ich interessant. Ich werde mal versuchen bei der Handelskammervertretung die deutschen Firmen in Bogota ausfindig zu machen.

Nochmal ich danke euch für die schnelle und super Hilfe. Jetzt fühle ich mich nicht mehr ganz so alleine.

Viele liebe Grüße

Lasse
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Ernesto
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Beitrag von Ernesto »

@SaMZoN91

Kann es sein, dass du die Gültigkeit eines Arbeitsvisums falsch interpretierst?

Dazu brauchst du zuerst einen Arbeitgeber, der wiederum muss gewisse Voraussetzungen, auf die ich jetzt nicht eingehen will, erfüllen.
Dann stellt dieser die benötigten Unterlagen für den Visumsantrag zusammen und übergibt sie dir.

Damit stellst du den Antrag zum Arbeitsvisum, welches nur für diese Arbeit mit diesem Arbeitgeber gültig ist. Brichst du die Arbeit ab, verliert das Visum sofort seine Gültigkeit.

Ein Universal-Arbeitsvisum gibt es nicht!

Abgesehen davon schätzt @Genuasd deine Situation vollkommen richtig ein.

Du bist Deutscher? Falls du als Deutscher amtliche Übersetzungen brauchst, müssen diese von einem von der deutschen Botschaft zugelassenen Übersetzer vorgenommen werden. Eine Aufstellung dazu findest du hier. Beachte bitte, dass einige Dokumente zusätzlich mit einer Apostille versehen sein müssen.

Warst du schon einmal in Kolumbien? Das in Kolumbien seit über 2 Monaten blutige Streiks in Gange sind, weisst du? Die aktuelle Situation zu Covid-19 ist dir auch bekannt? Hast du vor geimpft (Coronaimpfung) ins Land zu kommen?

Du fragst nach dem Bewerbungsschreiben, wenn es dazu nicht reicht, dann wäre mein Rat - verschiebe alles, denn in Kolumbien werden so viele Sachen auf dich zukommen, dass du vielleicht sagst, wäre ich doch nur zu Hause geblieben.

Genuasd
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Beitrag von Genuasd »

so ist es.. mein Visum war an den Arbeitgeber quasi gekoppelt.
Der Name der Firma stand drin und mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses, wurde dieses ungültig.
Du musst auch bedenken, dass dein Leben das du in Deutschland aufgibst, dann auch Folgen für deine Rente etc. hat.
Es mag romantisch klingen auch mit wenig Geld auszukommen, aber wenn ich mir die Immobilienpreise so ansehe, die sich in Deutschland die letzten 10 Jahre in vielen Teilen (nicht in den neuen Bundesländern) verdoppelt haben, dann mache ich mir schon Sorgen, wie man im Alter gut über die Runden kommen soll, wenn man mit 30 nicht schon ein bisschen vorsorgt.
die Welt wird in 30 Jahren ganz anders aussehen wird und die sozialen Probleme werden nicht weniger, allein durch den Zuwachs in der Bevölkerung und freiwillig in ein Land auswandern, das noch viel größere Probleme als Deutschland hat, sollte sehr gut überlegt sein.

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SaMZoN91
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Beitrag von SaMZoN91 »

Hallo Genuasd,

auch dir möchte ich danke sagen. Ich erkenne klar, dass ihr euch um mich sorgt, weil ich mir das alles so einfach vorstelle. Ich kann das total nachvollziehen. Wahrscheinlich habt ihr als Community öfter mit "Gringos" zu tun, die denken das Kolumbien ein "romantisches Abenteuer" ist oder wird.
Mir ist dieses Anliegen sehr ernst, also bitte sorgt euch nicht. Mir sind sowohl finanzielle Aspekte, als auch Sicherheitsaspekte sehr bewusst. Ich habe die schlimmen Geschichten nicht weitergeschoben ;) Ich möchte allerdings keine Angst vor der Herausforderung haben. Ich will mich dem stellen. Und

Genuasd
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Beitrag von Genuasd »

mach doch erstmal Urlaub in Kolumbien.
Kennst du deine Freundin/Verlobte denn persönlich?
eine gemeinsame Zukunft in Europa ist für sie keine Option?
Ihre beruflichen Möglichkeiten sind dort bestimmt auch besser

Gordi_K
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Beitrag von Gordi_K »

Hallo Lasse,

was das Arbeitvisum betrifft - sehr vereinfacht gesagt, wird es für dich gleich "einfach" sein, wie für diene Freunding ein Arbeitsvisum in der EU zu bekommen. In Kolumbien wird das Arbeitvisum jedoch nicht der Person gewährt, sonder für das Ausüben des konkreten Jobs... Also Jobwechsel = neues Visum...

Das man in Kolumbien mit wenig Geld auskommen kann man stimmen - falls du jedoch willst, dass deine Kinder studieren und das Studium in Europa anerkannt wird, wird die Bildung je Kind einen fünfstelligen Betrag in Euro kosten... Unsere kolumbianische Freunde haben wegen der Schwangerschaft Ihre Pläne geändert - wie wollen jetzt nicht mehr nach Kolumbien, sondern so lange in Europa bleiben, bis das Kind das Studium abgeschlossen hat...

Anders gesagt: Auswandern nach Kolumbien hat sehr wenige Vorteile, jedoch sehr viele Nachteile. Kompromisslösung mit Leben in Spanien habt ihr erwogen? Registrierte Partnerschaft dort abschließen und fertig... Bzw. für 2-3.000 kann diene Freundin ein Jahr lang in Spanien studieren, da hättet ihr genug Zeit euch kennenzulernen - wird immer noch billiger sein als nach KOlumbien auszuwandern....
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Ernesto
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Beitrag von Ernesto »

@@SaMZoN91

Ich hatte vergessen noch zwei Jobportale zu nennen die schon seit vielen Jahren existieren.

elempleo.com

indeed.com.co

Bestimmt hast du noch viele Fragen, wir versuchen zu helfen.
Viel Glück bei deinen Vorhaben und treffe eine sichere Entscheidung ;-)

Gordi_K
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Beitrag von Gordi_K »

Hallo Lasse,

jetzt habe ich deine Posts nochmals durchgelesen... Ich glaube du bist im gleicher Situation wie ich vor ca. 4 Jahren - deswegen werde ich über meine damaligen Überlegungen reden, ob du die für sinnvoll betrachtest ist dir überlassen.

In Kolumbien ist Mindestlohn gleichzeitig der Durchschnittslohn, bzw. 60% der Kolumbianer verdienen den Mindestlohn oder weniger... Meine Frau hat mit Uni-Abschluss nach ca. 3 Jahren Erfahrung in einer kolumbianischen Niederlassung eines europäischen Konzerns ca. 500 €/Monat verdient, das sind 6.000€ netto/Jahr. Sie war damals nicht in der Lage, alleine eine Miete zu zahlen/sich ein Auto kaufen etc. D.h. sollten wir nach Kolumbien zurückkehren und wenn meine Frau einen Job finden würde, könnte sie alleine unser leben nicht finanzieren. Ich habe keinen schlechten Job, wenn ich mit viel Glück in Kolumbien einen guten Job finden würde (15 - 20.000€ netto/Jahr), das ist für europäische Verhältnisse nicht viel.... Kurz und gut: in Europa konnte ich unser Leben aus den laufenden Einkünften finanzieren (inkl. Sprachkurze, Gesundheitsversicherung, Familienbesuch in Kolumbien etc. - wir haben halt eine kleine Wohnung, dann gehen sich die anderen Ausgaben aus) - in Kolumbien könnten wir uns kaum eigene Wohnung finanzieren können (in einem normalen Viertel).

Für mich wäre es sehr schwierig, einen Job zu finden. Meine Frau kommt aus Cali, dort sind ein Paar große Unternehmen. Deutsch ist in Kolumbien kaum ein Vorteil, Englisch sprechen alle Uni-Absolventen. In Kolumbien gibt es kaum Unternehmen mit Konzernsprache Englisch/Offerte für Jobs nur mit englischer Sprache... Das man in Europa einen guten Job gehabt hat ist kein Nachteil - aber wie alle HR-Manager wissen, es ist immer besser, wenn die Person mit der lokalen Kultur Erfahrungen hat - in Kolumbien hätte ich also kaum einen kompetitiven Vorteil bei der Jobsuche. Dagegen in Wien gibt es immer wieder Jobangebote mit Spanisch als Muttersprache und Englisch, wo kein Deutsch verlangt wird... Nach ca. 1 Jahr hat meine Frau einen guten Job gefunden, ob es bei mir in Kolumbien so schnell gehen würde ist eine große Frage.

Bedenke auch die gesamtausgaben. Einer der Partner will zumindest einmal pro Jahr die Familie besuchen - kostet schnell 3.000€/Jahr. Gute Bildung ist in Kolumbien sehr teuer, das Land ist instabil etc. Klar fehlt meiner Frau die Familie, aber sie und auch die Familie sind ziemlich glücklich, dass sie aktuell in Kolumbien nicht anwesend ist (die Zukunft Kolumbiens schaut nicht gerade rosig aus...).

Wir haben damals über Leben in Kolumbien deswegen nachgedacht, da wir uns nicht gut genug gekannt haben und für uns biede kam nicht in Frage, sich nur wegen der Visa zu heiraten. Meine Frau hat damals in Spanien studiert, deswegen haben wir uns entschieden, dass sie noch einen halbjährigen Uni-Kurs mach, damit sie noch ein Jahr in Spanien legal bleiben darf (mit Sprachkurz sollte es in DE auch klappen...). Nach dem einem Jahr sind wir eine registrierte Partnerschaft eingegangen - und jetzt planen wir Hochzeit... Klar, die Auflösung einer registrierten Partnerschaft kann auch teuer sein, falls einer die Beziehung als Geldquelle sieht - aber in einem Jahr in Kolumbien würde ich mehr verlieren als mit ev. Scheidung...
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Nube13
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Beitrag von Nube13 »

Hallo Lasse,
ich finde die Beiträge von Gordi sehr aussagekräftig.

Habe auch meinen kolumbianischen Partner gefragt, was er zu deinem Vorhaben meint und er sagt, dass generell viele Jobs einfach über Kontakte vergeben würden. Ein Netzwerk und gute Spanischkenntnisse schaden dabei sicherlich nicht. Größere Firmen inserieren evtl. online; du kannst ja auch mal bei LinkedIn schauen. Er sagte auch, ohne Spanischkenntnisse könne man höchstens als Englisch- bzw. Deutschlehrer arbeiten... vielleicht ist der DAAD auch eine interessante erste Anlaufstelle für dich?

Wenn du in Deutschland einen Job hast, könntest du ja auch versuchen einen Deal für Remote Work mit deinem Arbeitgeber auszuhandeln. Sprich du fliegst nach Kolumbien und arbeitest halt für 90 bzw. 180 Tage von dort. Wie das steuerlich aussieht kann ich dir nicht sagen, aber wäre ja vielleicht eine Recherche wert. Die Zeitverschiebung ist natürlich nicht ideal...
Oder du arbeitest eine Zeitlang in Teilzeit von Kolumbien aus um die Zeitverschiebung auszugleichen und das Land erst mal besser kennen zu lernen.
Das "Problem" der 180 bzw. 90 Tage maximaler Aufenthaltsdauer bleibt natürlich bestehen, wäre ja aber eine Option um erst mal zu schauen, was du vor Ort für Optionen ausfindig machen kannst (ich würde mich trotzdem so viel wie möglich vorher informieren damit du nicht die 180 Tage vor Ort "verballerst" für Internetrecherche, die du vielleicht schon von DE aus hättest machen können).

Und was ich dir auch noch empfehlen kann um dein Spanisch aufzubessern ist Bildungsurlaub. Habe ich 2019 für 2 Wochen in Costa Rica gemacht und es war super und hat mir für mein Sprachlevel viel gebracht!
Für was du dich auch entscheidest, wünsche ich dir viel Glück! :)

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Beitrag von SaMZoN91 »

Hallo liebe Community,

vielen Dank für eure zahlreichen Tipps, Anregungen und Beiträge. Ich freue mich wirklich sehr über die rege Beteiligung und Zeit die ihr investiert mir zur Seite zustehen. Ich hoffe, eines Tages und mit einiger Kolumbien Erfahrung mehr, kann ich irgendwann dasselbe auch für andere Mitglieder tun :)

@Genuasd
Tatsächlich kenne ich meine Freundin persönlich. Ich war zwar noch nicht in Kolumbien, aber bereits in anderen Teilen Südamerikas und ein Urlaub kommt nicht in Frage. Ich möchte kein Geld verbrennen und zig mal hin und her fliegen. Meine Arbeit hier in Deutschland habe ich bereits gekündigt. Eine gemeinsame Zukunft in Europa kommt für Sie in Frage, allerdings zum jetztigen Zeitpunkt nicht für mich. Ich persönlich möchte zunächst einmal die Erfahrungen dort gemacht haben bevor ich eine Entscheidung treffen möchte, wo ich mir eher eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann. Für sie ist jeweils beides in Ordnung.

@Gordi_K
Vielen Dank für die langen Ausführungen deiner Gedanken. Das weiß ich sehr zu schätzen. Besonders der finanzielle Aspekt ist ja niemals außen vor zu lassen. Ich lese mich auch gerade in die Lohnstrukturen und Wirtschaftsthemen ein und finde es auch teilweise erschreckend, wie wenig Lebensqualität man sich mit einem "Durchschnittslohn" erarbeiten kann. Deine Hinweise sind daher sehr gut, da du mit deiner Erfahrungs sprichst. Einen Kompromis in Spanien sehen wir derzeit nicht.

Ein kurzer Einwurf: Ich habe von euch wirklich viele wertvolle Tipps bekommen, dafür bin überaus dankbar. Ich sehe aber auch, dass es viele kritische Gedanken zu lesen sind. Daher möchte ich noch einmal etwas klarstellen. Zum jetzigen Zeitpunkt, interessiert mich nicht wieviel ich verdiene, da Geld kein Thema ist. Zumindest in einer absehbaren uund planbaren Zeit. Ich plane keine Familie und somit habe ich derzeit auch keine Sorge was die Bildung potenzieller Kinder betrifft. Sollte ich einmal Kinder haben, ist das ein anderes Thema. Aber da sehe ich mich noch nicht. Das Thema Sicherheit ist für mich Zweitrangig. Mir ist aus diversen Reiseberichten das Gewaltpotenzial bekannt. Auch ist mir bewusst das teilweise ein Menschenleben nicht so viel Wert ist wie hier in Europa, wenn man sich vor Augen führt, welche Art der Kriminalität dort teilweise vorherrscht. Sicherlich werde ich mich komplett einmachen, wenn es zu einer brenzligen Situation kommen sollte, allerdings möchte ich meine Bedenken diesbezüglich nicht über meine Wünsche einer längerfristigen AUslandserfahrung bestimmen lassen. Was die Arbeit betrifft. Sollte es nicht möglich sein über eine Anstellung in Kolumbien bleiben zu können und SOLLTE es mir dort gefallen werde ich nach anderen Möglichkeiten suchen müssen. Ich bin ja nicht der erste der es geschafft hat auszuwandern. Es gibt sicherlich einen sinnvollen Weg. Die Rückkehr nach Deutschland, sollte es mir nicht gefallen it jedoch gesichert. Ich habe eine große Familie zu der ich jederzeit zurückkehren kann und wo ich aufgefangen wäre.

@Ernesto
Vielen lieben Dank für das Posting der Jobportale. Dort werde ich nachher direkt mal reinschauen. :)

@Nube13
Super, dass du mit mir teilst, was du mit deinem Partner besprochen hast. Ich bedanke mich sehr für deinen Tipp. Leider ist Remote Work leider nicht mehr möglich, da ich meinen Job bereits aufgegeben habe. Ich habe bereits Lernmaterialien angeschaft und habe einige Kontakte mit denen ich Spanisch spreche. Es wird täglich ein Stückchen besser. Das meinste verstehe ich bereits, nur das sprechen (also das formulieren) fällt mich noch etwas schwer :D Ich werde später mal schauen was ich unter der DAAD finde. Klasse danke dir! Auch dir viel Glück bei allem was du vorhast!
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Ernesto
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Beitrag von Ernesto »

@SaMZoN91

Bist du in meinem ersten Beitrag dem Link VISUM gefolgt? Dort findest du alle existierenden Varianten übersichtlich gelistet.
Schon mal an ein Studentenvisum gedacht? Du schreibst dich an einer Uni ein und belegst einen Kurs Spanisch für Ausländer.
Ein anderer Weg wäre über deine Freundin. Eine eingetragene Partnerschaft.

Wenn du als Tourist einreist, hast du 180 Tage Zeit, eine sichere Entscheidung zu treffen.
Da du das erste Mal nach Kolumbien gehst, ist langsam, aber sicher bestimmt die beste Empfehlung.

Du schreibst in deinem letzten Beitrag [...]das Thema Sicherheit ist für mich zweitrangig[...], das solltest du so nicht stehen lassen. Sicherheit und dein Leben sollten immer an erster Stelle stehen.

Vergesse bitte nicht vor deiner Reise eine Reisekrankenversicherung, die auch Covid-19 beinhaltet, abzuschliessen.

Auf meine Frage, ob du gegen Corona geimpft die Reise antrittst, bist du leider nicht eingegangen.
Beim Auswärtigen Amt kannst du folgendes nachlesen: Landesweit beträgt die Inzidenz mehr als 200 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb Kolumbien als Gebiet mit besonders hohem Infektionsrisiko (Hochinzidenzgebiet) eingestuft ist.

Genuasd
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Beitrag von Genuasd »

@ Lasse
Dann bleibt ja nicht mehr viel zu sagen, außer viel Spaß und gutes Gelingen in Kolumbien.
ich schätze du wirst dann wohl als Tourist einreisen.
Bleib doch dem Forum erhalten und berichte mal von Zeit zu Zeit, da werden sicher auch noch ein paar Fragen (oder sonstiges) aufkommen ;)

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