Gesunde Ernährung in Kolumbien – Alltag oder Ausnahme?
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Benjamin
Themenstarter
Gesunde Ernährung in Kolumbien – Alltag oder Ausnahme?
In Gesprächen mit Freunden taucht immer wieder die Frage auf, ist es in Kolumbien wirklich teuer, sich gesund zu ernähren? Manche sagen, gutes Essen sei ein Luxus, andere meinen, es sei eher eine Frage der Gewohnheit. Wenn ich zum Beispiel zum Frühstück Chocoramo mit CocaCola durch eine Arepa mit Rührei oder meine geliebte Jet‑Schokolade durch eine Mandarine ersetze, zahle ich in etwa dasselbe.
Natürlich gibt es Stimmen, die behaupten, eine gesunde Ernährung sei hier schwer umzusetzen, weil viele Produkte importiert oder speziell gekennzeichnet sein müssen. Aber wenn man genauer hinschaut, liegt der Schlüssel oft im Alltag selbst. Frisches Obst und Gemüse sind fast überall erhältlich, und wer sich die Mühe macht, einfache Alternativen zu wählen, merkt schnell, dass es nicht unbedingt teurer sein muss.
Kolumbien hat den Vorteil, dass Obst und Gemüse in großer Vielfalt und zu moderaten Preisen angeboten werden. Die Märkte sind voll mit saisonalen Produkten, die nicht nur günstig, sondern auch schmackhaft sind. Vielleicht ist es eher eine Frage der Einstellung, ob man bereit ist, Gewohnheiten zu ändern und bewusst zu wählen.
Für mich persönlich hat sich gezeigt, dass es möglich ist, sich hier bewusst zu ernähren, ohne dabei auf Geschmack oder Vielfalt zu verzichten. Ich habe meinen Weg gefunden, gesund, schmackhaft und abwechslungsreich. Nun, bin gespannt, wie ihr das erlebt?
Natürlich gibt es Stimmen, die behaupten, eine gesunde Ernährung sei hier schwer umzusetzen, weil viele Produkte importiert oder speziell gekennzeichnet sein müssen. Aber wenn man genauer hinschaut, liegt der Schlüssel oft im Alltag selbst. Frisches Obst und Gemüse sind fast überall erhältlich, und wer sich die Mühe macht, einfache Alternativen zu wählen, merkt schnell, dass es nicht unbedingt teurer sein muss.
Kolumbien hat den Vorteil, dass Obst und Gemüse in großer Vielfalt und zu moderaten Preisen angeboten werden. Die Märkte sind voll mit saisonalen Produkten, die nicht nur günstig, sondern auch schmackhaft sind. Vielleicht ist es eher eine Frage der Einstellung, ob man bereit ist, Gewohnheiten zu ändern und bewusst zu wählen.
Für mich persönlich hat sich gezeigt, dass es möglich ist, sich hier bewusst zu ernähren, ohne dabei auf Geschmack oder Vielfalt zu verzichten. Ich habe meinen Weg gefunden, gesund, schmackhaft und abwechslungsreich. Nun, bin gespannt, wie ihr das erlebt?
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Karibikotto
- Kolumbien-Süchtige(r)

- Beiträge: 748
- Registriert: 24. Juli 2010, 06:29
Gesunde Ernährung in Kolumbien – Alltag oder Ausnahme?
Ganz meine Meinung! In Kolumbien ist es definitiv kein Luxus, sich gesund zu ernähren. Der Schlüssel liegt in der Gewohnheit und der bewussten Wahl. Wer die lokalen Märkte nutzt und zu den unzähligen saisonalen Früchten und Gemüse greift, zahlt oft nicht mehr, als für die zuckerhaltigen Alternativen. Es ist mehr eine Einstellungsfrage als eine des Geldbeutels.
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coentros
Verified - Kolumbienfan

- Beiträge: 371
- Registriert: 22. Juni 2014, 22:59
Gesunde Ernährung in Kolumbien – Alltag oder Ausnahme?
Chocoramo mit Cola zum Frühstück wäre für mich persönlich eine Folter. Genau wie Du sagst ist das ganzjährige vielfältige Angebot von Obst und Gemüse unschlagbar. Was muss überhaupt importiert werden das nicht auch lokal vorhanden ist ? Abgesehen davon dass ich nahezu alle industriell verarbeiteten Lebensmittel von vorneherein als Teil einer gesunden Ernährung ausschliesse. Insofern bietet der Einkaufskorb in Kolumbien eigentlich alle Voraussetzungen um sich gesund zu ernähren. Meine Frage wäre wie sehr Obst und Gemüse mit Pestiziden, Düngemittel-Rückständen u.ä.belastet sind ? Und woran ich das erkenne ?
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Eisbaer
- Moderator(in)

- Beiträge: 10451
- Registriert: 10. Juli 2009, 05:34
Gesunde Ernährung in Kolumbien – Alltag oder Ausnahme?
@coentros: Das ist eine ausgezeichnete Frage, die sich hier im Land leider nur wenige stellen.
Ganz offen: Man muss davon ausgehen, dass ein großer Teil des konventionell angebauten Obsts und Gemüses in Kolumbien mit Pestiziden behandelt wurde und Rückstände enthält. Diese intensive Bewirtschaftung ist leider Realität in unserer Export- und Massenlandwirtschaft.
Die meisten Produkte in den großen Supermärkten (wie Éxito, Jumbo oder Olímpica) stammen aus solchen Regionen und werden stark behandelt, um sie makellos zu halten und lange haltbar zu machen.
Die wichtigste Regel lautet daher: Die Quelle ist entscheidender als das Aussehen.
Kurz gesagt: Du erkennst die Pestizide nicht direkt. Die besten Strategien sind daher:
- Direkt beim Kleinbauern (Mercado Campesino) kaufen. Viele kleine Bauernhöfe nutzen aus Kostengründen oder aus Tradition viel weniger Chemie.
- Die Produkte intensiv mit Essigwasser zu reinigen, um Oberflächenrückstände zu reduzieren.
Schäle alles, was du schälen kannst. Das ist die sicherste Methode. Schäle Mangos, Papayas, Bananen, Ananas und Orangen immer. Wasche die Frucht außerdem immer vor dem Schälen, damit du keine Rückstände mit der Klinge ins Fruchtfleisch ziehst.
Nachtrag: Da ich den Begriff „Tienda Orgánica“ aus meinem direkten städtischen Umfeld bisher nicht kannte, habe ich mich erkundigt und folgende Informationen erhalten: Eine Tienda Orgánica in Kolumbien bezeichnet wörtlich einen Bio-Laden oder ein Fachgeschäft für Bio-Produkte. Die kolumbianische Bio-Norm (festgelegt unter anderem in den Resolución 0187 de 2006 und Resolución 199 de 2016) bildet die gesetzliche Grundlage für diese Standards. Die spannende Frage bleibt: Lassen sich die in diesen Läden angebotenen Produkte direkt mit jenen vergleichen, die das deutsche (EU-)Bio-Siegel tragen? Vielleicht kann uns hierzu jemand Auskunft geben, der selbst regelmäßig in kolumbianischen Tiendas Orgánicas einkauft.
Ganz offen: Man muss davon ausgehen, dass ein großer Teil des konventionell angebauten Obsts und Gemüses in Kolumbien mit Pestiziden behandelt wurde und Rückstände enthält. Diese intensive Bewirtschaftung ist leider Realität in unserer Export- und Massenlandwirtschaft.
Die meisten Produkte in den großen Supermärkten (wie Éxito, Jumbo oder Olímpica) stammen aus solchen Regionen und werden stark behandelt, um sie makellos zu halten und lange haltbar zu machen.
Die wichtigste Regel lautet daher: Die Quelle ist entscheidender als das Aussehen.
Kurz gesagt: Du erkennst die Pestizide nicht direkt. Die besten Strategien sind daher:
- Direkt beim Kleinbauern (Mercado Campesino) kaufen. Viele kleine Bauernhöfe nutzen aus Kostengründen oder aus Tradition viel weniger Chemie.
- Die Produkte intensiv mit Essigwasser zu reinigen, um Oberflächenrückstände zu reduzieren.
Schäle alles, was du schälen kannst. Das ist die sicherste Methode. Schäle Mangos, Papayas, Bananen, Ananas und Orangen immer. Wasche die Frucht außerdem immer vor dem Schälen, damit du keine Rückstände mit der Klinge ins Fruchtfleisch ziehst.
Nachtrag: Da ich den Begriff „Tienda Orgánica“ aus meinem direkten städtischen Umfeld bisher nicht kannte, habe ich mich erkundigt und folgende Informationen erhalten: Eine Tienda Orgánica in Kolumbien bezeichnet wörtlich einen Bio-Laden oder ein Fachgeschäft für Bio-Produkte. Die kolumbianische Bio-Norm (festgelegt unter anderem in den Resolución 0187 de 2006 und Resolución 199 de 2016) bildet die gesetzliche Grundlage für diese Standards. Die spannende Frage bleibt: Lassen sich die in diesen Läden angebotenen Produkte direkt mit jenen vergleichen, die das deutsche (EU-)Bio-Siegel tragen? Vielleicht kann uns hierzu jemand Auskunft geben, der selbst regelmäßig in kolumbianischen Tiendas Orgánicas einkauft.
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coentros
Verified - Kolumbienfan

- Beiträge: 371
- Registriert: 22. Juni 2014, 22:59
Gesunde Ernährung in Kolumbien – Alltag oder Ausnahme?
Genau das interessiert mich. Gibt es ein zertifikat dem man vertrauen kann ? In DE z.B. das demeter Siegel welches einen sehr hohen/höchsten Standard liefert und bislang auch vertraue.
Ganz lieben Dank für Deinen Hinweis auf die Tienda Organica. Werde mich auch hier vor Ort (Cali) umhören.
Schälen ist sicher. Aber die ernährunsphysiologisch wertvollen Polyphenole, Antioxidantien, Ballaststoffe stecken direkt unter der Schale.
Ganz lieben Dank für Deinen Hinweis auf die Tienda Organica. Werde mich auch hier vor Ort (Cali) umhören.
Schälen ist sicher. Aber die ernährunsphysiologisch wertvollen Polyphenole, Antioxidantien, Ballaststoffe stecken direkt unter der Schale.
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Eisbaer
- Moderator(in)

- Beiträge: 10451
- Registriert: 10. Juli 2009, 05:34
Gesunde Ernährung in Kolumbien – Alltag oder Ausnahme?
@coentros: In Kolumbien ist die Situation tatsächlich etwas anders als bei dem Demeter-Siegel, das ja einen weltweit sehr hohen Standard setzt.
Das Äquivalent zum staatlichen deutschen Bio-Siegel ist das kolumbianische Sello de Agricultura Ecológica (Ökologisches Landwirtschaftssiegel). Alle Produkte, die hier als ökologisch" oder "biologisch" verkauft werden, müssen dieses nationale Siegel tragen. Die rechtliche Grundlage dafür ist die Resolution 0187/06 des Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Die Einhaltung dieser strengen nationalen Standards wird von unabhängigen, akkreditierten Kontrollstellen überwacht. Diese Stellen wiederum werden von der ONAC (Organismo Nacional de Acreditación de Colombia) anerkannt.
Wenn du also das "Sello de Agricultura Ecológica" siehst, solltest du davon ausgehen, dass der kolumbianische Bio-Standard eingehalten wird.
Das Äquivalent zum staatlichen deutschen Bio-Siegel ist das kolumbianische Sello de Agricultura Ecológica (Ökologisches Landwirtschaftssiegel). Alle Produkte, die hier als ökologisch" oder "biologisch" verkauft werden, müssen dieses nationale Siegel tragen. Die rechtliche Grundlage dafür ist die Resolution 0187/06 des Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung. Die Einhaltung dieser strengen nationalen Standards wird von unabhängigen, akkreditierten Kontrollstellen überwacht. Diese Stellen wiederum werden von der ONAC (Organismo Nacional de Acreditación de Colombia) anerkannt.
Wenn du also das "Sello de Agricultura Ecológica" siehst, solltest du davon ausgehen, dass der kolumbianische Bio-Standard eingehalten wird.
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coentros
Verified - Kolumbienfan

- Beiträge: 371
- Registriert: 22. Juni 2014, 22:59
Gesunde Ernährung in Kolumbien – Alltag oder Ausnahme?
Habe nun ein paar Adressen gefunden. Unsere Verwandten hier kannten nichts. Nun werde ich die “Biotienda Al Natural” und “Tierra viva Bio Tienda” in den nächsten Tagen besuchen und auf das Sella de Agricultura Ecologica achten, und berichten falls ich glaube etwas lohnenswertes gefunden zu haben.
Nachtrag, eine ist wohl in der Galeria Alameda. Muss dort wohl etwas genauer hinschauen…
Nachtrag, eine ist wohl in der Galeria Alameda. Muss dort wohl etwas genauer hinschauen…
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Karibikotto
- Kolumbien-Süchtige(r)

- Beiträge: 748
- Registriert: 24. Juli 2010, 06:29
Gesunde Ernährung in Kolumbien – Alltag oder Ausnahme?
La Alameda ist gut. Versuche es bei Fruver del Campo JC, falls es den Laden noch gibt. Meine Frau hat dort immer gerne eingekauft, als wir in Cali zu Besuch waren.
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Pinky
- Kolumbien-Neuling

- Beiträge: 4
- Registriert: 2. August 2025, 17:02
Gesunde Ernährung in Kolumbien – Alltag oder Ausnahme?
Ich bin erst seit kurzem in Kolumbien und habe bis jetzt den Eindruck gewonnen, das eine gesunde Ernährung doch eher die Ausnahme ist.
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desertfox
Verified - Kolumbien-Experte

- Beiträge: 1573
- Registriert: 24. August 2012, 19:57
- Wohnort: Unterfranken
- Alter: 68
Gesunde Ernährung in Kolumbien – Alltag oder Ausnahme?
Meine Frau meint in Kolumbien isst man gesünder als in Deutschland..., ich kann das leider nur teilweise bestätigen.
Man isst hier viel frittiertes, selbst die beliebten Bunelos oder Empanadas sind in Fett frittiert
OK, die Kartoffeln und Gemüse sind gesund, es kommt aber immer auf die Zubereitung an…, und die Fast-Food-Ketten sind hier doch sehr weit verbreitet.
Auch Süßigkeiten, Kuchen, Torten, sind überzuckert und das geliebte Arequipe oder Panella sind doch nur Zucker, selbst die geliebten hausgemachten Limonaden sind meist nur Zuckerwasser mit etwas Fruchtsaft
Fazit, vieles ist nur gefühlt gesund...
Man isst hier viel frittiertes, selbst die beliebten Bunelos oder Empanadas sind in Fett frittiert
OK, die Kartoffeln und Gemüse sind gesund, es kommt aber immer auf die Zubereitung an…, und die Fast-Food-Ketten sind hier doch sehr weit verbreitet.
Auch Süßigkeiten, Kuchen, Torten, sind überzuckert und das geliebte Arequipe oder Panella sind doch nur Zucker, selbst die geliebten hausgemachten Limonaden sind meist nur Zuckerwasser mit etwas Fruchtsaft
Fazit, vieles ist nur gefühlt gesund...
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Don Maximo
Verified - Kolumbien-Süchtige(r)

- Beiträge: 588
- Registriert: 2. Mai 2015, 01:51
Gesunde Ernährung in Kolumbien – Alltag oder Ausnahme?
@Desertfox. Leider sind auch oder gerade Kartoffeln und Gemüse mit hohen Rückständen an Fungiziden, Pestiziden, Schwermetallen und – was mich überrascht hat – sogar PFAS belastet. Sich tatsächlich und nicht nur scheinbar gesund zu ernähren, wird immer mehr zu einer Herausforderung. Selbst in ländlichen Regionen wie der unseren, die scheinbar privilegiert sind. Aber hier ist die Belastung durch diese Faktoren noch höher. Und zwar sowohl in der Umwelt (z. B. Trinkwasser) als auch eben in den konsumierten Produkten. Die Krebsfälle in der Region nehmen exorbitant zu. Es gibt praktisch keinen Haushalt, oder sie bilden die Ausnahme, in dem nicht mindestens ein Mitglied an Krebs erkrankt ist oder in der letzten Zeit erkrankt war.
Virtus Junxit Mors Non Separabit
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coentros
Verified - Kolumbienfan

- Beiträge: 371
- Registriert: 22. Juni 2014, 22:59
Gesunde Ernährung in Kolumbien – Alltag oder Ausnahme?
Ja, tatsächlich habe ich zuletzt auch Untersuchungen und Studien gefunden wonach viele Obst- und Gemüseproben über die gesetzlichen Grenzwerte hinaus belastet waren. Insbesondere Pestizide weitverbreitet. Leider ist nicht nur die intensive Landwirtschaft in grossem Stil ein Thema, sondern oft auch viele kleine Betriebe die nicht kontrolliert werden. Dort primär die ahnungslose Anwendung und falsche Dosierung ursächlich.
Erhöhtes Risiko bei Lebensmitteln die besonders empfindlich für Schädlinge sind: Erdbeeren, Tomaten, Paprika, Salat, Spinat und entsprechend mit hoher Wahrscheinlichkeit behandelt wurden. Weniger riskant sind Obstsorten mit einer dicken Schale: Banane, Platon, Avocado, Zitrusfrüchte, Yuca, Mango, Papaya, Kokosnuss, Ananas, Guayana. Zumindest bei Obst kann man das Risiko minimieren.Gründlich waschen wurde oben bereits genannt.
Wenn man tiefer einsteigt finden sich Chemikalien die in der EU entweder inzwischen verboten oder zumindest streng reguliert sind. Bei letzteren dann die Bio-Siegel hilfreich. Anders in Kolumbien wo teilweise noch Insektizide und Fungizide unter den Trivialnamen Chlorpyrifos, Chlorothalonil, Mancozeb, Paraquat, Imidacloprid gefunden werden.
Es scheint aber auch so zu sein, dass die Belastung in Kolumbien sehr stark variiert. Das scheint mir hier der entscheidende Punkt zu sein. In der komplexen Thematik die für sich ideale Lieferkette zu finden, bzgl. Anbaugebiet, Herstellerbetrieb, Produktionsmethoden, Kontrollen, Lieferant und Angebot vor Ort.
Ich bin dann nicht mehr weitergekommen wenn in Gesprächen schnell von "organico" oder "sin quimicos" gesprochen wurde. Das sagt erstmal gar nichts. Das "sello organico colombia" scheint das einzige staatlich anerkannte Bio-Siegel zu sein.
Bei einer Kausalität zwischen belasteten Lebensmitteln und Krebs hätte ich Zweifel. Krebserkrankungen sind tatsächlich auch weltweit im Anstieg. Dieses Thema so multifaktoriell wie kaum ein anderes. Da wäre meine Hypothese dass es die Arbeiter in der Landwirtschaft sind die ständig direkt mit dem Zeug (Insektizide, Fungizide, Herbizide) in Kontakt kommen. Bei denen kann ich mir eine erhöhte Inzidenz von Krebserkrankungen gut vorstellen. Beim Endverbraucher halte ich das für wenig wahrscheinlich, zumindest schwer nachweisbar. Die üblichen anderen Co-Faktoren: Aguardiente- (Alkohol) Konsum, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Abgasexposition (Verkehr), mehr Menschen in höherem Lebensalter, ungesunde Ernährung ex der hier betrachteten Chemikalienbelastung, Dauerstress bei der Arbeit.
Erhöhtes Risiko bei Lebensmitteln die besonders empfindlich für Schädlinge sind: Erdbeeren, Tomaten, Paprika, Salat, Spinat und entsprechend mit hoher Wahrscheinlichkeit behandelt wurden. Weniger riskant sind Obstsorten mit einer dicken Schale: Banane, Platon, Avocado, Zitrusfrüchte, Yuca, Mango, Papaya, Kokosnuss, Ananas, Guayana. Zumindest bei Obst kann man das Risiko minimieren.Gründlich waschen wurde oben bereits genannt.
Wenn man tiefer einsteigt finden sich Chemikalien die in der EU entweder inzwischen verboten oder zumindest streng reguliert sind. Bei letzteren dann die Bio-Siegel hilfreich. Anders in Kolumbien wo teilweise noch Insektizide und Fungizide unter den Trivialnamen Chlorpyrifos, Chlorothalonil, Mancozeb, Paraquat, Imidacloprid gefunden werden.
Es scheint aber auch so zu sein, dass die Belastung in Kolumbien sehr stark variiert. Das scheint mir hier der entscheidende Punkt zu sein. In der komplexen Thematik die für sich ideale Lieferkette zu finden, bzgl. Anbaugebiet, Herstellerbetrieb, Produktionsmethoden, Kontrollen, Lieferant und Angebot vor Ort.
Ich bin dann nicht mehr weitergekommen wenn in Gesprächen schnell von "organico" oder "sin quimicos" gesprochen wurde. Das sagt erstmal gar nichts. Das "sello organico colombia" scheint das einzige staatlich anerkannte Bio-Siegel zu sein.
Bei einer Kausalität zwischen belasteten Lebensmitteln und Krebs hätte ich Zweifel. Krebserkrankungen sind tatsächlich auch weltweit im Anstieg. Dieses Thema so multifaktoriell wie kaum ein anderes. Da wäre meine Hypothese dass es die Arbeiter in der Landwirtschaft sind die ständig direkt mit dem Zeug (Insektizide, Fungizide, Herbizide) in Kontakt kommen. Bei denen kann ich mir eine erhöhte Inzidenz von Krebserkrankungen gut vorstellen. Beim Endverbraucher halte ich das für wenig wahrscheinlich, zumindest schwer nachweisbar. Die üblichen anderen Co-Faktoren: Aguardiente- (Alkohol) Konsum, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Abgasexposition (Verkehr), mehr Menschen in höherem Lebensalter, ungesunde Ernährung ex der hier betrachteten Chemikalienbelastung, Dauerstress bei der Arbeit.
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coentros
Verified - Kolumbienfan

- Beiträge: 371
- Registriert: 22. Juni 2014, 22:59
Gesunde Ernährung in Kolumbien – Alltag oder Ausnahme?
Um an das eingangs erwähnte Frühstück anzuknüpfen, und das vorgängig unschöne Thema vorübergehend in Vergessenheit geraten zu lassen.
Heute haben wir zum Start in den Tag mal wieder ein paar unserer tiefgefrorenen arepas hervorgeholt. Direkt in die gute alte handgeschmiedete, unbeschichtete, hocherhitzte Eisenpfanne. Beide Seiten kurz und scharf anbraten. Den gegrillten arepa auf den Teller, obenauf ein wenig eines gutes Olivenöls mit ganz wenig Salz verteilt. Darauf zwei Lagen: zuerst dünn geschnittene Scheiben eines pikanten Gruyere, so dass er leicht auf dem heissen arepa anschmilzt. Darauf separat angewärmte Wildlachsfiletscheiben (aus nachhaltiger Fischerei) und mit etwas Zitronensaft verfeinert. Dazu ein Spiegel- oder pochiertes Ei von glücklichen, freilaufenden Hühnern und eine Bio-Birne in Stücken. Ergibt zusammen mit Juan Valdez Kaffee, konventionell aus der Filtermaschine, ein herzhaftes Frühstück. Die Intensität von Kolumbien mit traditionellem europäischem Akzent.
Heute haben wir zum Start in den Tag mal wieder ein paar unserer tiefgefrorenen arepas hervorgeholt. Direkt in die gute alte handgeschmiedete, unbeschichtete, hocherhitzte Eisenpfanne. Beide Seiten kurz und scharf anbraten. Den gegrillten arepa auf den Teller, obenauf ein wenig eines gutes Olivenöls mit ganz wenig Salz verteilt. Darauf zwei Lagen: zuerst dünn geschnittene Scheiben eines pikanten Gruyere, so dass er leicht auf dem heissen arepa anschmilzt. Darauf separat angewärmte Wildlachsfiletscheiben (aus nachhaltiger Fischerei) und mit etwas Zitronensaft verfeinert. Dazu ein Spiegel- oder pochiertes Ei von glücklichen, freilaufenden Hühnern und eine Bio-Birne in Stücken. Ergibt zusammen mit Juan Valdez Kaffee, konventionell aus der Filtermaschine, ein herzhaftes Frühstück. Die Intensität von Kolumbien mit traditionellem europäischem Akzent.
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Benny56
Verified - Kolumbienfan

- Beiträge: 63
- Registriert: 19. April 2022, 09:02
Gesunde Ernährung in Kolumbien – Alltag oder Ausnahme?
Ich verfolge eure Beiträge sehr aufmerksam und bin dankbar, dass das Thema gesunde Ernährung hier so ausführlich besprochen wird. Wenn ich allerdings den letzten Eintrag von @coentros zu seinem Frühstück lese, muss ich schlucken, während dort von Wildlachs und Gruyère die Rede ist, bereite ich mir gleich meine einfache Arepa de Maíz mit Rührei und einer heißen Chocolate zu. Mehr lässt meine kleine Rente hier in Kolumbien, wo das Leben gefühlt jeden Tag teurer wird, nicht zu.
Die Berichte über Giftstoffe in den Lebensmitteln machen mir ehrlich gesagt Angst. Wenn das alles so stimmt, dürfte ich eigentlich gar nichts mehr essen. Ich habe keine Wahl, ich bin auf den ambulanten Händler angewiesen, der täglich bei mir vorbeikommt. Bio-Siegel oder kontrollierte Lieferketten sind für mich in der Realität meines Alltags unbezahlbar und unerreichbar.
Was Don Maximo über die Krebsfälle in seiner Region schreibt, erschüttert mich. Wenn es dort wirklich so schlimm ist, frage ich mich ernsthaft, warum man dort bleibt, wenn man die Mittel hat, zu gehen. Ich selbst bin nur wegen meiner Frau hier in Kolumbien. Sie hat viele Jahre mit mir in Deutschland verbracht, und nun bin ich ihr zuliebe diesen Schritt im Alter gegangen. Aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, ich habe es oft bereut. Richtig zufrieden bin ich hier nicht. Es bewahrheitet sich leider oft: Alte Bäume soll man nicht verpflanzen.
Die Berichte über Giftstoffe in den Lebensmitteln machen mir ehrlich gesagt Angst. Wenn das alles so stimmt, dürfte ich eigentlich gar nichts mehr essen. Ich habe keine Wahl, ich bin auf den ambulanten Händler angewiesen, der täglich bei mir vorbeikommt. Bio-Siegel oder kontrollierte Lieferketten sind für mich in der Realität meines Alltags unbezahlbar und unerreichbar.
Was Don Maximo über die Krebsfälle in seiner Region schreibt, erschüttert mich. Wenn es dort wirklich so schlimm ist, frage ich mich ernsthaft, warum man dort bleibt, wenn man die Mittel hat, zu gehen. Ich selbst bin nur wegen meiner Frau hier in Kolumbien. Sie hat viele Jahre mit mir in Deutschland verbracht, und nun bin ich ihr zuliebe diesen Schritt im Alter gegangen. Aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, ich habe es oft bereut. Richtig zufrieden bin ich hier nicht. Es bewahrheitet sich leider oft: Alte Bäume soll man nicht verpflanzen.
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coentros
Verified - Kolumbienfan

- Beiträge: 371
- Registriert: 22. Juni 2014, 22:59
Gesunde Ernährung in Kolumbien – Alltag oder Ausnahme?
Hallo Benny56
Bei meinem Frühstück hatte ich selber Zweifel ob ich das schreiben soll. Gesunde Ernährung, als auch biologische und teure Lebensmittel haben bei uns einen hohen Stellenwert, wie meine Frau oftmals mit einem süffisanten Unterton anmerkt. Sie kritisiert die Ausgaben dafür (inzwischen) nicht mehr, da sie sieht wie ich diese an anderer Stelle einspare. So haben wir z.B. seit Jahren kein Auto mehr. Alles wird mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigt, in den wenigen Ausnahmefällen pro Jahr wird ein carsharing hergenommen. Alles muss erwirtschaftet werden.
Bzgl. der Giftstoffe in Lebensmitteln möchte ich nochmals erwähnen, dass ich die Monokausalität mit Krebserkrankungen (stark) anzweifele. Dieses aufzumachen würde jetzt ein grosses Fass werden. So sehr ich den Einsatz synthetischer Chemie zur Produktionssteigerung ablehne, wird darüberhinaus oft übersehen, dass das unerschöpfliche Potential der Natur ein Arsenal der stärksten natürlichen Giftstoffe in sich birgt. Wer weiss wie oft wir schon unerkannt ein angeschimmeltes Brot gegessen haben ? Darin die Gruppe der Aflatoxine eines der stärksten wirksamen Gifte, nachweislich cancerogen. Solanine in keimenden Kartoffeln verursachen neurologische Symptome, Pektine in rohen Bohnen, (ich liebe Bohnen...), Histamine im Fisch, Oxalsäure überdosiert in Spinat (Nierensteine...).
Der menschliche Körper heruntergebrochen auf Billionen Einzelzellen, in der in jeder einzelnen Zelle pro Sekunde Millionen Stoffwechselreaktionen ablaufen. Diese Biochemie eines der komplexesten Wunder im Universum, von dem wir nur einen ganz kleinen Teil ansatzweise erahnen ("verstehen"). Unser Körper ist in der Lage täglich unzählige Angriffe abzuwehren, so auch diejenigen die ein ungehemmtes Zellwachstum fördern könnten. Die weitere Aufzählung erspare ich mir jetzt. Möchte einfach nur sagen: Krebs ist ein äusserst komplexes Geschehen, die Ursachen so manigfaltig, dass ich den einfachen Kausalzusammenhang mit belasteten Lebensmitteln zunächst einmal nicht glaube. Bei massiven (!) Dosierungen cancerogener Substanzen, selbstverständlich. Auch hier gilt Paracelsus.
Der Grund warum ich Bio-Lebensmittel bevorzuge hat bei mir folgende Ursachen: ich denke an Tiere die für mich dem Menschen gleichwertige Schöpfungen sind. KZ-gleiche Ställe (Hühner, Schweine, etc) lehne ich ab. Intensive Landwirtschaft lehne ich ab (Auslaugung der Böden, Monokulturen). Synthetische Chemie, hier Pestizide lehne ich ab (weil diese heftige Keule einen starken Eingriff gegenüber Mikroorganismen darstellt, letztere ansderswo nützlich/notwendig). Per-und polyfluorierte Alkyle (PFAS) lehne ich ab, weil sie quasi-nicht abbaubar sind (was in natürlichen Stoffwechselkreisläufen üblicherweise nicht vorkommt).
Bei keinem der vorgenannten Themen habe ich primär die Sorge, dass ich wegen dieser Substanzen Krebs bekommen könnte. Meine Sorgen bzgl Krebs bzw Krebsvorsorge wären tatsächlich ganz andere.
Am Ende hat alles seinen Preis. Ich schätze jeden Menschen, besonders Politiker, die die Zusammenhänge dahinter nach bestem Wissen und Gewissen transparent machen.
Bei meinem Frühstück hatte ich selber Zweifel ob ich das schreiben soll. Gesunde Ernährung, als auch biologische und teure Lebensmittel haben bei uns einen hohen Stellenwert, wie meine Frau oftmals mit einem süffisanten Unterton anmerkt. Sie kritisiert die Ausgaben dafür (inzwischen) nicht mehr, da sie sieht wie ich diese an anderer Stelle einspare. So haben wir z.B. seit Jahren kein Auto mehr. Alles wird mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigt, in den wenigen Ausnahmefällen pro Jahr wird ein carsharing hergenommen. Alles muss erwirtschaftet werden.
Bzgl. der Giftstoffe in Lebensmitteln möchte ich nochmals erwähnen, dass ich die Monokausalität mit Krebserkrankungen (stark) anzweifele. Dieses aufzumachen würde jetzt ein grosses Fass werden. So sehr ich den Einsatz synthetischer Chemie zur Produktionssteigerung ablehne, wird darüberhinaus oft übersehen, dass das unerschöpfliche Potential der Natur ein Arsenal der stärksten natürlichen Giftstoffe in sich birgt. Wer weiss wie oft wir schon unerkannt ein angeschimmeltes Brot gegessen haben ? Darin die Gruppe der Aflatoxine eines der stärksten wirksamen Gifte, nachweislich cancerogen. Solanine in keimenden Kartoffeln verursachen neurologische Symptome, Pektine in rohen Bohnen, (ich liebe Bohnen...), Histamine im Fisch, Oxalsäure überdosiert in Spinat (Nierensteine...).
Der menschliche Körper heruntergebrochen auf Billionen Einzelzellen, in der in jeder einzelnen Zelle pro Sekunde Millionen Stoffwechselreaktionen ablaufen. Diese Biochemie eines der komplexesten Wunder im Universum, von dem wir nur einen ganz kleinen Teil ansatzweise erahnen ("verstehen"). Unser Körper ist in der Lage täglich unzählige Angriffe abzuwehren, so auch diejenigen die ein ungehemmtes Zellwachstum fördern könnten. Die weitere Aufzählung erspare ich mir jetzt. Möchte einfach nur sagen: Krebs ist ein äusserst komplexes Geschehen, die Ursachen so manigfaltig, dass ich den einfachen Kausalzusammenhang mit belasteten Lebensmitteln zunächst einmal nicht glaube. Bei massiven (!) Dosierungen cancerogener Substanzen, selbstverständlich. Auch hier gilt Paracelsus.
Der Grund warum ich Bio-Lebensmittel bevorzuge hat bei mir folgende Ursachen: ich denke an Tiere die für mich dem Menschen gleichwertige Schöpfungen sind. KZ-gleiche Ställe (Hühner, Schweine, etc) lehne ich ab. Intensive Landwirtschaft lehne ich ab (Auslaugung der Böden, Monokulturen). Synthetische Chemie, hier Pestizide lehne ich ab (weil diese heftige Keule einen starken Eingriff gegenüber Mikroorganismen darstellt, letztere ansderswo nützlich/notwendig). Per-und polyfluorierte Alkyle (PFAS) lehne ich ab, weil sie quasi-nicht abbaubar sind (was in natürlichen Stoffwechselkreisläufen üblicherweise nicht vorkommt).
Bei keinem der vorgenannten Themen habe ich primär die Sorge, dass ich wegen dieser Substanzen Krebs bekommen könnte. Meine Sorgen bzgl Krebs bzw Krebsvorsorge wären tatsächlich ganz andere.
Am Ende hat alles seinen Preis. Ich schätze jeden Menschen, besonders Politiker, die die Zusammenhänge dahinter nach bestem Wissen und Gewissen transparent machen.


