Man muss jedoch ehrlich sein: Für Zuschauer, die an das rasante Tempo moderner Hollywood-Produktionen gewöhnt sind, mag dieser Film auf den ersten Blick "langweilig“ oder langatmig erscheinen. Regisseur Ciro Guerra verzichtet bewusst auf schnelle Schnitte oder dramatische Effekthascherei. Stattdessen setzt er auf eine meditative Langsamkeit, die dem Rhythmus des Windes und der Natur folgt. Wer sich aber darauf einlässt, wird mit Bildern von einer fast schmerzhaften Schönheit belohnt – von den schneebedeckten Gipfeln der Sierra Nevada bis hin zu den brennenden Wüsten von La Guajira.
Der Film ist weniger eine Erzählung als vielmehr eine spirituelle Erfahrung. Die Musik ist hier kein bloßer Soundtrack, sondern die treibende Kraft, die Geschichte und Kultur miteinander verwebt. Es ist ein Werk über das Altern, das Erbe und die Suche nach Frieden, das lange nach dem Abspann im Gedächtnis bleibt.



