[ERFAHRUNGSBERICHT] Einreise Deutschland (Visafrei) aus Kolumbien kommend


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navarre2020
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[ERFAHRUNGSBERICHT] Einreise Deutschland (Visafrei) aus Kolumbien kommend

Beitrag von navarre2020 »

Ich poste hier mal meine brandaktuellen Erfahrungen mit dem Empfang meiner Besucherin aus Kolumbien.

Nachdem ich ja viel im Forum gelesen und gefragt habe, entschieden wir uns für diesen ersten Besuch für einen LH Direktflug von Bogota nach Frankfurt, damit kein Stress mit Umsteigen und langen Wartezeiten entsteht.

Tickets im Dezember gebucht und das ging alles soweit glatt und reibungslos.

Da die Anfahrt nach Bogota auch mehrere Stunden dauerte, habe ich in Bogota in Flughafennähe eine Hotelübernachtung für sie gebucht, so dass sie bereits am Vortag anreisen konnte und den Reisetag ganz entspannt angehen konnte.

Da 3 Wochen Besuch geplant waren und es ja eindeutig touristisch angedacht war, haben wir also die visafreie Version angepeilt.

Ich habe eine Incoming Krankenversicherung beim ADAC gebucht und da dann gleich mal die Haftpflicht noch dazu die angeboten wurde (hätte ichs mal nicht gemacht, denn das kommt dem Grenzschutz "suspekt" vor- s.u.).

Verpflichtungserklärung war mir zu doof und bürokratisch, also habe ich ihr Geld geschickt (Tage * 45 EUR) um den Nachweis der ausreichenden Mittel sicherzustellen.

Dann ein wortreiches Einladungsschreiben mit meinen Daten, Ihren Daten, Grund der Reise und einer Verpflichtungserklärung geschrieben, dass sie während des Aufenthaltes in Deutschland freie Kost und Logis bei mir hat.

In der Hoffnung, dass so alles passt.

Nun, die Probleme begannen am Lufthansa-Schalter im Flughafen Bogota. Dort wurden alle oben genannten Dokumente und Papiere schon überprüft. Es scheint, dass die Lufthansa hier auf Nummer Sicher gehen will und vorab prüft, ob alles notwendige vorhanden ist um dann keinen gestrandeten Passagier in Deutschland versorgen zu müssen.

Der Luthansa Tante in Bogota fehlte jedenfalls eine Kopie bzw. ein Foto meines Personalausweises - Vorder- und Rückseite.

Ich wurde zum Glück nachts um 3 Uhr wach als das Telefon klingelte und das Problem konnten wir schnell aus der Welt schaffen.

Also mein Tipp: Schickt ne Kopie/Bild vom Perso mit der Einladung mit !

Dann in Frankfurt gelandet, wurde meine Besucherin von den Grenzschützern rausgefischt. Da sie nur spanisch spricht und wenig englisch, kam es wohl erstmal zu Missverständnissen. Sie rief mich dann an und ich hatte ein -finde ich- unerfreuliches Gespräch mit dem Mann vom Grenzschutz.

Ist wirklich schwierig in so einer Situation ruhig zu bleiben und den nicht anzupampen - weil der sitzt ja am längeren Hebel und kann sagen "Du kommst hier nicht rein"

Also es ging los. "Hier steht eine Dame die angibt, dass sie Sie besuchen will - mehr verstehe ich nicht, sie spricht kein DEUTSCH".

Ich freundlich "Ja das stimmt, das ist Frau xx yyy zzz bbb, geboren am xx.yy.cccc wohnhaft in Stadtname".

"Ja also, sie haben da ja ein sehr blumiges und umfangreiches Einladungsschreiben geschrieben, aber es fehlt eine Verpflichtungserklärung"

Ich "Ne, im Text steht, dass ich Kost und Logis übernehme, aber sie hat ja einen Banknachweis über ausreichend finanzielle MIttel für den Urlaub. Außerdem reist sie Visafrei zu touristischen Zwecken ein, wir haben die geforderte Incoming Krankenversicherung und eine Haftpflichtversicherung"

Er "Ja, das kommt mir auch seltsam vor. Wieso haben Sie eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen - befürchten Sie die Dame stellt hier was an?"

....da wäre mir schon fast der Kragen geplatz - was bildet der sich ein, was ist schlimm ne Versicherung zu haben?

Er legte aber noch einen drauf ... die folgenden beiden Sätze kam dann wörtlich ...

Er "Ja, den Banknachweis habe ich gesehen, aber das sind ja die kompletten finanziellen Mittel die da aufgebraucht werden für den Urlaub. Sehr seltsam."

und jetzt kommts ...

"WENN SIE SICH SCHON EINE DAME EINFLIEGEN - weswegen haben Sie dann keine Verpflichtungserklärung abgegeben"

Ich wäre am liebsten durchs Telefon gesprungen. Meine Besucherin tat mir so leid wie sie vor diesem Mr Wichtig Grenzschützer stand.

2 Mal tief eingeatmet und dann losgelegt.

"Wir haben uns vorab im Internet informiert. Die Reise ist 3 Wochen, es gibt ein Rückflugticket, das Ihnen sicherlich auch vorliegt. Nach meinem Kenntnisstand ist eine Verpflichtunsgerklärung nur bei VISA notwendig und kann durch den Banknachweis ausreichender finanzieller MIttel ersetzt werden. Außerdem steht eine Passage dazu im Einladungsschreiben. Die incoming KV liegt ihnen ebenfalls vor und mein Anbieter ADAC empfahl den Abschluss einer Haftpflichtversicherung, die ich übrigens persönlich auch habe und ich denke Sie selbst wahrscheinlich ebenfalls. Das Konto zum Nachweis der finanziellen Mittel wurde extra für den Urlaub angelegt und deshalb sind da jetzt auch nur genausoviele Pesos drauf wie notwendig sind. Mir war nicht bekannt, dass man mehr als die geforderte Summe nachweisen muss. Aber: Wenn Sie jetzt auf eine Verpflichtungserklärung bestehe, bin ich gerne bereit Ihr Formluar dazu zu unterschreiben"

Er bissig "Ich muss mich da jetzt mit meinem Vorgesetzen besprechen".

20 Minuten später stand mein Besuch vor mir und hatt inhaltlich vom Disput nicht viel mitbekommen.

Aber ich ärgere mich immer noch.

Wenns visafreie Besuchsreisen gibt und man alle Bedingungs übererfüllt - dass man dann suspekt wird. Und der A* sich dann beschwert, dass meine Besucherin kein Deutsch kann und mir zusätzlich ins Gesicht sagt "Wenn Sie sich schon eine DAME EINFLIEGEN". Das kam unheimlich abwertend rüber.

Beim nächsten Mal also doch ne Verpflichtunsgerklärung und keine Haftpflichtversicherung.

Sarkasmus: Sie hätte vieleicht das Wort "ASYL" sagen sollen um garkeine Papiere zu brauchen ...

Finde diese affige Einschränkung auf 90 Tage pro 6 Monate eh ziemlich einschränkend. Ich in doch ein freier Bürger und der Staat schreibt mir vor, wie lange ich Besuch -für den ich vollumfänglich aufkomme- zu mir einladen darf.

PS: Ich nehme an zusätzlich suspekt war, dass ihr Reisepaß brandneu war und bisher keinen Stempel drin hatte. Ich bin ja nur froh, dass die lieben Grenzschützer sie nciht gleich an die Zöllner weitergereicht haben um sie nicht noch einer Leibesvisitation unterzogen haben oder gleich zum Röntgen in Krankenhaus gekarrt haben.

WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND - ein bleibender erster Eindruck

desertfox
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Beitrag von desertfox »

Die Männer machen nur ihren Job im Einklang mit den Gesetzen und ihren Vorgaben. Was glaubst Du denn wie viele käufliche Damen auf die Art in Deutschland und der EU einreisen und dann ggfls hierbleiben? Hättest Du doch einfach eine Verpflichtungserklärung, das geht einfach und ruckzuck gemacht? Die ist aber auch ein Risiko falls die Dame plötzlich verschwindet, dann bist du haftbar…
Mit Asyl etc. hat das nichts zu tun, ist aber halt schnell dahingeschrieben.
Ggfls war die Dame etwas auffallend gekleidet, dickes kolumbianisches Make Up, da fällt man schnell durchs Raster.

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navarre2020
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Beitrag von navarre2020 »

Ich habe keine Ahnung wieviele käufliche Damen so einreisen um hier zu bleiben. Kannst Du mir da Zahlen nennen?

Und nein, meine Besucherin sieht meiner Meinung nach nicht danach aus und arbeitet auch nicht in dieser oder ähnlichen Sparten.

Ich finds halt schon krass: Man erfüllt alle Vorgaben und wird dann trotzdem so behandelt. Racial Profiling ?

Wie ich sagte: Wieso Verpflichtungserklärung, wenns der Gesetzgeber auch anders sieht und ermöglicht. Wir kennen uns seit 3 Jahren - ich hab kein Problem mit Verpflichtungserklärung, aber soweit ich weiss muss man die auf dem Auslnänderamt machen und wie in einem anderen Thread geschrieben wurde, wird die manchmal vom Amt garnicht beurkundet, wenn es nicht für ein Visum benötigt wird.

Asyl stand SARKASMUS dabei - da brauchts gar keine Unterlagen für ein "Willkommen in Deutschland" - in meinem Fall war alles bis aufs kleinste da und so nen Grenzschützer macht den dicken Molli.

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Beitrag von desertfox »

Das ist kein Racial Profiling..., wie gesagt, die machen ihren Job und nicht einen auf "dicken Molli" am Flughafen und die Dame fiel halt durchs Raster.
Ich war 40 Jahre im, Ausland…, in Deutschland ist es nicht anders, meist sogar viel besser, als in anderen Ländern, gehe mal nicht in die USA, das hast Du schnell Racial Profiilng.

Nico
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Beitrag von Nico »

@navarre2020

Danke das du uns an deinen Erfahrungen teil haben lässt. Euch beiden wünsche ich eine schöne Zeit in Deutschland.

Genuasd
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[ERFAHRUNGSBERICHT] Einreise Deutschland (Visafrei) aus Kolumbien kommend

Beitrag von Genuasd »

vermutlich ein etwas jüngerer Bundespolizist.
Spätestens beim "ich muss mal mit meinem Vorgesetzten sprechen" wurde wohl klar, dass er seine Unwissenheit mit Arroganz ausgleichen musste.

Der Kommentar zur Haftpflichtversicherung war einfach nur unverschämt, denn es kostet nichts und ist eine der Versicherungen, die jeder haben sollte und vermutlich auch er hat.
Sowie der Spruch mit der "Dame einfliegen" war extrem respektlos.
Da hätte ich auch mal von mir aus gesagt, dass ich auch mal mit dem Vorgesetzten sprechen möchte und hätte mir vorher nochmal den Namen von dem Herrn geben lassen.
Faust in die Tasche und diplomatisch bleiben ist da wohl trotzdem das beste was man tun kann, bringt ja nix.

Ich glaube als Fazit kann man mitnehmen, dass die Einreise über Frankfurt ist nicht unbedingt einfacher ist und womöglich sogar komplizierter.
Immerhin ist sie jetzt da.
Eine gute Zeit euch.

desertfox kann ich aber recht geben, dass gerade die USA da wirklich ganz extrem sind und auch ich wurde da mal selbst rausgefischt.
Saß dann in einem Raum mit 2 Indern, 1 Araber und 1 schwarzen; in dem Fall war ich wohl der Quotenweisse.

Fritzchen
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[ERFAHRUNGSBERICHT] Einreise Deutschland (Visafrei) aus Kolumbien kommend

Beitrag von Fritzchen »

@ navarre2020,
Eines der Länder die schon seit geraumer Zeit ohne Visum in die Bundesrepublik einreisen dürfen. Anscheinend drehen manche durch wenn sie einen Kolumbianischen Pass sehen.

Kurze Geschichte. Im Flugzeug auf den weg nach Frankfurt storniert eine Dame das gebuchte Hotelzimmer. Sofort hatte sie die Kripo am hals. Könnte ja ein Drogenkurier sein.🤣

Hamid
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[ERFAHRUNGSBERICHT] Einreise Deutschland (Visafrei) aus Kolumbien kommend

Beitrag von Hamid »

Die erste Aussage von @Desertfox trifft den Nagel auf dem Kopf und meint ganz bestimmt nicht, das die Dame Ähnlichkeit mit einer Dame des horrizentralen Gewerbe hat, deren Damen auch normal gekleidet einreisen.

Daraus resultiert die Tatsache, dass durch den Mißbrauch der Visafreiheit für 90 Tage und der Freizügigkeitsreglung Besucher von unbescholdenen Bürgern auch ihr Fett davon abbekommen, wenn "Last Man Standing" von seiner Auftragspflicht auf die Jagd schickt wird, um faules Obst vom guten Obst aufzuspüren - natürlich ärgerlich und zu gleich beängstigend, wenn da jemand am anderen Ende der Strippe in Sekunden über das Wohlwollen eines Paares entscheiden darf und die Dame oder den Herren in den selben Flieger setzen kann, mit dem diese oder dieser erst gerade ankam. Wer hat das noch nicht selbst auf seinem Flug in Frankfurt oder Amsterdam erlebt, wenn am Gate eine Tür mit Zugang aufs Rollfeld plötzlich kurz vor Boarding aufgeht und Beamte eine oder einen Ausreisepflichtige:n zum Boarding führen?

Die Laufhäuser sind voll von 90 Tage Damen. Jeden Tag kommen Flüchtlinge in D an. An den Flughäfen gibt es tatsächlich ankommende Passagiere, die sich den Eintritt erschleichen wollen. Single Damen sind mit ein Ziel der Beamten. Die Bundespolizei bekommt doch nach abgeschlossenem Boarding eine Liste aller Passsgiere - mit Vermerk zu einigen. Da reicht schon etwas zu viel Gepäck oder zu großer Altersunterschied. Aber ne Haftpflicht? Ist mir auch neu!

Aber was wir wissen ist - es ist auch gewollt. Es ist gewollt, dass es auch Ehrliche trifft. Denn man weiß, es wird sich herumsprechen, dass es auch Ehrliche treffen kann. Es ist der Bundespolizei bekannt, dass man sich in Foren darüber unterhält, wie man seinen Besuch sicher reinbekommt oder was Schmarotzer tun müssen, um nicht aufzufallen. Es soll sich niemand zu sicher fühlen. Es gibt sogar Menschen, die soviel darüber gelesen haben, dass sie deswegen keine Lust verspüren das Land zu besuchen, um sich dem auszusetzen.

Sein wir mal alle ehrlich: Würden wir alle als "Last Man Standing" jedem Besucher eines Bundesbürgers blind durchwinken? Sicherlich nicht! Wenn man bei diesem Beruf keine paranoide Züge schon von Natur aus mit sich bringt, dann bilden sich diese spätestens im ersten Dienstmonat. Dabei gehört zur cleveren Arbeitstechnik jemanden gezielt mit provozierenden Fragen oder Andeutungen aus der Spur zu werfen, damit der Beamte anhand dessen Erzählung erkennen kann, ob es dann immernoch eine Deckungsgleichheit beider Erzählungen gibt.

Das ist, wie bei einer simultanen Anhörung eines Paares wegen des Anfangsverdachts einer Scheinehe: Gleicher Zeitpunkt; Er bei der AB; Sie im Konsulat; Beide mit dem gleichen Fragekatalog zu ihrer Beziehung und vielen Dingen, die sie gemeinsam erlebt haben konfrontiert; Wenn sie ihn liebt und heiraten will, man sie aber nicht zum Zigarettenkaufen für ihren Liebsten schicken kann, da sie nicht weiß, welche Marke er immer vor ihren Augen geraucht hat, dann beginnen hier die Probleme.

Hierbei bist du mit deiner Erzählung und Argumentation dem Beamten sehr souverän geblieben. Ein zweites Mal wirst du über unsere Beamten nicht mehr sauer sein, da du ihre Arbeit verstehst, wie sie auch dein Anliegen verstehen.

Laßt diese Erfahrung hinter euch und genießt eure gemeinsame Zeit - suerte!

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navarre2020
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Beitrag von navarre2020 »

@Hamid

Danke für Deine Ausführungen. Der oben zitierte Absatz von Dir sollte aber meiner Meinung nach keine Relevanz mehr haben. Ich dachte die "wir checken mal, ob ihr ein Paar seid" Zeit ist vorbei, weil diese Regelung nur während Corona galt in der Einreisen nur für Liierte möglich war.

Auch verstehe ich die 90 Tage Regelung visafrei nicht, wenn man dann doch Vorbehalte hat und das individuell per Augenschein seitens des Grenzschutzes entschieden werden kann. Dann sollen sie das abschaffen und Visumspflicht wieder einführen. Da wird vorher alles relevante abgeklärt und eine Entscheidung getroffen. So ist es doof.

Naja, aber final hat es ja geklappt. Leider sind die 3 Wochen Zeit in Deutschland ja schon wieder um.

Bei der Heimreise gab es keinerlei Probleme (außer dass das Schicksal sich gegen die Abreise verschworen hatte: Erst Autoschlüssel verloren, dann Ersatzauto festgestellt, dass der Tank leer ist - Tankstelle geschlossen, dann festgestellt, dass die Flugtickets noch zuhause auf dem Tisch liegen, kurz vorm Boarding wurde dann das Gate noch verlegt und final auf der Busfahrt von Bogota zum Heimatort ihr Koffer verwechselt und ein fremder Mann nahm ihn mit. Der rief mich gerade eben an, dass er einen Koffer mit Frauenkleidung hat und das nicht ganz passend für ihn als Militär wäre ;-)

PS: Habt ihr Erfahrungen, ob es bei künftigen Reisen einfach wird - d.h. wenn schon Stempel erfolgreicher (Heim-) Reisen im Paß sind?

Genuasd
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Beitrag von Genuasd »

"Auch verstehe ich die 90 Tage Regelung visafrei nicht, wenn man dann doch Vorbehalte hat und das individuell per Augenschein seitens des Grenzschutzes entschieden werden kann. Dann sollen sie das abschaffen und Visumspflicht wieder einführen. Da wird vorher alles relevante abgeklärt und eine Entscheidung getroffen."

ist schon richtig, nicht einfach jeden durchzuwinken, trotz Visafreiheit.
Trotzdem finde ich auch, dass "die machen nur ihren Job", nur die halbe Wahrheit ist, denn so wie du es schilderst hat jemand seinen Job nicht besonders gut ausgeübt.
Hab auch noch eine Anekdote dazu.

Ich war vor 2 Jahren in Schweden, um jemanden zu besuchen. Da ich alleine unterwegs war, bin ich dem Grenzschutz aufgefallen und die haben meinen Koffer etc. kontrolliert.
Nachdem das Kolumbienvisum im Pass bemerkt wurde, wurden Wischproben von meinem Handy genommen, um es nach Drogen zu überprüfen.
Der Beamte blieb aber stets freundlich, ohne blöde Sprüche... ja, der machte nur seinen Job und auch hier kann man sagen, es gibt Vorurteile oder einfach Erfahrungswerte.

Hamid
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Beitrag von Hamid »

@ Genuasd - Vielleicht hat der Beamte "The Mule" gesehen und ihn deine Ähnlichkeit mit Clint Eastwood auf die Idee gebracht. :mrgreen:

Zurück zum Thema: Einreise und Aufenthalt werden über das AufenthG deklariert. Also - zuerst einmal wird ein Gesetz dazu gemacht.

Nehmen wir den visafreien Aufenthalt von 90 Tagen für auserwählte Länder. Parlamentaria beschliesen dieses zunächst ganz nüchtern und einfach, für das es zunächst gemacht ist - nämlich als "Kurzaufenthalt von 90 Tagen ohne Visapflicht".

Dieses wird ausgehangen, wie eine Werbetafel zu einem Handytarif, nur ohne das Kleingedruckte. Die Medien berichten darüber, mit ihren Teasern:,, Das Parlament hat heute über die Einreiseerleichterung für "Kurzaufenthalt von 90 ohne Visapflicht" für gewisse Länder entschieden und bla bla, blubba blubba ..."

Doch bevor das Gesetz in Kraft tritt, setzen sich noch verschiedene Refendare von Ministerien, bei deren Ressorts es Berührungspunkte mit diesem Gesetz gibt, zusammen, um die Umsetzung dieses Gesetzes in eine oder mehrere Rechtsverordung zu gießen. Mit dieser oder diesen formuliert man dann prezieser, dass es eine Kann-Reglung ist, einreisen zu können, und es kein privileg darauf gibt oder einen Rechtsanspruch.

Dadurch entsteht für jeden, der die Voraussetzungen erfüllt, der Eindruck sie / er könne einreisen, lesen aber nicht das Kleingedruckte dazu, dass die Ministerien dazu formuliert haben, wie "wenn keine Gefahr für Land und Leute von dieser Person ausgeht" oder der Grenzer einen Verdacht hegt, der die Einreise ausschliest usw. Kunde ist hier diesmal kein König!

Das soll jetzt hier keine Belehrung in Gesetzes- oder Rechtsverordnungskunde sein.

Ich will nur damit sagen, dass man auch das Kleingedruckte zum Großgedruckten suchen muss, damit man weiß, es gibt auf dem Weg der Visabeantragung oder des visafreien Kurzaufenthaltes keinen zwangsläufigen Durchmarsch, wenn man zuvor alle Voraussetzungen erfüllt hat. Man muss noch die letzte Hürde "Migration" an der Schengengrenze nehmen, die dynamisch ist - entweder an der Außengrenze oder mittendrinn in Frankfurt - sonst könnte man sie ja abschaffen und jene, die am Punkt A eine Eintrittskarte lösen ins Stadium lassen.

Aber coole Story mit den ganzen Geschehnissen am Tag des Abfluges - filmreif! Oder sogar Gotteswerk?






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Beitrag von navarre2020 »

@Hamid

Ja finde ich auch ... was da so alles passiert ist. Nunja, ging ja alles glücklich aus.

PS: Was ich traurig finde, FRA Flughafen schimpft sich als einer der weltweit größten Flughäfen und EU ist ein Land mit vielen Sprachen - unter anderem auch spanisch. Dass die dann an so einem internationalen Flughafen nur Deutsch und Englisch sprechen ist schon etwas arm. Ich hätte mal erwartet, dass es wenigstens Kollegen der wichtigsten europäischen Welt-Sprachen gibt (Französich und Spanisch)




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Beitrag von desertfox »

@navarre2020,

etwas weltfremd kommst Du mir hinsichtlich der erwünschten Sprachkenntnisse der Bundespolizisten aber schon vor.

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Beitrag von navarre2020 »

@desertfox

Dann habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich meine natürlich nicht, dass JEDER Bundespolizist alle Sprachen können sollte - aber dass es an einem der weltweit größten Flughäfen Leute in diesem wichtigen Kernbereich geben sollte, die zumindest mal Spanisch und Französisch sprechen können sollten.

Spanisch ist auf Nummer 4 der meist gesprochenen Sprachen der Welt - und eine EU Sprache.

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Beitrag von desertfox »

Na dann fliege mal über Spanien und erwarte einen Deutsch-Sprachigen Polizisten..., warum spricht Deine Freundin kein Englisch?

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