Mit dem Abgang von Nicolás Maduro beginnt für Venezuela eine neue und ungewisse Phase. Was genau geschah, ist derzeit noch nicht eindeutig geklärt – die aktuellen Entwicklungen werden weiterhin in den Südamerika‑News dokumentiert.
Dieses Thema soll einen Raum bieten, um über die Perspektiven Venezuelas nach der Diktatur zu sprechen:
Welche Chancen eröffnen sich für Gesellschaft und Politik?
Welche Herausforderungen bleiben bestehen?
Welche Rolle spielen internationale Akteure in dieser Übergangszeit?
Wir eröffnen diesen Strang bewusst, um die Diskussion langfristig zu bündeln. Politische Ereignisse und tagesaktuelle Meldungen erscheinen wie gewohnt in den Südamerika‑News. Hier hingegen soll es um die größeren Linien und die Zukunft des Landes gehen.
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Zur Rolle der internationalen Akteure… haben die Regierungen Chinas und Russlands bereits erste Stellungnahmen abgegeben und fordern die Freilassung eines „rechtmässig gewählten“ (Russland) Staatschefs. Das sagt ja schon einiges, wenngleich nicht überraschend. Ich bin gespannt wie das Urteil der UN ausfallen wird, wie sich die Länder der Welt positionieren wenn dieses Vorgehen beurteilt wird.
Herausforderungen werden sein Stabilität im Land zu erreichen, durch eine zukünftige Regierung die es schafft das Volk mehrheitlich zu vereinen und eine Perspektive zu schaffen für die sich die Menschen motivieren und langfristig am Aufbau des Landes zu arbeiten.
Für viele Menschen in Venezuela sollte die Verhaftung Maduros Hoffnung auf ein Systemwechsel sein. Meiner Wahrnehmung nach sollte nun eine Machtübergabe an González und Machado erfolgen.
Der abgesetzte venezolanische Staatschef Nicolás Maduro soll laut CNN anscheinend von Barry Pollack vertreten werden, einem sehr erfahrenen US-Prozessanwalt, der derzeit Julian Assange vertritt und im vergangenen Sommer dessen Plädoyerabkommen und Freilassung ausgehandelt hat.
Der Abgang von Maduro ist zweifellos eine Zäsur, aber die Geschichte zeigt ja oft, dass das Ende einer Führungsperson noch keinen automatischen Übergang zur stabilen Demokratie bedeutet. Ich sehe die größte Chance derzeit in einer echten gesellschaftlichen Deeskalation. Wenn es gelingt, die politische Verfolgung dauerhaft zu beenden und eine inklusive Übergangsregierung zu bilden, könnte das die Grundlage für einen echten Wiederaufbau sein. Vor allem die Rückkehr der vielen Millionen Geflüchteten wäre ein enormer Motor für das Land.
Die Herausforderungen sind allerdings gewaltig. Der gesamte Staatsapparat, das Militär und die Justiz sind über Jahrzehnte hinweg eng mit dem alten System verwoben worden. Eine komplette Erneuerung dieser Institutionen birgt immer das Risiko neuer Instabilität. Ein bloßes Weiterdrehen unter neuem Namen, wie wir es gerade bei der Vereidigung von Delcy Rodríguez und der Rolle der Nationalversammlung beobachten können, könnte den echten Wandel blockieren.
International bleibt Venezuela leider ein geopolitisches Spielfeld. Während die USA unter der aktuellen Trump-Regierung sehr deutlich ihre eigenen Interessen und den Zugriff auf die Ölressourcen priorisieren, werden Akteure wie China oder Russland versuchen, ihre bisherigen Investitionen zu schützen. Eine nachhaltige Lösung wird meiner Meinung nach nur gelingen, wenn der Übergang international moderiert wird, statt das Land nur als Einflusssphäre zu betrachten. Ich bin gespannt, ob ihr eher an eine schnelle wirtschaftliche Erholung glaubt oder ob die strukturellen Schäden der letzten Jahre dafür einfach zu tief sitzen.