Hallo Albi
Traktoren gibt es, auch gebrauchte, kosten ca. 15 mio pesos Ford 70 ps, altes model aber technisch noch ok. Guenstige Traktoren gibt es von "Foton" und chinaimporten, ja ich weiss, china ist Mist, aber ein neuer traktor ist ein neuer und besser als ein gebrauchter. Ich hatte eine Finca gepachtet und habe selber Mais mit der Hand angebaut und auch Bohnen. Die Nachbarn sagten ich mache das falsch, weil ich Ihrer Meinung nach die Pflanzen mit zuwenig Abstand gepflanzt habe. Die machen das mit 1 meter abstand oder mehr. Ist aber nur, weil so ein Hektar viel schneller fertig ist.
Gepfluegt wurde mit einem 3 Schar Scheibenpflug, da der Pflug fuer den Traktor zu gross war, war das eine richtige schlamperei. Die Scheibenegge richtete das zwar wieder etwas aber nur oberflaechlich. Nach laengeren suchen fand ich dann einen Unternehmer der einen Traktor "Ferguson" (ist der Bauer narrisch worrn, kauft er sich einen Ferguson) mit 110 PS hatte zum arbeiten, damit funzt das natuerlich.
Auch ich habe diskutiert mit manchen Nachbarn, meine Meinung, ein jeder kleiner Bauernhof (Finca) braucht einen Traktor, traf aber auf heftigen wiederstand, weil der Traktor ja nicht ausgelastet ist. Aber das ein eigener Traktor immer da ist wenn man ihn braucht, das verstehen die nicht. Ich habe 5 Wochen gebraucht, bis mein Feld letztendlich gepfluegt war. Ergebnis: Eine Ernte von Bohnen, komplett ausgefallen, 10 Mio pesos weniger in der Finca Kasse. So kann es natuerlich nicht gehen.
Faule Landarbeiter habe ich nicht gesehen, die Arbeiten hier 10 Stunden am Tag und das auch bei sengender Hitze. Nur hilft das nix, weil es an Wissen und Technik fehlt. Jeder Fleiss hilft nix, weil die ganze Schinderei in den Bereich Dummheit läuft. Ich kenne ebenfalls Leute in Deutschland, die immer noch in der Vergangenheit leben und so Arbeiten, aber dennoch nicht so schlimm wie hier. Hier liegt alles 100 Jahre zurueck.
Ein kleiner Traktor mit einem Kartoffelroder, würde 500% mehr effektivitaet bringen, so ein Ding kostet in Deutschland 200 Euro, weil fast niemand benutzt mehr so ein Ding. Hier waere es eine Wundermaschine.
Vielleicht ist es notwendig, auslaendische Investoren uebernehmen hier die Landwirtschaft fuer ca. 10 Jahre, (Pacht) damit die Leute mal sehen wie das geht. Leider habe ich nicht das Kapital um eine Finca mit 100 hektar minimal mit Maschinen auszustatten. Gewinn erwirtschaften ist einfach, Kein Winter, kein Frost, Mais wird 3 mal im Jahr geerntet. Getreide 2 mal, Bohnen sind alle 8 Wochen reif. Das wuerde auch auf kleineren Flaechen funktionieren. Aber die Leute hier sagen, 10 Hektar Weizen ist zu wenig

Mit Mais das selbe, das geht nur auf den grossen Ebenen Richtung Kueste oder Cundinamarca, alles Quatsch. Was fehlt ist der Abnehmer, der die "Kleinmengen" aufkauft und an die Muehlen weiterverkauft. Der Staat koennte das Unterstuetzen mit Lagerhaeusern bzw. Lagersilos, wo das Getreide getrocknet werden kann und zum weitertransport gesammelt wird. Alles ist so einfach mit ein wenig Verstand und know how.
Da ist nur zu hoffen, das die Leute mal was von aussen zu sehen bekommen und lernen, was hier scheinbar etwas schwer fehlt, nich weil die leute Dumm sind, nur weil hier niemand einen eingefahrenen weg verlassen will. Heute Morgen habe ich wieder eine Agrarsendung gesehen, es wird alles gezeigt, von der Eierproduktion bis hin zu Melkstaenden nur die mehrzahl der Leute lehnen das ab. Hier sollte der Staat auf die "Jungen" setzen und die auf Agrarschulen schicken und spaeter mit guenstigen Krediten ausstatten, damit die das gelernte auch umsaetzen koennen. Uebrigens, so lange der Staat nicht in die Kreditsituation eingreift, vor allem die Zinsen regelt, wird das nichts mit dem Aufschwung, 20 % Zinsen p.a. wie soll hier ein Gewinn erwirtschaftet werden.
Vielleicht sollten wir eine Genossenschaft gruenden.
