Wer ist Paloma Valencia? Die Gewinnerin der Vorwahlen des rechten Flügels

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Eisbaer
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Wer ist Paloma Valencia? Die Gewinnerin der Vorwahlen des rechten Flügels

Beitrag von Eisbaer »

Paloma Valencia Laserna ist eine prominente Politikerin der kolumbianischen Rechten. Am 8. März 2026 hat sie die Gran Consulta por Colombia – eine große Vorwahl der Mitte-Rechts- und Rechten-Parteien – klar gewonnen und sich damit als Präsidentschaftskandidatin für die Wahlen im Mai 2026 durchgesetzt. Sie erhielt über 3,2 Millionen Stimmen (rund 45–47 % der abgegebenen Stimmen in dieser Consulta) und setzte sich deutlich gegen Mitbewerber wie Juan Daniel Oviedo (Platz 2) und andere durch. Damit vertritt sie vor allem das Centro Democrático, die Partei des früheren Präsidenten Álvaro Uribe Vélez, und gilt als seine wichtigste Schülerin und Nachfolgerin.

Geboren wurde sie am 19. Januar 1978 in Popayán (Departement Cauca), sie ist also 48 Jahre alt. Sie stammt aus einer einflussreichen, traditionsreichen Familie: Ihr Großvater väterlicherseits war der ehemalige Präsident Guillermo León Valencia (Regierungszeit 1962–1966), ihr Urgroßvater der Dichter und Politiker Guillermo Valencia. Über die mütterliche Linie ist sie Enkelin von Mario Laserna Pinzón, dem Gründer der renommierten Universidad de los Andes in Bogotá. Diese familiäre Herkunft gibt ihr in konservativen und elitären Kreisen großes Gewicht.

Sie studierte Rechtswissenschaften und Philosophie an der Universidad de los Andes, machte dort eine Spezialisierung in Wirtschaft und erwarb später einen Master in Kreativem Schreiben an der New York University. Bevor sie voll in die Politik einstieg, arbeitete sie als Kolumnistin und politische Kommentatorin in Medien, wo sie bereits scharfe Kritik am Friedensprozess mit den FARC und an der Regierung von Juan Manuel Santos übte.

Seit 2014 ist sie Senatorin der Republik für das Centro Democrático – dreimal in Folge wiedergewählt (2014–2018, 2018–2022, 2022–2026). Sie gilt als eine der schärfsten Oppositionsstimmen gegen die aktuelle linksgerichtete Regierung von Gustavo Petro. Themen wie Sicherheit, Ablehnung des Friedensabkommens von 2016, Wirtschaftsreformen und traditionelle Werte stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Innerhalb des Uribismus wird sie oft als vergleichsweise moderat wahrgenommen, obwohl sie sehr loyal zu Uribe ist.

Schon 2018 hatte sie sich um die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei beworben, kam aber nicht weiter. Nun, nach dem Sieg in der interparteilichen Vorwahl der Rechten (die am selben Tag wie die Kongresswahlen stattfand), tritt sie direkt in die erste Runde der Präsidentschaftswahl ein. Sie will die erste Frau an der Spitze Kolumbiens werden und betont in ihrer Kampagne Themen wie Ordnung, Entschlossenheit, wirtschaftliche Erholung, Sicherheit und traditionelle Werte. Ihr Stil ist oft polemisch, aber argumentativ stark.

Zusammengefasst: Paloma Valencia ist heute die stärkste Figur der uribistischen Rechten für die Präsidentschaft 2026 – gestützt auf eine lange parlamentarische Erfahrung, eine berühmte politische Familie und die klare Unterstützung von Álvaro Uribe. Sie hat gute Chancen, in einer polarisierten Wahl eine ernsthafte Alternative zur Linken zu werden.
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