Heirat in D als gebürtige Kolumbianerin - Dokumente und Name

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karen96
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Heirat in D als gebürtige Kolumbianerin - Dokumente und Name

Beitrag von karen96 »

Hallo zusammen,

neu hier und direkt auf der Suche nach Hilfe :D

Mein Freund und ich wollen kommendes Jahr in Deutschland heiraten. Wir sind beide Deutsche, ich war vor meiner Einbürgerung aber Kolumbianerin und wurde auch dort geboren. Die kolumbianische Staatsangehörigkeit musste ich abgeben, bin also "nur noch" Deutsche.

Meine erste Frage wäre:
Für die Anmeldung der Eheschließung will das Standesamt meine "original Geburtsurkunde", also in meinem Fall ja die beglaubigte Kopie des Registro de nacimiento. Man will mir aber nicht sagen, wie alt die Kopie denn sein darf.
Das ist für mich deswegen wichtig, weil ich eine alte Kopie von vor fast 20 Jahren habe, die ich auch für die Einbürgerung vor 10 Jahren noch problemlos genutzt habe und nur noch neu von einem in Deutschland beeidigten Übersetzer übersetzen lassen müsste (die alte Übersetzung erfüllt die Voraussetzungen des Standesamt nicht). Wenn ich diese Kopie benutzen könnte - alles fein. Wenn nicht - nun ihr kennt das, Antrag auf neue Kopie bei der Notaria in Kolumbien, Apostille, Dokumentenversand nach D, etc. Also im Vergleich extrem zeitraubend, aufwendig und teuer. Den Stress würde ich mir gern ersparen.
Hat jemand Erfahrung damit, was die in so einem Fall ausreichen lassen? Feste Richtlinien scheint es da ja nicht zu geben...Hier schreiben viele ja über eine Heirat mit einem Kolumbianer/einer Kolumbianerin, aber ich habe noch nichts über jemanden mit einer vergleichbaren Geschichte gelesen wie es bei mir mit der Einbürgerung der Fall ist.

Zweite Frage:
Es steht zur Debatte, ob ich den Namen meines Freundes annehme. Da ich nur die deutsche Staatsangehörigkeit habe, gilt auch nur deutsches Namensrecht.
Nun habe ich mich gefragt, stört sich daran später jemand in Kolumbien? Muss in Kolumbien jemand ggf. davon unterrichtet werden? Die kolumbianischen Behörden und ich haben ja eigentlich nichts mehr miteinander zu tun, aber man weiß ja nie :D

Ich hoffe, jemand kann mir da vielleicht ein bisschen helfen :)
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Ernesto
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Heirat in D als gebürtige Kolumbianerin - Dokumente und Name

Beitrag von Ernesto »

Die Standesämter haben viel Ermessensspielraum, daher denke ich, dass es das Beste ist, dort nochmals konkret nachzufragen, um in Erfahrung zu bringen, was genau und in welcher Form von dir verlangt wird, denn dies kann je nach Fall und Standesamt unterschiedlich sein!

Normalerweise heisst es: Geburtsurkunde im Original (Ausstellungsdatum nicht älter als 6 Monate) oder beglaubigte Abschrift, welche die Namen der Eltern ausweist. Eine Übersetzung der Urkunde ist eventuell erforderlich. Eine Taufurkunde ist nicht ausreichend. Wurde einer der Verlobten eingebürgert, ist die Einbürgerungsurkunde vorzulegen.

Was den Namen betrifft, muss laut meinem Kenntnisstand in Kolumbien niemand davon unterrichtet werden. Ich kenne Familien, die haben in Deutschland den Namen des Mannes und in Kolumbien ihren alten Namen.

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karen96
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Heirat in D als gebürtige Kolumbianerin - Dokumente und Name

Beitrag von karen96 »

Danke für die schnelle Antwort!

Das ist es ja, was mich extrem gewundert hat: Ich habe bereits mehrfach nachgefragt, aber nie eine Antwort bekommen. Den Hinweis auf "nicht älter als X Monate" hatte ich ebenfalls nicht. Ich habe tatsächlich auch bereits mit einer Standesbeamtin aus einem anderen Amt gesprochen und die meinte, es kann durchaus sein, dass wegen meiner deutschen Staatsangehörigkeit diese Aktualitätsregel ggf. nicht gilt oder zumindest nicht für die Urkunde selbst, aber für die Übersetzung (aber auch, dass das wieder jedes Amt anders handhabt).
Deswegen dachte ich, ich frage hier mal rum, wie das bei anderen so gelaufen ist. Aber da das tatsächlich wohl so einzelfallspezifisch zu sein scheint, muss ich mich wohl wirklich gedulden, bis endlich jemand aus meinem Standesamt eine verbindliche Auskunft erteilt :lkom:

Die Dame vom Standesamt, mit der ich bisher per Mail kommuniziert habe, scheint auch von der Sorte derjenigen zu sein, die nicht verstehen wollen, dass man in Kolumbien keine original Geburtsurkunde im deutschen Sinne an die Betroffenen herausgibt...
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Ernesto
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Beitrag von Ernesto »

Auch in Deutschland gibt es keine Originalurkunden zur Vorlage im Ausland ...
GKD hat geschrieben: 29. Apr 2015, 04:56 Ein Originaldokument gibt der Notar in Kolumbien nicht raus.
(In Deutschland übrigens auch nicht)
Der Ablauf um ein Dokument in Deutschland beglaubigt abzugeben, ist wie folgt:
  1. Beglaubigte Kopie beim Notar einholen.
  2. Die Unterschrift des Notar's wird bei der Superintendencia de Notarías in BOG beglaubigt (ein Stepel mit drei Farben)
  3. Das Dokument wird vom Aussenministerium (Cancillería) mit der Apostille versehen.
  4. Das Dokument wird dann erst von einem vereidigten Übersetzer in Kolumbien (hier ist es billiger) übersetzt.
  5. Das Dokument, beglaubigt bis zur Apostille und übersetzt muss nach Deutschland gesendet werden.

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Beitrag von karen96 »

Ich weiß, wenn aber irgendwo Kopie daraufsteht drehen deutsche Beamte ja häufig durch wenn ein „Original“ gefordert wird 😅
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Holger78
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Heirat in D als gebürtige Kolumbianerin - Dokumente und Name

Beitrag von Holger78 »

Hallo Karen96

meine Frau war bei unserer Hochzeit noch Kolumbianerin und hat danach "nur" meinen Nachnamen getragen. Hier musste sie auf Grund der Namensänderung auch ihre Pässe ändern lassen. Das ging Problemlos über das Konsulat in Frankfurt.
Mittlerweile ist sie auch eingebürgert und musste ihre kolumbianischen Pässe abgeben.

Um deine Frage zu beantworten, es interessiert den kolumbianischen Staat überhaupt nicht, wenn du deinen Nachnamen änderst. Du bist Deutsche.

Zum Thema Geburtsurkunde. Die Tante meiner Frau hat vor kurzem wieder geheiratet. Sie ist allerdings noch Kolumbianerin. Hier waren die oben erwähnten Dokumente neu vorzulegen.
Wie du es aber schon erwähnt hast, kommt es glaube ich sehr auf das Amt und die Person an. Mein Vorschlag wäre hier, anstatt Mail Ping Pong zu spielen, fahre zum Standesamt und bespreche das mit der Person direkt. Dann hast Du Sicherheit was du alles und wie benötigst.

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karen96
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Heirat in D als gebürtige Kolumbianerin - Dokumente und Name

Beitrag von karen96 »

Hi Holger,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
Wegen Corona versperren sich die Standesämter in meiner Stadt weiter fast vollständig gegen persönliche Gespräche, aber wenn es so weiter geht werde ich mir das überlegen das ggf vor Ort zu forcieren oder zumindest Telefonterror machen 😂

Ich werde für die Interessierten hier auf jeden Fall zu gegebener Zeit ein Update dazu schreiben, welches Dokument das Amt akzeptiert hat :)

Dolfi
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Heirat in D als gebürtige Kolumbianerin - Dokumente und Name

Beitrag von Dolfi »

Kann schon ein Problem sein. Meine Frau hat meinen Nachnamen angenommen, als wir in Deutschland heirateten, sie hat also als ersten Nachnamen meinen und als zweiten den ihres Vaters. So auch im Aufenthaltstitel. In ihrem kolumbianischen Pass hat sie allerdings wie dort üblich den Nachnamen ihres Vaters und ihrer Mutter, was am Flughafen gelegentlich zu Nachfragen führt. Ich nehme sicherheitshalber immer eine Kopie unserer Heiratsurkunde mit.

Demnächst wird sie einen deutschen Pass haben, dann hat sich das Problem erledigt.
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Holger78
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Beitrag von Holger78 »

@Dolfi
das Problem hätte sie nicht, wenn ihr wie ich geschrieben habe, das auch im Konsulat meldet und einen neuen Ausweis etc. gemacht hättet.
Aber wie Du geschrieben hast, das hat sich ja bald erledigt :D

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karen96
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Beitrag von karen96 »

Kurzes Update für alle Interessierten: das Standesamt hat nach langen Telefonaten und Mail-Ping-Pong heute mitgeteilt, die alte Kopie würde (voraussichtlich?) akzeptiert werden.
Ob tatsächlich alles so klappt, sehen wir natürlich erst nach Einreichung der Unterlagen zur Anmeldung der Eheschließung. Fürs Erste freue ich mich erstmal. :)

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