Canaima: Wo die Zeit stillzustehen scheint – Ein Nationalpark der Superlative
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Eisbaer
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- Registriert: 10. Juli 2009, 05:34
Canaima: Wo die Zeit stillzustehen scheint – Ein Nationalpark der Superlative
Im tiefen Südosten Venezuelas, wo der Himmel auf eine uralte, zerklüftete Erde trifft, liegt eines der großartigsten Naturwunder unseres Planeten: der **Nationalpark Canaima**. Mit einer Fläche von über 30.000 Quadratkilometern – größer als so manches europäische Land – ist er ein Reich der absoluten Superlative und seit 1994 ein zurecht gekürtes UNESCO-Weltnaturerbe. Hier offenbart sich Venezuela nicht als Strand- oder Stadtparadies, sondern als eine urzeitliche, fast mystische Landschaft, die jeden Besucher demütig zurücklässt.
Die Tepuis – Uralte Wächter einer vergessenen Welt
Das Gesicht Canaimas wird geprägt von den ikonischen Tafelbergen, den „Tepuis“. Diese gewaltigen, aus präkambrischem Sandstein gemeißelten Monolithen ragen mit senkrechten Felswänden hunderte Meter hoch in den Himmel. Ihre von Wolken umspielten Plateaus wirken wie eigenständige, verlorene Welten – eine Landschaft von fast außerirdischer Anmutung.
Jeder Tepui ist ein in sich geschlossenes, einzigartiges Arche Noah-Ökosystem. Durch die jahrtausendelange Isolation haben sich hier Tier- und Pflanzenarten entwickelt, die es nirgendwo sonst auf der Erde gibt. Der berühmteste unter ihnen, der Roraima-Tepui, diente schon vielen Forschern als Inspiration und gilt als einer der ältesten geologischen Formationen der Welt. Ihn zu besteigen, gleicht einer Zeitreise in die Frühgeschichte unseres Planeten.
Salto Ángel – Der Donner aus den Wolken
Vom Gipfelplateau des Auyán-Tepui ergießt sich die ultimative Manifestation von Canaimas Majestät: der Salto Ángel. Mit einer freien Fallhöhe von 979 Metern ist er der unangefochten höchste Wasserfall der Welt. Sein Wasser stürzt nicht einfach hinab – es verdampft teilweise im freien Fall, wird vom Wind verweht und schafft so einen atemberaubenden Anblick und ein donnerndes Grollen, das die gesamte Schlucht erfüllt.
Besonders in der Regenzeit verwandelt er sich in eine gewaltige, tosende Kraft. Entdeckt (oder vielmehr der westlichen Welt bekannt gemacht) wurde er 1933 von dem abenteuerlustigen US-Piloten Jimmy Angel, dessen Namen er für immer trägt. Ihn aus der Luft, vom Boot aus oder nach einer anspruchsvollen Wanderung zu erblicken, ist ein Moment purer Ehrfurcht.
Ein Mikrokosmos des Lebens und indigene Hüter
Canaimas Biodiversität ist atemberaubend. Auf den feuchten Tepui-Plateaus gedeihen bizarre, fleischfressende Pflanzen, unzählige Orchideenarten und moosbewachsene Wälder. In den tiefer gelegenen Regenwäldern streifen Jaguare, Riesenotter und Ameisenbären durchs Unterholz, während der Himmel von Papageien, Tukane und dem seltenen Harpyie-Adler bevölkert ist.
Die eigentlichen Hüter dieses heiligen Landes sind die indigene Gemeinschaft der Pemón. Seit Jahrhunderten leben sie im tiefen Einklang mit dieser oft unwirtlichen Natur. Ihr Wissen über die Wege, die Geheimnisse der Wasserfälle und das ökologische Gleichgewicht ist unschätzbar wertvoll. Als erfahrene Guides öffnen sie Besuchern heute einen respektvollen Zugang zu ihrer Heimat.
Das Abenteuer erleben
Die Reise nach Canaima ist selbst schon ein Abenteuer. Meist beginnt es mit einem kleinen Propellerflugzeug von Ciudad Bolívar aus, das über endlose grüne Wildnis zu der malerischen Lagune von Canaima fliegt. Von dort aus geht die Erkundung per Curiara (traditionelles Einbaum-Boot) über rötliche Flüsse und zu Fuß auf schmalen Pfaden weiter.
Neben dem Salto Ángel laden auch kleinere, aber ebenso faszinierende Wasserfälle wie der Salto Sapo oder Salto Hacha zu unvergesslichen Erlebnissen ein – hier kann man oft direkt hinter den Wasservorhang wandern und die geballte Kraft der Natur hautnah spüren.
Fazit: Das unversehrte Herz Venezuelas
Der Nationalpark Canaima ist mehr als nur ein touristisches Ziel. Er ist das symbolische und unversehrte Herz Venezuelas – ein monumentales Zeugnis der Urgewalt und Schönheit der Natur. Er erinnert uns daran, dass es auf unserer Erde noch Orte gibt, die sich der Zähmung durch den Menschen widersetzen und in ihrer erhabenen Einsamkeit eine tiefe, seelenberührende Ruhe ausstrahlen. Ein Besuch hier ist nicht einfach nur eine Reise, sondern eine Transformation.
Die Tepuis – Uralte Wächter einer vergessenen Welt
Das Gesicht Canaimas wird geprägt von den ikonischen Tafelbergen, den „Tepuis“. Diese gewaltigen, aus präkambrischem Sandstein gemeißelten Monolithen ragen mit senkrechten Felswänden hunderte Meter hoch in den Himmel. Ihre von Wolken umspielten Plateaus wirken wie eigenständige, verlorene Welten – eine Landschaft von fast außerirdischer Anmutung.
Jeder Tepui ist ein in sich geschlossenes, einzigartiges Arche Noah-Ökosystem. Durch die jahrtausendelange Isolation haben sich hier Tier- und Pflanzenarten entwickelt, die es nirgendwo sonst auf der Erde gibt. Der berühmteste unter ihnen, der Roraima-Tepui, diente schon vielen Forschern als Inspiration und gilt als einer der ältesten geologischen Formationen der Welt. Ihn zu besteigen, gleicht einer Zeitreise in die Frühgeschichte unseres Planeten.
Salto Ángel – Der Donner aus den Wolken
Vom Gipfelplateau des Auyán-Tepui ergießt sich die ultimative Manifestation von Canaimas Majestät: der Salto Ángel. Mit einer freien Fallhöhe von 979 Metern ist er der unangefochten höchste Wasserfall der Welt. Sein Wasser stürzt nicht einfach hinab – es verdampft teilweise im freien Fall, wird vom Wind verweht und schafft so einen atemberaubenden Anblick und ein donnerndes Grollen, das die gesamte Schlucht erfüllt.
Besonders in der Regenzeit verwandelt er sich in eine gewaltige, tosende Kraft. Entdeckt (oder vielmehr der westlichen Welt bekannt gemacht) wurde er 1933 von dem abenteuerlustigen US-Piloten Jimmy Angel, dessen Namen er für immer trägt. Ihn aus der Luft, vom Boot aus oder nach einer anspruchsvollen Wanderung zu erblicken, ist ein Moment purer Ehrfurcht.
Ein Mikrokosmos des Lebens und indigene Hüter
Canaimas Biodiversität ist atemberaubend. Auf den feuchten Tepui-Plateaus gedeihen bizarre, fleischfressende Pflanzen, unzählige Orchideenarten und moosbewachsene Wälder. In den tiefer gelegenen Regenwäldern streifen Jaguare, Riesenotter und Ameisenbären durchs Unterholz, während der Himmel von Papageien, Tukane und dem seltenen Harpyie-Adler bevölkert ist.
Die eigentlichen Hüter dieses heiligen Landes sind die indigene Gemeinschaft der Pemón. Seit Jahrhunderten leben sie im tiefen Einklang mit dieser oft unwirtlichen Natur. Ihr Wissen über die Wege, die Geheimnisse der Wasserfälle und das ökologische Gleichgewicht ist unschätzbar wertvoll. Als erfahrene Guides öffnen sie Besuchern heute einen respektvollen Zugang zu ihrer Heimat.
Das Abenteuer erleben
Die Reise nach Canaima ist selbst schon ein Abenteuer. Meist beginnt es mit einem kleinen Propellerflugzeug von Ciudad Bolívar aus, das über endlose grüne Wildnis zu der malerischen Lagune von Canaima fliegt. Von dort aus geht die Erkundung per Curiara (traditionelles Einbaum-Boot) über rötliche Flüsse und zu Fuß auf schmalen Pfaden weiter.
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Glboetrotter
Verified - Kolumbien-Experte

- Beiträge: 1103
- Registriert: 15. November 2019, 06:05
Canaima: Wo die Zeit stillzustehen scheint – Ein Nationalpark der Superlative
Danke für den interessanten Beitrag.
Es ist einer meiner Wunschziele, die ich gerne noch in Südamerika sehen möchte.
Ich sah im YouTube einige interessante und neuere Reisevideos.
Es ist einer meiner Wunschziele, die ich gerne noch in Südamerika sehen möchte.
Ich sah im YouTube einige interessante und neuere Reisevideos.
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Eisbaer
Themenstarter - Moderator(in)

- Beiträge: 10373
- Registriert: 10. Juli 2009, 05:34
Canaima: Wo die Zeit stillzustehen scheint – Ein Nationalpark der Superlative
@Glboetrotter: Canaima ist wirklich ein Traumziel. Damit alle hier einen Eindruck bekommen, habe ich ein zeiloses Video eingebunden – so bleibt die Inspiration direkt im Forum.
Quelle Video: Saul Bretto (2024)
Quelle Video: Saul Bretto (2024)
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