Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Allgemeines zu Land und Leuten und die vielen Fragen, die nichts direkt mit der Reise zu tun haben.
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Nasar
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Re: Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Beitrag von Nasar »

⇒ Letzter Beitrag der vorhergehenden Seite:

makopp5 das hat doch sehr viel mit dem Thema zu tun. Kenne ich Kolumbien dann sehe ich es mit ganz anderen Augen als jemand der nur theoretisch fragt.
Dennoch möchte ich dich sehr höflich bitten keine Gegenfragen zu stellen, denn meine Frage war nicht an dich gerichtet.
Nun habe ich eine Frage an dich an die Person die alles so gut macht wie kein anderer. Du lebst nun fast 15 Jahre glücklich verheiratet (setze ich voraus) im Estrato alto de Medellin. Nach 15 Jahren Ehe hat man Kinder. Auf welche Schule gehen deine Kinder? Deutsche Schule oder auf eine staatliche Schule? Hat nichts mit dem Thema zu tun. Ich würde es gerne wissen. Dann hat Don Patronelli deinen Rat neue Leute in die Barrios von Cartagena zu verweisen kritisiert. Damit hatte er recht, denn das war vollkommen verantwortungslos.
Fünf sind geladen, zehn sind gekommen, gieß Wasser zur Suppe, heiß alle willkommen.

makopp5
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Re: Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Beitrag von makopp5 »

Nasar
ich finde Schade, dass es von deiner Meinung nach nicht wichtig ist, jemandem seinen niedrigen fairen Lohn zu bezahlen und dann die Sozialversicherung als nicht so wichtig anzusehen. Du folgst gern den schlechten BEISPIELEN? Darum meine Frage an dich, willst du fuer ein Minimo arbeiten und keine Sozialleistungen zu bekommen, nur weil es andere so machen? Spaeter beklagst du dich wieder darueber, dass die Krankenversicherung schlechte Leistungen bringt, oder die Rente so niedrig ist, oder jemand in Armut leben musss, da er einen Arbeitsunfall hatte und jetzt nicht mehr arbeiten kann? Willst du nicht, dass sich die Situation in Kolumbien bessert? Willst du nicht, dass Angestellt eine Krankenversicherung fuer sich und ihre Familie haben? Leistungen aus einer Sozialversicherung kann man nur beanspruchen, wenn man auch dafuer bezahlt.
Der Poster war im Barrio in Cartagena und war zufrieden. Ich finde es uebrigends viel verantwortungsloser, unerfahrenen Leuten zu verstehen zu geben, dass eine Sozialversicherung nicht so wichtig ist, da es vielleicht Arbeitgeber gibt, die gesetzeswidrig Sozialversicherung nicht fuer ihre Angestellten bezahlen.
Zuletzt geändert von makopp5 am 26. Januar 2011, 01:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Eisbaer
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Re: Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Beitrag von Eisbaer »

@Nasar bitte beim Thema bleiben. Cartagena und Fragen zur Familie von makoop5 haben hier nichts zu suchen.

Danke sagt Euer Eisbaer
Du bist mit unserer Hilfe zufrieden! Dann hilf bitte mit einer kleinen » Spende « Danke und Vergelt's Gott!

makopp5
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Re: Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Beitrag von makopp5 »

Nasar
uebrigends ist es fuer mich ein Menschenrecht, einem Angestellten die gesetzliche Sozialversicherung zu bezahlen.

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Ramiro / Hermannus
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Re: Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Beitrag von Ramiro / Hermannus »

Noch viel Vergnügen beim fröhlichen "Forums-hickhack" ;)

Bergfan
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Re: Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Beitrag von Bergfan »

@hermannus, mich würde sehr interessieren ob du es schaffst ihn ordnungsgemäss anzumelden, wenn er nur halb arbeitet. Soweit ich weiss, nehmen die Krankenversicherungen einen nur für einen Prozentsatz des Mindestlohnes oder mehr auf. Uns wurde gesagt, dass die Krankenversicherung mindesten 160000 sei. Wenn man also nicht wirklich die vollen 48 Arbeitsstunden braucht, sondern nur 15 ist das ziemlich teuer im Verhältnis zum Lohn.

Ich stimme dir und makopp zu: nur weil allgemein viele Menschen ausgenutzt werden und unter Mindestlohn gezahlt wird, soll man das noch lang nicht nachmachen. Gerade am Land und in strukturschwachen Gegenden geht das oft sehr in Richtung Ausbeutung. Kein Wunder wenn die Leute dann unzuverlässig sind und nicht wiederkommen! Wenn man ordentlich bezahlt, dann findet man "meist" auch ordentliche Leute.

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Ramiro / Hermannus
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Re: Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Beitrag von Ramiro / Hermannus »

Bergfan, wie makopp schon schrieb, den Versicherungsbeitrag müßte man für die Vollbeschäftigung zahlen , wenn man aber bedenkt dass der volle Lohn logischerweise das doppelte ausmachen würde braucht man das nur gegenzurechnen um zu sehen dass man mit dem "medio salario integral mínimo " besser fährt da ja die eventuellen Überstunden schon im Lohn includiert sind , man braucht nur meinen ersten Beitrag zu lesen.
Mir ist vor allen wichtig Spielraum bezüglich Arbeitszeit zu haben und dem Angestellten eine gewisse Sicherheit zum Vorausplanen zu geben , wer mich persönlich kennt weiß dass bei mir niemand übervorteilt wird , ganz im Gegenteil, ich bin oft viel zu gutmütig .
Natürlich finde ich genauso wie Du dass man zuverlässige Leute finden kann wenn man korrekt und menschlich handelt, wer will sich denn im privaten Umfeld mit jemanden umgeben dem man nicht trauen kann, das ganze muss einfach Sinn ergeben und ich freue mich schon ein bißchen zu Gärtnern und Bäumchen zu Pflanzen und vieles vieles mehr um alles blühen und gedeihen zu sehen.
---------------------------------------
Salario integral mínimo para el 2011
El salario integral mínimo para el año 2011 es de $6.962.800, incluyendo el factor prestacional.
Recordemos que el salario integral mínimo es de 10 salarios mínimos legales mensuales más un 30% considerado factor prestacional.
Esto quiere decir que el salario integral mínimo debe ser el equivalente a 13 salarios mínimos mensuales.
Tenemos entonces que:
Salario mínimo 2011: 535.600
Salario integral mínimo: 535.600 x 10 = 5.356.000
Factor prestacional: 535.600 x 3: = 1,606,800
Total: 6,962,800

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8.5 % von 6 962 800 COP sind 591 838 COP
591 838 : 12 = 49 319,833 COP Krankenversicherungsbeitrag pro Monat

Sollte ich etwas übersehen haben , bitte mich zu korrigieren.

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Ramiro / Hermannus
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Re: Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Beitrag von Ramiro / Hermannus »

@Refrajo
Danke für den Hinweis !
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schweizer
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Re: Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Beitrag von schweizer »

Ich habe fast ein Jahr als Fahrer fuer eine reiche Kolumbianische Familie gearbeitet. Meine Versicherung zahle ich selbst, was fuer mich den grossen Vorteil hat das ich auch weiss das sie bezahlt ist. Das Auto war vollkaskoversichert. Es wurde auch hier nach Stunden abgerechnet. Die Leute waren sehr lieb zu mir. Haben mich sehr gut behandelt und auch gut bezahlt. Durch meine Scheidung und einen Ortswechsel musste ich diese Arbeit leider aufgeben.

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Ramiro / Hermannus
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Re: Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Beitrag von Ramiro / Hermannus »

@Schweitzer
Sehr interesant Deine Geschichte.

@Bergfan
"Uns wurde gesagt, dass die Krankenversicherung mindesten 160000 sei."
Bergfan , Deine 160000 gehen mir immer noch im Kopf herum, würdest Du Sie zuordnen ?, ...pro Monat ?,.....

makopp5
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Re: Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Beitrag von makopp5 »

Jemanden nach Stunden zu bezahlen, der staendig fuer einen arbeitet, halte ich fuer risikoreich, da durchaus unterstellt werden kann, dass es sich um ein regelmaessiges Arbeitsverhaeltnis handelt und Probleme bei einem Unfall oder Krankheit auftreten koennen. Wenn er sich selbst nicht versichert, da es zu wenig Einkommen ist, um eine Versicherung zu bezahlen.
15.000 fuer eine Tag Arbeit zu bezahlen ist absolute Ausbeutung.
Wenn ich den neuen Mindestlohn von ca. 540.000 nehme und alle Sozialleistungen, Prima und Urlaub dazunehme, dann komme ich auf Gesamtkosten von monatlich 847.800 Pesos. Wenn ich dies durch 25 teile, komme ich auf 34.000 Pesos taeglich.

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Ramiro / Hermannus
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Re: Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Beitrag von Ramiro / Hermannus »

Die Vorstellung hinsichtlich des "All-Rounders" ist durchaus realistisch aber da spielen noch einige ander Faktoren mit ,z.B., Entfernung des Wohnortes usw., was Schlußendlich die beste Lösung ist wird sich noch herausstellen müssen , jedenfalls weiß ich jetzt wohin ich mich wenden muss wenn Not am Manne ist :)

Bergfan
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Re: Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Beitrag von Bergfan »

@hermannus: die 160000 bezogen sich auf den Monat und sind Krankenversicherung und Pension. Das eine geht ohne das andere nicht. Wenn du dir die Zahlen von makopp ansiehst, kommt das auch wieder ungefähr hin.

Wie "gefährlich" es ist solche Scheinselbständigen zu beschäftigen hängt von vielen Faktoren ab. Hausangestellte können klagen, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen und gewinnen dann fast immer. Meist zurecht, aber natürlich nicht immer, zudem ist es auch das Problem, dass sich Privatleute oft keine 800000 Pesos im Monat leisten können, die es eben kosten würde, wenn man alles legal macht. Es ist auch nicht einfach sich eine empleada zu teilen. Freunde von uns haben das versucht, es hat nicht geklappt. Es gibt da auch riesige Unterschiede nach der Region.

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Ramiro / Hermannus
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Re: Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Beitrag von Ramiro / Hermannus »

@Bergfan
Danke für die Erläuterung, da sieht man wieder dass es gar nicht so leicht ist wenn man alles Ordnungsgemäß machen will, für eine Vollzeitbeschäftigung muss dann natürlich auch genügend Arbeit vorhanden sein sonst wäre dass ein teures Hobby, so oder so, es wird sich schon eine Lösung finden.
Die Sache mit den Scheinselbstständigen wäre mit der weiter oben erwähnten Lösung bzw. Person nicht "gefährlich" , auf jeden Fall bin ich bemüht eine soziale Lösung zu finden und da kann man einfach die auch von Dir weiter oben erwähnte Tatsache dass gerade auch am Land die Einheimischen es nicht leicht haben Arbeit zu finden nicht außer Acht lassen.

makopp5
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Re: Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Beitrag von makopp5 »

hermannus
eine soziale Loesung ist, ihm die Sozialversicherung zu bezahlen, oder? Dann hat er wenigsten eine Absicherung fuer sich und seine Familie.

makopp5
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Re: Frage zu Kosten eines Angestellten in Kolumbien

Beitrag von makopp5 »

Wenn du nur ein Salario Minimo anteilig bezahhlst und nicht einmal sicher bist, ob er noch andere Jobs hat, dann kann sehr schnell ein Arbeitsverhaeltnis unterstellt werden. Deine Freundin verdient deutlich mehr als nur ein Salario Minimo. Sie hat sich bei der DIAN eingeschrieben etc. Das zeigt deutlich, dass sie selbststaendig ist. Aber nicht, wenn ein Hilfsarbeiter staendig fuer ein anteiliges Salario Minimo arbeiotet und selbst nicht das Geld hat den Rest fuer seine Sozialversicherung zu bezahlen.

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