Meine Reise zum Indigenendorf der Tikuna - San Martín de Amacayacu

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Lakima
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Meine Reise zum Indigenendorf der Tikuna - San Martín de Amacayacu

Beitrag von Lakima »

San Martín ist ein Indigenendorf der Tikuna und liegt am Amacayacu, einem Zufluss des Amazonas.
Anreisen kann man mit einem Schnellboot von Leticia aus. Das Schnellboot Richtung Puerto Narino braucht ca. 1,5 Stunden bis zur Haltestelle Amacayacu, die aus einem Schild besteht. Von hier muss man nochmal einmal ein kleines Boot nehmen um dann den Amacayacu hochzufahren. Nach ca. 20 Minuten taucht das Dorf auf.
Ich war mit einer Gemeinschaft aus der Schweiz zu einem 2-wöchigen Seminar verabredet.
Es ging um Meditation und Freundschaftsaustausch.
Uns war sehr daran gelegen, die Menschen und die Kultur kennen- und verstehen zu lernen.

Ich hatte eine kleine Waldlichtung mit vielleicht 100 Menschen erwartet und staunte nicht schlecht als wir ankamen.

In San Martín leben 700 Menschen. Weil es zur Regenzeit teilweise überflutet ist, sind die Häuser auf Holzbeinen gebaut.

Eine Holländerin namens Heike ist vor 18 Jahren nach San Martín gezogen. Sie ist mit einem Tikuna verheiratet und hat im Dorf einen Gästebetrieb aufgebaut.
Das Dorf wurde 1976 gegründet und damals gab es wohl nur 30 Menschen, so erzählte uns Jose, Heikes Mann.
Er beschäftigt sich viel mit Politik und der Frage, ob sein Volk es schaffen kann, den Amacayacu Nationalpark zu erhalten.
Soweit ich es verstanden habe wurde ihnen dieses Gebiet quasi zugeschrieben, von der Regierung.
Es war sehr ergreifend wenn er davon erzählt hat, dass er die Kultur, die Sprache erhalten möchte und wie er damit umzugehen versucht, dass die Kinder sich Ferraris wünschen und Fernsehen möchten.

Heike ist super, spricht fließend Englisch und Spanisch und hat sehr viel Ahnung von Flora und Fauna. Sie kam als Biologie Studentin und hat eine Arbeit über Blattschneideameisen geschrieben.
Deshalb lohnt sich ein Besuch schon alleine um sich mit ihr zu unterhalten.

Es werden verschiedene Ausglüge angeboten, zu den Flutgebieten in Peru, ein Dschungelspaziergang bei Tag oder Nacht, ein Rundgang über die Felder der Tikuna, ein Ausflug zu einer Affenrettungsstation und ein Ausflug nach Puerto Nariño.
Außerdem kann man lernen Armbänder nach Tikuna Art zu machen oder töpfern.

Alles wird von Guides aus dem Dorf begleitet.

Ich habe den Armbandworkshop mitgemacht. Man lernt wirklich vom Palmblatt bis zum Armband, alle Arbeitsschritte.

Auch der Ausflug zur Affenstation war sehr schön. Es gibt sehr zarte Affen, doch das Ziel ist, die Affen wieder auszuwinden.

Leider hatte ich eine Woche lang schlimmen Durchfall und noch schlimmere Darmkrämpfe, weshalb ich nicht an allen Ausflügen teilnehmen konnte.

Das Dorf ist sehr beeindruckend.

Mittelpunkt ist der Fußballplatz. Hier wird jeden Tag ab um 15 Uhr gespielt. Dann ist das halbe Dorf versammelt und es geht rund.
Wenn was schiefgeht wird gerne gelacht und wenn was klappt gejubelt.
Wer mitspielen möchte, muss einen Einsatz zahlen.

Beeindruckend war für uns auch, wie die Menschen mit dem Kommen und Gehen des Wassers leben und dass sie wirklich nur mit Regen- und Flusswasser leben und dass sie Bretter aus Bäumen nur mit einer Kettensäge schneiden.

Als wir da waren war Schmetterlingszeit und es gab sie in allen Farben, Formen und Größen.

Wir haben uns als Gruppe sehr willkommen gefühlt.

Am zweiten Tag habe ich ein paar Jungs kennengelernt, die mir Huito ausgegeben haben.
Das ist eine Pflanzenfarbe die die Haut ein paar Tage lang schwarz färbt.
Auf meiner weißen Haut war es eher dunkelblau.

Im Dorf gibt es ein paar Läden, die Getränke, Snacks und Artesanías Verkaufen.

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