Die vergleichsweise lockere Einwanderungspolitik in Spanien habe ich mit einigen Freunden aus Spanien öfter besprochen, die selbst zum arbeiten nach Deutschland ausgewandert sind. Die Zusammenfassung von einem derer war, dass:
Um als Ärzte, Bauarbeiter, Pflegepersonal, Gastromitarbeiter in Deutschland zu arbeiten kamen über Jahrezehnte genug Leute aus Osteuropa oder den Balkan her. Da gibt es sowieso teils Personenfreizügigkeit. In Spanien migrieren die Leute für Arbeit aus Marroko oder Lateinamerika vor allem, da sind die legalen Hürden eigentlich da, weil die Leute aber wichtige Arbeit machen drückt man da mehr ein Auge zu.
Fand ich interessanten Kommentar.
Von der Familie meiner Frau sind auch zwei primas in Spanien. Ihr Vermieter hat damals eine Art Bürgschaft übernommen haben sie uns damals erklärt, dass sie dort Aufenthalt und Arbeit organisieren konnten. Wirkte legal wie eine Grauzone. Aber die beiden sind weiter sehr zufrieden dort. Ihr Plan war eigentlich nur etwas Geld dort sparen für ein lote und dann da was drauf bauen in Kolumbien. Wir spekulieren, dass sie wahrscheinlich in Spanien bleiben (denen gefällt der Strand in dort zu gut im Vergleich zu den Anden und dem kalten Tunja)
Eine Zeit habe ich in Malaga gearbeitet, die Kollegen dort waren auf Migration angesprochen sehr froh über die neuen paisanos und stolz auf die kulturelle Diversität die das mit sich bringt. Und auch in dem Team dort waren Kollegen, die vor wenig Zeit aus Argentinien und Mexico umgezogen sind.
Wenn wir in Spanien im Urlaub waren ist uns auch aufgefallen, wie gut integriert die Leute sind.
Von überall her Marokko, Indien, China, die spanischen Pensionäre haben mit den Ladenbetreibern dort ganz nett rumgefeixt.
In Deutschland fühlen sich einige Leute aus Kolumbien und Venezuela die ich hier kenn auch nach 20 Jahren manchmal nicht so angekommen.
Da zieh ich meinen Hut von der gelungenen Willkommens- und Integrationskultur in Spanien.
Wir wohnen gerade in Leipzig, mit dem Uniklinikum hier wurden im ersten Pilotprojekt 12 kolumbianische Krankenpfleger an das Uniklinikum geholt. Einige haben meine Frau und ich zufällig getroffen beim empanadas essen. Die waren Anfang 30 hatten einige Jahre Arbeitserfahrung, Weiterbildungen an sehr guten Unis in Kolumbien. Die Anforderungen an das Program waren nur 2 Jahre Berufserfahrung. Sie wollten auch Geld sparen - zwei hatten Kinder in Kolumbien. Für sie war der Anfang vom Programm etwas unschön. Ein Jahr mit reduziertem Lohn (nahe dem minimo) in Kolumbien deutsch lernen, und dann hier durften sie nur Aufgaben als Hilfskraft ausführen. Nach knapp einem Jahr hier meinte die Mehrheit zu uns - naja vielleicht paar Jahre hier, dann zurück nach Kolumbien.
Bin gespannt was aus dem Plan wird, und ob wir einige nochmal hier sehen werden
